Drohung: Stecker ziehen und Wasser abstellen

12. September 2011 Thema abonnieren
 Von 
Problemmüll
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Drohung: Stecker ziehen und Wasser abstellen

Guten Tag,

ich stehe erst seit kurzem auf eigenen Beinen in der fremden Stadt und stehe jetzt mit meinen zwei Mitbewohnern vor der ersten - unserer Meinung nach - Herausforderung im rechtlichen Sinne.
Um das Problem zu verstehen braucht es ein bisschen Vorlauf:
Vor etwa einem halben Jahr sind wir hier auf einem Grundstück mit mehreren Häusern in eine Wohnung in einem alten Fachwerkhaus gezogen und haben uns die Wohnung hergerichtet. Der Preis den wir als Warmmiete an den Vermieter zahlen ist zwar nicht unbedingt günstig, aber wegen der Lage und der großen Wohnung können wir damit leben. Für das erste halbe Jahr zahlen wir die Nebenkosten pauschal. Auf dem Gelände befindet sich auch eine Firma in Miete über deren Anschlüsse unser Haus mit Gewerbestrom, Wasser und Fernwärme versorgt wird. Die Probleme stammen anscheinend noch aus der Zeit bevor wie hier gewohnt haben. Unser Vermieter war anscheinend Teilhaber der Firma, ist nun aber ausgestiegen, was zu einigen finanziellen Wirren geführt haben muss: Die Firma hat uns mehr oder weniger freundlich darauf hingewiesen, dass das Geld für die Nebenkosten wohl nicht ausreichend vom Vermieter an sie weitergegeben wurde um unseren Verbrauch zu decken. Sie fordern nun, dass wir auf den Vermieter einreden und ihn dazu bewegen, dass er zahlt und unserem Haus zu eigenen Anschlüssen an die Versorgung verhilft, damit das nicht wieder passiert.
Lange Rede kurzer Sinn, die Firma droht uns damit, dass sie uns ab 16.10.2011 den kompletten Strom und Wasser (Heizung läuft im Sommer sowieso nicht) abstellen. Letzendlich können wir nichts dafür: wir haben alles fristgerecht bezahlt und ich traue unserem Vermieter gut zu, dass er die ganze Sache nicht einfach regelt, sondern sich das ganze (wie offensichtlich schon öfter) in einem langwierigen Prozess endet.

Meine eigentliche Frage: Darf uns der Strom und das Wasser von der Firma, die ja hier auch nur Mieter ist, abgestellt werden, obwohl wir unsere Nebenkosten an die Vermieter überwiesen haben? Ist das realistisch oder nur Säbelrasseln?Es betrifft nicht nur uns sondern auch mehrere andere Mietparteien.

### Bevor die Frage auftaucht: unser Fachwerkhaus hat wirklich keinen separaten Anschluss an das Stromnetz, unser Wasser wird von einem Brunnen auf dem Gelände der Firma gefördert und kommt nicht aus dem lokalen Versorgungsnetz der Stadtwerke. ###

Ich hoffe die Frage ist für dieses Forum nicht zu detailliert, wenn doch weisen Sie mich bitte freindlich darauf hin oder beschränken Sie sich auf die unteren zwei Absätze. Danke im Vorraus!

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
dem User forever known as Mortinghale
Status:
Student
(2350 Beiträge, 453x hilfreich)

quote:
Ist das realistisch oder nur Säbelrasseln?

Keine Ahnung, kommt auf die Firma an.

Rechtlich gesehen kann es schon realistisch werden.



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#2
 Von 
Problemmüll
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten Tag und Danke für Ihre Antwort,

könnten Sie ihr 'es kommt drauf an' noch etwas präzisieren?

Warum sollte mir die Versorgung denn nicht garantiert sein, wenn ich alle meine Pflichten fristgerecht erfüllt habe? Darf einem Mieter denn einfach der Saft abgedreht werden?

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#3
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17805 Beiträge, 8093x hilfreich)

Zu Ihrer eigentlichen Frage finden Sie ausführliche Informationen unter dem Link.
Ja, die Energieversorgung darf abgestellt werden.
Aber, Sie können gegen Ihren Vermieter vorgehen.

http://www.energieverbraucher.de/de/Zuhause/Mieten/Stromsperre__898/ :
"Außerdem könnten sich Mieter ihr Geld beim Vermieter "zurückholen". Der Vermieter, der Rechnungen der Versorgungsunternehmen nicht bezahlt, verhält sich auch im Verhältnis zu seinen Mietern nicht vertragstreu, so dass die ihrerseits ihre Zahlungen stoppen können, Anspruch auf Schadensersatz oder Aufwendungsersatz hätten bzw. zur Zurückbehaltung der Miete berechtigt seien."


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-- Editiert hamburgerin01 am 12.09.2011 14:24

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#4
 Von 
Problemmüll
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank,

Ihre Antwort und der Internetlink haben mir sehr geholfen und einige meiner Fragen definitiv geklärt!

Wobei mir weiterhin schleierhaft ist, warum die Firma uns in diese Geschichte mit hineinzieht und nicht den Mut hat ihre eigene Miete, die sie dem Vermieter zahlt, zurückzuhalten... der Hass zwischen den beiden Parteien nimmt langsam seltsame Züge an.

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#5
 Von 
fragenachrat
Status:
Beginner
(79 Beiträge, 49x hilfreich)

Man könnte ja mit der Firma eine Ratenzahlungsvereinbarung für die Zahlung von Strom/Wasser machen.
Vorher mahnt man aber den Vermieter an, in jedem Fall die Strom/Wasserversorgung aufrecht zu erhalten. Sollte der Vermieter das nicht tun, kann der Schaden (doppelte Zahlung an die Firma) in Form einer Zurückbehaltung der Miete gegengerechnet werden.
Falls der Vermieter damit nicht einverstanden sein sollte, soll er klagen.

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#6
 Von 
Scappler
Status:
Lehrling
(1178 Beiträge, 749x hilfreich)

Bevor mir Strom und Wasser abgestellt werden, würde ich der Firma den fehlenden Betrag erstatten (evtl. ist eine Ratenzahlung möglich) und dann die Miete um genau diesen Betrag kürzen.
Somit müsste dann euer Vermieter gegen euch tätig werden und nicht ihr gegen euren Vermieter.

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(128653 Beiträge, 41099x hilfreich)

quote:
Wobei mir weiterhin schleierhaft ist, warum die Firma uns in diese Geschichte mit hineinzieht

Eventuell hofft sie noch auf eine gütliche Einigung? Durch euren positiven Einfluss?





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

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#8
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9319 Beiträge, 3019x hilfreich)

Scappler,

dein Rat ist nicht zu Ende gedacht.

Es kann ja auch sein, dass der Vermieter alles weiterleitet, oder zu Recht etwas einbehält.

Dann wäre eine Mietkürzung fatal.

SG

Berry


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#9
 Von 
Problemmüll
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

ich möchte mich jetzt doch noch einmal zu Wort melden:
das Problem besteht für mich zusätzlich darin, dass wir den Strom, das Wasser und die Heizung mitten im Oktober abgeschaltet bekommen sollen. Wir könnten also frühestens bei der Miete für November Druck auf den Vermieter ausüben, bis dahin sind wir ja machtlos und folglich auch bis Anfang - evtl. Mitte November ohne Heizung, geschweige denn Warmwasser. Um Himmels Willen, wir wohnen in einem Fachwerkhaus, so viele Decken kann ich garnicht in mein Bett bekommen wie ich da bräuchte um nicht zu erfrieren! Oder soll ich etwa ins Hotel ziehen und meinem Vermieter die Rechnung schicken lassen?!?
Ich hoffe zwar weiterhin, dass meine Sorgen ernster sind als die Drohungen der Firma, aber ich freue mich trotzdem über jede Antwort!

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#10
 Von 
Problemmüll
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

So,
ich habe mich heute nochmal mit mehreren anderen Hausbewohnern, sowie einem Mitarbeiter der Firma nebenan unterhalten.
Nach den aufschlussreichen Gesprächen weiß ich zum einen, dass die Firma ihren Kurs auf jeden Fall halten wird. Zum anderen werden wir wohl so verfahren, dass jede Mirtpartei, wir ebenfalls, ein anwaltliches schreiben verfassen lässt, in dem wir unseren Vermieter um Klärung des Sachverhalts bitten und ihn darauf hinweise, dass wir - sollte es wegen Versäumnisse seinerseits zum Abstellen der Versorgung kommen - auf seine Kosten in ein benachbartes Hotel ziehen, bis die komplette, dauerhafte Wiederherstellung der Versorgung garantiert werden kann.
Für Anmerkungen zu dieser Entscheidung bin ich dankbar.

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#11
 Von 
BX123
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 4x hilfreich)

Ich denke eure Vorgehensweise ist ganz gut so. Wäre schön, wenn du weiterhin berichten könntest.

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0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Problemmüll
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

So,

nach einiger Zeit und kurz bevor das Ultimatum abgelaufen ist hat die Firma von nebenan ihre Drohungen gegen uns zurückgezogen. Die genauen Gründe haben wir nicht erfahren, aber ich vermute, dass sie der Klage/Verfügung (Ich kenne mich mit den Begriffen nicht so aus), die der Anwalt in unserem Wohnhaus vorbereitet hat, zuvorkommen wollten.
Das einzige Problem das momentan noch besteht: die Firma versorgt momentan nur unser Haus über ihre Gastherme mit Wärme ohne selbst für sich zu heizen. Das Dilemma: es ist eine Industrieanlage mit vergleichsweise niedriger Effizienz und wir müssen nun für den komplette Verbrauch aufkommen wenn wir heizen...
Danke für alle, die uns mit Vorschlägen zur Seite gestanden haben.

---Closed---

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