Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
13.493 Ratgeber, 2.347.261 Forenbeiträge, 254.709 Rechtsberatungen
622.455
Registrierte
Nutzer

Betriebskosten Mahnungen / Inkasso

26. August 2022 Thema abonnieren
 Von 
empty792
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Betriebskosten Mahnungen / Inkasso

Guten Tag,

ich habe mich angemeldet um für meinen Fall eine zweite Meinung zu bekommen. Vielen Dank schon mal jetzt für alle Antworten.

Es geht in meinem Fall um die Betriebskostenabrechnung von 2020. Der Eigentümer hat gewechselt und Wohnungen wurden umgewandelt in Eigentum. Dadurch fiel die Nachzahlung mit 300 Euro recht hoch aus. Die Abrechnung wurde vom Mietverein geprüft und unter anderen wegen dem geänderten Abrechnungsschlüssel angefochten. Es wurde ein weiteres Gebäude unterjährig aus der Wohnanlage in die Abrechnung aufgenommen, das vorher einzeln abrechnet wurde. Warum das so war, weiß ich nicht. Geändert wurde es aus „wirtschaftlichen Gründen".

Der Mietverein hat außerdem angemerkt, das eine Änderung des Verteilungsschlüssel mich nicht benachteiligen darf.

Daraufhin hat die Verwaltung mir eine korrigierte Abrechnung geschickt mit nun nur noch 250 Euro Nachzahlung und dem Verweis man habe die WEG Dinge ausgerechnet „aus Kulanz".

Haben wir dann wieder angefochten, auch mit dem Hinweis auf einzelne Positionen (Hausmeister wurde um 20% teurer).

Dann war es lange ruhig und es kam nichts mehr. Dann wurde 07/2022 die erste Zahlungsaufforderung geschickt, diesmal wieder über die vollen 300. Kam mir komisch vor und ich habe recherchiert. Es gab wohl eine Sonderreglung für Mietausfälle, zu denen auch Betriebskosten zählen, in der Coronazeit. Die Frist waren wohl 2 Jahre, diese sind genau 07/22 abgelaufen. Das schien der Mietverein aber nicht so recht zu wissen. Was ich seltsam finde für Fachanwälte für Mietrecht.

Es folgten dann 1 und 2 Mahnung, und nun eine weitere 2te Mahnung (bis 3 zählen die wohl nicht) mit dem Hinweis der Fall würde an eine Inkasso weitergeleitet werden, wenn ich nicht bis jetzt Ende der Woche zahle. Dann wäre das erhöhte Kosten für mich usw. Stimmt das eigentlich? Ich beauftrage die ja nicht sondern die Verwaltung.

Die Verwaltung hat bis heute nicht auf unsere Fragen geantwortet. Natürlich wurde in den Mahnungen auch mit Kündigung gedroht. Nur entsprechen die 300 keinesfalls 1 Monatsmiete, weswegen das wohl nur Angst machen sollte.

Ich finde es teilweise nicht sonderlich beruhigend wie der Mietverein reagiert und was sie wissen und was nicht. Daher die Frage, ist das so korrekt nicht zu zahlen und das das angefochten wurde?

Wie kann das sein, dass das an ein Inkasso weitergeleitet werden kann, wenn ich mein Zurückbehaltungsrecht ausgeübt habe und die Verwaltung am Zug wäre meine Fragen zu beantworten?! Warum muss ich mir das gefallen lassen und habe selbst keine rechtlichen Mittel das zu unterbinden? Jedenfalls habe ich das Gefühl das der Mietverein keine sieht.

Was kommt da jetzt noch weiter auf mich zu? Wird das Inkasso das jetzt „eintreiben"? Vor Gericht bringen?

Falls es fehlenden Informationen gibt, um meine Fragen zu beantworten bitte gerne melden.

Danke

Fragen zur Miete?

Fragen zur Miete?

Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(106064 Beiträge, 37856x hilfreich)

Zitat (von empty792):
Der Mietverein hat außerdem angemerkt, das eine Änderung des Verteilungsschlüssel mich nicht benachteiligen darf.

Wie kommt er denn auf den Unfug?



Zitat (von empty792):
Haben wir dann wieder angefochten, auch mit dem Hinweis auf einzelne Positionen (Hausmeister wurde um 20% teurer).

Das der Hausmeister teurer wurde ist aber nicht wirklich ein Anfechtungsgrund ...

Was hat denn die Belegeinsicht ergeben?



Zitat (von empty792):
Wie kann das sein, dass das an ein Inkasso weitergeleitet werden kann, wenn ich mein Zurückbehaltungsrecht ausgeübt habe

Ganz einfach, der Gläubiger ist anderer Meinung und hat nun offenbar keine Lust mehr sich mit Dir und dem Verein herumzuschlagen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
RomeoZwo
Status:
Beginner
(69 Beiträge, 10x hilfreich)

Die Verwaltung hat deine Forderung an ein Inkasso verkauft, mit einem gewissen Risikoabschlag, je nachdem wie die Firmen das Risiko, dir vor Gericht zu unterliegen, einschätzen.
Im nächsten Schritt wird das Inkasso vermutlich einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen, vermutlich deine Zahlungsunwilligkeit an die Schufa melden usw. , dass plötzlich Männer mit Baseballschlägern vor der Tür stehen ist bei sowas eher unüblich ;-) .
Das blöde für dich ist, dass du den gesamten Betrag nicht bezahlt hast, obwohl vermutlich ein (Groß-) Teil gerechtfertigt ist. Für den gerechtfertigten Anteil wirst du vor Gericht unterliegen und dir werden dann die dafür entstandenen Mahn- und Gerichtskosten auferlegt.
Als Tipp fürs nächste Mal: Die nicht strittigen Punkte der Abrechnung zeitnah überweisen!

P.S.: Auch Hausmeister werden manchmal teurer. Insbesondere wenn ein z.B. 5-Jahres Vertrag mit dem Hausmeisterdienst erneuert werden musste sind 20% nicht unüblich. Wären immerhin nur 4% Steigerung pro Jahr.

-- Editiert von User am 26. August 2022 09:31

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
empty792
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Was hat denn die Belegeinsicht ergeben?


Die Verwaltung ist der Aufforderung nicht nachgekommen.

Wie kann es also sein das ich mich hier mit Inkasso rumschlagen muss, wenn die mir die Infos nicht geben?

Das kann doch nicht sein.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1975 Beiträge, 523x hilfreich)

Zitat (von empty792):
Die Verwaltung ist der Aufforderung nicht nachgekommen.
Aufforderung zu was?

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
cauchy
Status:
Richter
(8922 Beiträge, 4212x hilfreich)

Zitat (von RomeoZwo):
Die Verwaltung hat deine Forderung an ein Inkasso verkauft
Woraus soll sich das ergeben? Aus dem Eingangspost lese ich das nicht. Für die Beantwortung der Frage spielt das aber auch keine wirkliche Rolle.

Zitat (von empty792):
Der Mietverein hat außerdem angemerkt, das eine Änderung des Verteilungsschlüssel mich nicht benachteiligen darf.
§ 556a (2) BGB sagt etwas anderes. Aber eine Änderung ist eigentlich nur vor dem jeweiligen Abrechnungszeitraum möglich und muss begründet werden.

Allerdings ist mir nicht klar, ob es hier überhaupt eine Änderung gegeben hat. Wenn z.B. nach Quadratmetern umgelegt wird, dann verändern sich natürlich die Gesamtquadratmeter und dadurch die Anteile, wenn nun eine weitere Immobilien zusammen abgerechnet wird. Der Abrechnungsmodus an sich bleibt aber gleich. Allein dadurch werden sich auch nicht die Kosten für den Mieter erhöhen. Von daher fehlen hier erhebliche Informationen um einzuschätzen, ob hier wirklich ein Nachteil für den Mieter entstanden ist.

Zitat (von empty792):
Dann wäre das erhöhte Kosten für mich usw. Stimmt das eigentlich?
Inkassokosten wirst du in der Regel nicht zahlen müssen, auch wenn die wohl gefordert werden würden. Notwendige (!) Rechtsverfolgungskosten würden jedoch bei dir landen, wenn du verlierst. Was notwendig ist, ist ein weites Feld. Bei einem gewerblichen Vermieter wurde mal entschieden, dass ein Rechtsanwalt für das Verfassen einer fristlosen Kündigung nicht notwendig (und damit auch nicht vom Mieter zu zahlen) war, weil der gewerbliche Vermieter über die nötige Eigenexpertise verfügen muss. Bei einem einfachen Mahnbescheid könnte das ähnlich sein. Spätestens bei einem streitigen Verfahren wird aber wohl auch ein gewerblicher Vermieter einen Anwalt beauftragen dürfen.

Zitat (von empty792):
Daraufhin hat die Verwaltung mir eine korrigierte Abrechnung geschickt mit nun nur noch 250 Euro Nachzahlung und dem Verweis man habe die WEG Dinge ausgerechnet „aus Kulanz".
Hast du jemals Einsicht in die zur Abrechnung gehörenden Unterlagen genommen? Ansonsten wirst du vermutlich wegen § 556 (3) BGB die Frist verpasst haben und die Abrechnung ist nicht mehr effektiv anzugreifen. Pauschales Bestreiten reicht auf jeden Fall nicht.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
empty792
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Mir fällt das auch schwer das nachzuvollziehen ob der Mitverein hier alles rechtlich korrekt macht. Dafür habe ich den ja eigentlich...

Zitat (von cauchy):
§ 556a (2) BGB sagt etwas anderes. Aber eine Änderung ist eigentlich nur vor dem jeweiligen Abrechnungszeitraum möglich und muss begründet werden.


Geändert wurde unterjährig zum 1.8 aber alle Postionen auf der Abrechnung werden trotzdem mit 366/366 Tagen angegeben. In dem Schreiben steht aber sie hätte 2 Abrechnungszeiträume gewählt.

Wenn die eine Einheit vor dem 1.8 gar nicht in der Gesamtheit abgerechnet wird, warum taucht das dann für die vollen 366 Tage in der Abrechnung auf...

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
empty792
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Hast du jemals Einsicht in die zur Abrechnung gehörenden Unterlagen genommen? Ansonsten wirst du vermutlich wegen § 556 (3) BGB die Frist verpasst haben und die Abrechnung ist nicht mehr effektiv anzugreifen. Pauschales Bestreiten reicht auf jeden Fall nicht.


Wie gesagt Einsicht wurde gefordert aber die Verwaltung hat darauf nich reagiert. Die Frist sind 12 Monate?? dann sollte das noch gehen, die erste Abrechnung kam Dez 21.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
RomeoZwo
Status:
Beginner
(69 Beiträge, 10x hilfreich)

Zitat (von empty792):
Wie gesagt Einsicht wurde gefordert aber die Verwaltung hat darauf nich reagiert. Die Frist sind 12 Monate?? dann sollte das noch gehen, die erste Abrechnung kam Dez 21.


Es ist bewusst, dass gesetzlich nur eine "Einsicht" üblicherweise in den Geschäftsräumen der Verwaltung oder (bei Privatvermietern) beim Vermieter geregelt ist? Eine Aufforderung die Unterlagen zu schicken kann vom Vermieter getrost ignoriert werden. Es kommt also schon darauf an, wie die Einsicht gefordert wurde.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 238.392 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
97.771 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen