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Neue Schuhe Sohle nach paar Tagen gebrochen Kompletter Umtausch oder nur Reparatur?

14.11.2018 Thema abonnieren Zum Thema: Frage Gutschein
 Von 
Taubenfreundin
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Neue Schuhe Sohle nach paar Tagen gebrochen Kompletter Umtausch oder nur Reparatur?

Hallo zusammen,

Frau X kaufte ein paar Schuhe bei denen die Sohle nach einigen Tagen vorne regelrecht durchgebrochen ist. Bei beiden Schuhen.

Außerdem stinken die Schuhe nachdem diese naß wurden dermaßen, daß sie untragbar geworden sind.

Frau X fragte schon im Laden nach, während sie ein paar andere Schuhe kaufte, ob sie die Schuhe zurück bringen kann. Man bejahte dies, aber will die Schuhe vorerst einsenden. Frau X bekommt dann einen sog. Reklamations- oder Reparaturzettel.

Frage: Ist das Schuhgeschäft verpflichtet die Schuhe sofort gegen Gutschein oder Bargeld umzutauschen oder kann es die Schuhe - wie im Fall Frau X - erst mal einsenden?

Danke.

Gruss Taubenfreundin

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Frage Gutschein


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Senior-Partner
(6442 Beiträge, 3596x hilfreich)

Hallo

Zitat:
Ist das Schuhgeschäft verpflichtet die Schuhe sofort gegen Gutschein oder Bargeld umzutauschen
Auf einen Gutschein braucht man sich nicht einlassen!

Der VK hat ja das recht zur Nachbesserung, hier würde eine Frist von 14 Tagen als gegeben sein, würde ich sagen. In dieser zeit kann er natürlich den Artikel überprüfen lassen...

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(62939 Beiträge, 30740x hilfreich)

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Der VK hat ja das recht zur Nachbesserung

Korrekt.

Allerdings darf der Kunde bei der Nachbesserung wählen, zwischen Reparatur und Neulieferung.



Zitat (von lesen-denken-handeln):
hier würde eine Frist von 14 Tagen als gegeben sein, würde ich sagen.

Korrekt.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Taubenfreundin
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo zusammen,
also . Die Schuhe wurden von einer - ich glaube Reklamationsstelle - ich nenne es jetzt mal so - überprüft.
Einige Tage später bekam Frau X Antwort, daß sie sich was anderes aussuchen kann.
Jetzt hat sie aber mittlerweile schon drei Paar Schuhe gekauft.
Hat Frau X auch das Recht Geld zurück zu verlangen? Auf welches Argument/Gesetz kann sie sich berufen?
Danke,

Gruss
Susanne

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#4
 Von 
Droitteur
Status:
Praktikant
(905 Beiträge, 292x hilfreich)

Sie könnte sich darauf berufen, dass sie nur dieses bestimmte Modell kaufen wollte und es anscheinend nicht möglich ist, dieses mangelfrei zu liefern (etwa weil sie aufgrund ihres Materials oder ihrer Produktion immer stinken oder beschädigt werden), und sie deshalb vom Vertrag zurücktritt. Danach wäre ihr der Kaufpreis zurückzugewähren.

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#5
 Von 
Taubenfreundin
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Also das Anrecht auf Geld gibt es nicht explizit?

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#6
 Von 
Droitteur
Status:
Praktikant
(905 Beiträge, 292x hilfreich)

Doch; sonst hätte ich doch meinen letzten Satz nicht schreiben können? Dass der Kaufpreis zurückzugewähren ist?

Bevor man zurücktritt, möchte die Gesetzgeberin allerdings erstmal, dass die Parteien am Vertrag festhalten. Der Verkäufer soll darum Gelegenheit bekommen, doch noch vertragsgemäß zu leisten, indem er die Sache repariert oder austauscht, so dass sie danach mangelfrei ist. Wenn das aber nicht möglich ist (wie schon geschrieben), erübrigt es sich aber, ihm Gelegenheit dazu zu geben. Dann darf man wie gesagt zurücktreten und den Kaufpreis zurückverlangen.

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#7
 Von 
Taubenfreundin
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Und wenn sich der Verkäufer weigert das Geld zurück zu geben müßte Frau X Argumente zur Hand haben...also etwas wo das geregelt ist...Gesetz oder sowas...verstehen Sie worauf ich raus will? die Verkäuferin kann ja sagen : nö suchen Sie sich was anderes oder lassen Sie es.


Darum ging es mir. Und danke bis hierher :o)

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#8
 Von 
Droitteur
Status:
Praktikant
(905 Beiträge, 292x hilfreich)

Die Argumente, die Frau X braucht, sind ja rein faktischer Natur: Die Nacherfüllung müsste unmöglich sein. Der Verkäufer kann ja behaupten, das sei noch möglich oder er handelt nur aus Kulanz; ich persönlich würde mich davon aber nicht einschüchtern lassen.

Die rechtlichen Argumente, wenn der Verkäufer tatsächlich auch die rein rechtliche Seite bestreiten sollte, finden sich in 437 Nr. 2 und davon ausgehend in den 323 und 346; bei genaueren Fragen gern später mehr, muss jetzt weg. Schönen Abend noch :)

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(62939 Beiträge, 30740x hilfreich)

Zitat (von Taubenfreundin):
Hat Frau X auch das Recht Geld zurück zu verlangen?

Klar.



Zitat (von Taubenfreundin):
Auf welches Argument/Gesetz kann sie sich berufen?

Es ist laut Gesetz nicht verboten, das zu tun.

Nur wenn sich der Verkäufer weigert, benötigt man §§.



Zitat (von Taubenfreundin):
Einige Tage später bekam Frau X Antwort, daß sie sich was anderes aussuchen kann.

War das alles? Keine Info ob man den Mangel anerkennt oder das nur Kulanz ist?

Bei Kulanz hat man nämlich nicht die Hilfe des gesetzlichen Sachmängelhaftungsrechchtes


Dem Gesetz entspricht "was anderes aussuchen" zwar nicht, aber es ist im Handel durchaus üblich.


Aber ist doch nett, das man sich was anderes aussuchen darf, ich würde mir bei so einem Freibrief dann ein teureres Paar aussuchen, dann hat man doch einen guten Schnitt gemacht.



Zitat (von Taubenfreundin):
Jetzt hat sie aber mittlerweile schon drei Paar Schuhe gekauft.

Und?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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