gekauft - erhalten - defekt

17. Januar 2010 Thema abonnieren
 Von 
pommes20
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)
gekauft - erhalten - defekt

moin!

ich habe bei einem händler im internet ein handy gekauft.

das angebot lautete folgendermaßen:
"SIEMENS ME45 grau-schwarz WIE NEU mit RECHNUNG GARANTIE".

bezahlt, erhalten, benutzt, defekt :-/
der defekt trat nun nach sehr kurzer zeit ein.

was für ein recht habe ich nun?
ich lese oft von einem unterschied zwischen garantie, gewähleitung, reperatur, ersatzlieferung usw.

meine 2 fragen:

könnte ich folgendes (per einschreiben) vom händler verlangen:

[color=blue]1.
das gelieferte gerät weist einen erheblichen defekt auf.
hiermit fordere ich sie auf, mir innerhalb von 14tagen eine ersatzlieferung zukommen zu lassen.


2.
habe ich das recht, das defekte gerät in einem "unfreien", versichertem paket zu senden?
[/color]

zur info:
ich habe das gerät benutzt, wodurch es gebrauchsspuren hat;
ich habe einen zeugen, der mit mir den schaden feststellte und es eingepackt hat.

wer den artikel ansehen will:
Siemens SL55 - Artikelbeschreibung
(der link funktioniert komischerweise nicht immer... dann muss man einfach den link anklicken und sobald die seite sich kurz geöffnet hat aus "escape" drücken)


ich würde mich sehr über eine antwort freuen
gruß pommes20

-- Editiert am 17.01.2010 02:19

Probleme nach Kauf?

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1425x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>das gelieferte gerät weist einen erheblichen defekt auf.
hiermit fordere ich sie auf, mir innerhalb von 14tagen eine ersatzlieferung zukommen zu lassen. <hr size=1 noshade>


Sicherlich kannst du das verlangen. immerhin hast du nach § 439 Abs. 1 BGB ein Wahlrecht zwischen Reparatur und der Lieferung mangelfreier Ware.

Allerdings könnte der Händler berechtigt sein, diese Art der Nacherfüllung (Ersatzlieferung) zu verweigern und auf die andere Art der Nacherfüllung (Reparatur) zu verweisen.

§ 439 BGB
Nacherfüllung

(1) Der Käufer kann als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen.

(2) Der Verkäufer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.

(3) Der Verkäufer kann die vom Käufer gewählte Art der Nacherfüllung unbeschadet des § 275 Abs. 2 und 3 verweigern, wenn sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist. Dabei sind insbesondere der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand, die Bedeutung des Mangels und die Frage zu berücksichtigen, ob auf die andere Art der Nacherfüllung ohne erhebliche Nachteile für den Käufer zurückgegriffen werden könnte. Der Anspruch des Käufers beschränkt sich in diesem Fall auf die andere Art der Nacherfüllung; das Recht des Verkäufers, auch diese unter den Voraussetzungen des Satzes 1 zu verweigern, bleibt unberührt.

(4) Liefert der Verkäufer zum Zwecke der Nacherfüllung eine mangelfreie Sache, so kann er vom Käufer Rückgewähr der mangelhaften Sache nach Maßgabe der §§ 346 bis 348 verlangen.

Das wäre z. B. der Fall, wenn er kein solches Handy mehr hätte oder es besorgen könnte (§ 275 Abs. 2 BGB ).. Es handelt sich scheinbar um ein älteres Modell, es wurde wohl 2002 eingeführt, es scheint Retourenware (Widerruf - Gewährleistung) zu sein, die instand gesetzt wurde und als "wie neu" verkauft wurde.

Desweiteren die ausführliche Darstellung von Mirk, was eine Unverhältnismäßigkeit nach § 439 Abs. 3 BGB betrifft:

http://www.123recht.net/unverh%C3%A4ltnism%C3%A4ssig-hohe-Kosten-bei-Nacherf%C3%BCllung-__f169413.html

Unabhängig von der immer wieder neu auflammenden Diskussion Stückschuld - Gattungsschuld (immer noch oder gar nicht mehr oder ein bisschen), bietet der Händler ein solches Handy (wenn es das ist) zur Zeit an.


http://cgi.ebay.de/SIEMENS-ME45-grau-schwarz-WIE-NEU-mit-RECHNUNG-GARANTIE_W0QQitemZ260538374258QQcmdZViewItemQQptZDE_Handys_ohne_Vertrag_KM?hash=item3ca94c1872

Man muss nun sehen, wie der Händler sich äußert.

quote:<hr size=1 noshade>2. habe ich das recht, das defekte gerät in einem "unfreien", versichertem paket zu senden? <hr size=1 noshade>


Das würde ich nicht tun. Es geht hier um Nacherfüllung, nicht um Widerruf. Du bist auch selbst zur Schadensminderung verpflichtet, du hast einen Anspruch auf Erstattung deiner Versandkosten (§ 439 Abs. 2 BGB ), das Gesetz räumt dir weder ein, dass der Händler die Kosten vorzustrecken hat (Retourenschein), noch dass du berechtigt wärst, eine unfreie Sendung, die nicht unerhebliche Kosten auslöst, auf den Weg zu bringen.

Würde hier aber alle Fliegen mit einer Klappe schlagen, das Handy per Paket zurückschicken und gleichzeitig dein Schreiben beilegen, so kannst du auch direkt eine Frist setzen zur Erstattung des ausgelegten Portos.










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-- Editiert am 17.01.2010 10:28

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