Außerordentliche fristlose Kündigung der Mietwohnung

30. März 2005 Thema abonnieren
 Von 
Pippi
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 1x hilfreich)
Außerordentliche fristlose Kündigung der Mietwohnung

Ab Ende Mai 2004 unterrichtete ich erst den Hausmeister, dann telefonisch und danach nur noch schriftlich den Vermieter, dass sich an der Badezimmerdecke feuchte Flecken mit Schimmel bildeten und bat darum, Maßnahmen zu ergreifen. Zunächst wurden in der Wohnung über mir Fugen mit Silikon abgedichtet, da angeblich durch einen undichten Waschmaschinenschlauch Wasser in feine Risse im Fußboden eingelaufen war. Ich wies darauf hin, dass sich die Flecken weiterhin ausbreiten. Es erfolgten schleppende Reaktionen. Schließlich war meine gesamte Baddecke fleckig gelb und hing in der gesamten Raumlänge mit einer deutlichen Wölbung nach unten durch. Ich schrieb bis zu diesem Zeitpunkt sechsmal an meinen Vermieter! Schließlich lief Ende Juli ein halber Eimer Wasser durch die Decke. Offenbar war im Badezimmer meiner Nachbarin über mir die Dusche nicht fachgerecht eingebaut worden, so dass sich diese gesenkt hatte und sämtliche Fugen an der Dusche und im Fußboden gerissen waren. Jedesmal, wenn sie duschte, lief Wasser in meine Decke ein. Mein Vermieter war im Urlaub, der Hausmeister dichtete zentimeterdick mit Silikon ab, meinte, das werde von ganz alleine trocknen und er dürfe keine Entscheidungen über weitere Maßnahmen treffen. Da bereits ein Handwerker seine Besorgnis über die Stabilität der Decke ausgedrückt hatte, zeigte ich den Zustand beim Bauordnungsamt an. Es folgten wochenlange Begutachtungen durch einen Baugutachter des Vermieters, Versicherungen, die gesamte Baddecke wurde bis auf die Balken entfernt, ebenso die Wandverputzungen und die Beleuchtung. Es war weder geklärt, wann oder in welchem Umfang Sanierungsmaßnahmen erfolgen würden, noch, wie lange sie dauern sollten.

Dies war bereits die zweite große Baumaßnahme innerhalb von nur zwei Jahren in meiner Wohnung. 2002 waren die Wandverputzungen in allen Räumen aufgeplatzt und mussten komplett erneuert werden. Auch hier dauerte es ein 3/4 Jahr, bis sich mein Vermieter regte. Die Baumaßnahmen erfolgten unangekündigt, und ich stand von einem Tag auf den anderen plötzlich völlig ohne Wohnung da. Als mir die Wohnung wieder übergeben wurde, waren alle Einrichtungsgegenstände bis in die letzte Ritze mit Feinstaub verdreckt und das Laminat beschädigt. Schon damals musste ich mittels eines Anwalts um mein Recht streiten.

Ich kündigte Ende August 2004 meine Wohnung außerordentlich und fristlos wegen Gesundheitsgefährdung und weil ich mich um den Wohnwert betrogen fühlte. Mittlerweile ist wieder alles mit einem Anwalt im Gange, in zwei Wochen ist Vergleichsverhandlung mit meinem Ex-Vermieter.

Mich interessiert einfach Eure Meinung: Der Vermieter behauptet, ich hätte nicht außerordentlich und fristlos kündigen dürfen. Wie sieht es in einem solchen Fall aus? Bin sehr neugierig!

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(44623 Beiträge, 15892x hilfreich)

Das sehe ich auch so wie der Vermieter.

Du hast mit keinem Satz dargelegt, warum es Dir nicht zuzumuten war, die Kündigungsfrist einzuhalten.

Schließlich war zum Zeitpunkt der Kündigung keine Gesundheitsgefährdung oder eine andere akute Gefahr vorhanden.

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