Rücktritt (Wandlung) Wohnmobil, Vergleich oder Urteil nach Gutachten.

1. Mai 2022 Thema abonnieren
 Von 
Kai Glatz
Status:
Beginner
(103 Beiträge, 13x hilfreich)
Rücktritt (Wandlung) Wohnmobil, Vergleich oder Urteil nach Gutachten.

Hallo,
wir haben Anfang 2020 ein Wohnmobil mit einem Listenpreis von ca. 70000 Euro gekauft. Leider haben sich schon schnell nach dem Kauf erhebliche Mängel an dem Wohnmobil gezeigt. Da unser Händler es nicht geschafft hat, diese Mängel zu beseitigen, und die Nachbesserung verweigert hat, haben wir gegen unseren Händler auf Rückabwicklung geklagt. Sowohl der Anwalt des Händlers als auch der Anwalt des Herstellers (Streithelfers) sind der Meinung es würde sich bei den vom mir gerügten Sachen nicht um Mängel handeln. Wenn ich das Gutachten richtig gelesen habe, sieht der Gutachter das aber so wie ich. Wir haben berechtigte Hoffnung, dass wir das Verfahren nach diesem Gutachten gewinnen könnten. Jetzt hat uns das Gericht allerdings gebeten zu prüfen, ob wir uns auch einen Vergleich um ca. 57.000 Euro einlassen wollen.
Auf dem freien Markt, könnten wir das Wohnmobil, zumindest wenn es Mangelfrei wäre, für ca. 62000 Euro verkaufen. Bei einem Urteil könnten wir auch evtl. mit diesem Betrag rechnen. Jetzt stellt sich die Frage, warum ich mich auf diesen Vergleich einlassen sollte. Wenn ich dem Händler das WoMo für den Vergleichsbetrag zurückgeben würde, würde dieser es deutlich teurer verkaufen können. Wenn ich verliere, verkaufe ich es selbst für 62000 Euro. Wir zahlen zwar eine Nutzungsentschädigung für die Zeit, in denen wir das WoMo nutzen könnten, im Gegenzug würde uns aber auch der Zinsvorteil zustehen. Die Zeit in der das WoMo bei uns rumsteht, schadet uns also nicht wirklich. Wenn wir verlieren würden, müsste unsere Versicherung natürlich sämtliche Kosten für den Prozess zahlen, und das sind bisher bestimmt schon über 20000 Euro.
Würdet Ihr euch da auf einen Vergleich einlassen?

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8494 Beiträge, 4055x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Auf dem freien Markt, könnten wir das Wohnmobil, zumindest wenn es Mangelfrei wäre, für ca. 62000 Euro verkaufen.

Zitat:
Wenn ich verliere, verkaufe ich es selbst für 62000 Euro
Ist das nicht äusserst optimistisch gedacht? Wie will man denn ein Mangelbehaftetes Fahrzeug für den Preis verkaufen, für den mangelfreie Fahrzeuge angeboten werden. Du musst ja deinem K jeglichen kleinen Mangel mitteilen, da dir das Gutachten bekannt ist, wirst alles was darin steht kleinlichst angeben müssen!

Wenn ihr klagt, wird ein Gericht selber nochmals ein Gutachten in Auftrag geben, welches ihr vorab auch noch mal bezahlen müsst.
Wenn ihr gewinnt, dann muss der Händler am Ende natürlich alles übernehmen. Wen nihr gewinnt, das gericht aber einen anderen Betrag als die 62000 ansetzt müsst ihr die Kosten anteilig übernehmen.

Und noch eines, die jetzt angegebenen 57000 sind dann bei einer Verhandlung NICHT der unterste Rahmen des Betrages den ihr erstreiten könnt.
Wenn das Gericht in der Verhandlung euch gewinnen lässt, jedoch einen Betrag von 50000 als beispiel ansetzt, dann gilt dieser Betrag!!!

Auch kann es Monat, bzw auch Jahre gehen bis man überhaupt ein Urteil bekommt.

Natürlich ist es ein Unterschied jetzt von 5000 Euro, allerdings ist dieser vom Gericht vorgeschlagene Vergleich doch auch schon sehr überdenkenswert...

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#2
 Von 
Kai Glatz
Status:
Beginner
(103 Beiträge, 13x hilfreich)

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Und noch eines, die jetzt angegebenen 57000 sind dann bei einer Verhandlung NICHT der unterste Rahmen des Betrages den ihr erstreiten könnt.
Wenn das Gericht in der Verhandlung euch gewinnen lässt, jedoch einen Betrag von 50000 als beispiel ansetzt, dann gilt dieser Betrag!!!

Hallo,
wahrscheinlich habe ich das nicht eindeutig geschrieben gehabt. Die Klage wurde bereits eingereicht und es haben auch schon Verhandlungen stattgefunden. Der Gutachter wurde (von Kläger und Beklagtenseite akzeptiert) vom Gericht beauftragt.
Der zu erstreitende Wert berechnet sich ja nach Neuwert – Nutzungsentschädigung. Ich denke nicht dass ein Richter da einfach Willkür walten lassen kann, und 50000 Euro draus machen kann.


-- Editiert von Kai Glatz am 01.05.2022 14:28

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118552 Beiträge, 39594x hilfreich)

Zitat (von Kai Glatz):
Wir haben berechtigte Hoffnung, dass wir das Verfahren nach diesem Gutachten gewinnen könnten

Und euer Anwalt teilt diese Hoffnung auch?



Zitat (von Kai Glatz):
Würdet Ihr euch da auf einen Vergleich einlassen?

Das kann man logischerweise erst entscheiden, wenn man die Fakten kennt. Kommt also ganz darauf an, was so alles in diesem Vergleich drin steht.



Zitat (von lesen-denken-handeln):
Wenn ihr klagt,

Da Gerichte in DE weder Hellseher noch Glaskugeln einsetzen, dürfte man bereits mitten im Klageverfahren sein...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
Kai Glatz
Status:
Beginner
(103 Beiträge, 13x hilfreich)

Hallo, ja mein Anwalt teilt die Meinung auch. Im Gutachten wurden sämtliche Mängel bestätigt. An für sich sehe ich keinen Grund auf einen schlechten Vergleich einzugehen, da ich darin keinen Vorteil sehe. Das Gericht hätte natürlich weniger Arbeit damit.

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