Schweres Paket unzureichend verpackt und beschädigt

30. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
dergeheime22
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)
Schweres Paket unzureichend verpackt und beschädigt

Hallo zusammen,

ich habe vor 2,5 Monaten einen großen Subwoofer gebraucht bei Kleinanzeigen gekauft für 260€ und mich mit dem Verkäufer auf einen Versand geeinigt. Da das Gerät knapp 27kg wiegt und eine ungefähre Maße von 62x37x47 cm hat wurde der Versanddienstleister GLS vom Verkäufer gewählt und das Paket versendet.

Nun kam das Paket komplett zerfetzt an, das Subwoofer Gehäuse war an fast allen Ecken eingedrückt (Holz oder MDF foliert?), bei der Abdeckung vorne ist einer der vier Haltestifte komplett rausgebrochen. Ein Schaumstoff Stück was nach Verkäufer nach späterer Nachfrage angeblich im Paket mit dabei war (aber nicht in den Fotos zu sehen war) fehlte ebenfalls, ist aber für den vollständigen Betrieb notwendig.

Der Zusteller, der natürlich kaum deutsch sprach und mich auch kaum verstanden hat war praktisch schon wieder in sein Auto gerannt, ich musste ihm hinterher laufen und habe ihn mehrfach darauf hingewiesen das Paket wieder mitzunehmen, es ist ja offensichtlich bis zur Unkenntlichkeit defekt. Dieser weigerte sich regelrecht und sagt mir die Prozedur ist das Paket anzunehmen und sich beim Support oder Verkäufer zu melden.

Schlussendlich gab ich nach, da ich bei DHL zum Beispiel den ersten und einzige Schadensfall bis jetzt hatte (sehr großer Drucker) und die haben ohne zu zucken auch nach der Annahme (Schaden war nicht erkennbar) das Paket finanziell komplett ersetzt.

Da ein Subwoofer frei stehend ins Wohnzimmer gehört war der Artikel für mich praktisch unbenutzbar, er funktionierte technisch nach dem Augenschein noch, war aber optisch ein Trümmerfeld in der Wohnzimmer Landschaft.

Nach zwei Monaten kam die Rückmeldung vom Verkäufer (es gab ab und zu sporadische "nichts neues" Updates zwischendurch) GLS will nichts ersetzen, ich hätte die Annahme verweigern müssen. Und nur noch ein "tut mir leid. Tschüss".

Bei der Ankunft des Pakets ist mir schon aufgefallen, dass der Subwoofer mehr oder weniger locker in einen Umzugskarton gesteckt wurde mit zwei kleinen Pappstücken, keine Füllung, keine Luftpolsterfolie gar nichts! Ich dachte aber eventuell lässt sich das mit GLS regeln, deshalb habe ich zunächst dem Verkäufer geholfen alles an GLS weiterzuleiten mit einer "Aussage" und Beschreibung meinerseits, ohne auf die Verpackung einzugehen, das sollte GLS ja selbst beurteilen können.

Nun habe ich den Verkäufer auf die lieblose Verpackung aufmerksam gemacht, nach der GLS Niete und gesagt unabhängig von der GLS Entscheidung möchte ich gerne einen Schadensersatz. Für mich als Empfänger war auch kein rankommen an GLS (Hotline meinte nur wir haben einen Vertrag mit Versender, wir dürfen mit ihnen nicht reden).

Der Verkäufer sieht das Ganze gar nicht ein und ignoriert nun auch meine Kleinanzeigen Nachrichten, er konnte mir auch nicht belegen, dass er von GLS wirklich nichts erhalten hat (es kam nur ein Screenshot einer Mail mit dem Namen einer GLS Mitarbeiterin) nach meiner Bitte sämtliche Unterlagen zu schicken, damit ich nochmal bei GLS anklopfen kann.
Im Worst Case sitzt er nun daheim mit 2x 260€ und ich auf einem unbrauchbaren Gerät.

Wie kann ich hier weiter vorgehen? 260€ sind viel Geld und das Ganz ärgert mich sehr, eine Luftpolsterfolie drum und wir hätten den Ärger wahrscheinlich nicht...
Ich weiß das hier immer wieder § 477 BGB und § 447 BGB genannt werden, die Meinung "unzureichende Verpackung und Verkäufer haftet" finde ich nur leider nicht direkt darin wieder.

Rechtlich relevantes noch:
Der Zustand von allem wurde sofort im Hof von mir mit etlichen Fotos dokumentiert und danach habe ich das Paket in der Wohnung geöffnet und ebenfalls den Inhalt fotografiert. Alles wurde vom Verkäufer weitergeleitet bzw. gesehen ohne sich zu beschweren, also kann er auch nicht behaupten ich hätte irgendwelche Verpackung entfernt. Den Schaden habe ich ihm auch sofort per Nachricht mitgeteilt und ihn kurz darauf auch angerufen gehabt.

Als Lösung erhoffe ich mir entwender, dass er das Gerät auf seine Kosten zurücknimmt und mir den vollen Betrag erstattet oder er mir eine Ausbesserung vorschlägt, wie zum Beispiel 50% des Kaufpreises um das Gerät z.B. durch einen Folierer nachbessern zu lassen (wobei ich hier keine genauen Kostenvorschläge jetzt habe, 130€ sind mehr eine Schätzung). Zumindest ist alles besser als das aktuell unsoziale ignorante Verhalten ohne jeglichen Lösungsvorschlag.

Ich bedanke mich für jede Hilfe und jeden Tipp!
Viele Grüße

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
dergeheime22
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Eventuell schreckt die Länge etwas ab, ich wollte aber auch keine Details auslassen und bin etwas in Fluss gekommen.

Dennoch hier mal ein TL;DR:

- Großen 27kg Subwoofer bei Kleinanzeigen bei PVK bestellt und per GLS verschickt
- Paket kam stark beschädigt an; Karton eingerissen und subwoofer optisch stark beschädigt; ein Teil fehlt
- Annahme aufgrund von Zusteller nicht verweigert; Aussage war soll Support anrufen und mit Verkäufer klären
- Verkäufer schrieb Support; nach 2 Monaten Rückmeldung; keine Anerkennung; hätte verweigern sollen
- Verkäufer lässt mich nun auf dem Schaden sitzen
- Paket war allerdings nicht angemessen eingepackt; lose in Umzugskarton ohne Umwicklung oder ähnliches

- Wie Nachbesserung, Schadensersatz oder Rückgabe möglich und wie fordern und durchsetzen?

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118787 Beiträge, 39629x hilfreich)

Zitat (von dergeheime22):
die Meinung "unzureichende Verpackung und Verkäufer haftet" finde ich nur leider nicht direkt darin wieder.

Ja, das ist so üblich.

Wobei die Meinung "unzureichende Verpackung und Verkäufer haftet" weder vom Gesetzgeber noch von der Rechtsprechung geteilt wird.
Die korrekte Meinung lautet "unzureichende Verpackung und Verkäufer kann haften".



Zitat (von dergeheime22):
Den Schaden habe ich ihm auch sofort per Nachricht mitgeteilt und ihn kurz darauf auch angerufen gehabt.

Da er nicht mehr reagiert, würde ich jetzt auf gerichtsfeste Kommunikation umstellen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
dergeheime22
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Da er nicht mehr reagiert, würde ich jetzt auf gerichtsfeste Kommunikation umstellen.


Was gilt denn heutzutage als jene? Wahrscheinlich wird nur ein gutes altes Einschreiben reichen?

Auf was kann ich mich dann konkret beziehen bzw. reicht es meine Forderungen oder Kompromissvorschläge zu benennen? Ich gehe davon aus eine Frist muss auch eingebaut werden, ich habe hier bei meiner Recherche öfters "14 Tage" gelesen.

Somit würde ich so einen Brief ansetzen:

- Geht um Subwoofer ... von Kleinanzeigen vom ... für ... etc.
- Fehlende Erreichbarkeit per Kleinanzeigen erwähnen, deshalb nun postalisch
- Wir hatten uns auf einen Versand des Artikels geeinigt
- Da Paket nicht ausreichend verpackt wurde und dadurch ein Versandschaden entstanden ist erwarte ich Schadensersatz/Lösung durch Kompromiss oder eine Rücknahme auf seine Kosten und Erstattung
- Fotos ausdrucken und beilegen (notwendig, die hat er ja bereits?)
- Dokumentation des Vorfalls erwähnen, Fotos vom erhalt, von der Verpackung, Nachrichtenverlauf Kleinanzeigen
- 14 Tage Frist nach Eingang des Briefes um sich auf eine Lösung des Problems zu einigen, ansonsten werden rechtliche Schritte eingeleitet?

Das ist leider (oder Gott sei dank?) mein erster Brief und erste Erfahrung in diesem Bereich die sich nicht durch Kommunikation lösen lässt, weshalb ich etwas verloren bin.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118787 Beiträge, 39629x hilfreich)

Zitat (von dergeheime22):
Was gilt denn heutzutage als jene?

Entweder Einschreiben-Einwurf oder Zustellung per Gerichtsvollzieher.



Zitat (von dergeheime22):
Somit würde ich so einen Brief ansetzen:

Liest sich doch schon mal gut ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
dergeheime22
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Eine Unklarheit habe ich noch, zu dem Zeitpunkt des Kaufs lag der Preis für dieses Modell bei 230-250€. Nun haben sich die Preise in (utopische) Höhen von 330 bis 350€ gehoben. Falls es zu einer Rückgabe kommt sitze ich ja wieder ohne Gerät da und muss noch 80€ drauflegen um überhaupt Ersatz zu bekommen.

Aber wahrscheinlich ist das einfach so, ich will ja auch nicht übertreiben, dennoch einfach alles sehr ärgerlich.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118787 Beiträge, 39629x hilfreich)

Zitat (von dergeheime22):
Nun haben sich die Preise in (utopische) Höhen von 330 bis 350€ gehoben.

Was konkret ist die Ursache?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#7
 Von 
dergeheime22
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Das kann ich nicht sagen, die Geräte sind meine ich bereits länger EOF, ich schätze der Preis flukturiert stark wenn es wenige Referenzpreise gibt durch weniger Geräte zu einem bestimmten Zeitpunkt.

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#8
 Von 
dergeheime22
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

So die Frist läuft Ende November ab, bis jetzt überhaupt keine Reaktion (Einschreiben Einwurf und gestern Erinnerung per Mail mit PDF des Schreibens).

Wie soll es nun weitergehen? Ich verstehe nicht wieso darauf nicht eingegangen wird, die Lage ist für mich komplett eindeutig, spätestens wenn ich den Original Versandkarton/-Material aus dem Keller hole ist die rechtliche Entscheidung klar... Wieso muss man beiden Parteien so viel Aufwand machen um dann schlussendlich mehr zu zahlen?

Gibt es noch eine Vorstufe zur Zivilklage womit ich den Versender wachrütteln kann oder soll ich mir schon mal einen Anwalt und Amtsgericht suchen? Ich bin echt fassungslos aber es hilft ja nichts, ich lasse etwas nicht mit mir machen wenn überhaupt keine Einsicht kommt.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118787 Beiträge, 39629x hilfreich)

Zitat (von dergeheime22):
Gibt es noch eine Vorstufe zur Zivilklage womit ich den Versender wachrütteln kann

In Ermangelung hellseherischer Fähigkeiten nicht seriös zu beantworten.



Zitat (von dergeheime22):
oder soll ich mir schon mal einen Anwalt und Amtsgericht suchen?

Den Anwalt kann man schon mal suchen.
Das geht z.B. gleich hier https://www.frag-einen-anwalt.de/
oder hier: https://www.123recht.de/forum_forum.asp?forum_id=79


Amtsgerichte braucht man nicht zu suchen, es gibt genau eines das zuständig ist.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#10
 Von 
dergeheime22
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Harry, danke für die viele Hilfe! Ich werde dann mal auf die Suche gehen...

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118787 Beiträge, 39629x hilfreich)

Zitat (von dergeheime22):
Harry, danke für die viele Hilfe!

Gerne.


Ein paar Updates wären schön, das man mit bekommt wie es abläuft.
Leider erfährt man fast nie was darüber.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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