Betriebskostennachzahlung auf Grund geänderter Abrechnungszeiträume?

20. Januar 2022 Thema abonnieren
 Von 
stbauss
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Betriebskostennachzahlung auf Grund geänderter Abrechnungszeiträume?

Hallo zusammen,

ich benötige mal einen Ratschlag zu folgendem Sachverhalt. Meine Betriebskostenabrechnung wird von einer Hausverwaltung erstellt. Der Abrechnungszeitraum ist hier der 01.04 eines Jahres bis zum 31.03 des Folgejahres.
In der Betriebskostenabrechnung für den Zeitraum 01.04.2020 - 31.03.2021 haben sich die Kosten für den Kabelanschluss für das Haus /meine Wohnung um rund 75% erhöht.

Auf Nachfrage bei der Hausverwaltung hat sich nun herausgestellt, dass in den abgerechneten Kabelanschlusskosten nicht nur der Anteil für den Abrechnungszeitraum enthalten sind, sondern darüber hinaus auch die restlichen Kosten für 2021 (April bis Dezember) enthalten sind. Eine Verrechnung der im gleichen Zeitraum monatlich bereits geleisteten Betriebskostenpauschale erfolgte nicht. Somit wurden rein die Kosten berücksichtigt, was somit unweigerlich zu einer Nachzahlung führt. Entsprechend der Aussage der Hausverwaltung dürfen solche Kosten scheinbar nicht mehr abgegrenzt werden, also jeweils anteilig verrechnet werden.

Meine Fragen daher:
Ist dieser Wechsel der Kostenverrechnung zulässig? ich wurde darüber weder vorab informiert noch findet sich auf der Betriebskostenabrechnung irgendein Hinweis dazu.
Ist es richtig, dass bei dieser Art von Umlage nur die Kosten umgelegt werden, also ohne, zumindest anteilige, Berücksichtigung der geleisteten Zahlungen
In welcher Art und Weise werden die dadurch entstandenen Nachzahlungen wieder kompensiert? Es wurden ja nur Kosten umgelegt.
Für mich als Laie entsteht der Eindruck, dass ich Nachzahlungen zu leisten hätte, nur weil die Hausverwaltung die Zeiträume der Kostenverteilung eigenmächtig angepasst hat

Vielen Dank im voraus für eure Unterstützung. Bin für jeden Tipp dankbar, da gerade etwas ratlos.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Spezi-2
Status:
Junior-Partner
(5835 Beiträge, 2237x hilfreich)

Unzureichende Sachverhaltsschildung.

Zitat:
Eine Verrechnung der im gleichen Zeitraum monatlich bereits geleisteten Betriebskostenpauschale erfolgte nicht.

Verstehe ich nicht. Wieso gibt es eine Abrechnung wenn eine BetriebskostenPAUSCHALE vereinbart ist ?
Auch der Sinn des Satzes:
Zitat:
Ist dieser Wechsel der Kostenverrechnung zulässig?

Was soll denn gewechselt worden sein. Von was in was ?

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

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#2
 Von 
stbauss
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Spezi-2):
Verstehe ich nicht. Wieso gibt es eine Abrechnung wenn eine BetriebskostenPAUSCHALE vereinbart ist ?


Sorry, habe mich vielleicht falsch ausgedrückt, ich zahle neben der Miete monatlich eine Nebenkostenvorauszahlung und dieser wird dann den Betriebskosten / Nebenkosten im Abrechnungszeitraum gegenüber gestellt

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#3
 Von 
Solan196
Status:
Bachelor
(3481 Beiträge, 401x hilfreich)

Wenn ein sachlicher Grund vorliegt, dann kann der VM den Abrechnungszeitraum einseitig (also ohne Genehmigung des Mieters) ändern.

Hier liegt wohl der Grund darin, dass nicht "von einem in das andere Jahr" abgerechnet wird, sondern vom 01.01.-31.12. eines Jahres durchaus legitim.

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#4
 Von 
stbauss
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Spezi-2):
Was soll denn gewechselt worden sein. Von was in was ?


Die Abrechnung der Kosten erfolgte bisher immer entsprechend des zugrunde liegenden Zeitraumes, also hier immer der Kosten die angefallen sind im Zeitraum von 01.04. - 31.03. Das war bisher auch für die Kabelgebühren so. Die Hausverwaltung bekommt die Abrechnung der Kabelgebühren aber als Jahresrechnung (01.01. - 31.12). Bisher hat die Hausverwaltung somit immer zwei Jahresrechnungen zeitlich aufgeteilt / abgegrenzt.
Nehmen wir die Kabelabrechnungen für 2020 und 2021. Gehen wir mal von 1.200 Kosten pro für 2020 und 1.500 für 2021 aus. Um die Kosten für den Abrechnungszeitraum (01.04 -31.03) zu berechnen, hat die Hausverwaltung bisher die 1.200€ mit 900 ( April bis Dezember: 9 Monate in 2020 x100) und dann noch 3x125€ für die Monate Januar bis März 2021 berücksichtigt. Die restlichen Kosten der 1.500€ wären dann wieder in der nächsten Abrechnung (01.04.2021-31.03.2022) enthalten gewesen, also im Prinzip ein immer gleich bleibendes Muster. Dieses mal hat aber die Hausverwaltung nicht nur die 3x125€ im Abrechnungszeitraum 01.04.2020 -31.03.2021 berücksichtigt, sondern den gesamten Betrag in Höhe von 1.500. Daher scheinen die Kabelgebühren ja auch im Vergleich zur Vorjahresabrechnung um ca 75% höher zu sein.
Die Summe meiner Nebenkostenvorauszahlung die berücksichtigt wurde, entspricht aber nur dem Abrechnungszeitraum. In Summe werden also in der aktuellen Abrechnung die Kabelgebühren für 12 + 9 Monate berücksichtigt, für die summe der Nebenkostenvorauszahlung werden aber nur 12 Monate berücksichtigt. Somit ergibt sich daraus automatisch eine Unterdeckung

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#5
 Von 
stbauss
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
Wenn ein sachlicher Grund vorliegt, dann kann der VM den Abrechnungszeitraum einseitig (also ohne Genehmigung des Mieters) ändern.

Hier liegt wohl der Grund darin, dass nicht "von einem in das andere Jahr" abgerechnet wird, sondern vom 01.01.-31.12. eines Jahres durchaus legitim.


Diese Kabelgebühren werden schon seit einiger Zeit immer als Jahresrechnung an die Hausverwaltung gestellt und bisher dem Abrechnungszeitraum (01.04.- 31.03) entsprechend aufgeteilt. Mit der jetzigen Abrechnung wurde das eben geändert und da sich der Betrag der von mir bereits geleisteten Zahlungen aber nur auf den Abrechnungszeitraum beziehen und eben nicht auch die restlichen Monate aus 2021 beinhalten, kommt es zu einer Unterdeckung bzw. Missmatch zwischen bereits bezahlten Betrag und der abgerechneten Kosten.

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107758 Beiträge, 38063x hilfreich)

Zitat (von stbauss):
kommt es zu einer Unterdeckung bzw. Missmatch zwischen bereits bezahlten Betrag und der abgerechneten Kosten.

Ja, das würde ich auch so sehen.

Und das Problem ist jetzt wo konkret?

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#7
 Von 
stbauss
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Und das Problem ist jetzt wo konkret?


Das Problem besteht darin, dass durch die veränderte Abrechnungslogik eine Nachzahlungsforderung für den abgerechneten Zeitraum (01.04.2020 -31.03.2021) entstanden ist, weil in dieser Abrechnung auch Kosten für die Monate April bis Dezember 2021 enthalten sind. Hier kommt es also zu einer Nachzahlung nur auf Grund der Änderung der Abrechnungslogik. Mir ist nicht klar, wie diese Nachzahlung wieder ausgeglichen wird, denn eigentlich müssten diesen Kosten von April bis Dezember ja auch zumindest anteilig die Nebenkostenvorauszahlungen in dem Zeitraum gegenüber gestellt werden.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107758 Beiträge, 38063x hilfreich)

Zitat (von stbauss):
Mir ist nicht klar, wie diese Nachzahlung wieder ausgeglichen wird,

Denknotwendigerweise dadurch, das diese Kosten im nächsten Abrechnungszeitraum nicht mehr anfallen können.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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