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Eigene Wasseruhr Pflicht?

2. Dezember 2016 Thema abonnieren
 Von 
guest-12324.01.2017 20:39:49
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 27x hilfreich)
Eigene Wasseruhr Pflicht?

Ich habe jetzt von mehreren Bekannten gehört, das man eigentlich in einem Mehrfamilienhaus eine eigene Wasseruhr braucht, stimmt denn diese Aussage? Ich habe weder das ein oder das andere. Alles wird auf die Gesamt"Mieter" berechnet, wovon jetzt nur noch eine als Privat-Mieterin ist, der Rest als Gewerbe angemeldet "Messegäste" und da schwankt natürlich immer die Personenzahl. VM rechnet das nach wie vor auf alle ab. Legal?

Gruß Rosenrot

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3432 Beiträge, 1926x hilfreich)

Warmwasserzähler sind laut Heizkostenverordnung bundesweit Pflicht (Pflicht zur Verbrauchserfassung)

Kaltwasserzähler sind von der HeizkVO nicht betroffen - hier ergibt sich eine Einbaupflicht in manchen Bundesländern aus der jeweiligen LBO (Landesbauordnung) - kommt also auf das Bundesland und das Erbauungsjahr an.
Gibt es nicht für sämtliche Nutzungseinheiten Kaltwasserzähler so ist nach BGB § 556a der Umlageschlüssel Wohnfläche zu verwenden, soweit im Mietvertrag kein anderer Umlageschlüssel vereinbart ist.

Bei "Gewerbe" behaupten außerdem Mieterbund/Mietervereine gerne, ein Vorwegabzug bzw. die Vorwegabgrenzung des durch Gewerbe verursachten Wasserverbrauchs sei grundsätzlich zwingend erforderlich. Das ist so pauschal aber falsch - denn die Rechtsprechung fordert Vorwegabzug/ Vorwegabgrenzung nur, wenn es durch Gewerbe tatsächlich zu nennenswerten Mehrkosten kommt (das ist z.B. der Fall bei Wäscherei, Friseur, Gaststätte u.Ä.).

Kurzfristige Vermietung an wechselnde "Messegäste" gilt zwar je nach Rechtsgebiet nicht unbedingt als Wohnraumvermietung. Aber m.M. entstehen dadurch nicht zwangsläufig auch Mehrkosten beim Wasserverbrauch. Vielleicht sind dadurch die Wasserkosten sogar eher geringer? Die "Messegäste" werden wohl keine Wäsche waschen und die Räume dürften dann auch öfter mal leerstehen.

Ob verbrauchsabhängige Abrechnung eher Segen oder Fluch ist, kann man auch nicht pauschal sagen.
Dadurch erhöhen sich nämlich auch die umlagefähigen Betriebskosten (durch Zählermiete/Eichaustausch, Ableseaufwand, Abrechnungsaufwand). Es kann deswegen durchaus vorkommen, dass durch die verbrauchsabhängige Abrechnung die Betriebskostenbelastung höher ausfällt als bei verbrauchsunabhängiger Abrechnung.

Zitat (von Rosenrot24):
VM rechnet das nach wie vor auf alle ab. Legal?
Das kann ich aufgrund deiner Beschreibung nicht beantworten.
1) Welcher Umlageschlüssel ist im Mietvertrag vereinbart?
2) Wie werden deine anteilige Wasserkosten berechnet? (am besten mal Abrechnung einscannen, über einen Bilderdienst hochladen und den Link hier einstellen)

Signatur:

Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand

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#2
 Von 
Anitari
Status:
Bachelor
(3205 Beiträge, 1436x hilfreich)

Das einzige mir bekannte Bundesland wo Kaltwasseruhren ausnahmslos für alle Wohnungen vorgeschrieben sind, ist Hamburg.
Ansonsten darf der Vermieter nach Personen abrechnen, wenn dies explizit im Mietvertrag vereinbart ist. Ist vertraglich kein anderer Umlageschlüssel vereinbart und eine Abrechnung nach Verbrauch nicht möglich muß der Vermieter nach der Wohn- bzw. Nutzfläche abrechnen.

Warmwasseraufbereitung dagegen ist eine andere Baustelle. Diese unterliegt der Heizkostenverordnung. Sprich da müssen entsprechende Messgeräte, wie Warmwasserzähler, installiert sein, denn der Vermieter ist, bis auf eine Ausnahme, verpflichtet nach der Heizkostenverordnung abzurechnen.

Kommt der Vermieter dieser Pflicht nicht nach darf der Mieter den Posten Heiz- und Warmwasserkosten in der Abrechnung um 15 % kürzen.

Signatur:

„Sie hören von meinem Anwalt"
ist die erwachsene Version von „Das sage ich meiner Mama"

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#3
 Von 
guest-12324.01.2017 20:39:49
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 27x hilfreich)

Guten Morgen,

ich komme aus Niedersachsen, falls das weiterhelfen soll aus der schönen Landeshauptstadt. Wie es da geregelt ist, weiß ich allerdings auch nicht genau. Die NK-Abrechnung werde ich noch einscannen, bin aber gleich unterwegs und hoffe ich kriege das Ding mal hochgeladen.

Ich hatte das Ding schon mal überprüfen lassen, leider alles andere als korrekt und ich brauchte die bis jetzt auch nichts bezahlen. Zudem hab ich im Mietvertrag entdeckt das keine Quadratmetergröße angegeben ist. Aber da scheiden sich wohl auch die Geister, nur ich weiß jetzt in Wirklichkeit nicht, für wie viel Quadratmeter ich wirklich zahle. Da hilft nur genaues Nachmessen. In der Zeitungsanzeige stand 50 Qm. Ob das wirklich so ist, kann ich jetzt nur durch genaues Messen nachprüfen.

Kann man sich die Messgeräte (die sind ja am genauesten) auch im Baumarkt ausleihen? Denn extra kaufen, wollte ich so ein Teil auch nicht.

Wir haben wohl auch nur einen einzigen Zähler, ich habe das aber noch nie gesehen. Der ist mit unseren Stromkästen in einem Kellerraum unter Verschluss. Das müsste mir erlaubt sein, sich das näher anzuschauen. Heizen tu ich über eine Gastherme, falls dies noch von Bedeutung sein sollte.

Gruß Rosenrot

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#4
 Von 
Anitari
Status:
Bachelor
(3205 Beiträge, 1436x hilfreich)

Zitat (von Rosenrot24):
Heizen tu ich über eine Gastherme, falls dies noch von Bedeutung sein sollte.


Ja, das ist von Bedeutung. Dann spielt die Heizkostenverordnung hier keine Rolle.

Ein Kaltwasserzähler kostet etwa 20 - 30 €. Zuzüglich Installationskosten ist man da schnell mal bei 100 €, die rausgeschmissenes Geld sind. Denn nach tatsächlichem Verbrauch muß der Vermieter nur abrechnen wenn alle Wohnungen/Einheiten mit Zählern ausgestattet sind.

Zitat (von Rosenrot24):
ich komme aus Niedersachsen, falls das weiterhelfen soll aus der schönen Landeshauptstadt. Wie es da geregelt ist, weiß ich allerdings auch nicht genau


Das kannst Du in der Landesbauordnung nachlesen. Aber wie schon geschrieben, Hamburg ist das einzige Bundesland wo, ohne jede Ausnahme, Kaltwasserzähler vorgeschrieben sind.

Zitat (von Rosenrot24):
Wir haben wohl auch nur einen einzigen Zähler, ich habe das aber noch nie gesehen. Der ist mit unseren Stromkästen in einem Kellerraum (123recht.net Tipp: Mietvertrag Vorlage für Garage, Stellplatz, Keller etc. ) unter Verschluss. Das müsste mir erlaubt sein, sich das näher anzuschauen.


Das der Hauptwasserzähler im selben Raum wie die Stromzähler ist wage ich zu bezweifeln ;)

Was steht denn nun im Mietvertrag zur Umlage von Kaltwasser?

Signatur:

„Sie hören von meinem Anwalt"
ist die erwachsene Version von „Das sage ich meiner Mama"

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#5
 Von 
Liane46
Status:
Student
(2979 Beiträge, 1353x hilfreich)

Hier findest du die Vorschrift zu Wasserzählern deiner Landesbauordnung: http://www.metherm.de/user/links_files/landesbauordnung.pdf

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#6
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3432 Beiträge, 1926x hilfreich)

Wenn du mit einer Gastherme heizt, dann wird üblicherweise auch das Warmwasser über die Gastherme hergestellt. Eventuell hat die Gastherme einen Warmwasserspeicher, Temperaturanzeige für Warmwasser und du müsstest eine abgehende WW-Leitung ab Therme ausmachen können.
Falls das WW also dezentral bereitet wird, dann entfällt auch die erforderliche Aufteilung über Warmwasserzähler.

Zum Messen kannst du auch einen einfachen Meterstab/Zollstock nehmen - Kostenpunkt vielleicht 2 Euro ;)
Formblatt zum Aufmaß und zum Ausrechnen mit den wichtigsten Vorschriften
http://www.tittmoning.de/medien/pdf_rathaus/Wohnflchenberechnung.pdf

Falls aber keine Betriebskosten über den Schlüssel Wohnfläche umgelegt werden, dann braucht auch nirgendwo eine Flächenangabe zu stehen und es gibt hier gar nichts zu überprüfen.

Ansonsten lass uns mal den Scan abwarten

Signatur:

Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand

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