Anwaltskosten bei aufghobener fristloser Kündigung

27. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
Babsi09
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)
Anwaltskosten bei aufghobener fristloser Kündigung

Hallo zusammen,

wir sind vor Kurzem umgezogen und unser Vermieter hat uns im Mietvertrag eine falsche IBAN angegeben. Entsprechend wurde die Miete+Kaution nicht gezahlt und wir haben die fristlose Kündigung und hilfweise fristgerechte Kündigung durch einen Anwalt erhalten. In der Zwischenzeit hat es ein Telefonat mit meinem Mann gegeben, in welcher sie von dem Zahlungsrückstand informiert worden ist (zstl. zu einer Mahnung) und in welchem nach mehrfacherer Kommunikation eine neue IBAN telefonisch durchgegeben worden ist (ohne diese schriftlich zu erhalten). Ist es rechtens die IBAN lediglich telefonisch neu durchzugeben, wenn diese im Mietvertrag falsch angegeben wurde?

Nun wurde der gesamte Betrag (Miete und Kaution) gezahlt, somit die fristlose Kündigung aufgehoben. Zudem hat sich der Vermieter bereit erklärt auf die fristgerechte Kündigung zu verzichten, falls der Rückstand + die entstandenen Anwaltskosten vollständig gezahlt werden. Zu den Anwaltskosten habe ich allerdings folgende Frage:

1) Wird hier trotz Zurücknahme der fristgerechten Kündigung der volle Streitwert angerechnet (12 Monate*Kaltemiete) bzw. gibt es Möglichkeiten gegen diese Anwaltskosten anzugehen?
2) Werden die zwei versäumten Monatsmieten zusätzlich zu weiteren 12 Monaten berechnet oder fallen diese in die 12 Monate mit rein? Zusätzlich verlangt dieser eine Geschäftsgebühr 1,6, welche direkt bei der Kündigung angesetzt wurde?
3) Da mein Mann und ich beide den Mietvertrag erhalten haben, haben wir beide ein separates Anwaltschreiben mit Zahlungsaufforderung bekommen, in welchem der gesamte Streitwert zugrunde gelegt wird, also zweimal berechnet wird (einmal für mich, einmal für meine Frau). Ist das Rechtens?

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37 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Schalkefan
Status:
Lehrling
(1200 Beiträge, 189x hilfreich)

Warum solltet ihr die anwaltskosten des Vermieters übernehmen, wenn der Vermieter euch eine falsche IBAN gibt?

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#2
 Von 
Babsi09
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Laut Vorwurf im Schreiben des Anwalts, weil eine Mitarbeiterin des Vermieters vor der Kündigung telefonisch eine neue IBAN durchgegeben hat und wir somit entsprechende Zahlungen hätten nach Auffallen des Fehlers hätten durchführen können

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118552 Beiträge, 39594x hilfreich)

Zitat (von Babsi09):
weil eine Mitarbeiterin des Vermieters vor der Kündigung telefonisch eine neue IBAN durchgegeben hat

Und, war dem so?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
Babsi09
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja dem war vielen hin und her in der Tat so. Allerdings lediglich telefonisch und nicht schriftlich, wo mir unklar ist, ob dies mit Bezug auf das Anwaltsschreiben auch Bestand hat?

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#5
 Von 
Roland-S
Status:
Student
(2591 Beiträge, 1199x hilfreich)

Zitat (von Babsi09):
Zwischenzeit hat es ein Telefonat...[...]
Vor Erhalt der Kündigung?
Zitat (von Babsi09):
mehrfacherer Kommunikation eine neue IBAN telefonisch durchgegeben worden ist (ohne diese schriftlich zu erhalten).
Warum wurde dies im Telefonat nicht moniert und die schriftliche Mitteilung der Kontodaten gefordert?

Was geschah mit den Überweisungen an die falsche IBAN? Hat man nicht bemerkt, dass diese (hoffentlich?) zurückgebucht wurden? Wenn dem so war, warum hat man sich nicht selbst gekümmert die richtige IBAN zu bekommen?

Diese Punkte könnten eine Rolle spielen, wenn es um die Anwaltskosten geht. Aber IMO auch, warum der Vermieter so schnell und kostenträchtig mit der Kündigung um's Eck kommt.

VG
Roland

Signatur:

Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt.

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#6
 Von 
Babsi09
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Es gab immer wieder Kommunikation mit verschiedenen Leuten (Vermieter, Angestellter, andere Angestellte) und ich hab erst relativ spät erfahren, dass die IBAN im Mietvertrag falsch ist (lediglich mein Mann), da wir zeitweise gedacht haben wir hätten die falsch angegeben etc. Nichtsdestotrotz hätte man sich in der Tat intensiver drum kümmern können, die IBAN selbst nochmal zu organisieren.

Könnt ihr mich noch zu meinen Fragen oben zu der Höhe den Anwaltskosten weiterhelfen?
1) zählen die beiden versäumten Monatsmieten in die 12 Monate Brechnubgsgrundlage oder fallen diese wirklich zusätzlich an?
2) ist es wirklich normal, dass sowohl ich als auch mein Mann beide separate Schreiben gekriegt haben und beide entsprechend Anwaltskosten in Höhe des vollen Streitwertes zahlen müssen?

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#7
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6373 Beiträge, 2309x hilfreich)

Zitat:
1) Wird hier trotz Zurücknahme der fristgerechten Kündigung der volle Streitwert angerechnet (12 Monate*Kaltemiete) bzw. gibt es Möglichkeiten gegen diese Anwaltskosten anzugehen?

Bei einer Räumungsklage ist Stetreiwert immer die Jahresmiete.
Zitat:
2) Werden die zwei versäumten Monatsmieten zusätzlich zu weiteren 12 Monaten berechnet oder fallen diese in die 12 Monate mit rein? Zusätzlich verlangt dieser eine Geschäftsgebühr 1,6, welche direkt bei der Kündigung angesetzt wurde?

Der Räumungsanspruch bildet den einen Streitwert und der Zahlungsspruch ist ein weiterer Streitwert.

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118552 Beiträge, 39594x hilfreich)

Zitat (von Babsi09):
Allerdings lediglich telefonisch und nicht schriftlich,

Es zählt einzig, das die Information vorhanden war und man dennoch nichts gemacht hat.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Babsi09
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke Spezi. Zu folgendem Punkt habe ich noch eine Frage (sorry meine Zitierfunktion funktioniert nicht):
„Bei einer Räumungsklage ist Stetreiwert immer die Jahresmiete"

Gilt dies auch wenn wir lediglich eine fristlose und hilfsweise fristgerechte Kündigung durch den Anwalt erhalten haben? Eine Räumungsklage haben wir noch nicht erhalten.

Zudem habe ich gelesen, dass bei gewerblichen Vermietern für eine Kündigung kein Anwalt hinzugezogen werden muss, sondern durch den Vermieter selbst erfolgen sollte, wenn einfache Fälle wie Zahlungsverzug vorliegen (siehe https://www.haufe.de/recht/deutsches-anwalt-office-premium/kuendigungsfolgeschaden-miete-11-rechtsanwaltskosten_idesk_PI17574_HI638880.html#:~:text=Die%20Kosten%20des%20Anwalts%20f%C3%BCr,%2C3%2DGesch%C3%A4ftsgeb%C3%BChr%20ist%20angemessen. In der Tat hat der Vermieter uns selbst eine fristlose Kündigung geschickt und dann wenige Tage später kam die fristlose und hilfsweise fristgerechte Kündigung vom Anwalt. Ist dies etwas was man anfechten kann?

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#10
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6373 Beiträge, 2309x hilfreich)

Nach meiner Auffassung kommt es wenniger darauf an, ob die Kündigung wieder aufgehoben wurde, sondern ob sie berechtigt war. Ein Vermieter muß eine berechtigte Kündigung nicht vollziehen und kann dennoch die Erstattung seiner Kosten verlangen, wenn der Mieter Anlaß zu der Kündigung gegeben hatte.
Den Anlaß sehe ich hier als gegeben an, denn der Mieter wußte ja daß er sich verpflichtet hat die Mietkaution zu zahlen muß. Er hätte mit dem Vermieter Kontakt aufnehmen müssen, wenn die erfolgte Zahlung nicht gelungen war.

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

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#11
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6373 Beiträge, 2309x hilfreich)

,doppelt

-- Editiert von User am 30. Oktober 2023 09:26

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

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#12
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Rein rechtlich gehören meines Wissens nach die Anwaltskosten für die Kündigung selber nicht zu den notwendigen Rechtsverfolgungskosten und sind daher nicht vom Mieter zu zahlen. Bei der Räumungsklage sieht es anders aus, aber da sind wir ja noch nicht. Natürlich kann der Mieter sich dennoch bereit erklären, die Kosten zu übernehmen, um sich mit dem Vermieter zu einigen. Aber bei einer Einigung ist die Höhe der Kosten eh Verhandlungssache.

Gibt es im Mietvertrag eigentlich einen Kündigungsverzicht? Dann müsste man sich anschauen, ob die ordentliche Kündigung nicht aufgrund des Kündigungsverzichtes eh aktuell noch nicht greift.

Unabhängig davon kann man diskutieren, inwieweit den Vermieter hier ein wesentliches Mitverschluden trifft, sodass eine ordentliche Kündigung eh nicht gerechtfertigt war. Ein Mieter muss sich nicht auf eine telefonisch von irgendwem durchgegebene IBAN verlassen. Er darf schon fordern, dass ihm diese nachweisbar mitgeteilt wird. Aber wenn er beim Telefonat nicht darauf hingewiesen hat, ist natürlich auch ein Verschulden beim Mieter da.

1x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Babsi09
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Spezi-2):
Nach meiner Auffassung kommt es wenniger darauf an, ob die Kündigung wieder aufgehoben wurde, sondern ob sie berechtigt war. Ein Vermieter muß eine berechtigte Kündigung nicht vollziehen und kann dennoch die Erstattung seiner Kosten verlangen, wenn der Mieter Anlaß zu der Kündigung gegeben hatte.

Das ist dann in der Tat gegeben, da komplett unabhängig von den Umständen 2 Monatsmieten ausblieben
Zitat (von cauchy):
Rein rechtlich gehören meines Wissens nach die Anwaltskosten für die Kündigung selber nicht zu den notwendigen Rechtsverfolgungskosten und sind daher nicht vom Mieter zu zahlen. Bei der Räumungsklage sieht es anders aus, aber da sind wir ja noch nicht. Natürlich kann der Mieter sich dennoch bereit erklären, die Kosten zu übernehmen, um sich mit dem Vermieter zu einigen. Aber bei einer Einigung ist die Höhe der Kosten eh Verhandlungssache.

Gibt es im Mietvertrag eigentlich einen Kündigungsverzicht? Dann müsste man sich anschauen, ob die ordentliche Kündigung nicht aufgrund des Kündigungsverzichtes eh aktuell noch nicht greift.
Also kann man die Anwaltskosten deinem Verständnis nach anfechten? Laut Anwaltsschreiben und Vermieter kann das Mietverhältnis fortgeführt werden, wenn der Rückstand (bereits gezahlt) plus die Anwaltskosten (noch offen) gezahlt werden. Allerdings haben wir in unserem Mietvertrag eine Mindestlaufzeit von 2 Jahren verankert. Also kann der Vermieter uns ordentlich gar nicht kündigen, unabhängig ob wir die Anwaltskosten zahlen oder nicht? Die außerordentliche Kündigung wurde durch die Zahlung des offenen Betrages ja bereits erledigt.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4313 Beiträge, 510x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Babsi09):
Allerdings lediglich telefonisch und nicht schriftlich,


Es zählt einzig, das die Information vorhanden war und man dennoch nichts gemacht hat.


Sehe ich auch so.

Zitat (von Babsi09):
wir sind vor Kurzem umgezogen


Seit wann wohnt ihr in der neuen Wohnung?

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Babsi09
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
wir sind vor Kurzem umgezogen
01.09.2023

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von Babsi09):
Also kann man die Anwaltskosten deinem Verständnis nach anfechten?
Ich bin kein Anwalt. Ich werde auch nicht haften, wenn das für euch schiefgeht und ihr ausziehen müsst. Das vorweg. Ich kann nur versuchen, auf einzelne Punkte hinzuweisen. Ihr müsst für euch selber entscheiden, wie ihr vorgehen wollt. Euer Problem wird sein, dass sich eine anwaltliche Beratung für euch kaum lohnen wird, denn den Anwalt würdet ihr auf jeden Fall bezahlen müssen. Wenn ihr Pech habt zusätzlich.

Ich habe auf jeden Fall ein Urteil im Kopf, nachdem zumindest ein gewerblicher Vermieter bzw. eine gewerbliche Hausverwaltung, die für mehrere Wohnung zuständig ist, die eigene Kompetenz besitzen muss, um ohne Anwalt eine Kündigung auszusprechen. Deshalb wurden die Anwaltskosten einer einfachen Kündigung (eine solch einfach gelagerte Kündigung liegt hier vor) als nicht notwendige Rechtsverfolgungskosten gewertet und der Mieter musste sie nicht zahlen.

Nur wäre das ein Pyrrhussieg, wenn ihr dafür aufgrund der ordentlichen Kündigung die Wohnung verlieren würdet.

Zitat (von Babsi09):
Allerdings haben wir in unserem Mietvertrag eine Mindestlaufzeit von 2 Jahren verankert.
Was steht denn da wortwörtlich? Das gibt vielleicht einen Rückschluss darauf, ob aktuell überhaupt eine ordentliche Kündigung möglich ist.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Babsi09
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Was steht denn da wortwörtlich? Das gibt vielleicht einen Rückschluss darauf, ob aktuell überhaupt eine ordentliche Kündigung möglich ist.
Im Mietvertrag steht drin: "Das Mietverhältnis beginnt am 01.09.2023 und endet am 31.08.205. Ab dem 01.09.2025 tritt die gesetzliche Kündigungsfrist von derzeit 3 Monaten in Kraft. Das Mietverhältnis kann erstmals am 1.9.2025 zum 30.11.2025 gekündigt werden.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von Babsi09):
Das Mietverhältnis beginnt am 01.09.2023 und endet am 31.08.205. Ab dem 01.09.2025 tritt die gesetzliche Kündigungsfrist von derzeit 3 Monaten in Kraft. Das Mietverhältnis kann erstmals am 1.9.2025 zum 30.11.2025 gekündigt werden.
Steht da wirklich nicht mehr? Schwierig. Ich persönlich würde eine ordentliche Kündigung damit aktuell für ausgeschlossen halten. Wenn der Vermieter in zwei Jahren wegen eines Mietverzugs heute kündigungen würde, macht er sich lächerlich, wenn zwischendurch alle Mieten problemlos gezahlt wurden. Da wäre die hinreichende Schwere der Schuld sicherlich nicht mehr gegeben.

Selbst jetzt wäre ernsthaft in Zweifel zu ziehen, ob das Mieterverhalten die für eine ordentliche Kündigung notwendige Schwere der Schuld erreicht. Immerhin wurde sofort nach Kündigung die Summe gezahlt. Diskutabel wäre allerdings, dass es zwischendurch offenbar eine telefonische Abmahnung gab. Da sich diese aber nicht an alle Vertragspartner (also alle Mieter) richtete, ist auch das für den Vermieter nur ein schwaches Argument.

Nochmal der Hinweis, dass ich kein Anwalt bin und nicht haften werde. Der Vermieter wird sicherlich sauer sein, wenn ihr die Anwaltsrechnung nicht zahlt. Keine Ahnung, wie er dann reagiert. Wenn meine Meinung stimmt, dann mag es rechtlich für euch gut ausgehen. Wenn nicht, wirds gruselig. Ich selber als Mieter wüsste in dieser Situation nicht, ob es nicht sinnvoller wäre, eine angemessene Anwaltsrechnung des Vermieters zu bezahlen.




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#19
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4313 Beiträge, 510x hilfreich)

Zitat (von Babsi09):
01.09.2023


Und euch ist nicht eingefallen dafür zu sorgen, dass die Miete und die Kaution bezahlt werden? Die erste Überweisung auf das falsche Konto mag man ja noch verstehen, aber der Oktober auch noch?

Zitat (von Babsi09):
Nun wurde der gesamte Betrag (Miete und Kaution) gezahlt, somit die fristlose Kündigung aufgehoben. Zudem hat sich der Vermieter bereit erklärt auf die fristgerechte Kündigung zu verzichten, falls der Rückstand + die entstandenen Anwaltskosten vollständig gezahlt werden. Zu den Anwaltskosten habe ich allerdings folgende Frage:


Nun ist wann, Ende Oktober? Ihr wart in Verzug, ich bin da nicht so großzügig wie cauchy. Ihr wusstet spätetens, ab Anfang September, als die erste Miete zzgl. Kaution unverhofft zurückgebucht wurde, dass da was im Argen ist und habt trotz der Kenntnis der richtigen IBAN erst gezahlt als der Anwaltsbrief kam.

Ich würde die Rechnung bezahlen, das sind gewiss nicht zwei Rechnungen sondern eine, schau mal auf die Rechnugsnummer.

-- Editiert von User am 30. Oktober 2023 15:33

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#20
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
ich bin da nicht so großzügig wie cauchy.
Ganz im Gegenteil. Du bist extremst großzügig darin, das Geld anderer Leute auszugeben (oder besser dies zu empfehlen).

Wir sind hier in einem Rechtsforum. Versuchen wir uns doch erst einmal am Recht zu orientieren. Da haben wir eine ordentliche Kündigung wegen Zahlungsverzug. Wenn diese wegen des Kündigungsausschlusses unwirksam ist, dann sind dafür vom Mieter natürlich keine Anwaltskosten zu zahlen. Das hat mit Großzügigkeit nichts zu tun, sondern eher mit der Dummheit des Vermieters bzw. seines Anwaltes, wenn er eine unwirksame Kündigung schreibt.

Insoweit müsste also der Vermieter argumentieren, warum bei seinem Kündigungsausschluss eine ordentliche Kündigung wegen Zahlungsverzug nicht ausgeschlossen sein soll. Ist nicht unmöglich, aber so richtig leuchtet mir das beim verwendeten Kündigungsausschluss nicht ein.

Bei der fristlosen Kündigung wegen Zahlungsverzug sehe ich in der Regel auch keine Notwendigkeit für einen Anwalt. Das ist schlicht das Lebensrisiko eines jeden, wenn er das nicht selber hinbekommt. Der Mieter bekommt auch keinen Anwalt im außergerichtlichen Verfahren gezahlt, wenn er sich gegen unwirksame Kündigungen des Vermieters wehren will. Da die fristlose Kündigung inzwischen unwirksam gemacht wurde, geht's auch nicht in ein Räumungsverfahren, wo ein Anwalt eher gerechtfertigt wäre.

Und bis dahin habe ich das Verschulden des Vermieters, die falsche IBAN und ein bloßer Telefonanruf als Korrektur, gar nicht diskutiert. Das kommt bei der orderntlichen Kündigung noch on top als Problem des Vermieters oben drauf.

Falls du rechtlich eine andere Meinung hast, dann würde ich mich über eine Diskussion freuen. Über Bauchgefühl lässt sich aber nur schwer diskutieren.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4313 Beiträge, 510x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Wir sind hier in einem Rechtsforum.


Einzige Antwort für dich:

Miete ist eine Bringschuld (§ 270 BGB) und wer in Verzug gerät hat die Folgen (§ 280, 286 BGB) zu tragen.

Zitat (von cauchy):
Du bist extremst großzügig darin, das Geld anderer Leute auszugeben


MEIN Geld gebe ich aus wie es mir gefällt.

Zitat (von Solan196):
Ich würde die Rechnung bezahlen


0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
wer in Verzug gerät hat die Folgen (§ 280, 286 BGB) zu tragen.
Das findet sich so nicht in den genannten Gesetzen. Aber ich habe verstanden. Dein Bauchgefühl sagt "Der Mieter soll zahlen". Darüber ist nicht zu diskutieren. Einzig diskutabel wäre, was denn ein Fragesteller mit dem Bauchgefühl eines anonymen Forumsnutzers anfangen soll.

1x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(646 Beiträge, 80x hilfreich)

Schade das zum Thema kein genauer Zeitablauf angegeben ist.

Zu welchen Terminen hat der Mieter versucht die Zahlungen (Miete und Kaution, ggf. Kautionsteilbeträge) zu überweisen. Wurde dies Online oder mir Beweisungsbelegt gemacht?

Hier tritt das Problem auf das eine Überweisung auf eine inhaltlich (Prüfsumme) falsche IBAN gar nicht möglich ist, zumindest dann nicht wenn man es Online macht.

Zu welchen Terminen hat der Mieter Kenntnis über die fehlgeschlagene Überweisung erlangt?

Wann war dieses Telefonat bei dem die neue IBAN durchgegeben wurde und was wurde doch vereinbart?

Zitat (von Babsi09):
Laut Vorwurf im Schreiben des Anwalts, weil eine Mitarbeiterin des Vermieters vor der Kündigung telefonisch eine neue IBAN durchgegeben hat


Eine Mitarbeiterin des Vermieters? Wer ist den der Vermieter eine Privatperson oder eine Wohnungsgesellschaft?
Falls Wohnungsgesellschaft dürfte es, wie @cauchy schon geschrieben hat, zweifelhaft sein ob diese überhaupt Rechstanwaltskosten verlagen darf.

siehe auch: https://www.anwalt.de/rechtstipps/keine-anwaltskosten-fuer-kuendigungsschreiben_014564.html

1x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
Babsi09
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Gerd61):
Eine Mitarbeiterin des Vermieters? Wer ist den der Vermieter eine Privatperson oder eine Wohnungsgesellschaft?
Ja es handelt sich in der Tat um eine gewerblichen Vermieter. Im Anwaltsschreiben stehen zwar die Namen der Vermieter, aber diese haben mindestens zwei Angestellte (Immobilienverwalter, Buchhalterin). Auch online finde ich die mbH vom Vater (der mittlerweile verstorben ist), auch wenn der Mietvetrag mit seinem Name und nicht der Immobiliengesellschaft geschlossen wurde.

Da ich heute spätestens morgen eine Antwort zukommen lassen oder eben die Anwaltskosten zahlen muss, kann ich dem RA vorschlagen, die Hälfte der Kosten zu übernehmen? Basierend auf den Tatsachen wie oben beschrieben (Wohnungsgesellschaft und trotzdem Anwaltskosten für das verhältnismäßig "einfache" Vergehen; korrigierte IBAN lediglich an einen Mieter mitgeteilt, nicht an alle; Klausel im Mietvertrag, dass der Vertrag eine Mindestlaufzeit von 2 Jahren hat, etc). Oder ist sowas eher unüblich?

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(646 Beiträge, 80x hilfreich)

Zitat (von Babsi09):
Oder ist sowas eher unüblich?


Du hast mit dem Anwalt so direkt nichts zu tun, dein VM ist der Mandat des Rechtsanwaltes.

Dein Ansprechpartner ist der VM und nur mit ihm kannst Du eine Vereinbarung treffen. Wenn überhaupt kannst Du das also dem VM vorschlagen.

-- Editiert von User am 30. Oktober 2023 20:49

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(646 Beiträge, 80x hilfreich)

Auch könnte man die Gebührenrechnung des Anwaltes einmal in das Unterforum "Standesrecht, Anwalts- und Verfahrenskosten" einstellen.
==> https://www.123recht.de/forum_forum.asp?forum_id=27

Insbesondere ob der angesetzte Faktor von 1,6 hier angemessen erscheint. Ich kann da leider wenig zu sagen aber ein besonders schwerer und aufwendiger Fall der eine 1,6 (und nicht nur eine 1,3) rechtfertigen würde scheint mit das nicht zu sein.


-- Editiert von User am 30. Oktober 2023 21:36

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
Babsi09
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Gerd61):
Insbesondere ob der angesetzte Faktor von 1,6 hier angemessen erscheint. Ich kann da leider wenig zu sagen aber ein besonders schwerer und aufwendiger Fall der eine 1,6 (und nicht nur eine 1,3) rechtfertigen würde scheint mit das nicht zu sein.
Danke Gerd. Faktor 1,6 ergibt sich leider, da es sich um zwei Mandanten handelt (die beiden Kinder des verstorbenen Vaters). Somit ist 1,6 nach erster Recherche leider gerechtfertigt

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
Babsi09
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Gibt es noch weitere Hinweise zu der beschriebenen Mindestmietdauer? Außerordentliche Kündigung aufgrund Zahlungsverzug abgewiesen durch sofortige Zahlung der offenen Beträge. Hilfsweise ordentliche Kündigung greift nicht, da Mietvertrag eine Mindestmietdauer vorsieht. Gibt es trotzdem eine Möglichkeit, dass der Vermieter uns vorzeitig kündigen kann bzw die Mindestmietdauer umgehen kann und doch die hilfweise ordentliche Kündigung gilt?

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Nur eine Information noch von mir: Es wäre taktisch unklug dem Vermieter zu bestätigen, dass die korrigierte IBAN einem Mieter telefonisch durchgegeben wurde. Telefongespräche sind in der Regel nur schwer zu beweisen. Vielleicht wäre es klüger, in dem Punkt einfach nichts zu sagen. Die Unwahrheit sagen wäre dagegen im Zweifel ein versuchter Betrug, das kann strafbar sein.

Im übrigen empfinde ich ein "unter Druck setzen" grundsätzlich immer als sehr problematisch. Die fristlose Kündigung ist vom Tisch. Die Frist der ordentlichen Kündigung noch nicht abgelaufen. Es gibt keinen rechtlichen Grund, jetzt künstlich Zeitstress aufzubauen. Wer das macht, will eine unüberlegte Antwort erreichen.

Wie schon gesagt müsst ihr selber entscheiden. Wenn ihr mit dem Anwalt kommuniziert, kommt im schlimmsten Fall noch eine Einigungsgebühr oben drauf. Ich würde daher empfehlen, mit dem Vermieter selber zu kommunizieren. Was ihr dann anbietet oder sagt, ist euch überlassen. Natürlich habt ihr einen Fehler gemacht. Aber genauso offensichtlich scheint mir eine äußerst übertriebene Reaktion des Vermieters und natürlich die falsche IBAN als vom Vermieter zu vertretende Ursache allen Übels vorzuliegen.

1x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(646 Beiträge, 80x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Aber genauso offensichtlich scheint mir eine äußerst übertriebene Reaktion des Vermieters und natürlich die falsche IBAN als vom Vermieter zu vertretende Ursache allen Übels vorzuliegen.


Die Ursache wird wohl die falsche IBAN, die unklare Situation nach den Tod den VM und dem Übergang des MV auf eine Erbengemeinschaft und das Treibenlassen der Situation durch den TE sein.

Der TE weiß seit Monaten um die falsche TE um kümmert sich nicht wirklich darum die Angelegenheit zu klären. Daher sehe ich hier schon das Hauptverschulden beim TE.

Leider hat der TE auch nicht auf die Frage geantwortet seit wann er von der falschen IBAN wusste. Ich vermute mal seit mindestens Anfang September, zumindest dann er Online-Banking betreibt, ansonsten vielleicht etwas später. Da braucht er sich auch nicht wirklich wundern wenn die Situation eskaliert.


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