Verkäufer verweigert Versand, 150 € weg

11. Januar 2012 Thema abonnieren
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
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Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)
Verkäufer verweigert Versand, 150 € weg

Ich habe ein riesengroßes Problem:
Bei Ebay habe ich einen Artikel für gut 150 (davon Versand 8) Euro gekauft. Ich habe den Verkäufer (aus Österreich) darauf hingewiesen, dass an meine Packstation-Adresse nur die Deutsche Post/DHL senden und nach dem Versandunternehmen gefragt, mit dem er verschickt. Post sagte er. Also war ich unbesorgt, doch der Artikel kam ewig nicht an. Ich fragte, was los sei und ob es wirklich mit der Post verschickt wurde; das bestätigte er. Irgendwann teilte er mir mit, dass das Paket nicht zustellbar war und nun in einem Trans-O-Flex-Depot liegt und ich eine andere Versandadresse angeben soll, damit er dort anruft. Aha, also hatte er beim Versenden geschusselt und nicht aufgepasst, ob überhaupt an meine Adresse geschickt werden kann. Da der Verkäufer so zögerlich handelte und nicht rechtzeitig beim Depot anrief, kam das Paket zu ihm zurück und er musste eine Gebühr von knapp 40 E zahlen. Jetzt stellt er mich vor folgende Wahl: Entweder zahle ich ihm diese Gebühr und er schickt mir erst dann die Ware zu, oder er überweist mir mein Geld zurück abzüglich der 40 E.
Ich habe Ebay angerufen, die mir bestätigten, dass mir die Ware zusteht, weil ich den erforderlichen Preis gezahlt habe, oder eben eine volle Rückerstattung. Dass der Verkäufer unsauber gehandelt hat und jetzt draufzahlen musste, ist sein Verschulden und dafür aufzukommen bin ich nicht verpflichtet.

Ich denke, es ist seine Aufgabe, sich zu erkundigen, an welche Adressen geliefert werden kann. Dann muss er eben sicherheitshalber nachfragen, wenn er eine ungewöhnliche Adresse sieht und man ihm nicht von selbst Bescheid sagt. Das ist Aufgabe des Versenders, schließlich weiß nur dieser, wem er den Versandauftrag übergibt. Als Käufer verlasse ich mich darauf, dass er nicht nachlässig handelt. Es ist nicht meine Aufgabe, mich darum zu kümmern, dass die Ware den Weg zu mir findet.
Er hat nicht das Recht, beliebig Geld einzubehalten, wenn die Kaufabwicklung rückgängig gemacht wird und hat auch nicht das Recht, die Ware zu behalten, wenn ich meinen Teil des Geschäftsvertrages voll geleistet habe.


Wie schaffe ich es, dass der Verkäufer das einsieht und wie komme ich nun an mein Geld/die Ware?

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60 Antworten
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#1
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8498 Beiträge, 4055x hilfreich)

Hallo,

quote:
Ich denke, es ist seine Aufgabe, sich zu erkundigen, an welche Adressen geliefert werden kann
Also das würde ich nicht so sehen! der VK hat doch angegeben mit was er sendet, was dann der korespondierende Service in Deutshland ist ist dann immer eine andere Frage. Nicht alle Paketservices geben ihr Paket glücklicherweise in den schlechten Paktstationen ab.

Du hättest den VK darauf hinweisen können mal vor Versand zu fragen, ob das Paket überhaupt an einer Pakstation abgegeben werden kann. Ich würde das ganze eher zu deien Lasten legen, ist aber fragelich was das Österreichische Gesetz dazu sagt, denn es zählt das österreichische, nicht das deutshe...



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#2
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Wie gesagt habe ich den Verkäufer auf die Packstation hingewiesen. Dafür, dass das Paket ankommt, liegt in seinen Händen. Dafür bezahle ich doch. Wie soll ich von hier aus steuern, dass der Verkäufer den richtigen Versender anläuft?

Bei Ebay wurde mir auch gesagt, dass mir das volle Geld/die Ware erst einmal zustehen. Wer dann an der Gebühr Schuld ist, müsste extra geklärt werden. Zuvor müsste ich aber die Leistung erhalten.

Nur wie komme ich da ran? Das ist ein irre hoher Betrag...

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#3
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8498 Beiträge, 4055x hilfreich)

Also was EBAY sagt ist irrelevant, dass interessiert keinen, meisst, jedoch aber zuminedst sehr of ist das was EBAY sagt nicht mit Gesetzen konform, also auf deren Aussage sollte man sich rein gar nicht verlassen.

Hatte er debn Versender genau genannt mit dem er in Österreich absendet?

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#4
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Nach mehrmaligem Nachfragen, weil ich mich wunderte, warum es so lange dauert, kam immer wieder "Post". Deswegen habe ich mir ja keine Gedanken gemacht.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39617x hilfreich)

quote:
darauf hingewiesen, dass an meine Packstation-Adresse nur die Deutsche Post/DHL senden und nach dem Versandunternehmen gefragt, mit dem er verschickt.

Sollte eingentlich ausreichend sein, wenn es hinreichend deutlich gesagt wurde.

Ich hoffe, das es keine Sendung war, deren Inhalt zollrelevant ist?





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

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#6
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13639 Beiträge, 4346x hilfreich)

Hallo,

und was ist in deinen Augen die besagte "Post"?

DHL - das hat er nicht bestätigt
Deutsche Post AG - in Österreich wohl kaum

Jeder, der eine so ungewöhnliche Adresse hat, sollte (imho muss) das ausdrücklich mit dem Verkäufer absprechen, noch dazu bei Sendungen aus dem Ausland.
Die meisten Versender liefern nicht an Packstationen (mit gutem Grund), und das sollte man als Besitzer eines solchen Kontos eigentlich wissen. Nur wenn man Glück hat, wird die Sendung an DHL weitergereicht.

Leider sehe auch ich eher den Verkäufer im Recht.

Was stand denn in dem Angebot als Artikelstandort? Und was bei "Versand nach:" ?

Wenn du die Ware noch haben möchtest, dann denk daran, ganz eindeutige Vorgaben für den Versand zu machen (DHL gibt es wohl auch in Österreich, das wäre vielleicht eine Lösung). Und im Zweifel bei den beteiligten Unternehmen nachfragen.
Oder alternativ eine richtige Adresse angeben, irgendeinen Kumpel oder Verwandten wirst du doch haben, der auch nachmittags daheim ist (das erscheint mir eigentlich das Sicherste zu sein).

Übrigens: Die in der Überschrift genannten 150 Euro sind natürlich nicht weg, allenfalls die 40 Euro. Und so irre hoch ist dieser Betrag nun auch nicht, ich würde es als Lehrgeld verbuchen.

EDIT:

Zitat:
Ich hoffe, das es keine Sendung war, deren Inhalt zollrelevant ist?
Was sollte das für eine Rolle spielen? (aus Österreich!!!)

MfG Stefan


-- Editiert reckoner am 11.01.2012 22:47

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Also für mich sind 150 echt richtig viel, dafür spare ich 5 Monate! Nicht ohne Grund kaufe ich bei Ebay ein... Spielt jetzt auch keine Rolle...
Artikelstandort Österreich, Versand nach Deutschland stand da. Wie erwähnt habe ich den Verkäufer darauf aufmerksam gemacht, dass er beim Versand darauf achten muss, dass die Pckstation beliefert wird.
Dass Packstationen eine sehr gute, durchdachte Erfindung sind und perfekt für Leute, die keine Alternative haben (wie ich) will ich gar nicht diskutieren.

Leider bleibt die Frage noch offen: Was kann ich tun? Ich möchte nicht so viel Geld verlieren!
Kann man irgendwo kostenlos klagen oder einen Schadensersatzantrag stellen?

Es ist ein gewerblicher Verkäufer. Habe ich da irgendwelche Rechte?
Es kann doch nicht sein, dass mich jeder nach Belieben so ausnutzen darf.

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#8
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2504x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Es ist ein gewerblicher Verkäufer. Habe ich da irgendwelche Rechte? <hr size=1 noshade>


Das ist wichtig, dann gilt zu deinen Gunsten das EU-Verbraucherschutzrecht. Das gilt auch in Ö.

Gerichtsstand ist in D, es gilt dt. Recht.

Insbesondere trägt der VK das Transportrisiko, bis die Ware dir tatsächlich zugegangen ist, sein Problem.

Am einfachsten kommst du zu deinem Geld, wenn du den Widerruf nach § 312d BGB erklärst, du wurdest sicher entsprechend belehrt. Rechtsfolgen: § 357 BGB , dein Geld muss nach spätestens 30 Tagen zurückgezahlt werden.

Du kannst das abkürzen, indem du mit der Wid.Erkl eine Frist zur Rückzahlung setzt, 2 Wochen, auf Zugangsnachweis achten.

Dann sollte das klappen.

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-- Editiert flawless am 11.01.2012 23:54

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#9
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

"Belehrt" wurde ich nicht, nirgends stehen Angaben zum Widerrufsrecht.
Ich fürchte, wenn ich mit Paragraphen komme, lacht er mich aus. Seit dem 4.12. geht dieses Hin und Her schon.

Was, wenn er trotz der Nennung des Paragraphen nicht einwilligt, das Geld zurückzuzahlen?
Bis jetzt hatte er immer den Befehlston und ich fühle mich machtlos...

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#10
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13639 Beiträge, 4346x hilfreich)

Hallo,

quote:
Also für mich sind 150 echt richtig viel, dafür spare ich 5 Monate!
Ja, natürlich, das hatte ich auch nicht bestritten. Nur von den 40 Euro, die überhaupt strittig sind, war die Rede. Und das ist jetzt nicht mehr ganz so viel, relativ und imho.

quote:
Es ist ein gewerblicher Verkäufer. Habe ich da irgendwelche Rechte?
Ja, das ist - wie von flawless schon geschrieben - eine sehr wichtige Information. Ich würde auch einfach widerrufen.
Und da der Warenwert über 40 Euro liegt, hast du auch mit den Rückversandkosten nichts mehr zu tun. Im anderen Fall könnte man wohl darüber streiten, wer sie verursacht hat.

quote:
Es kann doch nicht sein, dass mich jeder nach Belieben so ausnutzen darf.
Naja, das wird der Händler jetzt wohl ähnlich sehen.
"Da kauft jemand mit einer blöden Packstation als Lieferadresse - von so etwas habe ich hier in Österreich noch nie gehört -, und jetzt bleibe ich auf den Versandkosten sitzen, schöne S c h e i ß e."

Und wenn es ein größerer Händler ist, dann hat er das vielleicht noch nicht einmal gemerkt, weil er automatisch die bei Ebay hinterlegte Adresse ausdrucken läßt und das Paket so auf die Reise geht.
Aber das ist halt sein Risiko. Und seine Antwort "Post" auf die Nachfrage bezüglich des Versandunternehmens war sicher auch nicht so klug, ist dann halt sein Lehrgeld.

Ich sehe hier eigentlich keine Schuld auf irgendeiner Seite, es war mehr ein Mißverständnis. Dein Glück ist jetzt, dass der andere gewerblich tätig ist.

MfG Stefan


-- Editiert reckoner am 12.01.2012 00:15

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13639 Beiträge, 4346x hilfreich)

Hallo nochmal,

quote:
"Belehrt" wurde ich nicht, nirgends stehen Angaben zum Widerrufsrecht.
Hast du mal einen Link zu einem Angebot von dem Verkäufer (muss nicht unbedingt dein Kauf sein)?

MfG Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

http://myworld.ebay.de/styria567/?_trksid=p4340.l2559
Bietet aber zur Zeit nichts an.

Ich habe mich jetzt erst einmal mit einem Widerruf auf den Paragraphen bezogen. Leider antwortet der Verkäufer immer sehr zögerlich.

Schon mal DANKE für die vielen Ratschläge!

Freue mich weiterhin über jede Hilfe.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2504x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>"Belehrt" wurde ich nicht, nirgends stehen Angaben zum Widerrufsrecht.
Ich fürchte, wenn ich mit Paragraphen komme, lacht er mich aus. Seit dem 4.12. geht dieses Hin und Her schon.

Was, wenn er trotz der Nennung des Paragraphen nicht einwilligt, das Geld zurückzuzahlen?
Bis jetzt hatte er immer den Befehlston und ich fühle mich machtlos... <hr size=1 noshade>


Dann sieh dir die Belehrung jedes x-beliebigen Online-Shops an. Textform, § 126b BGB , im Prinzip reicht eine Mail, wg. dem Zugangsproblem wäre Eschr. sinnvoll.

Wenn die Frist nach Wid. abgelaufen ist, VK nicht zahlt, kannst du das einem RA abgeben. Sobald VK im Verzug ist, muss er dir den RA zahlen. Vorfinanzieren müsstest allerdings du, das Solvenzrisiko des VK hast du auch.

Nachtrag: Angemeldet ist der VK aber als privater VK. Ich habe gerade eben nachgesehen.

Die Neuware, die da verkauft wird sieht aber sehr nach gewerblicher, unternehmerischer Tätigkeit aus. Deshalb wird er/sie wie ein gewerblicher VK zu behandeln sein.

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-- Editiert flawless am 12.01.2012 00:32

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe leider nicht die Mittel, einen RA zu bezahlen, zumal mir niemand garantieren kann, dass ich das Geld zurückbekomme. Deswegen muss ich erst alle anderen Möglichkeiten durchlaufen.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Was? Auf der Artikelseite steht unter dem Namen - habe eben nachgesehen - "Angemeldet als gewerblicher Verkäufer".

???

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13639 Beiträge, 4346x hilfreich)

Hallo,

quote:
Nachtrag: Angemeldet ist der VK aber als privater VK. Ich habe gerade eben nachgesehen.
Wo hast du das denn gesehen?
Hier beispielsweise seine zuletzt bewertete Auktion (Link), dort steht ganz eindeutig gewerblich, auch offiziell (dem Angebot nach wäre das aber selbst bei einem - vorgetäuschten - Privataccount ziemlich eindeutig der Fall).

Zu seiner Widerrufsbelehrung muss man eigentlich nichts mehr sagen (ein Satz, und sogar der ist noch gesetzwidrig).

Mal so als Vorgriff, welche Möglichkeiten der TE noch hätte: Wie sieht das denn mit einem Mahnbescheid aus, ginge der auch nach Österreich? Ich kenne mich da nicht gut genug aus, befürchte aber, dass das nicht geht.
Oder gibt es in Österreich etwas ähnliches, natürlich mit Onlineantrag o.ä., und auch für Ausländer?

MfG Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2504x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Wo hast du das denn gesehen? <hr size=1 noshade>


Gute Frage, verlesen, du hast Recht.

Es gibt, auch auf EU-Betreiben inzwischen den EU-Zahlungsbefehl, Mahnbescheid, siehe §§ 1087 ff. ZPO .

Zuständig ist zentral das AG Wedding in Berlin.

http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/ag/wedd/eumav.de.html

Da steht ggf. alles Wissenswerte, Formulare sind online verfügbar.

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0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39617x hilfreich)

quote:
Was sollte das für eine Rolle spielen? (aus Österreich!!!)

Zollrelevante Waren können nicht über die Packstation ausgeliefert werden.
Dann läge der Fehler beim Käufer.


Wenn keine Zollrelevanten Waren gekauft wurden und der Verkäufer gewerblich ist, kann man alle hier genannten Register des Verbraucherschutzes ziehen.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

-- Editiert Harry van Sell am 12.01.2012 02:35

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13639 Beiträge, 4346x hilfreich)

Hallo flawless,

danke für die Infos zum EU-Zahlungsbefehl, das wäre dann ja eine Möglichkeit. Leider konnt ich auf die Schnelle nicht viel über die Kosten finden, weißt du da mehr?

Aber zumindest kann der TE das ja mal androhen, wenn der Verkäufer gar nicht einlenkt.

MfG Stefan

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#20
 Von 
Lifeguard
Status:
Student
(2910 Beiträge, 1317x hilfreich)

Also zunächst einmal helfen hier Deutsche §§ reichlich wenig. D.h. man müßte in Österreich klagen.

Sagt nun der VK er habe per Post verschickt, und die Österreichische Post übergibt an Trans O Flex, so ist es das Pech des Käufers, daß dieser keine Zustellbare Adresse angegeben hat.
Den hierraus Resultierenden Schaden in Form von Lager und Retourenkosten muss in meinen Augen der Käufer tragen.
Denn wäre es zu einer Regulären Retoure gekommen, so hätte der Käufer aus seiner Schadensminimierungspflicht mit einem Billigeren Unternehmen retournieren müssen. Auch wären keine Lagerkosten entstanden.
Ob man jetzt darauf abstellt, hier eventuell 10-20€ mehr zu bekommen, und einem hierfür ein Verfahren in Österreich das Wert ist, muss man nun für sich selbst entscheiden.

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" "

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

quote:
Zollrelevante Waren können nicht über die Packstation ausgeliefert werden.
Dann läge der Fehler beim Käufer.


Dass das Paket nicht ankam, lag wohl am Versandunternehmen, nämlich T-O-F. Sonst hätte der Verkäufer doch bestimmt gleich etwas zur Adresse gesagt, oder?
Obwohl - hat er ja in diesem Fall auch nicht.
Ich habe ihn doch auf die Packstation hingewiesen und dass die nicht von jedem beliefert wird. Da hätte er doch einfach nachfragen können, ob das mit seinem Versandunternehmen geht oder er fragt mich nach einer Alternative. Ist das nicht einfach gleichgültiges/fahrlässiges Handeln?

Abgesehen von der "Schuldfrage" wegen der Gebühr:
Das ist doch ein ganz anderer Fall. Müsste nicht erst der Verkäufer seiner Vertragspflich (Ware oder Rückzahlung) nachkommen und dann kann immer noch geklärt werden, wer für das andere der Verursacher ist?
Der Verkäufer kann doch nicht beliebig am Rückzahlungsbetrag schrauben. Das sind doch getrennte Dinge und das ist eine feste Größe. Er könnte doch auch nicht einfach etwas vom Artikel abschneiden und mir den Rest zuschicken, weil er meint, dass ich ihm etwas schuldig bin. Er kann doch nicht über Richtig und Falsch entscheiden.
Ich bin dem Vertrag nachgekommen und er baut es nachträglich für sich zurecht, oder wie?

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

quote:
Sagt nun der VK er habe per Post verschickt, und die Österreichische Post übergibt an Trans O Flex, so ist es das Pech des Käufers, daß dieser keine Zustellbare Adresse angegeben hat.


Wenn der Verkäufer weiß, dass das Paket den Versender wechselt, hätte er mich doch informieren können. Wie sollte ich das wissen? Ich dachte, das bleibt bei einem einzigen Unternehmen.
Ich hab ihn auf die Adresse hingewisen, dass nur die Deutsche Post/DHL dort hin liefern, er sagte, er verschickt mit der Post und die Sache war für mich gut.

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2504x hilfreich)

quote:
Also zunächst einmal helfen hier Deutsche §§ reichlich wenig. D.h. man müßte in Österreich klagen.



Nein, eben nicht.

Das ist doch gerade das Novum im EU-Verbraucherschutzrecht, der Verbraucher kann an seinem nationalen Gericht klagen und verklagt werden.

Der Gerichtsstand ist hier ohne Frage in D. es gilt nationales, dt. Recht.

Gilt seit 2002, hier en detail nachzulesen:

Verbraucher Gerichtsstand EU

Kosten des europ. Mahnverfahrens:

http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/ag/wedd/eumav/wichtigehinweise.de.html

23 EUR (Streitwert bis 300 EUR), die Nebenkosten werden aber etwas höher ausfallen, als in D.

Leider hat es das AG Wedding bis heute nicht geschafft, dass der Antrag auch elektronisch abgegeben werden kann. Bleibt bisher also nur Ausdruck der Formulare, per Post nach Berlin.

Zitat:
Ich bin dem Vertrag nachgekommen und er baut es nachträglich für sich zurecht, oder wie?


Das ist doch alles völlig egal. Nach Widerruf muss dir völlig unproblematisch dein Geld zurückgezahlt werden. Auf irgendein Verschulden kommt es dabei nicht an. Das ist so eine art Königsweg. Ich würde dir dazu raten.

Erst musst du den VK mit der Rückzahlung in Verzug setzen. Dann sieht man weiter.

Da dem sein Problem vollkommen unbekannt zu sein scheint, solltest du ihn auf diesen thread hinweisen.


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-- Editiert flawless am 12.01.2012 13:06

-- Editiert flawless am 12.01.2012 13:13

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Erst musst du den VK mit der Rückzahlung in Verzug setzen. <hr size=1 noshade>


Habe ich das damit getan, dass ich mich auf § 312d BGB berufen und gesagt habe, dass ich von meinem Widerrufsrecht Gebrauch machen möchte?

Ihr sagt alle, der Verkäufer muss das und das machen und er muss das und das zurückzahlen. Wenn ihm das aber egal ist und er mir nur schreibt, er habe keine Lust auf Diskussionen?

Dann beantrage ich ein Mahnverfahren? Und das hat dann auch Wirkung? Oder muss er mir dann trotzdem nicht mein Geld zurückzahlen und ich habe die 23 € umsonst obendrauf gelegt?

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2504x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Habe ich das damit getan, dass ich mich auf § 312d BGB berufen und gesagt habe, dass ich von meinem Widerrufsrecht Gebrauch machen möchte? <hr size=1 noshade>



Nein, das habe ich dir alles schon oben geschrieben. Entweder du machst nichts weiter, dann tritt nach 30 Tagen ab erwiesenem (!) Zugang des Wid. Verzug ein, oder du setzt eine kürzere, taggenaue Frist zur Rückzahlung.

Das AG Wedding, s.o. hat sich eine Riesenmühe gemacht und online alle Infos bereit gestellt.

AG Wedding

Das schreibe ich hier nicht ab. MB aber erst, wenn Verzug eingetreten ist. Wenn dich das überfordert, kannst du nach Fristablauf auch einen RA nehmen. Solvenzrisiko trägst aber du.

Wir können dir hier nur die Munition liefern, du musst das Heft in die Hand nehmen und selbst entscheiden.

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0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Entschuldigung, ich hab eben keine Ahnung von Rechtsangelegenheiten...

quote:
Entweder du machst nichts weiter, dann tritt nach 30 Tagen ab erwiesenem (!) Zugang des Wid. Verzug ein


Am 7.12. ging die Zahlung beim Verkäufer ein. Als Nachweis hätte ich ja den Kontoauszug und der Verkäufer bestreitet diesen Punkt auch nicht.

Frist ist also überabgelaufen.

Dann müsste demnach das Mahnverfahren greifen. Ich frage mich nur, ob mir letztlich mein Geld zurückgezahlt wird, oder ob dann irgendwelche Bürokraten mit ihrer unverständlichen Sprache drumherumreden und dem Verkäufer ewige Fristen setzen und noch ein Atrag und noch ein Antrag folgt und am Ende bleibt doch Ware und Geld beim Verkäufer.

So selbstsicher wie sich der Verkäufer präsentiert habe ich das Gefühl, dass er weiß, dass ich nichts tun kann, was ihn zur Rückzahlung zwingt.

-- Editiert nusspott am 12.01.2012 13:56

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39617x hilfreich)

quote:
Am 7.12. ging die Zahlung beim Verkäufer ein.
...
Frist ist also überabgelaufen.

Die Zahlung hat nichts mit dem nachweislichen Zugang des Wiederrufs zu tun. Wie du darauf kommst ist mir rätselhaft ...



quote:
Entschuldigung, ich hab eben keine Ahnung von Rechtsangelegenheiten...

Bei allem Respekt, aber lesen wirst du doch wohl können?
Dann muss man tatsächlich mal auf den Link klicken und sich die Infos halt durchlesen ...





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2504x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Frist ist also überabgelaufen. <hr size=1 noshade>


Nein, ein Rückzahlungsanspruch wird erst fällig, wenn dein Widerruf dem VK zugeht. Den Zugang musst du notfalls beweisen können. Deshalb hatte ich dir zum Eschr. geraten, eine Mail reicht nicht, wenn VK den Zugang abstreitet.

Dann gilt § 286 BGB .

Ein RA wäre dir dringend anzuraten, sonst wird das wahrscheinlich nichts.

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0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
guest-12314.11.2019 11:42:31
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

quote:
Nein, ein Rückzahlungsanspruch wird erst fällig, wenn dein Widerruf dem VK zugeht. Den Zugang musst du notfalls beweisen können. Deshalb hatte ich dir zum Eschr. geraten, eine Mail reicht nicht, wenn VK den Zugang abstreitet.


Den Zugang kann ich beweisen, weil das Ganze über einen geöffneten Fall bei Ebay abläuft und der Mailwechsel und -eingang einsehbar ist. Alles nachzuverfolgen.

quote:
Ein RA wäre dir dringend anzuraten, sonst wird das wahrscheinlich nichts.


Dann kann ich gleich mal auf die Rückzahlung verzichten... Über einen RA zu gehen würde mich am Ende docvh noch mehr kosten. Und wie gesagt habe ich leider nicht einmal das Geld für eine Vorauszahlung.
Es ist für mich sehr viel Geld, aber für die meisten nicht der Rede wert und kein Anlass, einen RA zu kontaktieren.

-- Editiert nusspott am 12.01.2012 14:11

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13639 Beiträge, 4346x hilfreich)

Hallo,

das Wichtigste ist jetzt wirklich, den Widerruf beweisbar zu machen (sonst wäre eine Zahlungsaufforderung unbegründet und du müsstest sie zahlen).
Das kann als Mail über das Ebay-System oder aber per richtigem Einschreiben geschehen. Beide Wege sind nicht 100%-ig sicher und haben so ihre Schwächen bezüglich der Beweisbarkeit, ich persönlich würde sogar die Mail vorziehen (aber über das Ebay-System, das ist wichtig, diese Mails werden von Ebay archiviert).

In dem Schreiben übst du einfach dein gesetzliches Widerrufsrecht aus und bittest darum, das Geld zurück zu überweisen (vergiss nicht, deine Kontodaten mit anzugeben). Für die Zahlung setzt du eine Frist von beispielsweise zwei Wochen.

Das reicht völlig, mit Paragraphen etc. brauchst du nicht zu argumentieren.

quote:
Ein RA wäre dir dringend anzuraten, sonst wird das wahrscheinlich nichts.
Den müsste er aber (jetzt noch) selbst bezahlen, was soll das bringen?

MfG Stefan

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