Motorradkauf, diverse Mängel

28. März 2007 Thema abonnieren
 Von 
nanu7
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Motorradkauf, diverse Mängel

Hallo,
habe am 19.11.06 ein Motorrad bei einem Händler gekauft. Ich habe keine Gewährleistung bekommen, da es schon 20 Jahre alt ist und ihm das zu "gefährlich" wäre. Dummerweise habe ich mich darauf eingelassen :bang: , mit dem Resultat, daß es jetzt in der Werkstatt steht und ich ca. 1000 Euro Reperaturkosten habe.
was kann ich tun?
Laut BGB hätte er eine Gewährleistung von zwei Jahren geben müssen und wenn innerhalb von sechs Monaten ein Sachmangel eintritt, kann man davon ausgehen, daß dieser schon zum Zeitpunkt des Kaufes bestand. Somit könnte ich Nacherfüllung verlangen.
Ist das korrekt? Was muß ich beachten bzw. welche Möglichkeiten habe ich jetzt?
Vielen Dank für Eure Hilfe

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1705x hilfreich)

Ich habe keine Gewährleistung bekommen, da es schon 20 Jahre alt ist und ihm das zu gefährlich wäre.

Gewerbliche VK können die Gewährleistung nicht ausschließen.

Somit könnte ich Nacherfüllung verlangen.

Aber nur bei wirklichen Sachmängeln und nicht etwa bei altersgemäß üblichem Verschleiß (Beispiel: Riß im Sitzleder o.ä.).

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#2
 Von 
nanu7
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

er hat es als Bastlerfahrzeug deklariert, obwohl es noch TÜV hat bis 07.2008 und "straßentauglich" ist.

der Vergaser ist defekt, die Ventile sind zu, die Kupplung ist eingefahren, der Benzinhahn ist defekt......

reicht es, wenn ich ihm ein Schreiben inkl. Kostenvoranschlag mit Einschreiben eigenhändig zuschicke? Wie soll ich beweisen, daß dieses Schreiben drin war und nicht irgendetwas anderes?

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#3
 Von 
CAM
Status:
Lehrling
(1242 Beiträge, 322x hilfreich)

Ich habe so meine Bedenken, ob hier ueberhaupt was zu holen ist. Immerhin ist das Motorrad 20 Jahre alt. Ebenso hat der Haendler darauf hingewiesen, dass er bei einem (diesem) derart alten Teil keine Gewaehrleistung uebernehmen koenne und das Fahrzeug somit als Bastlerfahrzeug anbiete.

Nun kann man sich zwar mit sowas nicht um die Gewaehrleistung druecken, doch wenn's wirklich Schrott ist, dann muss es natuerlich auch als solcher verkauft werden. Und Strassentauglichkeit ist imo keine fuer Schrott typische Eigenschaft.

Man koennte also hieraus schliessen, dass der Haendler eben gerade keine allgemeine Verkehrstauglichkeit zusichern wollte und dies auch nicht getan hat. Doch dazu muesste man genau wissen, was da vereinbart wurde.

Weiterhin muss man beruecksichtigen, dass solche Defekte, die ueblicherweise bei einem 20 Jahre alten Motorrad zu erwarten sind, i.d.R. auch keinen Sachmangel darstellen. Ich bin nun wirklich kein Motorradexperte, denke aber, dass die beschriebenen Macken bei so nem alten Teil nicht wirklich ungewoehnlich sind. Schliesslich hat man ein Fahrzeug gekauft, dass schon 2 Jahrzehnte in Betrieb war.

Gruss
CAM

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#4
 Von 
nanu7
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

im Vertrag steht: Bastlerfahrzeug ohne Gewährleistung.
es ist nichts von Schäden etc. aufgeführt.
TÜV war neu!!
Das Fahrzeug sieht weder nach Schrott aus, noch ist es Schrott. Es fährt ja, geht halt nur während der Fahrt aus bzw. stottert. Um das prüfen zu lassen, bin ich in die Werkstatt gefahren und dachte mit ein paar Handgriffen sei das erledigt.
Daß es kein Neufahrzeug ist, ist mir schon bewußt und daß bei einem alten Fahrzeug eher Probleme auftreten wie bei einem neuen ebenfalls. Nur kommt mir das schon fast einem Betrug gleich. Das OLG Oldenburg hat entschieden, daß ein Bastlerfahrzeug nur dann als solches ausgewiesen werden darf, wenn es auch ein solches ist, d.h. keinen TÜV mehr besitzt und aufgrund seiner Beschaffenheit nicht mehr im Stande ist, am Straßenverkehr teilzunehmen. Anderenfalls sei es eine bewußte Umgehung der Gewährleistungspflicht und somit, egal wie alt das Fahrzeug ist, nicht zulässig. Der Preis war auch dem Alter und dem augenscheinlichen Zustand angemessen, eher etwas darüber - also mit 2500 Euro nicht gerade zum Schrottpreis.
Ich denke, der Händler wußte von den Schäden, zumal eine Werkstatt angeschlossen ist, in dem das Fahrzeug vor Verkauf eigentlich hätte geprüft werden müssen/sollen, dachte aber "jeden Tag steht mindestens ein Dummer auf!" Der Dumme war wohl ich.

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#5
 Von 
CAM
Status:
Lehrling
(1242 Beiträge, 322x hilfreich)

quote:
im Vertrag steht: Bastlerfahrzeug ohne Gewährleistung


Die Gewaehrleistung kann er auch bei einem Bastlerfahrzeug nicht ausschliessen. Jetzt kommt es halt darauf an, ob wirklich Sachmaengel vorliegen, oder ob die aufgetretenen Defekte in Relation zum Alter, zur Fahrleistung und wohl auch zum Preis nicht doch dem zu erwartenden Zustand entsprechen.

Gruss
CAM

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#6
 Von 
nanu7
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

wie definiert man denn dann Sachmangel??

es sind ja keine Mängel an Verschleißteilen wie Reifen, Bremsen, Zündkerzen....

Die Kupplung z.B. ist falsch eingebaut und daher festgefahren. Eine Reparatur ist nicht möglich - nur ein Austausch wobei es kein Neuteil mehr zu bestellen gibt.

im Motor befindet sich Sprit, d.h. das Öl ist "verdünnt" und verunreinigt, so daß der Motor nicht mehr normal laufen kann - eine Sache mangelhafter Wartung und kein Verschleiß.

Ist ein Händler denn nicht dazu verpflichtet, vor Verkauf den Zustand zu prüfen?
Mein Mechaniker hat das Motorrad nur gestartet und wußte schon grob was los ist. Bei der Durchsicht sind dann alle Mängel zu Tage gekommen.

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#7
 Von 
CAM
Status:
Lehrling
(1242 Beiträge, 322x hilfreich)

quote:
Die Kupplung z.B. ist falsch eingebaut und daher festgefahren.


Das koennte schon mal ein Ansatzpunkt sein. Die Sache mit der mangelnden Wartung duerfte hingegen bei einem 20 Jahre alten Motorrad nicht sehr vielversprechend sein.

Wer hat eigentlich im Juli 2006 den TÜV machen lassen? Sollte das naemlich der Haendler selbst gewesen sein, koennte da wohl einem Anwalt auch so einiges zu einfallen. Ich meine, wer laesst schon ne TÜV Abnahme bei einem Bastlerfahrzeug machen und warum?

Da der Haendler hier aber sowieso keine Gewaehrleistungsansprueche akzeptieren will, wirst du selbst ohnehin nicht sehr weit kommen. Also ab zum Anwalt. Zwar duerften sicher nicht alle angefallenen Defekte unter Gewaehrleistung fallen, aber vielleicht zumindest ein Teil davon.

Gruss
CAM

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#8
 Von 
nanu7
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

nee TÜV hat der Vorbesitzer machen lassen!!

Ich werde dem Händler jetzt mal einen freundlichen Brief schreiben und den Kostenvoranschlag beilegen, in der Hoffnung, daß wir uns gütlich einigen können - in der Mitte treffen würde mir ja schon reichen.
Sollte er darauf nicht eingehen, bleibt mir nur der Weg zum Anwalt - gut daß ich Rechtschutz habe!

@ CAM vielen Dank für Hilfe!!!

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