Post unterschlägt Nachnahmebetrag

7. November 2012 Thema abonnieren
 Von 
Findikus
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 8x hilfreich)
Post unterschlägt Nachnahmebetrag

Hallo,
ich weiß, ich bin wahrscheinich der Zigtausendste, dem das passiert ist, deshalb erspare ich Euch die Einzelheiten. Nachnahmebetrag wird einbehalten, soll ja häufiger vorkommen. Nachforschungen blieben ergebnislos.

Das Senden eines Mahnschreibens habe ich einem einem Inkassobüro überlassen. Die haben offenbar erfolglos mit der Post korrespondiert, angeforderte Belege eingreicht, etc., übrigens für mich alles kostenlos. Jetzt teilen sie mir mit, dass die Forderung "vorgerichtlich nicht zu realisieren" sei, und schlagen vor, einen ihrer Vertraganwälte (nach kostenpflichtiger Bonitätsprüfung des Schuldners :-)) mit dem gerichtlichen Mahnverfahren zu beauftragen. Startgeld 45 € + 23 € + MWSt.

Wie beurteilt Ihr meine Chancen vor Gericht? Ich schätze, die Post widerspricht jedem Mahnbescheid, und befürchte, die Postwanwälte könnten mit irgendwelchen Spitzfindigkeiten oder Verfahrenstricks eine Entscheidung zu ihren Gunsten erwirken, und es könnte dem Richter in seinem göttlichen Ratschluss gefallen, Rechtsmittel auszuschließen. Ist mir schon mehrfach passiert.

BTW, ist eigentlich ein Post-Nachnahmeversand ein Rechtsgeschäft unter Gleichen (bzw. zwischen Dienstleistungs-Unternehmer und Verbraucher) wie jedes andere auch, oder gelten evtl. noch alte "Geschäftsbedingungen" aus dem Reichspostgesetz o. ä., aus denen sich ergibt, dass die Post für den Verlust eines Nachnahmebetrags nicht haften muss?

Sollte, wie man häufig liest, mal wieder ein Zusteller den Nachnahmebetrag unterschlagen haben - habe ich dann überhaupt einen Anspruch gegen die Post?

Viele Grüße,
Findi


-- Editiert Findikus am 07.11.2012 16:48

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21 Antworten
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#1
 Von 
Sheldon_Cooper
Status:
Lehrling
(1039 Beiträge, 532x hilfreich)

quote:
Wie beurteilt Ihr meine Chancen vor Gericht?


In Bezug auf was? Du sagst doch *kein Wort*, worum es eigentlich genau geht und wie die Beweislage ist.

quote:
Sollte, wie man häufig liest, mal wieder ein Zusteller den Nachnahmebetrag unterschlagen haben - habe ich dann keinen Anspruch gegen die Post?


Doch, natürlich. Die Post hat doch mit dir als Absender einen Vertrag, den Nachnahmebetrag zu kassieren und an dich auszukehren. Warum sie das dann nicht kann (Zusteller zu doof, Zusteller kriminell etc.), kann dir egal sein.

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#2
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14035 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo Findi,

quote:
ich weiß, ich bin wahrscheinich der Zigtausendste, dem das passiert ist,
Wie kommst du darauf? Und warum behauptest du hier öffentlich, dass die Post regelmäßig (zigtausendfach ist nicht mehr ausversehen) Geld unterschlägt?
Von welcher Post reden wir eigentlich?

Wenn du beweisen kannst, dass der Betrag gezahlt wurde (Quittung vom Empfänger wäre das beste - hast du Kontakt?), dann ist es auch kein Problem die Forderung einzutreiben.
Und im anderen Fall hast du doch die Sendung zurückbekommen.

quote:
Das Senden eines Mahnschreibens habe ich einem einem Inkassobüro überlassen.
Und warum das bitte schön? Ein Inkassounternehmen braucht man bei privaten Kunden, nicht aber bei großen Unternehmen.
Außerdem widersprichst du dir, einerseits hast du den Mahnbescheid delegiert, andererseits gibt es noch gar keinen. Ich würde eher da mal nachhaken.

Übrigens liegt der Verdacht nahe, dass hier irgendwie die Post betrogen werden soll (von wem auch immer), vielleicht weigert sie sich deshalb zu zahlen? Aber wenn von deiner Seite alles OK war, dann kannst du doch einfach klagen.

quote:
Du sagst doch *kein Wort*, worum es eigentlich genau geht und wie die Beweislage ist.
Sehe ich auch so.
Wer oder was bist du, was und wohin wurde gesendet, wie hoch war der Betrag?

MfG Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Findikus
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 8x hilfreich)

also wieviel zigtausend mal das anderen schon so wie mir passiert ist, kann ich zugegebenermaßen nur sehr vage einschätzen. Google zeigt 1530000 Fundstellen.

http://www.google.de/search?num=20&hl=de&newwindow=1&safe=off&spell=1&q=Post/DHL+zahlt+Nachnahmegeb%C3%BChr+nicht+/+%C3%BCberweistNachnahmegeb%C3%BChr+nicht+/+beh%C3%A4lt+Nachnahmegeb%C3%BChr&sa=X&ei=OOebUKWtDcTdtAbf3YHIDA&ved=0CCEQvwUoAA

Ich dachte, das wäre bekannt, es gibt ja auch hier im Forum lange Threads dazu.

Kurz: Ich habe im April 2012 eine Nachnahmesendung aufgegeben, Kontodaten sorgfältig geprüft, den üblichen Beleg erhalten, aber noch kein Geld. Empfänger bedankt sich und versichert, dass DHL das Geld kassiert hat. Ob er dafür einen Beleg bekommen hat, weiß ich nicht, aber ich glaube, der klebt auf dem Paket.

Ich dachte eine schriftliche Ermahnung, eine Schuld zu bezahlen, nennt man Mahnschreiben, und einen MahnBESCHEID schickt das Gericht. Sorry, falls ich da was verwechselt haben sollte, hab ja nur Mittelschule, und auch das ist schon eine Weile her.

Was ist denn die korrekte Bezeichnung (und Vorgehensweise) dafür, wenn ein Privatmensch eine Forderung gegen ein DAX-Unternehmen "realisieren" möchte?

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#4
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14035 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

quote:
Google zeigt 1530000 Fundstellen
Bei mir sind es sogar mehr als 4 mal soviele, trotzdem sagt das überhaupt nichts, es sind ganz sicher deutlich weniger Fälle.

quote:
Ich dachte, das wäre bekannt, es gibt ja auch hier im Forum lange Threads dazu.
Diese Threads sind mir übrigens nicht bekannt, und ich bin schon seit Jahren hier unterwegs. Aber OK, ich kenne sicher auch nicht alles.

quote:
... Kontodaten sorgfältig geprüft,
Was für Kontodaten?

quote:
Ich dachte eine schriftliche Ermahnung, eine Schuld zu bezahlen, nennt man Mahnschreiben, und einen MahnBESCHEID schickt das Gericht. Sorry, falls ich da was verwechselt haben sollte, hab ja nur Mittelschule, und auch das ist schon eine Weile her.
Nein, du hast nichts verwechselt, vielmehr hatte ich fälschlicherweise auch oben schon "Mahnbescheid" gelesen, Entschuldigung.
Aber, eine einfach Mahnung sollte doch erst recht jeder selber hinbekommen, ich bleibe dabei, dass man dafür kein Inkassounternehmen braucht.
Selbst einen Mahnbescheid (vom Gericht) kannst du ganz einfach selber in Gang bringen, die Formulare kann man im Schreibwarenhandel kaufen.

quote:
Was ist denn die korrekte Bezeichnung (und Vorgehensweise) dafür, wenn ein Privatmensch eine Forderung gegen ein DAX-Unternehmen "realisieren" möchte?
Das hat eigentlich nichts mit der Größe des Unternehmens zu tun, man mahnt den Betrag an und droht mit Mahnbescheid oder Anwalt, fertig.
Also, schreib' einen Brief, in dem du den Sachverhalt aufführst (Absender, Empfänger, Sendungsnummer, Datum etc.), und dann setzt du eine Frist für die Zahlung. Und bei Fristüberschreitung stellst du einen Mahnbescheid in Aussicht.
Das ganze sollte einigermaßen beweisbar sein, daher würde ich für einen Zeugen sorgen, der sowohl den Inhalt des Schreibens als auch den Einwurf in den Briefkasten* bestätigen kann.

Falls dein Inkassounternehmen das bereits gemacht hat (mit Fristsetzung), dann kannst du auch gleich zum Mahnbescheid greifen.

DHL wird sich auch nicht damit herausreden können, kein Geld bekommen zu haben, denn dann müsste das Paket ja noch in deren Besitz sein. Wenn der Zusteller sich das Geld eingesackt hat, dann ist das jedenfalls nicht dein Problem, er hat dann nicht dich sondern DHL beklaut.

Ich vermute aber immer noch, dass an der Sache irgendetwas nicht stimmt bzw. du nur die Hälfte erzählst. Eine ordentliches Unternehmen weigert sich nämlich nicht, eindeutig berechtigte Forderungen zu begleichen.

*mal an die anderen Mitleser: Wie ist das eigentlich bei der Post, gilt ein Brief schon beim Einwurf in den Briefkasten als zugestellt (so wie direkt in einen Hausbriefkasten)? [ich weiß, dass es hier um DHL geht und damit nicht direkt um die Dt. Post - würde mich aber trotzdem mal interessieren]

MfG Stefan

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16179x hilfreich)

quote:
Wie ist das eigentlich bei der Post, gilt ein Brief schon beim Einwurf in den Briefkasten als zugestellt (so wie direkt in einen Hausbriefkasten)?

Ja. Alles ab Briefkasten liegt in der Verantwortung des Empfängers. Bei Paketen ist das schwieriger, denn vor der Haustüre abstellen ist eigentlich nicht erfolgreich zugestellt.
Allerdings ist das bei Nachweisen so ne Sache, die hat man bekanntlich bei normalen Briefen nicht so ohne weiteres. Dafür gibt es dann die Einschreibebn, Einschreiben mit Rückschein usw.

Zum Thema: Es gibt auch keinen Grund, warum die Post die Zahlung an dich verweigert? Es wurde kein Grund genannt, wie beispielsweise "Wir haben überwiesen"? Kann ich mir schwer vorstellen, dass sie das einfach komplett ignorieren und aussitzen und keine Gründe benennen.

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0x Hilfreiche Antwort


#7
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14035 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

quote:
Nur damit da nichts verwechselt wird: Was meinst du mit Briefkasten?
Mal drei Beispiele (Beweisbarkeit jeweils vorausgesetzt):

1) Ich an Versicherung: Briefeinwurf in den gelben Briefkasten an der nächsten Ecke (noch nicht zugegangen), die Post entnimmt den Brief und befordert ihn zu der Versicherung, dort Einwurf ins Postfach oder durch den Briefträger in den Hausbriefkasten der Versicherung (zugegangen).

2) Ich an Versicherung: persönlicher Briefeinwurf in den Hausbriefkasten der Versicherung (zugegangen).

3) Ich an Dt. Post: persönlicher Briefeinwurf in den gelben Briefkasten an der nächsten Ecke (zugegangen). (???)

Wenn nun bei 1) oder 2) ein Mitarbeiter der Versicherung den Brief entnimmt und verschludert, dann spielt das ja keine Rolle mehr, der Brief war zugegangen.
Warum sollte das bei 3) anders sein? (es kann ja nur ein Mitarbeiter der Post gewesen sein;-)

MfG Stefan

PS: Ist nicht so ganz ernst gemeint.

0x Hilfreiche Antwort


#9
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14035 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo florian3011,

quote:
Auf einen Postbriefkasten hat er das nicht,
Warum denn nicht? Wer, wenn nicht die Dt. Post, hat denn Zugriff darauf? Und der Empfänger soll ja in diesem Spezialfall die Dt. Post sein.

Wenn ich mich nicht irre, muss man Briefe direkt an die Post auch nicht frankieren(?). Wenn ich da richtig liege, dann betrachtet die Post doch offenbar auch jeden gelben Briefkasten quasi als einen ihrer Hausbriefkästen.

MfG Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16179x hilfreich)

Rein logisch könntest du mit Briefen an die Post sogar recht haben. Rein praktisch hast du ein Problem, weil du keinen Nachweis hast, wenn du das einfach so einwirfst. :)
Aber es sollen ja auch Leute Briefe an den Weinhachtsmann einwerfen, die dann in einer speziellen Abteilung der Post ausgewertet werden und sogar beantwortet werden. Sorry, wenn ich nun deine Lebensanschauuung und Kindheitsträume zerstört habe :)

Wir entfernen uns vom Thema ;-)

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0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Findikus
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 8x hilfreich)

quote:
quote:Ich vermute aber immer noch, dass an der Sache irgendetwas nicht stimmt bzw. du nur die Hälfte erzählst

Das glaub ich auch.


quote:
Übrigens liegt der Verdacht nahe, dass hier irgendwie die Post betrogen werden soll


Warum unterstellt Ihr mir Unaufrichtigkeit oder Betrugsabsicht? Ist meine Schilderung so krass unglaubhaft? Schaut doch mal in die Google-Fundstellen, da gibt es eigene Blogs zu diesem Thema.

Übrigens "weigert" sich die Post/DHL nicht, den Nachnahmebetrag herauszugeben, sie tut es einfach nicht.

quote:
quote:... Kontodaten sorgfältig geprüft,

Was für Kontodaten?


Meine: Name, Kontonummer und Bankleitzahl

quote:
Eine ordentliches Unternehmen weigert sich nämlich nicht, eindeutig berechtigte Forderungen zu begleichen.



Ordentliches Unternehmen? Ich verweise nochmal auf den Google-Link.

Übrigens, die Inkassofirma hat nicht nur ein automatisiertes Mahnschreiben losgelassen, sondern auch mit der Post/DHL per Fax und eMail korrespondiert, einschließlich zweier Rückfragen an mich und Weiterleitung der angefragten Belegkopien. Und alle vorgerichtliche Korrespondenz ist für Schuldner kostenlos. Ich darf hier sicher keinen Namen nennen.

Ich denke, ich werde die Anwaltskosten und die Mahngebühr überweisen, krieg ich ja wieder (weil nicht sein kann, was nicht sein darf, gell Stefan?). Zum Schreibwarenladen zu gehen und mir den Kopf über Einschreiben und Beweisbarkeit des Einwurfs zu zerbrechen spar ich mir lieber.

0x Hilfreiche Antwort


#13
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14035 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

quote:
Warum unterstellt Ihr mir Unaufrichtigkeit oder Betrugsabsicht? Ist meine Schilderung so krass unglaubhaft?
Eindeutig ja.
Wie gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein großes Unternehmen wie die Dt. Post sich weigert, eindeutig berechtigte Forderungen zu begleichen. Es muss mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden, dass die Forderung letztendlich eingeklagt wird. Und diese Kosten wird sich doch niemand freiwillig aufbürden.
Um was für einen Betrag geht es denn eigentlich? (so ca., also 5 Euro oder 3500 Euro?)
Denn bei 'Kleingeld' habe ich auch so meine Erfahrungen, manche Unternehmen sagen sich scheinbar: "Wegen den paar Euro wird der Kunde schon nicht auf die Barrikaden gehen, sprich klagen", hatte ich schon mit Versandhäusern und auch mit der Dt. Telekom. Da muss man aber einfach nur eine Zahlungsfrist setzen und dann läuft alles ganz unproblematisch.

quote:
Übrigens "weigert" sich die Post/DHL nicht, den Nachnahmebetrag herauszugeben, sie tut es einfach nicht.
Und was ist da jetzt der Unterschied? Wird die Forderung denn bestritten, oder eingeräumt? Oder äußert sich die Dt. Post gar nicht?

quote:
Und alle vorgerichtliche Korrespondenz ist für Schuldner kostenlos.
Dann ist davon auch nicht viel zu erwarten (imho).
Wieso bekommst du - als Privatperson!!! - überhaupt einen solchen Gratisservice?
Oder ist das ein Verein o.ä.? (so wie man beim ADAC oder bei manchen Gewerkschaften u.U. auch eine anwaltliche Erstberatung gratis bekommt)

quote:
Zum Schreibwarenladen zu gehen und mir den Kopf über Einschreiben und Beweisbarkeit des Einwurfs zu zerbrechen spar ich mir lieber.
Das 'Kopf zerbrechen' müsstest du doch gar nicht. Wenn es - wie du schreibst - bereits Korrespondenz mit der Post gab und sie deshalb in Verzug ist (du hast ja als Zeugen das Inkassounternehmen, und bei April 2012 ist auch jede angemessene Frist verstrichen), dann kannst du einfach den Mahnbescheid nehmen, da brauchst du dann kein Einschreiben oder Zugangsbeweis, das läuft dann über das Gericht (übrigens wird auch ein Mahnbescheid dann wieder von der Post zugestellt;-).

quote:
Meine: Name, Kontonummer und Bankleitzahl
Sorry, ich hatte mal wieder in die andere Richtung gedacht, also dass du irgendwie den Empfänger der Sendung überprüft hast. Und da wollte ich dann wissen, um was für ein Konto es sich denn dabei handelt (es geht ja um Nachnahme, also eigentlich ohne Überweisung), und auch warum du das überprüft hast (hast du etwa selber Zweifel an der Ehrlichkeit des Empfängers?). Hat sich damit erledigt.

quote:
Ordentliches Unternehmen?
Ja, dabei bleibe ich, wir reden hier nicht über ein Unternehmen kurz vor der Insolvenz o.ä.
Ich vermute immer noch, dass die Post berechtigte Zweifel an der Forderung hat (und diese dir auch genannt hat - nur du uns nicht).
Vielleicht weißt du es auch selber nicht, weil dich dein Dienstleister nicht umfassend informiert (sowas nenne ich Geschäftsanbahnung - scheint ja erfolgreich zu werden). Ist das Inkassounternehmen überhaupt ausreichend bevollmächtigt?

quote:
Ich denke, ich werde die Anwaltskosten und die Mahngebühr überweisen, krieg ich ja wieder
Tu was du nicht lassen kannst. Wir können hier nicht beurteilen, ob die Post überhaupt in Verzug ist, ich würde mir das zumindest von dem Inkassounternehmen bestätigen lassen (sonst bekommst du vielleicht nur die Hauptforderung und bleibst auf den Kosten sitzen).

Ich hatte den normalen Weg beschrieben (Mahnung), ich weiß nicht was daran so schwierig ist?

Noch was aus deinem ersten Beitrag:
quote:
nach kostenpflichtiger Bonitätsprüfung des Schuldners
Was soll das eigentlich? Meinst du - oder das Inkassounternehmen -, dass die Dt. Post pleite ist? Diese Überprüfung kann man sich sicher sparen, das hört sich auch nach Geldmacherei an.

MfG Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Sheldon_Cooper
Status:
Lehrling
(1039 Beiträge, 532x hilfreich)

quote:
Google zeigt 1530000 Fundstellen.
http://www.google.de/search?num=20&hl=de&newwindow=1&safe=off&spell=1&q=Post/DHL+zahlt+Nachnahmegeb%C3%BChr+nicht+/+%C3%BCberweistNachnahmegeb%C3%BChr+nicht+/+beh%C3%A4lt+Nachnahmegeb%C3%BChr&sa=X&ei=OOebUKWtDcTdtAbf3YHIDA&ved=0CCEQvwUoAA



Oh je, schon wieder Google für Arme. Wenn du mal geguckt hättest, was konkret in den Suchergebnissen steht, würdest du etwas kleinere Brötchen backen.

Dir ist schon klar, daß eine Suche nach "XYZ nicht seriös" logischerweise auch alle Seiten zurückliefert, auf denen steht "XYZ ist total seriös, nicht einmal ein Problem gehabt"?

Gute Güte, man sollte wirklich einen Internetführerschein einführen...


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#16
 Von 
Findikus
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 8x hilfreich)

quote:Und alle vorgerichtliche Korrespondenz ist für Schuldner kostenlos.

Upps, da habe ich doch glatt A und B verwechselt, sorry. Für den Gläubiger, also für mich ist es kostenlos.

Ein "ordentlicher" DAX-Konzern, zumal ein Massendienstleister mit zig Millionen Kunden, hat eine ziemlich große Rechtsabteilung. Ich würde mal vermuten, die Mitarbeiter dort erhalten feste Gehälter, nicht Anwaltsgebühren. Das heißt, Mahnbescheiden grundsätzlich zu widersprechen, ist für den Konzern billig, und auch bei kleiner Erfolgsquote wird das Ergebnis den Aufwand sicher rechtfertigen. Guckst Du nicht ab und zu Fernsehen, Markt, WISO, Plusminus etc.? Natürlich sind 3 Millionen erfolgreich zugestelle Pakete keine Nachricht.

Bonitätsprüfung - hast Du den Smiley :-) nicht gesehen? Das war ein Standardbrief von denen, ich hab ihnen mit einem Link auf den letzten Halbjahresbericht geantwortet.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14035 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo Findikus,

quote:
Upps, da habe ich doch glatt A und B verwechselt, sorry. Für den Gläubiger, also für mich ist es kostenlos.
Hatte ich gar nicht bemerkt. Das mag daran liegen, dass wir normalerweise hier immer nur die Fälle haben, wo ein Unternehmen etwas von einem Kunden will, selten aber umgekehrt. Aber egal, mein Kommentar zu dem Satz stimmt trotzdem.

quote:
Ein "ordentlicher" DAX-Konzern, zumal ein Massendienstleister mit zig Millionen Kunden, hat eine ziemlich große Rechtsabteilung.
Natürlich. Trotzdem kann man dort sicher einschätzen, wie erfolgsversprechend die Sache ist.

quote:
Das heißt, Mahnbescheiden grundsätzlich zu widersprechen, ist für den Konzern billig,
Nein, eben nicht. Wer einem Mahnbescheid widerspricht (das würde dich übrigens auch nur eine Briefmarke kosten, Formular ist immer mit dabei und man muss nur ankreuzen), der riskiert einer Klage, und hier mit recht hoher Wahrscheinlichkeit. Die dann anstehenden Prozesskosten stehen oft in keinem Verhältnis zum strittigen Betrag. [Deshalb ist es ja manchmal sogar dumm, überhaupt zu klagen.]
Wenn aber die Sache so eindeutig ist wie du schreibst, dann ist eine Klage natürlich gar nicht dumm, zumal hier die Bonität der Gegenseite sicher ist (das ist sonst immer ein weiteres Risiko bei einer Klage, was nützt es dir, wenn du gewinnst, aber der andere nicht zahlen kann ).
Für Unternehmen mit festangestellten Anwälten ist es hingegen meist sogar besser, etwas kulant zu agieren und die Zeit für die richtigen Fällen zu nutzen.
Was meinst du, was der Dt. Post ein verlorener Prozess kostet (auch intern).

quote:
und auch bei kleiner Erfolgsquote wird das Ergebnis den Aufwand sicher rechtfertigen.
Auch das stimmt nicht. Eher im Gegenteil, schon bei kleiner Misserfolgsquote wird das ganze unwirtschaftlich.

Unberechtigte Forderungen kann man sehr günstig anmahnen, da rechnet es sich manchmal schon, wenn nur Einer von Hundert sich einschüchtern läßt (Stichwort: Abofalle), aber berechtigte Forderungen nicht zu zahlen kann sehr schnell teuer werden, das ist imho kein gutes Geschäftsmodell.

quote:
Bonitätsprüfung - hast Du den Smiley :-) nicht gesehen?
Dach, hatte ich, aber anders interpretiert (so in der Art: Das dürfen die jetzt auch noch zahlen). Aber gut, dass du das offenbar nicht beauftragt hast.

MfG Stefan

PS: Bitte halte uns doch auf dem Laufenden.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Findikus
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 8x hilfreich)

Ich habe noch mal kurz überlegt, den Mahnantrag selbst zu stellen. Die meisten Gerichte haben ja inzwischen auch Computer und einige sogar Internetanschluss.

Da kann man sogar online beantragen. Allerdings habe ich das Vorhaben schnell wieder aufgegeben. Ich müsste mir erst teure Hard- und Software sowie eine teure Zertifikatkarte kaufen, damit hat sich das Thema schon erledigt.

Wikipedia:
"Das EGVP ist eine Eigenentwicklung der Justiz und sollte für den internen Verkehr der Justiz optimiert werden. Dies geht zu Lasten der Anwenderfreundlichkeit, darunter leidet die Akzeptanz. Die Bundesrechtsanwaltskammer kritisiert, dass das EGVP nicht in gängige E-Mail-Programme integrierbar ist, sondern ein gesonderter Weg der Kommunikation beschritten wird.[1]

Ein weiteres Problem ist der Umstand, dass die Akzeptanz auf Seiten der Gerichte gering ist. Vielfach fehlt es an der technischen Ausstattung oder der sinnvollen personellen Umsetzung in den Gerichten. An jede einzelne Nachricht werden zudem bis zu 9 Seiten Zertifizierungsnachweise angehängt, die entsprechend die Gerichtsakten vollkommen unnötig aufblähen. Trotzdem kann diese Applikation den Postverkehr erheblich vereinfachen."

Ein praktikablerer Ansatz scheint mir der ja ebenfalls angebotene "Ausdruck als Barcode-Antrag auf Blanko-Papier". Leider darf man diesen dann aber nicht per Fax einsenden, weil die Fax-Auflösung nicht zum Barcode-Lesen taugt. Hätte man den Code nicht einfach etwas größer machen können? Dabei ist das schon ein ziemlich großes Trumm, etwa eine halbe Seite (jeweils die letzte Seite eines mehrseitigen Antrags). Bei einer ganzen Seite würd's wahrscheinlich gehen. Vor Jahrzehnten habe ich mal ein offenbar gut funktionierendes Fax-Verschlüsselungsverfahren kennengelernt, die Faxe sahen etwa so aus, wie das Barcode-Feld. Wahrscheinlich verwenden unsere Gerichte einfach zu schwache Scan-Software.

Eigentlich sollten die doch auch eMail-PDF-Anhänge ausdrucken können und in den Stapelscanner legen. Andere Behörden (und sogar Banken!) können das ja inzwischen auch.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Findikus
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 8x hilfreich)

So, nun hat also der ehrenwerte Daxkonzern Widerspruch eingelegt ("der Widerspruch enthält keine Begründung"), und ich darf 52 EUR Gerichtsgebühr zahlen, damit der Rechtsstreit an das Amtsgericht Bonn abgegeben wird.

Wie geht es denn jetzt weiter, muss ich mir einen Anwalt in Bonn suchen? Oder genügt es, Nachweise und Belege ans Gericht zu schicken, im Vertrauen darauf, dass die ortsansässigen Richter schon in meinem Sinne entscheiden werden?

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"sent from my HEART 1.0 using the BRAIN 1.1 app "

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16179x hilfreich)

quote:
Wie geht es denn jetzt weiter, muss ich mir einen Anwalt in Bonn suchen? Oder genügt es, Nachweise und Belege ans Gericht zu schicken, im Vertrauen darauf, dass die ortsansässigen Richter schon in meinem Sinne entscheiden werden?

Die Frage wird dir hier niemand beantworten, vor allem weil wir hier keine Rechtsberatung geben dürfen. Das ist nunmal Rechtsanwälten vorbehalten.

Müssen tust du aber gar nichts. Solange du vor dem Amtsgericht bist kannst du das auch alleine regeln ohne Anwalt.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Findikus
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 8x hilfreich)

Das entsprechende Gesetz von 1935 ist mir bekannt. Ich erwarte hier auch eher Meinungen, Einschätzungen und Ratschläge, die der allgemeinen Lebenserfahrung und persönlichen Erfahrungen mit der Justiz entspringen.

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