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Sofa per Telefon bestellt und angezahlt, Preis danach gesunken

 Von 
Derpst
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Sofa per Telefon bestellt und angezahlt, Preis danach gesunken

Guten Tag,

Ich habe letzte Woche per Telefon bei einem Moebelhaus ein Sofa bestellt (ist auf Lager, keine Spezialanfertigung), das ich dieses Wochenende beim Moebelhaus abholen wollte.
Statt 800 € wurde mir ein Deal von 750 € inkl. Transporter fuer 3 Stunden angeboten.
Des Weiteren habe ich einer Anzahlung von 50% zugestimmt.

Gestern habe ich dann gesehen, dass das Sofa nur noch 500 € kostet, da es momentan in einer Promotion ist.
Darauf rief ich bei dem Moebelhaus an und fragte, ob mein Preis auch auf 500 € angepasst wird, was verneint wurde.
Es wurde mir gesagt, dass ich keinerlei Ruecktritts- oder Widersrufsrechte habe, dass dies nur im Internet so sei.
Auch weil ich bereits eine Anzahlung getaetigt habe, kann er nichts mehr machen.
Wir wurde stattdessen ein Einkaufsgutschein im Wert von 150 € angeboten, aus "Kulanz".

Kann ich die Preisanpassung einfordern?
Kann ich von dem Kaufvertrag zurueck treten?
Besteht ueberhaupt ein bindender Kaufvertrag? Ich habe nichts unterschrieben, das Gespraech war nur per Telefon.
Faellt das dann nicht unters Fernabsatzgesetz?
Spielt meine Anzahlung eine Rolle?

Vielen Dank im Voraus!

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Anzahlung Kaufvertrag Fernabsatz Telefon


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
asd1971
Status:
Student
(2598 Beiträge, 947x hilfreich)

Fernabsatz gilt auch für Telefon.

Insofern haben Sie auch hier 2 Wochen Zeit zum Widerruf.

Ist also Quatsch, was der Versandhändler sagte.

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#2
 Von 
Ebenezer
Status:
Lehrling
(1235 Beiträge, 623x hilfreich)

Zitat:
Kann ich die Preisanpassung einfordern?


Nein

Zitat:
Kann ich von dem Kaufvertrag zurueck treten?


Ja. Deshalb ist es auch egal, ob man eine Preisanpassung fordern kann.

Zitat:
Besteht ueberhaupt ein bindender Kaufvertrag? Ich habe nichts unterschrieben, das Gespraech war nur per Telefon.


Ja

Zitat:
Faellt das dann nicht unters Fernabsatzgesetz?


Ja - siehe § 312 b BGB . Das Telefon ist ein Fernkommunikationsmittel.

Zitat:
Spielt meine Anzahlung eine Rolle?


Nein

Rücktritt bitte auf jeden Fall per Einschreiben / Einwurfeinschreiben erklären wenn die weiter Mauern. Sonst hat man hinterher keinen Beweis.

Signatur:▌ ↓ Klick bitte nicht vergessen ☺ ▌
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#3
 Von 
Derpst
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Super, vielen Dank euch Zwei fuer die flotten und hilfreichen Antworten.
Ich werde da nun noch einmal anrufen und auf den Widerruf bestehen.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87859 Beiträge, 35097x hilfreich)

Zitat (von Derpst):
Besteht ueberhaupt ein bindender Kaufvertrag?

Da wir weder genauen Ablauf noch genauen Inhalt der Kommunikation kennen, lässt sich das nicht eindeutig beurteilen.
Tendenz geht aber wegen der Anzahlung hin zu JA.



Zitat (von Derpst):
Ich habe nichts unterschrieben, das Gespraech war nur per Telefon.

Irrelvant.



Zitat (von Derpst):
Faellt das dann nicht unters Fernabsatzgesetz?

Nö.



Zitat (von Ebenezer):
Ja - siehe § 312 b BGB .

Was soll der denn mit dem Thema zu tun haben?



Zitat:
Das Telefon ist ein Fernkommunikationsmittel.

Nur ist das leider nicht ausreichend.

Nur weil man mal zufällig eine Bestellung/Reseriverung per Telefon vornimmt, wird daraus kein Fernabsatz.

Der Unternehmer muss auch über ein für den Fernabsatz organisiertes Vertriebssystem verfügen, damit überhaupt Fernabsatz vorliegt.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
Ebenezer
Status:
Lehrling
(1235 Beiträge, 623x hilfreich)

Dummes Geschwätz.

Ein "Fernabsatz organisiertes Vertriebssystem" liegt nur dann nicht vor, wenn der Unternehmer selten und nur auf individuelle Anfrage ausnahmsweise auf telefonischen Kontakt liefert. "Es sollen nicht Unternehmer, die Verträge gewöhnlich in ihrem Ladenlokal abschließen, durch die Pflichten, die den Unternehmer bei Abschluss eines Vertrags über Fernkommunikationsmittel treffen, abgehalten werden, ausnahmsweise auf Bestellung zu liefern."

Das wird kaum einmal vorliegen es sei denn es handelt sich einen Kleinstbetrieb.

Man kann hier höchstens einwenden, dass wir es ohne weitere Informationen nicht mit letzter (sondern nur mit hoher) Sicherheit sagen können. Dann wäre aber Ihr "Nö" mindestens so falsch wie mein "Ja" :grins:

Zitat:
Was soll der denn mit dem Thema zu tun haben?


Edit war schon aus. Statt hier rumzustänkern hätten Sie auch einfach den Buchstaben korrigieren können - §312c BGB war natürlich gemeint.

Signatur:▌ ↓ Klick bitte nicht vergessen ☺ ▌
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#6
 Von 
radfahrer999
Status:
Richter
(8724 Beiträge, 4739x hilfreich)

Zitat (von Derpst):
Kann ich die Preisanpassung einfordern?
Klar, du kannst die Forderung stellen. Aber Aussicht auf Erfolg? Von rechtlicher Seite nicht. Vielleicht kommt dir das Möbelhaus da doch noch entgegen, wenn man es geschickt anstellt. Ansonsten gilt: Verträge sind einzuhalten

Zitat (von Derpst):
Kann ich von dem Kaufvertrag zurueck treten?
Ich sehe die Bedingungen, die an einen Rücktritt gebunden sind, nicht als erfüllt an.

Zitat (von Derpst):
Besteht ueberhaupt ein bindender Kaufvertrag?
Klar.


Zitat (von Derpst):
Ich habe nichts unterschrieben, das Gespraech war nur per Telefon.
Unterschreibst du beim Bäcker, wenn du Brötchen kaufst? Nein, trotzdem entsteht dort ein gültiger Kaufvertrag.

Zitat (von Derpst):
Faellt das dann nicht unters Fernabsatzgesetz?
Laut Fallbeschreibung nicht. Um beim Bäcker zu bleiben. Solltest du 30 Brötchen für den Folgetag bestellen, so ist das auch kein Fernabsatz. Das vorhandensein eines Telefons begründet kein "Fernabsatzorganisiertes Vertriebssystem"

Zitat (von Derpst):
Spielt meine Anzahlung eine Rolle?
Inwiefern?! Du hast angezahlt und damit den bestehenden Kaufvertrag teilerfüllt.

Signatur:Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)
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#7
 Von 
Seb_Weniger
Status:
Lehrling
(1143 Beiträge, 648x hilfreich)

Zitat (von radfahrer999):
Solltest du 30 Brötchen für den Folgetag bestellen, so ist das auch kein Fernabsatz.

Völlig richtig. Bei Bäcker ist das Telefon aber auch kein gängiges Vertriebsmittel.

Zitat (von radfahrer999):
Das vorhandensein eines Telefons begründet kein "Fernabsatzorganisiertes Vertriebssystem"

Das wäre zu klären. Wenn es gang und gäbe wäre, bei diesem Möbelhaus (um welches handelt es sich eigentlich) telefonisch eine Bestellung abzugeben, reden wir hier schon über Fernabsatz. Somit hätte der TE auch ein Anrecht auf Widerruf.

Ich empfehle mich.

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