Rücktritt vom Online-Kauf

18. Februar 2016 Thema abonnieren
 Von 
Christkind66
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)
Rücktritt vom Online-Kauf

Hallo zusammen,

folgender Fall:
- A kauft ein Handy beim Onlinehändler B
- Nach 3 Monaten ist der Akku defekt und A schickt das Handy zur Reparatur zu B
- A erhält das Handy ca. 4 Wochen später als repariert zurück
- Nach einigen Wochen tritt das Problem wieder auf und B bitte A das Gerät wieder einzuschicken
- Nach ca. 5 Wochen fragt A mehrfach per Mail nach, wann das Gerät repariert zurückkommt. Er bekommt zuerst einen Liefertermin für die darauffolgende Woche genannt, welches aber nicht eingehalten wird und danach (erst nach mehreren Emails) die Anwort, dass das Handy beim Hersteller sei und B angeblich selbst darauf wartet. B stellt in Aussicht, dass das Gerät "... in Kürze" bei A eintrifft, was aber nicht geschieht.
- A setzt nach weiteren 2 Wochen B per Einschreiben eine Frist von 10 Tagen, das Handy bis dahin repariert zurückzusenden und kündigt bei Nichterfüllung den Rücktritt vom Kaufvertrag an.
- B reagiert überhaupt nicht auf dieses Schreiben und die Frist verstreicht
- Das Gerät ist damit bereits seit 2 Monaten bei B zur zweiten Reparatur
- A sendet ein Einschreiben, in dem er den Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt und fordert B auf, den Kaufpreis innerhalb einer Woche zu überweisen
- B reagiert wieder nicht

Meine Fragen:
- Soll A direkt zum Rechtsanwalt gehen oder zuerst ein Erinnerungsschreiben schicken?
- Ist der Fall so "klar", das A einen Rechtsanwalt beauftragen kann, ohne Gefahr zu laufen, auf den Kosten sitzen zu bleiben. Kann A davon ausgehen, dass B die Kosten übernehmen muss?

Vielen Dank für die Hilfe!

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8497 Beiträge, 4055x hilfreich)

Hallo,

meiner Meinung nach sollte A erstmal ein Einschreiben mit einer ordentlichen Frist versenden!

Du hast zwar ein Einschreiben mit einer Frist von 10Tagen gesendet, diese war aber zu kurtz und somit nichtig, du solltest eine Frist von mindestens 14 Tagen setzen...

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#2
 Von 
Christkind66
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

wieso sind 10 Tage zu wenig und damit die Fristsetzung nichtig? Tolle Hilfe, ohne Bezug/Beleg sowas zu posten....

Siehe z.B. hier zu dem Thema:
http://www.kanzlei-hollweck.de/ratgeber/reklamation-und-umtausch/

Wie lange darf eine Reparatur dauern?
Es kommt immer auf die defekte Ware und den damit zusammenhängenden Aufwand der Reparatur an. In der Regel müssen Sie dem Händler bis zu zwei oder drei Wochen Zeit geben, damit dieser das defekte Produkt wieder in einen funktionsfähigen Zustand versetzen kann. Sehr lange Reparaturdauern von beispielsweise fünf oder sechs Wochen müssen Sie keinesfalls hinnehmen.
Sollte das der Fall sein, so setzen Sie dem Händler, bei dem Sie das Produkt gekauft haben, per Einschreiben mit Rückschein eine Frist von einer Woche und verlangen die sofortige erfolgreiche Beendigung der Reparatur, und kündigen Sie im gleichen Schreiben an, dass Sie ansonsten vom Kaufvertrag zurücktreten werden. Schicken Sie diesen Brief nicht an die Reparaturwerkstatt oder den Hersteller der Ware, Ihr Ansprechpartner ist nur der Laden, in dem Sie das Produkt gekauft haben

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8497 Beiträge, 4055x hilfreich)

So, ganz einfach, hier nochwas dazu!

Gerichte in D neigen dazu Fristen unter 14 Tagen als zu kurtz anzusehen, ganz einfach, selbst Fristen für ünverzügliches Handeln werden bis teilweise 14 Tage angesetzt! Hierzu gibt es auch keinen Bezug oder Beleg oder dergleichen! Wenn du sowas willst, dan lass dich direkt von einem Anwalt kostenpflichtig beraten!

Stell dir mal folgendes vor, du klagst jetzt und es geht abvor Gericht, dort sagt dir dan der ehrenwerte Richter, 10 Tage sind viel zu kurtz, ihre Frist ist somit wertlos! Du kannst es ja dann mal damit versuchen und ihm sagen, dass herr Anwalt X aber sagt eine Woche ist genug und der Richter solle sich doch gefälligst daran halten! Mal sehen, was du dann zu hören bekommst...

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16318 Beiträge, 9239x hilfreich)

Zitat:
Du hast zwar ein Einschreiben mit einer Frist von 10Tagen gesendet, diese war aber zu kurtz und somit nichtig, du solltest eine Frist von mindestens 14 Tagen setzen...

Nein. Das ist so nicht richtig.
Eine zu kurze Frist macht nicht die ganze Fristsetzung nichtig, sondern zählt dann als "angemessene" Frist.
10 Tage sind allerdings in der Tat grenzwertig. Fristen, die kürzer als 14 Tage sind, sind immer riskant.
Da hier aber schon (deutlich) mehr als 14 Tage vergangen sind, würde ich mal langsam an Rücktritt denken.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Christkind66
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

Danke für die Antwort. Unglaublich, aber A hat heute das Handy zurückbekommen und es ist nicht repariert. Ist der selbe Zustand wie vor 2 Monaten und das Handy ist nicht nutzbar, da der Akku sich nicht mehr laden lässt. Wirklich unverschämt.

- Soll A nochmals den Rücktritt vom Kaufvertrag erklären und eine Frist zur Rückzahlung setzen oder gilt die vorherige Rücktrittserklärung noch?
- Soll A das Gerät wieder zurücksenden gesendet oder warten bis der Kaufpreis erstattet wurde?

Viele Grüße und Danke

-- Editiert von Christkind66 am 19.02.2016 10:27

-- Editiert von Christkind66 am 19.02.2016 10:28

0x Hilfreiche Antwort

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