eBay Privatverkauf Paket verloren gegangen § 447 Abs.1 BGB

10. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
viem
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
eBay Privatverkauf Paket verloren gegangen § 447 Abs.1 BGB

Leider wurde meine auf eBay verkaufte Ware von DHL seit über 12 Tagen laut Sendungsverfolgung nicht weitergeleitet, ein Nachforschungsauftrag ist in Arbeit, ich befürchte aber, dass dieser nichts ergeben wird. Leider wurde die Sendung nicht extra versichert (Das muss doch im Interesse des Käufers stehen und dieser muss die Option auswählen?) und es besteht nur eine Haftung von 500 € seitens DHL, die Ware ist 1.300 € wert.
Nach der allgemeinen Regelung des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) trägt grundsätzlich der Käufer bei einem Privatverkauf das Risiko des Verlusts und der Beschädigung der Ware auf dem Transportweg (§ 447 Abs.1 BGB). eBay behält bereits den Betrag ein und ich fürchte auf den Kosten sitzen zu bleiben, da die Käuferin eine volle Rückerstattung fordert.
Was ist eurer Erfahrung nach zu tun? Kann eBay mit seinen eigenen Grundsätzen das BGB außer Kraft setzen? Ich würde dies wirklich unmöglich finden, da die Arbeit von DHL außerhalb meines Verantwortungsbereiches liegt.

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16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5865x hilfreich)

Zitat (von viem):
Das muss doch im Interesse des Käufers stehen und dieser muss die Option auswählen?
Nö, das gehört als Nebenpflicht zur Sorgfaltspflicht des Versenders die Ware ausreichend versichert zu versenden. Anders wäre es nur, wenn der Empfänger explizit eine Unterversicherung (z.B. Versand als Päckchen/Brief) gewünscht hätte. War Paketversand ausgemacht, dann kann man Käufer davon ausgehen, dass der Verkäufer ausreichend versichert versendet.

Zitat (von viem):
Was ist eurer Erfahrung nach zu tun?
Dem Käufer den evtl. entstehenden Schaden zu zahlen.

Zitat (von viem):
Kann eBay mit seinen eigenen Grundsätzen das BGB außer Kraft setzen?
Nein

Zitat (von viem):
da die Arbeit von DHL außerhalb meines Verantwortungsbereiches liegt.
Die ausreichende Versicherung ist dein Verantwortungsbereich.

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#2
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8499 Beiträge, 4056x hilfreich)

Hallo,

die große Frage lautet doch zuerst einmal, was für ein Versand wurde überhaupt abgemacht.ich gehe mal davon aus, dass es hieß versicherter Versand, oder?

Wenn versicherter Versand abgesprochen wurde, wieso hast DU das Paket nur bis 500 € versichert? DU hättest das Paket für versichern müssen!!! selbiges kostet halt mehr! selbst wenn du angegeben hast fünf euroversicherter Versand, dann hättest du auch die Kosten von 20 € oder mehr egal, was es gekostet hätte übernehmen müssen.

Den Differenzbetrag von 500 zu den 1300 € wirst du selber bezahlen müssen. DU hast an der falschen Stelle gespart und in dem Fall trägst du für diesen Betrag das Risiko.

Damit ist auch nicht das BGB o. ä. ausgehebelt....

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#3
 Von 
viem
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für eure Antworten.

Aber hat nicht der Käufer an der falschen Stelle gespart, wenn er sich gegen einen erweitert versicherten Versand entscheidet?
Die Versandart wurde vereinbart und ich bin nicht davon abgewichen.

Widerspricht die Pflicht der Schadensersatzleistung nicht der allgemeinen Regelung des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), nachdem beim Privatkauf der Käufer grundsätzlich das Risiko des Verlusts und der Beschädigung der Ware auf dem Transportweg (§ 447 Abs.1 BGB) trägt?

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#4
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16359 Beiträge, 9252x hilfreich)

Zitat (von viem):
Die Versandart wurde vereinbart und ich bin nicht davon abgewichen.

Welche Versandart wurde denn genau vereinbart?
a) Versand mit Versicherung bis 500€?
b) versicherter Versand
c) Paketversand mit DHL
d) ...

Wenn tatsächlich nur eine Versicherung bis 500€ vereinbart wurde (was ich mir kaum vorstellen kann), dann sieht es gut für Sie aus.

Zitat (von viem):
Widerspricht die Pflicht der Schadensersatzleistung nicht der allgemeinen Regelung des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), nachdem beim Privatkauf der Käufer grundsätzlich das Risiko des Verlusts und der Beschädigung der Ware auf dem Transportweg (§ 447 Abs.1 BGB) trägt?

Nein, denn die Tragung des Verlustrisikos durch den Käufer setzt voraus, dass der Verkäufer die Ware ordnungsgemäß abgeschickt hat.
Hier steht aber im Raum, dass Sie die Ware eben nicht ordnungsgemäß abgeschickt haben, weil nicht ausreichend versichert.
Es kommt also ganz genau darauf an, ob die Versandform die war, die mit dem Käufer vereinbart war. Sie sollten beweisen können, dass die nicht-ausreichende Versicherung vereinbart war.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#5
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5865x hilfreich)

Zitat (von viem):
wenn er sich gegen einen erweitert versicherten Versand entscheidet?
Wie hat er das denn getan?

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#6
 Von 
viem
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Bei eBay wurde vom Käufer die angegebene Versandart ausgewählt - DHL mit Sendungsverfolgung inkl. 500 € Haftung.
Ich bin exakt so verfahren wie vorgegeben. Aus der Sendungsverfolgung geht nun leider hervor, dass sich das Paket seit über einer Woche nicht bewegt hat.
Wie kann es sein, dass die Verantwortung dann grundsätzlich auf den Verkäufer übergeht?

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#7
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16827 Beiträge, 5865x hilfreich)

Zitat (von viem):
Wie kann es sein, dass die Verantwortung dann grundsätzlich auf den Verkäufer übergeht?
Tut sie nicht. Dieses Detail hattest du bisher verschwiegen. Wenn der Käufer explizit "Versand mit DHL und 500€ Versicherung" ausgewählt hat, dann trägt der Käufer das volle Risiko des zufälligen Untergangs der Ware.
Man kann dir nur auf das antworten was du den Nutzern hier verrätst.



-- Editiert von User am 10. Oktober 2023 13:30

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#8
 Von 
viem
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für den Hinweis.
Falls jemand eigene Erfahrungen in einem ähnlichen Fall mit eBay hatte, bin ich dankbar über jeden Bericht.

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#9
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8499 Beiträge, 4056x hilfreich)

Zitat:
Wenn der Käufer explizit "Versand mit DHL und 500€ Versicherung" ausgewählt hat, dann trägt der Käufer das volle Risiko des zufälligen Untergangs der Ware.
Grundsätzlich würde ich dir da zustimmen.

Die Sache wird jetzt hier aber trotzdem sehr interessant. Und es ist nicht mehr ganz so einfach zu sagen wer hier nun wirklich am Ende dafür geradestehen muss.

Es ist ja so, dass hier der TE die ganzen möglichen Versand Services vorab ausgesucht und angegeben hat. Ich habe das selber gerade einmal probiert und bei einem Artikel den ich für 1300 € verkaufen würde wurde mir von eBay bei DHL maximal das Paket einer Versicherungssumme von 500 € vorgeschlagen. Eine höhere Versicherungssumme hätte ich dort erst gar nicht auswählen können. Ich gehe mal davon aus, dass es hier dem TE wohl genauso ergangen ist, oder? Hast du auch eine teurere DHL DHL Paketvariante angegeben? Spricht einer mit einer höheren Versicherung? Wenn nicht, dann wird die Sache wieder sehr interessant!

Hier könnte man sich dann fragen, ob der Käufer hier hätte explizit nachfragen müssen ob das Paket wirklich unterversichert versendet wird oder konnte hier der Käufer in diesem Fall von Treu und Glauben davon ausgehen, dass ein Paket ordnungsgemäß so versendet wird, dass es ausreichend versichert ist.

daher auch die ganz wichtige Frage an den TE, welche Versandmöglichkeiten hast du angegeben? Hast du auch angegeben, dass ein Versand mit ausreichender Versicherung möglich ist?

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#10
 Von 
viem
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Das stimmt, ich konnte nur den passenden Versandservice mit einer Haftung von 500 € angeben, ohne zusätzliche Transportversicherung.
Das habe ich in der Anzeige auch nicht extra angeboten, hätte es aber natürlich gemacht, wenn der Käufer es gefordert hätte.

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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118774 Beiträge, 39628x hilfreich)

Zitat (von viem):
ich konnte nur den passenden Versandservice mit einer Haftung von 500 € angeben, ohne zusätzliche Transportversicherung.

Bedeutet eBay bietet das gart nicht an?
Oder hat man einfach nur bei der Erstellung des Angebotes das nicht reingesetzt?



Zitat (von viem):
Kann eBay mit seinen eigenen Grundsätzen das BGB außer Kraft setzen?

Nein.
Aber es kann durchaus Teile des BGB durch die eigenen Grundsätze ersetzen.

Dazu gab es mal 2 Urteile vom BGH, ich würde erwarten, das eBay bei der neuen Form des "Käuferschutz" darauf reagiert hat und nicht die alten Fehler nochmals begeht?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#12
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8499 Beiträge, 4056x hilfreich)

Zitat:
Das stimmt, ich konnte nur den passenden Versandservice mit einer Haftung von 500 € angeben,
Das stimmt nicht! Du hättest dann Versand Sonstige angeben müssen und den passenden Versandbetrag.

Meiner Meinung nach verschlechter sich damit die Lage wieder für Dich, du hättest entsprechenden Versand anbierten könne und auch müssen. Zumindest kann der K bei dem Kaufbetrag von einem ordentlich versicherten Paket ausgehen...

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16359 Beiträge, 9252x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Bedeutet eBay bietet das gart nicht an?

Richtig.
Ich hatte den gleichen Gedanken wie l-d-h und habe ein Angebot für eine goldene Rolex kreiert. In der Vorauswahl waren nur Versandformen mit Versicherung bis 500€.

Die Frage, ob Sie aktiv eine Höherversicherung hätten anbieten müssen oder ob der Käufer aktiv nach einer Höherversicherung hätte fragen müssen, ist völlig offen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#14
 Von 
viem
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Für alle, die es interessiert: eBay hat sich gemäß ihrer eigenen Richtlinien auf die Seite des Käufers gestellt und fordert von mir eine vollständige Rückzahlung des Betrages.
Frage an euch: Lohnt es sich Einspruch einzulegen mit rechtlicher Unterstützung? Ich fürchte, dass eBay sehr gute Anwälte hat und ihre eigenen Richtlinien durchsetzt.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118774 Beiträge, 39628x hilfreich)

Zitat (von viem):
Lohnt es sich Einspruch einzulegen mit rechtlicher Unterstützung?

Für den beauftragten Anwalt sicherlich ...



Zitat (von viem):
Ich fürchte, dass eBay sehr gute Anwälte hat und ihre eigenen Richtlinien durchsetzt.

eBay hat generell nur rudimentäres Interesse an den Regelungen des BGB ... insofern kann man sich da die Mühe wohl sparen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16359 Beiträge, 9252x hilfreich)

Zitat (von viem):
Frage an euch: Lohnt es sich Einspruch einzulegen mit rechtlicher Unterstützung?

Einspruch bei eBay - nein, das ist völlig sinnlos.

Zitat (von viem):
Ich fürchte, dass eBay sehr gute Anwälte hat und ihre eigenen Richtlinien durchsetzt.

Das ist völlig egal. Das Geld schuldet Ihnen der Käufer und nicht eBay.
Wenn sich der Käufer das Geld zu unrecht über eBay zurückholt, dann hat der Käufer unterm Strich nicht bezahlt. Sie müssten also den Käufer auf Zahlung verklagen, nicht eBay.

Wie die Erfolgsaussichten einer Klage gegen den Verkäufer sind, ist schwer zu sagen, denn an Die Frage, ob Sie aktiv eine Höherversicherung hätten anbieten müssen oder ob der Käufer aktiv nach einer Höherversicherung hätte fragen müssen, ist völlig offen. hat sich nichts geändert.

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