ebay Kauf Lieferverweigerung

3. April 2010 Thema abonnieren
 Von 
LordKord
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
ebay Kauf Lieferverweigerung

Guten Tag,

ich habe am 23,0310 bei ebay eine seltene Antiquität für 200 Euro gekauft.
Durch eine Grippe und Paypal hat sich die Bezahlung bis zum 30.03.10 verzögert.
Ich habe dann die Antiquität mit Paypal bezahlt. Der Verkäufer hat mir allerdings das Geld und die Paypal Gebühren sofort wieder zurücküberwiesen, da er keine Lust gehabt hätte auf sein Geld zu warten und die Schale angeblich an einen Mitbieter verkauft. Ich vermute allerdings der Verkäufer hatte sich bei der Auktion einen höheren Preis erhoft. Die Antiquität ist ca. 800 Euro wert. Das offizielle Mahnverfahren über ebay hat der Verkäufer nicht genutzt um eine Zahlung anzumahnen. Er hat wohl einen Vorwand gesucht, um die für ihn ungünstige Auktion zu beenden. Auf Nachfrage bei ebay sagte man mir, das meine Zahlung zwar verspätet, aber dennoch im Rahmen gewesen wäre, zumal der Verkäufer sich nicht bei ebay beschwert hätte. Soweit ich weiß, ist zwischen mir und dem Verkäufer ein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen, den der Verkäufer nicht ohne Grund einseitig auflösen kann. Ich möchte auch nicht mein Geld wiederhaben, sondern bestehe auf Lieferung der Schale, die der Verkäufer inzwischen an den Zweitbieter versand hat.

Meine Frage ist nun, wenn ich auf herausgabe der Ware bestehe, wie muß ich vorgehen, wie lange dauert diese Angelegenheit, mit welchen Kosten ist z.B. der Dienst eines Anwaltes damit verbunden und wie stehen die Chancen, die Antiquität auch wirklich zu erhalten?

Mit freundlichen Grüßen

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
VivaColonia
Status:
Praktikant
(945 Beiträge, 264x hilfreich)

quote:
wie muß ich vorgehen


Am besten gleich Anwalt.

quote:
wie lange dauert diese Angelegenheit


Kommt drauf an, beim Amtsgericht vermutlich 6-9 Monate. Wenn die Gegenseite verliert und noch mal in Berufung geht, noch mal 3-9 Monate druff.

quote:
mit welchen Kosten ist z.B. der Dienst eines Anwaltes damit verbunden


Google mal "Prozesskostenrechner" und gib 800 EUR als Streitwert ein.

quote:
wie stehen die Chancen, die Antiquität auch wirklich zu erhalten?


0-100%. Selbst wenn du den Prozeß gewinnst, kann es sein, daß er die Ware schon weiterverkauft hat, dann stünde dir nur Schadensersatz zu (deswegen klagt man klügerweise auf "Erfüllung, ersatzweise Schadensersatz" ).

quote:
Soweit ich weiß, ist zwischen mir und dem Verkäufer ein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen, den der Verkäufer nicht ohne Grund einseitig auflösen kann.


Richtig; er hätte dich schon wirksam in Verzug setzen müssen, was er ja offenbar nicht getan hat.

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0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1425x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Soweit ich weiß, ist zwischen mir und dem Verkäufer ein rechtsgültiger Vertrag zustande gekommen, den der Verkäufer nicht ohne Grund einseitig auflösen kann. <hr size=1 noshade>


Sicherlich, daran wird man den Verkäufer auch festhalten können. Wenn sich jetzt aus der Auktion selbst nicht ergibt, dass der Verkäufer eine Zahlungsfrist gesetzt hat, mit der er den Fortbestand seines Leistungsinteresses an die Rechtzeitigkeit der Leistung gebunden hat (§ 323 Abs 2 Nr. 2 BGB , wäre ein Rücktritt zu diesem Zeitpunkt ausgeschlossen, du wärst noch nicht einmal in Verzug.

quote:<hr size=1 noshade>Meine Frage ist nun, wenn ich auf herausgabe der Ware bestehe, wie muß ich vorgehen, wie lange dauert diese Angelegenheit, mit welchen Kosten ist z.B. der Dienst eines Anwaltes damit verbunden und wie stehen die Chancen, die Antiquität auch wirklich zu erhalten? <hr size=1 noshade>


Das ist so ohne Weiteres nicht zu beantworten. Man weiß nicht, ob der Verkäufer flunkert oder nicht. Hat er die Ware tatsächlich verkauft und übereignet, werden die Chancen gering sein, sie zu bekommen. Wir hätten es mit einer Unmöglichkeit zu tun, es bestünden möglicherweise noch Chancen für den Verkäufer, sich die Ware wieder zu beschaffen (Rückkauf), dann müsste aber der Käufer dieser Ware damit einverstanden sein. Es obliegt dem Verkäufer, seinem 2. Käufer ein entsprechendes Angebot zu machen, ein besseres selbstredend.

§ 275 BGB
Ausschluss der Leistungspflicht

(1) Der Anspruch auf Leistung ist ausgeschlossen, soweit diese für den Schuldner oder für jedermann unmöglich ist.

(2) Der Schuldner kann die Leistung verweigern, soweit diese einen Aufwand erfordert, der unter Beachtung des Inhalts des Schuldverhältnisses und der Gebote von Treu und Glauben in einem groben Missverhältnis zu dem Leistungsinteresse des Gläubigers steht. Bei der Bestimmung der dem Schuldner zuzumutenden Anstrengungen ist auch zu berücksichtigen, ob der Schuldner das Leistungshindernis zu vertreten hat.

(3) Der Schuldner kann die Leistung ferner verweigern, wenn er die Leistung persönlich zu erbringen hat und sie ihm unter Abwägung des seiner Leistung entgegenstehenden Hindernisses mit dem Leistungsinteresse des Gläubigers nicht zugemutet werden kann.

(4) Die Rechte des Gläubigers bestimmen sich nach den §§ 280, 283 bis 285, 311a und 326.

Wenn das nicht gelingt, weil der 2. Käufer nicht will, kann es nur noch um Schadensersatz gehen.

Jetzt vermutest du ja, dass der Verkäufer nur vorgibt, die Sache weiter verkauft zu haben, vielleicht hat er sie ja noch.

Es liegt jetzt an dir, ob du schnell reagierst und deinem V klarmachst, dass das alles kein Späßchen ist und das er gut daran tut, dir die Sache vertragsgemäß zu übereignen und deine Zahlung anzunehmen, da er sich sonst einer saftigen Schadensersatzforderung gegenübersehen würde. Das wäre das, was jetzt zu tun wäre.

Du kannst das mit einem Urteil untermauern, da ging auch um eine eBay Auktion, ein Extremfall - unser allseits geliebter Rübenroder.

LG Köln 19 U 109/06 28 O 567/05

http://www.lampmann-behn.de/lbr/entscheidungen/onlinerecht/124/5/1

EUR 60.000,00 Schadensersatz, nicht gerade wenig.

Wenn es nicht hilft, weil das Teil tatsächlich verkauft wurde und nicht mehr zurückgekauft werden kann (zu zumutbaren Konditionen) oder wenn es der Verkäufer um keinen Preis herausrücken will, kann es letztendlich nur noch um Schadensersatz gehen.

Wir hatten vor ein paar Wochen einen ähnlichen Thread, da wurde darauf hingewiesen, dass ein Gerichtsvollzieher Erfolg haben könnte, aber dann müsste man erst einmal ein Urteil in der Tasche haben, vollstrecken können - das müsste angekündigt werden, alle Zeit der Welt für einen, der nicht will, die Sache verschwinden zu lassen oder zu zerstören.

http://www.123recht.net/Rechtslage-vorzeitige-Auktionsbeendung-was-tun-__f218447.html

Der Verkäufer hat die Zahlung zurückgehen lassen, er befindet sich in Annahmeverzug, solange nicht feststeht, dass wirklich eine Unmöglichkeit vorliegt, wird man auf Lieferung Zug um Zug gegen Zahlung des Kaufpreises klagen können. Falls wir es mit einer Unmöglichkeit zu tun haben, hätte der Verkäufer sie jedenfalls zu vertreten, er wird letztendlich Schadensersatz leisten müssen.



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