Privatverkauf: Verkäufer will nicht mehr verkaufen (ohne plausiblen Grund?)

18. März 2007 Thema abonnieren
 Von 
FN
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)
Privatverkauf: Verkäufer will nicht mehr verkaufen (ohne plausiblen Grund?)

Eine hypothetische Situation unter Beteiligung der folgenden Personen und Dinge:

Der Gegenstand - Ein handelsüblicher Gegenstand. Gebraucht - jedoch nur 1x und deshalb als "quasi neuer Gegenstand" - angeboten für 1200 Euro. Außerdem erst ca. 2,5 Monate alt und mit Originalrechnung.

Herr A - Hat im Internet im Rahmen einer "Verkaufsanzeige" (Posting in einem Forum wie diesem) den Gegenstand mit zahlreichen Fotos, grober Beschreibung, Preisvorstellung usw. angeboten.

Herr B - Hat den Gegenstand von Herrn A gekauft bzw. wollte das.

Firma Treuhandservice Z GmbH - Schaltet sich im Auftrag von A und B dazwischen. Nimmt also von B den Kaufbetrag entgegen, meldet dies an A, dieser schickt die Ware an B, B überprüft diese auf Funktion und Vollständigkeit und gibt ggf. der Treuhandservice Z GmbH den Auftrag, das Geld an A weiterzuleiten (oder auch nicht, wenn Ware z.b. fehlerhaft).


Der Ablauf:

A und B einigen sich über Forumsnachrichten und Mail das der Gegenstand für 1085 Euro den Besitzer wechseln soll. Wie vereinbart wird die Treuhandservice Z GmbH gegen Gebühr dazwischen geschaltet. Die Gebühr teilen sich Verkäufer und Käufer. B überweist den vollen Betrag umgehend (d.h. noch am gleichen Tag) auf das Konto der Z GmbH. Am nächsten Tag geht das Geld vom Konto des B ab.

Es vergehen zwei weitere Tage. Plötzlich erhält B von A eine Mail in der steht das er ein kleines Zubehörteil vom Gegenstand abbauen lies (das entfernen des Teiles ist vom Hersteller des Gegenstandes so vorgesehen, es wird zum Betrieb *nicht* benötigt) und das er vergessen hatte das zu erwähnen. Er werde das abgebaute Teil dem Gegenstand jedoch beilegen. B nimmt das zur Kenntnis, hat kein Problem damit und antwortet deshalb auch nicht sofort auf die Mail. 2-3 Stunden später trifft die nächste Mail ein. A schreibt darin das er das Teil trotz intensiver Suche nicht finden kann. Deshalb kann (man beachte das *kann*) er nach eigener Aussage den Gegenstand nicht an B verkaufen. Ohne die Meinung oder Zustimmung des B dazu zu erfragen bzw. abzuwarten schreibt er außerdem, dass er der Firma Treuhandservice Z schon den Auftrag zum Abbruch des Treuhandverfahren gegeben habe.

Kurz darauf erhält B eine Mail von der Firma Z in der steht, man habe das Treuhandverfahren nun auf Wunsch von A abgebrochen. Laut Internetseite der Firma Z ist ein Abbruch jedoch nur mit beiderseitiger Zustimmung (Verkäufer und Käufer) möglich, wenn der Kaufbetrag bereits auf dem Konto der Z GmbH eingegangen ist. Das sollte theoretisch der Fall sein, da das Geld über 48 Stunden vorher vom Konto des B abging. Alleine der Eingang wurde von der Z GmbH noch nicht intern registriert so das B nicht von der Firma Z um Zustimmung gebeten wurde.

B teilt A daraufhin mit das er mit dem Vorgehen überhaupt nicht einverstanden ist und nicht nachvollziehen kann, wieso das fehlen des Teils den Verkauf unmöglich machen sollte da man das Teil nach seiner Recherche beim Hersteller des Gegenstands (oder im Fachgeschäft) kaufen könne. Auch Einigung auf Minderung oder ähnliches hätte eine Möglichkeit sein können schreibt B. A entschuldigt sich daraufhin und erwähnt das er auf Kulanz seitens B (und somit Aufhebung des Vertrages) hofft.

B teilt A daraufhin mit das er auf Einhaltung des zwischen beiden geschlossenen Kaufvertrages besteht und der Meinung ist, dass das fehlende Teil entweder von A besorgt und dem Gegenstand beigelegt werden muss oder Preisminderung erfolgen sollte. Er wäre hier mit einer Minderung des Kaufpreises um 80 Euro einverstanden.

Eine Antwort des A ist über. 48 Stunden später noch nicht erfolgt.


Meine Fragen lauten nun:

Hat B recht wenn er von einem bestehenden Kaufvertrag ausgeht und auf dessen Erfüllung besteht? Muss A damit einverstanden sein das Teil zu besorgen bzw. einer Preisminderung zustimmen?
Was muss B tun wenn A nicht mehr reagiert (oder Einhaltung des Kaufvertrages verweigert)?


Danke schon einmal für Ihre Antworten.

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1710x hilfreich)

Hat B recht wenn er von einem bestehenden Kaufvertrag ausgeht und auf dessen Erfüllung besteht?

Ja.

Muss A damit einverstanden sein das Teil zu besorgen bzw. einer Preisminderung zustimmen?

Ja.

Was muss B tun wenn A nicht mehr reagiert (oder Einhaltung des Kaufvertrages verweigert)?

Am besten ab zum Anwalt.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
FN
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)

Direkt zum Anwalt? Dieser würde A dann wohl in einem Schreiben auffordern sich an den Kaufvertrag zu halten - vermute ich? Könnte B solch ein Schreiben auch online von einem Anwalt verfassen lassen (da das vermutlich billiger wäre)?

Welche Möglichkeitne gäbe es noch? Fristsetzung an B durch A per Einschreiben mit Rückschein in dem Vertragserfüllung verlangt wird bis zum Termin X? Was müsste B dann beachten?

Danke sehr :)

-- Editiert von Namevac am 18.03.2007 18:53:23

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