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PayPal "Geld gesendet" und nun sind 86 Euro futsch

 Von 
dslthomas
Status:
Beginner
(135 Beiträge, 16x hilfreich)
PayPal "Geld gesendet" und nun sind 86 Euro futsch

Moin, Moin,

jetzt muss ich hier einfach mal fragen. Von meinem PayPal-Konto wurden 86 Euro "Verschickt" (also nicht über einen normalen Kauf). Den Namen der Empfängerin konnte ich nur durch einen Translator übersetzen da es ein russischer Name ist (der auch in russischen Buchstaben angezeigt wird). Das Geld habe ich definitiv nicht an diese Person gesendet und auch einen Fall bei PayPal eröffnet. Dieser wurde aber einige Stunden später mit folgender Bemerkung geschlossen: "Unsere Überprpüfungen haben ergeben, dass kein unberechtigter Zugriff auf Ihr PayPal-Konto vorliegt. Der Fall wurde deshalb geschlossen.". Ich habe PayPal angerufen und gefragt auf welchen Überprüfungsergebnissen diese Aussage beruht. Man sagte mir, dass die Zahlung tatsächlich von meinem Konto abgesendet worden sein soll. Ich habe meinen Rechner mit 2 Virenscannern überprüft und noch einmal gesondert mit einem Offline-Scanner. Es wurde keinerlei Schadsoftware gefunden. Auch halte ich meinen PC immer aktuell um eben solche Vorkommnisse zu vermeiden.

Nun kann ich natürlich nicht ausschließen das mein PC mit Schadsoftware versehen war denn den Virenscann mit insgesamt drei unterschiedlichen Scannern habe ich erst heute gemacht.

Die Frage bleibt aber trotz dem,- Sind die 86 Euro jetzt wirklich unwiderruflich weg? Wenn jetzt wirklich Schadsoftware dafür verantwortlich sein sollte,- ist doch PayPal noch nicht mal ansatzweise ein sicheres Zahlungsmittel!? Eine Banküberweisung kann auch keine Schadsoftware tätigen denn meinen TAN-Generator kann diese nicht bedienen. PayPal bietet zwar ebenfalls ein SMS-TAN-ähnliches Verfahren an (was ich leider erst heute aufgrund dieser Vorkommnisse eingerichtet habe) das scheint aber kein zwingender Sicherheitsmechanismus zu sein. Dabei denke ich dass gerade bei Zahlungen die nicht vom sog. Käuferschutz abgedeckt sind, gar nicht ohne einen solchen Sicherheitsmechanismus getätigt werden können sollten. PayPal sagte auch das es ja für solche Transaktionen keinen Käuferschutz gibt,- ja wie auch.... wenn es Schadsoftware war, wird dieser sicher auch keinen Käuferschutz aktivieren.

Frage: Kann ich jetzt gar nichts mehr tun um mein Geld zurück zu bekommen?

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Geld Zahlung Euro Frage


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12303.07.2019 16:29:14
Status:
Lehrling
(1397 Beiträge, 423x hilfreich)

Zitat (von dslthomas):
Frage: Kann ich jetzt gar nichts mehr tun um mein Geld zurück zu bekommen?


Gegenfrage: was hat PayPal denn bisher getan um von Ihnen das vermeintlich geschuldete Geld zu bekommen?
Bisher lese ich nur von irgendeinem virtuellen Betrag.

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#2
 Von 
dslthomas
Status:
Beginner
(135 Beiträge, 16x hilfreich)

Zitat (von Guruhu):

Gegenfrage: was hat PayPal denn bisher getan um von Ihnen das vermeintlich geschuldete Geld zu bekommen?
Bisher lese ich nur von irgendeinem virtuellen Betrag.


Hallo,

nach ja, die werden das ganz normal von meinem Konto abbuchen. Ich könnte das dann zwar wieder zurück holen, aber dann kommt das Inkassobüro und verlangt das Geld

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(94240 Beiträge, 36109x hilfreich)

1. Frage: will / muss man Paypal weiter nutzen?
Wenn ja, Pech gehabt.
Wenn nein, wehren.



Zitat (von dslthomas):
die werden das ganz normal von meinem Konto abbuchen.

Das Bankkonto würde ich mal direkt aus Paypal entfernen.



Zitat (von dslthomas):
aber dann kommt das Inkassobüro und verlangt das Geld

Ja und?



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
guest-12303.07.2019 16:29:14
Status:
Lehrling
(1397 Beiträge, 423x hilfreich)

Zitat (von dslthomas):
Inkassobüro


Papiertiger. Weiter sollte man dann erst überlegen, wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid im Briefkasten liegen sollte.
Das Lastschriftmandat sollte man PayPal vorsorglich entziehen.

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#5
 Von 
dslthomas
Status:
Beginner
(135 Beiträge, 16x hilfreich)

Danke erst einmal für Eure Antworten. Die Frage die sich mir stellt ist die Rechtmäßigkeit dieses Vorfalls? Wenn ich PayPal mit einer Bank vergleiche so sind bei keiner Bank Zahlungen möglich die mit einer einfachen Authentifizierung ausgeführt werden können. Selbst wenn ich jetzt unterstelle, dass es eventuell eine Sicherheitslücke auf meinem PC gegeben hat oder eventuell noch gibt (obwohl ich mein System komplett nach diesem Vorfall auch noch einmal mit einem Offline-Virenscanner durchsucht habe und jedes Update sofort einspiele sobald es Verfügbar ist) dann hätte keine Schadsoftware Zugriff auf meinen TAN-Generator oder eine SMS-TAN.

Ich will mich hier nicht raus reden oder meine Hände in Unschuld waschen. Für mich ist dieser Vorfall nur absolut beängstigend wenn Geld einfach so verschindet und das offensichtlich auch noch OK ist denn der Fall wurde bei PayPal geschlossen mit der Bemerkung das nach einer Überprüfung ein nicht autorisierter Zugriff ausgeschlossen werden kann. Allein diese Aussage weckt ein Gefühl in mir das ich als Betrüger da stehe denn ich sage, dass diese Zahlung nicht von mir autorisiert wurde und PayPal sagt ja indirekt das ich der Betrüger bin. Ich hab schon so manchen Grund in meinem Leben gehabt um mich wirklich schlecht zu fühlen weil ich mich eben falsch verhalten habe,- dass ich mich aber mal so besch... fühle für eine Sache die ich nicht nachvollziehen kann und so auch erst einmal nicht verschuldet habe,- hätte ich nie gedacht.

Frage: Wer muss hier die Rechtmäßigkeit dieser Zahlung nachweisen? Ich oder PayPal?

Das Inkassobüro würde ich nur ungern auf mich zukommen lassen denn das würde mein Gefühl der Hilflosigkeit noch verstärken.

Ich bin mir dessen wohl bewusst, dass man den elektronischen Zahlungsverkehr nie 100% sicher gestalten kann. Wenn aber mal eben 86 Euro vom Konto verschwinden und das Geldinstitut sagt, das dies OK so ist,- dann kommt die Sicherheit hier ja noch nicht mal an 1% ran!?

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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24971 Beiträge, 15982x hilfreich)

Zitat:
Frage: Wer muss hier die Rechtmäßigkeit dieser Zahlung nachweisen? Ich oder PayPal?

Paypal. Denn Paypal ist eine Bank und diese hat bei einer Reklamation wegen unautorisiertem Zugriff nachzuweisen, dass es keiner war. Paypal tut in seiner vermeintlich Gott-Allmacht so,, als könne es sich über die deutsche Gesetzgebung hinweg setzen. Kann es aber nicht. Spätestens wenn das jemals vor Gericht gehen sollte (was ich aber ausschließen würde), merkt man, dass dies alles nur lauwarme Luft war.

Zitat:
Das Inkassobüro würde ich nur ungern auf mich zukommen lassen denn das würde mein Gefühl der Hilflosigkeit noch verstärken.

Wieso bist du denn hilflos? Das Inkasso ist am Ende des Tages hilflos. Denn außer Briefe schreiben, kann (und darf) es exakt nichts tun. Die Briefe nimmt man mit Achselzucken zur Kenntnis. Maximal einmalig und deutlich widersprechen und dann schweigen. Egal wie oft die sich melden. Falls sie anrufen, einfach deren Telefonnummer auf die Sperrliste.

man sollte seinen Briefkasten im Auge behalten, denn hin und wieder beantragen die einen gerichtlichen Mahnbescheid. Diesem widerspricht man (per Kreuzchen auf dem zugesandten Formular) und schickt den Widerspruch ans Gericht zurück per Einschreiben. Das wars. Dann sind die genauso weit wie zuvor.

-- Editiert von mepeisen am 06.05.2018 10:11

Signatur:

Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche

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#7
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(13544 Beiträge, 5343x hilfreich)

Zitat (von dslthomas):
Wenn ich PayPal mit einer Bank vergleiche so sind bei keiner Bank Zahlungen möglich die mit einer einfachen Authentifizierung ausgeführt werden können.
Bei Paypal aber schon und das ist die auch vollkommen bewusst, denn du nutzt ja dieses System.
Geschädigt hat dich ein unbekannter Dritter. Gegen diesen solltest du Anzeige erstatten, dieser Dritte schuldet dir das Geld. Inwiefern sich PP hier etwas hat zu Schulden kommen lassen mag ich nicht beurteilen. Wenn die Überweisung tatsächlich von deinem Rechner aus getätigt wurde, dann sehe ich hier kein Fehlverhalten von Seiten PP. Du musst dich an den Schädiger halten.

Signatur:

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#8
 Von 
Kalanndok
Status:
Praktikant
(747 Beiträge, 137x hilfreich)

Ich würde auch vorschlagen das Paypal-Kennwort ungehend zu ändern.
Und zwar auf ein Kennwort, was man bei keinem anderen Dienst verwendet. Das gleiche auch bei allen anderen Diensten, bei denen das gleiche Kennwort verwendet wurde.

Von der Beschreibung her (keine Sicherheitslücke auf dem eigenen PC) kommt nämlich auch folgender Angriffsvektor in Betracht:
1) Ein Forum oder anderer Dienst hatte eine Sicherheitslücke.
2) Bei diesem Dienst wurden Daten wie Mailadresse, Username, Kennwort entwendet.
3) Der Angreifer probiert diese Daten einfach bei diversen anderen Diensten (ebay, amazon, Paypal, etc) aus und hatte bei Paypal eben Erfolg. Möglicherweise auch bei anderen Diensten wo man es jetzt nur noch nicht weiß.

Aus diesem Grund ist es so emminent wichtig Kennwörter niemals(!) mehrfach zu verwenden. Wenn der Angreifer jetzt z. B. auch Zugang zum Facebook, Microsoft oder Google-Account hat, ist über deren OAuth-Feature sogar noch in vielen anderen Diensten als "Du" unterwegs.

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