Auszugstermin / Vermieter meldet sich trotz mehrfacher Schreiben nicht.

3. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
go645845-69
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Auszugstermin / Vermieter meldet sich trotz mehrfacher Schreiben nicht.

Hallo,
folgende Situation.
Nach über 3 Jahren Mietzeit habe ich am 30.07.2023 meine Wohnung fristgerecht zum 31.10.2023 gekündigt.
Kurz danach habe ich die Kündigungsbestätigung schriftlich erhalten.
Ca. 2 Wochen danach habe ich erfahren, dass meine neue Wohnung nicht rechtzeitig zum 01.11.2023 fertig wird.
Ich bin mir bewußt, dass das generell mein Problem ist.
Direkt danach habe ich 4 mal telefonisch, 3 mal per email und 2 mal per Einschreiben mit Rückschein den Vermieter versucht zu erreichen. Bis auf Mitarbeiter im Call center konnte ich niemanden erreichen. Die Verantwortlichen MA des Vermieters melden sich einfach nicht bzw. antworten nicht auf meine Schreinen, in denen ich darum gebeten habe, die Kündigung erst einen Monat später wirksam werden zu lassen.
Ich bin natürlich bereit für diesen Monat Miete zu zahlen.
Offensichtlich sucht der Vermieter aktuell keinen Nachmieter und mehere andere Wohnungen in unserem Mehrfamilienhaus stehen leer.
Es ist mir auch nicht möglich, den Vermieter persönlich aufzusuchen. An der Büroadresse wird man nicht eingelassen.
Ich werde jetzt nochmal ein Einschreiben schicken und mitteilen, dass ich erst zu 30.11.2023 ausziehen werde.
Kann das für mich negative Konsequenzen haben?
Ich habe wirklich keine Idee wie ich mich in einem solchen Fall verhalten soll.

Vielen Dank.

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15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4455x hilfreich)

Zitat (von go645845-69):
Kann das für mich negative Konsequenzen haben?
Natürlich. Du musst die Wohnung vertragsgemäß am 1. bzw. 2. November ( je nachdem, ob am Mietort der 1.11. ein Feiertag ist oder nicht) morgens zurückgeben. Machst du es nicht, dann kann dies Anwalts-, Gerichts- und/oder Schadensersatzkosten beim Vermieter erzeugen, die du dann eventuell ersetzen musst. Viel konkreter wirds nicht werden, weil weder du noch das Forum die Situation beim Vermieter kennt. Insoweit wird keiner wissen, ob solche Kosten und in welcher Höhe anfallen werden.

Zitat (von go645845-69):
Ich habe wirklich keine Idee wie ich mich in einem solchen Fall verhalten soll.
Schwierig. Rein rechtlich musst du raus. Rein rechtlich wäre es sinnvoll, deine Möbel irgendwo einzulagern und für den Monat irgendwo anders unterzukommen. Aber natürlich kann es sein, dass du einfach nur einen Monat länger Miete zahlst und sonst passiert nichts. Das kann keiner wissen.

Beachte bitte den § 545 BGB. Es kann sein, dass durch das Weiterwohnen das Mietverhältnis unbefristet verlängert wird. Natürlich ist es möglich, dass im Mietvertrag die Anwendung dieses Gesetzes ausgeschlossen wurde. Aber verlassen würde ich mich nicht darauf. Von daher solltest du mindestens explizit und nachweisbar deutlich machen, dass du das Mietverhältnis nicht unbefristet sondern um einen Monat verlängern willst.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118491 Beiträge, 39579x hilfreich)

Dem Vorposter ist vollumfänglich zuzustimmen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31499 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von go645845-69):
Ca. 2 Wochen danach habe ich erfahren, dass meine neue Wohnung nicht rechtzeitig zum 01.11.2023 fertig wird.
Das war etwa Mitte August...

Hast du denn seitdem ebenso intensiv deinen neuen Vermieter mit Anrufen und Briefen befragt ?

- Was bedeutet--- wird nicht zum1.11. fertig---.
- Könntest du trotzdem einziehen?
- Hast du einen Mietvertrag ab 1.11.?
- Ließ sich seit Mitte August nicht herausfinden, ob die *Verspätung* noch akut ist oder gar noch mehr als 1 Monat dauert?

uU kannst du vom neuen Vermieter Schadensersatz fordern.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#4
 Von 
go645845-69
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

danke für die Antworten.
Ich hatte das schon befürchtet. Der Vermieter kann sich tot stellen und ich kann nichts machen.
Ja, ich komme nicht vor Ende November in die neue Wohnung.
Wenn ich dem Vermieter jetzt ankündige, dass ich den Kündigungstermin auf Ende November verlegen will und er wieder nicht antwortet, wie kann er dann mir Kosten aufbürden oder Schadenersatz verlangen?
Muß er mir nicht mitteilen, dass er damit nicht einverstanden ist, kann er sich einfach tot stellen?
Er sieht doch, was kommen wird. Hat er nicht eine Schadenminderungspflicht?
Wie soll ich denn auch mit jemandem, der nicht antwortet eine geordnete Wohnungsübergabe machen?

Danke für Euro Hilfe.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118491 Beiträge, 39579x hilfreich)

Zitat (von go645845-69):
Ja, ich komme nicht vor Ende November in die neue Wohnung.

Dann schuldet Dir Dein Vermieter entsprechend Schadenersatz.



Zitat (von go645845-69):
wie kann er dann mir Kosten aufbürden oder Schadenersatz verlangen?

In dem er Dr eine entsprechende Rechnung zusendet



Zitat (von go645845-69):
Muß er mir nicht mitteilen, dass er damit nicht einverstanden ist

Nö - niemand muss so Selbstverständlichkeiten mitteilen. Die Ausnahme - also das er einverstanden ist - das sollte er mitteilen, aber ein "muss" gibt es auch da nicht.



Zitat (von go645845-69):
kann er sich einfach tot stellen?

Eine etwas merkwürdige Frage, angesichts der Tatsachen das er es bereits macht?



Zitat (von go645845-69):
Er sieht doch, was kommen wird.

Und?



Zitat (von go645845-69):
Hat er nicht eine Schadenminderungspflicht?

Ja - nur müsste er dazu die Möglichkeit haben.
Die einzige Möglichkeit bestünde aktuell darin, Dich am 01. / 02. am Kragen zu packen und raus zu schmeißen und Deinen Hausrat hinter Dir her auf die Straße zu schmeißen.
Anders als in den USA ist das hier in DE allerdings illegal und fällt somit aus.



Zitat (von go645845-69):
Wie soll ich denn auch mit jemandem, der nicht antwortet eine geordnete Wohnungsübergabe machen?

Gar nicht - dann fällt die halt aus und es gibt nur eine Rückgabe der Wohnung.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4455x hilfreich)

Zitat (von go645845-69):
Muß er mir nicht mitteilen, dass er damit nicht einverstanden ist, kann er sich einfach tot stellen?
Er sieht doch, was kommen wird. Hat er nicht eine Schadenminderungspflicht?
Ich kann deine Fragen verstehen. Es ist in der Tat sehr unschön, wenn ein Vertragspartner sich so gar nicht rührt. Rein rechtlich gesehen muss der Vermieter aber auch nicht reagieren. Das ist die Krux.

Natürlich würde bei einem möglichen Schadensersatz eine Minimierungspflicht des Vermieters berücksichtigt werden. Wie weit das dann geht, ist nicht abzuschätzen. Es bist aber nunmal du, der seine vertraglichen Pflichten nicht erfüllen will. Das kann man nicht einfach so wegdiskutieren.

Wichtig wäre aus meiner Sicht, dass du später nachweisen kannst, wann du den Vermieter von deinem späteren Auszug in Kenntnis gesetzt hast und wie klar du dies kommuniziert hast. Auf ein "ich würde gerne" wird sich kein Vermieter verlassen müssen. Da greift dann auch keine Schadensminimierungspflicht. Aus einem "ich werde unwiederruflich bis zum ... in der Wohnung bleiben" wird eher eine Schadensminimierungspflicht entstehen.

Zitat (von go645845-69):
Wenn ich dem Vermieter jetzt ankündige, dass ich den Kündigungstermin auf Ende November verlegen will und er wieder nicht antwortet, wie kann er dann mir Kosten aufbürden oder Schadenersatz verlangen?
Du weißt selber, dass das keiner beantworten kann. Ich verstehe die Frage, aber es gibt nunmal keinen, der in die Zukunft sehen kann. Also erspare dir und uns diese Frage, das bringt nichts.

Das Wesentliche wurde meiner Meinung nach gesagt. Noch einmal: Kommuniziere klar und nachweisbar mit dem Vermieter, auch wenn dieser nicht reagiert. Das kann helfen, wenn es dann wirklich zu Schadensersatzforderungen gegen dich kommt. Am besten wäre es aber natürlich, wenn du vertragsgemäß die Wohnung räumen und dich und deine Möbel zwischenzeitlich anderswo unterbringen würdest.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
go645845-69
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke nochmal.
Ich werde die Wohnung vertragsgemäß verlassen.
Dem Vermieter jetzt unmissverständlich darlegen, dass ich erst einen Monat später ausziehe, wird wohl auch nun zu spät sein und am Ende verlängert sich dann das Mietverhältnis eventuell ungewollt.
Danke für den Hinweis mit der Wohnungsübergabe. Hier werde ich dem Vermieter schriftlich 2 Termine anbieten, wenn er keinen der Termine wahrnimmt, ist das ja dann nicht mehr meine Schuld.

PS.
Ich habe schon den Eindruck, dass es hier sogenannte Profis gibt, die sich einen Spaß daraus machen, mir zu zeigen, dass ich ihrer Meinung nach doof bin. Vielen Danke dafür, spart Euch dann lieber das Antworten .

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118491 Beiträge, 39579x hilfreich)

Zitat (von go645845-69):
Hier werde ich dem Vermieter schriftlich 2 Termine anbieten, wenn er keinen der Termine wahrnimmt, ist das ja dann nicht mehr meine Schuld.

So ist es.

Man sollte aber darauf achten, in jedem Falle den Zustand der Mietsache beim verlassen möglichst gerichtsfest zu dokumentieren. Falls der Vermieter hinterher mit Mängeln kommt, die angeblich vom Mieter verursacht wurden ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
go645845-69
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
So ist es.

Man sollte aber darauf achten, in jedem Falle den Zustand der Mietsache beim verlassen möglichst gerichtsfest zu dokumentieren. Falls der Vermieter hinterher mit Mängeln kommt, die angeblich vom Mieter verursacht wurden ...


Danke.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4455x hilfreich)

Zitat (von go645845-69):
Hier werde ich dem Vermieter schriftlich 2 Termine anbieten, wenn er keinen der Termine wahrnimmt, ist das ja dann nicht mehr meine Schuld.
Das ist nicht optimal. Solange du die Schlüssel hast, bist du in der Haftung. Zudem legt das BGB fest, dass der Mieter zur Rückgabe der Mietsache verpflichtet ist. Es wäre also immer an dir zu beweisen, dass die Rückgabe nicht möglich war. Im Zweifel kann sich das ja ewig hinziehen.

Sollte der Vermieter auf die 2 Termine nicht eingehen, wäre daher mein Rat zu versuchen, alle Schlüssel der Wohnung nachweisbar dem Vermieter zu übergeben. Also ohne Wohnungsbesichtigung, schlimmstenfalls in den Briefkasten des Vermieters. Achte nur darauf, dass es wirklich der Briefkasten des Vermieters ist und dass du den Einwurf nachweisen kannst. Also bestenfalls durch einen Zeugen einwerfen lassen oder durch einen Zustellservice zustellen lassen.

Solange du die Schlüssel hast, solange kann es für dich problematisch werden. Gerade wenn der Vermieter dann alte Einschreiben von dir hervorzieht, wo du um eine Verlängerung der Miete gebeten hast.

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#11
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38124 Beiträge, 13926x hilfreich)

Mal was Grundsätzliches: Schweigen als Annahme von Angeboten zu werten, das geht in der Regel nicht, außer den Fällen, in denen es ausdrücklich im Gesetz vorgesehen ist. Und das ist hier nicht der Fall. Letztlich ist es folglich einerlei, ob der Vermieter sich rührt oder nicht. Ob das menschlich okay ist, ist eine andere Frage, aber das hebelt die juristische Seite nicht aus.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10561 Beiträge, 4181x hilfreich)

Eine Frage bleibt für mich hier offen.
Hast Du Deine neue Wohnung gekauft, oder ist das auch eine Mietwohung?

Falls Letzteres, sehe ich nämlich in erster Linie deinen neuen Vermieter in der Verantwortung.
Dieser kann Dir den Dir vermieteten Wohnraum nicht fristgerecht zur Verfügung stellen und hat für eine Ersatzunterkunft zu sorgen, notfalls eben auch mit der zwischenzeitlichen Einlagerung Deines Mobiliars.

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#13
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8493 Beiträge, 4055x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Hier werde ich dem Vermieter schriftlich 2 Termine anbieten, wenn er keinen der Termine wahrnimmt, ist das ja dann nicht mehr meine Schuld.
Wenn man mal don dem absieht was cauchy schon geschrieben hat, ist das auch nicht ganz so einfach!

Wen klar ist, dass die Geschäftszeiten des Vermieters z.B 8-18 Uhr sind und du aber nur Termine um 19 Uhr anbietest, dann werden dir die von dir vorgeschlagenen Termine sollte es zu einer Verhandlung kommen auch auf die Füsse fallen, wie man so sagt...

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
go645845-69
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
erstmal vielen Dank für alle Antworten. Seit einer Stunde ist die Sache geklärt.
Der Mitarbeiter des Vermieters, der für unser Objekt zuständig ist, hat vor 5 Wochen gekündigt und war bis heute nicht mehr im Büro. Da er (noch) keinen Nachfolger hat, ist alles auf seinem Tisch unbearbeitet liegen geblieben.
Heute früh habe ich endlich mit einer anderen Mitarbeiterin des Vermieters sprechen können und nun liegt mir das Einverständnis der Verschiebung des Kündigungstermins vor.
Danke nochmal

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4455x hilfreich)

Danke für die Rückmeldung. Es ist immer schön zu hören, wenn sich Dinge dann doch einigermaßen geräuschlos regeln lassen.

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