Erhöhung der Miete - einige Fragen

7. Oktober 2016 Thema abonnieren
 Von 
guest-12304.09.2017 12:02:11
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 1x hilfreich)
Erhöhung der Miete - einige Fragen

guten Tag

Ich möchte gern folgendes fragen mit der Bitte um Bestätigung oder Korrektur meiner Kenntnisse:

- eine Mieterhöhung muss schriftlich erfolgen unter Angabe des oder der Gründe (kann auch eine 10-jährige Nichterhöhung als Grund dienen?). Es muss die Erhöhung , bzw der neue Mietbetrag angegeben werden und ab wann die neue Miete gelten soll. Welche Frist ist dabei einzuräumen? Könnte man es z.b. morgen tun für den 1. November?

- Man muss (am besten auf demselben Blatt) das Einverständnis des Mieters einfordern per Unterschrift. Rückzusenden in welcher Frist?

- wenn der Mieter nicht reagiert oder ablehnt, muss man die Erhöhung einklagen und dies wiederum ihm ankündigen unter Hinweis auf die Kosten des Rechtsstreits, die er im Fall der Berechtigung der Erhöhung zu tragen hat.

- kann der Brief auch im Haus zugestellt werden mit Quittierung des Empfangs?

danke für einige Tipps

Fragen zur Miete?

Fragen zur Miete?

Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118743 Beiträge, 39625x hilfreich)

Zitat (von nullbocker):
- eine Mieterhöhung muss schriftlich erfolgen unter Angabe des oder der Gründe (kann auch eine 10-jährige Nichterhöhung als Grund dienen?).

Klar. Längere Nichterhöhung der Miete ist in 90% aller Fälle der Grund für eine Mieterhöhung.
Nur bei der Begründung muss der Vermieter aufpassen und § 558a BGB beachten.

Der Vermieter darf die Miete bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete anheben, das aber rühestens 15 Monate nach Einzug oder nach der letzten Mieterhöhung.
Die Erhöhung darf innerhalb von drei Jahren nicht höher sein als 20 % (bzw. 15 % wenn die Kappungsgrenze gilt)



Zitat (von nullbocker):
Welche Frist ist dabei einzuräumen? Könnte man es z.b. morgen tun für den 1. November?

Der Mieter hat eine Prüf- und Überlegungsfrist bis zum Ablauf des zweiten Kalendermonats nach dem Zugang des Verlangens.



Zitat (von nullbocker):
- Man muss (am besten auf demselben Blatt) das Einverständnis des Mieters einfordern per Unterschrift.

Nö, muss man nicht.

Bestenfalls ist es nutzlos, schlimmstenfalls liefert es bei falscher Formulierung dem Mieter Nunition wenn der auf Krawall aus ist.



Zitat (von nullbocker):
Rückzusenden in welcher Frist?

Frühestens nach dem Ablauf des zweiten Kalendermonats nach dem Zugang des Verlangens



Zitat (von nullbocker):
- wenn der Mieter nicht reagiert oder ablehnt, muss man die Erhöhung einklagen

Korrekt



Zitat (von nullbocker):
unter Hinweis auf die Kosten des Rechtsstreits, die er im Fall der Berechtigung der Erhöhung zu tragen hat.

Kein "muss" aber wer sicher gehen will, kann das machen.



Zitat (von nullbocker):
- kann der Brief auch im Haus zugestellt werden mit Quittierung des Empfangs?

Nö, den muss man schon dem Mieter (oder einem entsprechend Bevollmächtigten) selbst zustellen.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
guest-12304.09.2017 12:02:11
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 1x hilfreich)

besten Dank, sehr erhellend

<<<< Zitat (von nullbocker):
- kann der Brief auch im Haus zugestellt werden mit Quittierung des Empfangs?

Nö, den muss man schon dem Mieter (oder einem entsprechend Bevollmächtigten) selbst zustellen.<<<<<<

mit dem Zustellen meinte ich ja, dass man als Vermieter bei ihm klingelt, den Brief überreicht und sich den Empfang durch den Mieter abzeichnen läßt, zur Vermeidung eines Einschreibens. Das müsste doch so gehen oder?

<<<<<<Zitat (von nullbocker):
- Man muss (am besten auf demselben Blatt) das Einverständnis des Mieters einfordern per Unterschrift.

Nö, muss man nicht. <<<<

Sie meinten mit dem "nö, muss man nicht" wohl das "Einholen auf demselben Blatt" und nicht, dass man das Einverständnis nicht einholen muss?

oh, ich ahne schon: es braucht wohl doch nicht die Einverständniserklärung des Mieters. Aber wenn er sie abgibt ist es eine Verfahrensabkürzung, da es dann so ist, wie ehemals beim Abschluss des Mietvertrags. verstehe langsam. Für eine berechtigte Forderung braucht es kein Einverständnis dessen, von dem etwas gefordert wird.


-- Editiert von nullbocker am 07.10.2016 21:00

-- Editiert von nullbocker am 07.10.2016 21:05

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118743 Beiträge, 39625x hilfreich)

Zitat (von nullbocker):
oh, ich ahne schon: es braucht wohl doch nicht die Einverständniserklärung des Mieters.

Genau. Wenn er sie nicht abgibt, kann man nichts machen, man muss warten. Wenn er sie angibt, bekommt man die höhere Miete auch nicht früher.



Zitat (von nullbocker):
mit dem Zustellen meinte ich ja, dass man als Vermieter bei ihm klingelt, den Brief überreicht und sich den Empfang durch den Mieter abzeichnen läßt, zur Vermeidung eines Einschreibens. Das müsste doch so gehen oder?

Ja, das geht.

Mit etwas Pech fährt man da hin und der Mieter knallt einem die Türe vor der Nase zu. Dann steht man da rum.
Da hätte ich "Null Bock" drauf ... :grins:



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
guest-12304.09.2017 12:02:11
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 1x hilfreich)

ok, besten Dank H.v.S. für das Enaunzment - erhellend!

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.286 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.329 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen