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An mich vermietet - an andere verkauft

20. August 2004 Thema abonnieren
 Von 
Rüdy
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
An mich vermietet - an andere verkauft

Hallo,
ich grüsse zunächst einmal das Forum und alle Leser!

Folgender Fall hat meine Familie ereilt.

Wir haben mit einem Hausbesitzer einen (unbefristeten) Mitvertrag für sein Haus, ab 01.11.2004 abgeschlossen.
Daraufhin, logisch, in unserer alten Wohnung gekündigt und haben jetzt erfahren, dass der Vermieter das Haus verkauft hätte. Und dies nicht als reiner Investor, sondern an eine andere Familie, welche dort ebenfalls einziehen möchte. :(

Stehe ich dann im Regen? Kann der Besitzer (neu wie alt) mich dann einfach so auf die Strasse setzen?

Für den einen oder anderen Hinweis wäre ich enorm dankbar!!!

LG Rüdy

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest123-56
Status:
Schüler
(464 Beiträge, 181x hilfreich)

Nein, natürlich nicht.

Grundsätzlich ändert der Verkauf des Hauses nichts am abgeschlossenen Mietvertrag; es tritt lediglich der Erwerber als neuer Vermieter in den bestehenden Vertrag ein.

Inwieweit der dann (unter Beachtung der Kündigungsfristen natürlich) Eigenbedarf geltend machen kann, ist eine andere Frage. Vor allem muß er dazu überhaupt erst einmal als neuer Eigentümer im Grundbuch eingetragen sein.

Wenn dies dem alten Eigentümer zum Zeitpunkt des Abschlusses des Mietvertrages bekannt war und er es verschwiegen hat, besteht u.U. Anspruch auf Schadensersatz (z.B. Umzugskosten) ihm gegenüber.

Tipp: bei (wahrscheinlich) berechtigtem Eigenbedarf des neuen Eigentümers könnte es langfristig gesehen das Vernünftigste sein, sich mit diesem auf eine einvernehmliche Auflösung des Mietvertrages gegen Zahlung einer Abfindung zu einigen.

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#2
 Von 
Odil
Status:
Student
(2165 Beiträge, 832x hilfreich)

Hallo!
Kann nur noch einmal ermutigen, soweit Ihr
nach weislich getäuscht worden seid,
also der Verkauf schon geplant gewesen war,
den Vermieter auf Schadenersatz zu verklagen.
Oder, wie Felix vorschlägt, auf andere Weise
die Kosten ersetzt zu bekommen.
Fruß
Odil

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Odil
Status:
Student
(2165 Beiträge, 832x hilfreich)

Hallo!
Kann nur noch einmal ermutigen, soweit Ihr
nach weislich getäuscht worden seid,
also der Verkauf schon geplant gewesen war,
den Vermieter auf Schadenersatz zu verklagen.
Oder, wie Felix vorschlägt, auf andere Weise
die Kosten ersetzt zu bekommen.
Gruß
Odil

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Rüdy
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Liebe/r Felix & Odil,
vielen Dank für eure schnelle Antwort! Es beruhigt schon ein wenig, eure Zeilen zu lesen.

Nun, das es ein geplantes Vorhaben war, kann leider nicht eindeutig nachweisen. Der Vermieter sagt er hätte nicht gewusst, dass er den Kredit von diesem Haus zum neuen mitnehmen müsse (Umschuldung oder so). Er sei also gezwungen so zu handeln. Doch wie weisst man in diesem Falle einen Vorsatz nach?
Wir finden auf alle Fälle, das dies ganz schön link ist. Auf alle Fälle sind wir uns nicht sicher, ob der Verkäufer dem Käufer von unserer Existenz erzählt hat. :-(

LG an alle, Rüdy!

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(44057 Beiträge, 15711x hilfreich)

Ich denke, da Vermietung und Verkauf zeitlich derart eng beieinander liegen, reicht hier der Beweis des ersten Anscheins.

Im Streitfall wird der Vermieter darlegen müssen, warum bei der Vermietung der Wohnung noch kein Verkauf geplant war und warum sich das so plötzlich geändert hat.

Du hast aus meiner Sicht gute Chancen, Schadenersatz zu bekommen. Die Aussichten, in der Wohnung bleiben zu dürfen, wenn der neue Eigentümer Eigenbedarf anmeldet, sind eher gering.

Aber vielleicht will der neue Eigentümer gar nicht in das Haus, sondern möchte die Mieteinnahmen kassieren.

dass er den Kredit von diesem Haus zum neuen mitnehmen müsse (Umschuldung oder so)
Entweder hast Du da etwas falsch verstanden oder der Vermieter erzählt Unsinn.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Rüdy
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Forianer,
ich bin es noch einmal mit einer Zusatzfrage. ;-)

Nun scheint es so, dass mein "geliebter" zukünftiger Vermieter aus seinem Haus nicht ausziehen will, da seine eigenen Pläne (in ein anderes Haus zu gehen) offensichtlich gescheitert sind.
Mir steht nach ihrem eigenen Mietvertrag zu, ab Mitte September Renovierungsarbeiten im neuen Haus zu machen. Der alte Vertrag ist, wie bereits gepostet, gekündigt.

Habe ich das Recht, repektive wie, kann ich von meinem Recht gebrauch machen?
Ihr Anwalt will uns bereits einreden, dass der Mietvertrag ja eh hinfällig wäre und es keinerlei Schadensforderungen von unserer Seite geben könne.
Ein was sollte mir doch zustehen: Schadensersatz oder die Mietsache (letzteres ist mir natürlich lieber).

Liebe Grüsse an alle, Rüdy!

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
guest123-56
Status:
Schüler
(464 Beiträge, 181x hilfreich)

Versteh ich nicht ganz. Ist der "geliebte" Vermieter der alte, welcher das Haus erst vermietet hat und dann verkauft hat?

Ihr habt doch einen gültigen Mietvertrag, nach dem Ihr am 1.11. dort einziehen könnt. Wieso sollte dieser hinfällig sein? Wenn der alte Eigentümer/Vermieter sich mit seinen eigenen Wohnungsplänen verkalkuliert hat, ist es allein seine Sache. Den abgeschlossenen Vertrag hat er zu erfüllen.

Wenn er wegen Eigenbedarfs kündigen will, hat er die üblichen Fristen zu beachten, ohne Rücksicht auf seine eigene Wohnungssituation.
Hat er das getan, und falls ja, wann und zu welchem Termin?

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Rüdy
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Lieber Felix,
danke zunächst für deine Antwort.

Nein der "Geliebte" ist ein neuer Vermieter, der uns sein Haus vermieten wollte, weil er in ein anderes ziehen wollte. Er "drängte" uns schon fast zur Unterschrift auf seinen Mietvertrag, damit er endlich seine neuen Vorhaben realisieren kann.

Nun ist sein Vorhaben offensichtlich geplatzt und sein Anwalt wollte uns zur "freiwilligen Vernichtung" unseres Mietvertrages "überreden".
Aber wie gesagt, wir stehen auch auf dem sogenannten Schlauch! Wir können, selbst wenn wir wollten, ja keinen anderen Mietvertrag machen (so zur Sicherheit, wenn das beim "Geliebten" nicht klappt), denn wenn dem dann doch noch einfällt sich an seinen Vertrag zu halten, stehen wir mit zwei Mietverpflichtungen im Regen.

Auf Eigenbedarf wurde (noch) nicht geklagt. Die (seine) beiden Kinder könnten ja sicherlich eine soziale Härtefallklausel auf den Plan rufen, aber wir wollen auch nicht unter der Brücke schlafen!

:( :( :(

LG Rüdy

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
guest123-56
Status:
Schüler
(464 Beiträge, 181x hilfreich)

Hallo Rüdy,

ich denke, daß der Vermieteranwalt aus seiner Sicht gute Gründe hat, euch zum "freiwilligen Vernichten" des Mietvertrages aufzufordern - was ihr aber tunlichst nicht tun solltet.

Erstens einmal habt ihr einen gültigen Mietvertrag (ob nun direkt mit dem neuen oder mit dem alten Vermieter, der per Eigentumsüberschreibung auf den neuen übergegangen ist). Solange dieser nicht rechtswirksam gekündigt ist, ist er zu erfüllen, oder es ist Schadensersatz zu leisten.

Wie der neue Vermieter seinen privaten Wohnbedarf während dieser Zeit regelt, ist seine Sache. Auf eine soziale Härtefallklausel kann sich nur der Mieter berufen. Notfalls muß er halt in eine Ferienwohnung o.ä. ziehen.

Kurzfristig hat der Vermieter also schlechte Karten. Mittelfristig wird man sich aber kaum gegen eine Kündigung wegen Eigenbedarf wehren können. Deshalb würde ich an eurer Stelle folgendermaßen vorgehen:

1) Gegenüber dem Vermieter oder seinem Anwalt andeuten, daß man entgegenkommenderweise bereit sei, sich umgehend nach einer neuen Bleibe umzuschauen und ggf. gar nicht erst am 1.11. einzuziehen - falls einem der Vermieter auch hinsichtlich der dadurch entstehenden Kosten entgegenkommt.

2) Zusicherung einholen, daß man den Mietvertrag jederzeit fristlos oder sehr kurzfristig kündigen kann, wenn man etwas Geeignetes gefunden hat. Dann taucht das Problem mit doppelten Mietverträgen gar nicht erst auf. Ebenso, daß Wohnung im gegenwärtigen Zustand zurückgenommen wird (keine Schönheitsreparaturen usw.).

3) Angemessene Entschädigung vereinbaren. Beispiel: Maklerprovision für neu zu suchende Wohnung, (höhere) Umzugskosten, oder eine entsprechend bemessene Pauschale, bei der man keinen Verlust macht.

Alles eindeutig schriftlich zusichern lassen. Viel Erfolg!

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Rüdy
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Lieber Felix,
vorab eines, es ist regelrecht Balsam für die Seele zu wissen, dass es Menschen gibt, die einem mit Ihrer (Berufs/ Lebens)Erfahrung zur Seite stehen und dies unentgeltlich!!!
Neben der gelebten Zivilcourage, halte ich diese Eigenschaft, die der Hilfsbereitschaft, für ein wertvolles Gut der Menschheit.

"Pathos-Modus aus!" ;-)

Vielen Dank für deinen sach- und fachkompetenten Rat und ... ich frage bestimmt noch mal was ...! ;-)

Liebe Grüsse Rüdy!

0x Hilfreiche Antwort

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