Möbel gekauft - Möbelhaus findet sie nicht mehr

16. Juni 2007 Thema abonnieren
 Von 
olganina
Status:
Beginner
(51 Beiträge, 23x hilfreich)
Möbel gekauft - Möbelhaus findet sie nicht mehr

Hallo,
Ich hoffe ihr könnt uns einen Tipp geben. Wir haben vor zwei Wochen eine Polstergarnitur gekauft. Ein echtes Schnäppchen: statt Neupreis 2.700 Euro kostete das Teil nur 600, weil es ein Ausstellungsstück von der Messe war. Wir bezahlten und vereinbarten die Abholung zwei Wochen später, weil vorher das Möbelhaus keinen Transporter vermieten konnte (die vermieten stundenweise günstig Transporter, wenn man dort was kauft).
Gestern dann die böse Überraschung: im Lager war die Garnitur nicht auffindbar. Sie war auch nicht mehr im System. Nachdem wir eine Stunde da rumstanden, sind wir zum Kundenservice. Die konnten uns aber auch nur sagen, dass sie weiter danach suchen und uns die Sachen dann eben frei Haus liefern.

Blöd für uns: wir haben für unser altes Sofa bereits den Sperrmüll bestellt und außerdem einen passenden weiteren Sessel besorgt.

Ich habe ehrlich gesagt nicht viel Hoffnung, dass wir die Möbel bekommen. Irgendwie wirkten die ganzen Angestellten gestern so, als wollten sie uns nur erst mal loswerden um zu überlegen, wie sie das jetzt lösen.

Jetzt die Frage(n):
1. einen Gutschein über den Kaufbetrag müssen wir doch hoffentlich nicht akzeptieren, oder? Ich will, wenn die die Möbel wirklich nicht finden, bestimmt nichts mehr da kaufen, zumal ich zu dem Preis wahrscheinlich nichts vergleichbares finde.
2. Wie ist es mit der Nachbesserung laut § 439 / 440 BGB (hab ich das richtig rausgesucht?): ist das Möbelhaus verpflichtet, den Vertrag zu erfüllen und uns die Garnitur notfalls neu zu liefern (zum regulären Preis können die Möbel ja noch bestellt werden), zu dem günstigen, schon bezahlten Preis? Wäre zu schön um wahr zu sein...
3. wenn das nicht zutrifft, können wir dann auf der umgehenden Erstattung des Kaufpreises bestehen (Rücktritt vom Kaufvertrag?), oder müssen wir denen jetzt zwei Wochen Zeit zum Suchen einräumen? Können wir außerdem auf einem zusätzlichen Schadensersatz (kein Sofa mehr da - hatten die neuen Möbel ja schon vollständig bezahlt) bestehen? Ich will mich da nicht unanagemessen bereichern, aber nach meinem persönlichen Gerechtigkeitsempfinden kann es ja nicht sein, dass das Geschäft Leute so an der Nase herumführt.

Wir wären froh, wenn ihr uns einen guten Tipp geben könnt, was wir erwarten dürfen und was nicht. Uns geht es um eine schnelle Lösung und vor allem darum, in unserem Wohnzimmer nicht allzu lang auf dem Boden sitzen zu müssen. ;)

Danke!

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
keinname123
Status:
Lehrling
(1828 Beiträge, 211x hilfreich)

Hi,

mit Nachbesserung hat die Sache nichts zu tun. Der VK hat den Kaufvertrag nicht erfüllt. Über die Bestellung ist ein verbindlicher Kaufvertrag für BEIDE Parteien zustande gekommen.

Ich würde ordentlich Druck machen, aber nicht mündlich (wird wohl nix bringen). Per Einschreiben mit Rückschein eine Frist von 7 Werktagen zur Lieferung geben, ansonsten Schadensersatz geltend machen. Die Ware woanders kaufen und den Differenzbetrag soll der VK für seine schlampige Art blechen.

Nicht vergessen: mit Anwalt und Schadensersatz drohen :)

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#2
 Von 
Mahnman
Status:
Senior-Partner
(6041 Beiträge, 1341x hilfreich)

Ein doch sehr interessantes Thema.

Zunächst einmal hat die Lieferung der Möbel mienes Erachtens nichts mit 439/440 BGB zu tun. Die Pflichten der Vertragspartner regeln sich in 433 BGB. Somit entsteht für den Käufer ein Anspruch auf Lieferung und Übereignung der Ware, für den VK auf Abnahme und Kaufpreiszahlung.

Für den Lieferverzug ist grundsätzlich die Fälligkeit der Warenschuld und eine Mahnung erfoderlich, wobei ich mir nicht sicher bin, inwiefern der Fixtermin zur Abholung eine Mahnung entbehrlich macht.
Zu Sicherheit empfiehlt es sich aber, dem VK eine schriftliche Nachfrist von ca. 2 Wochen zu setzen um anschließend vom Kaufvertrag zurückzutreten. Abschließend ist für den Verzug noch das Verschulden des VK erforderlich, das hier zumindest durch Fahrlässigkeit gegeben zu sein scheint.
Als Folgen des Verzugs kann hier einerseits der Rücktritt erklärt werden, andererseits Schadenersatz z.B. für einen Deckungskauf, verlangt werden.
Ein Gutschein muss bei einem Rücktritt vom Vertrag nicht akzeptiert werden.



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"<img src=http://www.ime.uerj.br/~progerio/image/shrek2.jpg></img>"

-- Editiert von Mahnman am 16.06.2007 10:38:01

-- Editiert von Mahnman am 16.06.2007 10:39:44

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
olganina
Status:
Beginner
(51 Beiträge, 23x hilfreich)

Ich danke euch allen für eure Erläuterungen zu dem Thema! Heute rief das Möbelhaus an, man habe die Möbel gefunden. Insofern hat sich das Problem ja gelöst, aber interessant ist es ja doch. Nun hoffe ich mal, dass die Möbel heil bei uns ankommen... und wenn nicht, weiß ich ja jetzt, was ich tun muss. Nochmals Danke!

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
keinname123
Status:
Lehrling
(1828 Beiträge, 211x hilfreich)

Mich würde noch eins interessieren: Sind die Möbel nach Androhungen wieder aufgetaucht?

0x Hilfreiche Antwort

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