Erpressung durch Mieter

2. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
DerNils80
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
Erpressung durch Mieter

Hallo!
Ich habe im Juli eine vermiete Eigentumswohnung erworben und möchte diese nun selbst nutzen. Also hatte ich selbst eine Kündigung aufgesetzt und dem Mieter zukommen lassen. Dieser hat die Kündigung jedoch erst dieses Wochenende zurückgewiesen mit dem Hinweis, dass der Vertrag bereits seit mehr als zehn Jahren bestehen würde und gesetzte Frist zu kurz sei. Diese Verzögerungstaktik halte ich für juristisch höchst fragwürdig. Also geht heute eine erneute Kündigung raus (lt. BGB leider 9 Monate). Solange kann und will ich jedoch nicht warten. Ich habe also eine Wohnung, die ich selbst nutzen will und auch muss. Die monatlichen Mieteinnahmen sind geringer als die monatlichen Tilgungen an die Bank. Jeden Monat verliere ich mehrere hundert Euro.

Der Mieter erpresst mich jetzt und hat mir schriftlich mitgeteilt, dass er gegen eine Zahlung von 25.000 Euro bereit wäre, auf seine gesetzlichen Rechte zu verzichten und die Wohnung zum 31.12. besenrein zu übergeben oder er würde anderenfalls alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. Das ist nichts weiteres als Erpressung auf einem ganz miesen Niveau. Er schreibt dies zwar nicht, aber es impliziert, dass er den Auszug noch lange hinauszögern könnte.

Kann ich dem Mieter wegen der Erpressung gar fristlos Kündigung? Wie ist eure Meinung dazu?

Gruß
Nils

-- Editiert von User am 2. Oktober 2023 09:36

-- Editiert von Moderator topic am 2. Oktober 2023 12:17

-- Thema wurde verschoben am 2. Oktober 2023 12:17

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49 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118363 Beiträge, 39556x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
Das ist nichts weiteres als Erpressung auf einem ganz miesen Niveau.

Nö, das ist nichts anderes als die Wahrnehmung seiner gesetzlichen Rechte.
Im Gegenteil, ist der Mieter sogar noch sehr nett und kulant, denn diese Hinweises
Zitat (von DerNils80):
mit dem Hinweis, dass der Vertrag bereits seit mehr als zehn Jahren bestehen würde und gesetzte Frist zu kurz sei.

hätte es aer nicht bedurft.
Er hätte das auch erst vor Gericht anführen können und dann wäre das ganze von vorne losgegangen - mit ein paar Monaten Verzögerung mehr.



Zitat (von DerNils80):
Wie ist eure Meinung dazu?

Entweder man geht auf das Angebot ein oder man geht den Weg der Kündigung.

In beiden Fällen sollte man sich von einem versierten Rechtsanwalt begleiten lassen.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(782 Beiträge, 120x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
Das ist nichts weiteres als Erpressung auf einem ganz miesen Niveau.
Nein, sondern ein ganz nomales Angebot zur früheren Aufhebung des Mietvertrags.

Zitat (von DerNils80):
Kann ich dem Mieter wegen der Erpressung gar fristlos Kündigung?
Ich sehe keine Erpressung.

Zitat (von DerNils80):
. Die monatlichen Mieteinnahmen sind geringer als die monatlichen Tilgungen an die Bank. Jeden Monat verliere ich mehrere hundert Euro.
Das ist leider nur Dein eigenes Problem.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
DerNils80
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo! Ich danke euch für eure schnellen Antworten.

Die Summe von 25.000 Euro ist aber eine utopische Forderung und fernab jeder Realität. Ist soetwas nicht sittenwidrig? Der Mieter weiß um meine Situation und will diese schamlos ausnutzen, um sich zu bereichern.

Zumal ich diesen Betrag nicht aufbringen will, weil die Wohnung sowieso schon völlig überteuert war. Und ein bockiger Mieter ist nun das letzte, was ich gebrauchen kann.

-- Editiert von User am 2. Oktober 2023 10:04

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#4
 Von 
ratlose mama
Status:
Lehrling
(1342 Beiträge, 508x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
Zumal ich diesen Betrag nicht aufbringen will, weil die Wohnung sowieso schon völlig überteuert war. Und ein bockiger Mieter ist nun das letzte, was ich gebrauchen kann.


Warum kauft man eine überteuerte Wohnung, die auch noch weniger Mieteinnahen einbringt, als sie kostet?
Dass ein Mieter nicht sofort und auch nicht ohne evtl. Gegenwehr auszieht wäre auch absehbar gewesen?

Bevor du in 9 Monaten nochmal in die Röhre guckst, schu dir deine Kündigung nochmal an. Du hast wegen Eigenbedarf gekündigt? Dann ontrollier nochmal sehr genau, ob auch alle Kriterien erfüllt sind. Genaue Begründung, Hinweis auf § sowieso u.s.w.
Besser wäre es, wenn du einen Anwalt einschaltest, der das alles nochmal rechtlich abgesichert übernimmt, da deine Kenntnisse wohl nicht ausreichend sind. Dir war ja auch nicht aufgefallen ,dass der Mietvertrag schon so lange besteht, dass es eine 9 monatige Kündigungsfrist gibt.

Eine Epressung durch den Mieter sehe ich da nicht. Er hat eine Kündigungsfrist. Bis dahin kann er sich entspannt zurücklehnen. Er bietet dir an gegen eine Summe x (Kosten Umzug, Wohnungssuche, Mehrkosten durch höhere Miete) schon früher auszuziehen und nicht mehr gegen die Kündigung vorzugehen. Das kannst du annehmen oder auch nicht.

-- Editiert von User am 2. Oktober 2023 10:12

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#5
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6828 Beiträge, 1447x hilfreich)

Ich sehe auch keine Erpressung. Klar, mag der Mieter hoch Pkern. Aber du musst sein Angebot ja nicht annehmen und solltest ihm dann eben auch eine rechtlich fundierte, wasserdichte, fristgerechte Kündigung schicken

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#6
 Von 
DerNils80
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe meine eigene Wohnung bereits zu Ende Februar gekündigt und benötigt selbst ein Dach über dem Kopf ab diesem Zeitpunkt. Der Plan war, dass er Ende Dezember auszieht, dann die Wohnung kernsaniert und umgebaut wird und ich dann im Februar einziehe. Handwerker sind mehr oder weniger bereits eingeplant, das Material ist bestellt... usw. Es gibt kein Zurück mehr. Er muss da raus.

Der ursprüngliche Grund für den Kauf war, dass ich ab März kein Homeoffice mehr machen kann und täglich ins Büro nach Berlin muss. Daher war ich auch bereit mehr für die Wohnung zu bezahlen als diese eigentlich wert ist. Aber ich lebe in Braunschweig und kann nicht jeden Tag nach Berlin pendeln. Das stehe ich nervlich und auch finanziell nicht durch. Jeder Bahnfahrer sollte wissen, was für eine Zumutung und Belastung diese Strecke ist.

-- Editiert von User am 2. Oktober 2023 10:32

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#7
 Von 
DerNils80
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Ich sehe auch keine Erpressung. Klar, mag der Mieter hoch Pkern. Aber du musst sein Angebot ja nicht annehmen und solltest ihm dann eben auch eine rechtlich fundierte, wasserdichte, fristgerechte Kündigung schicken


Für einen Brief brauche ich keinen Anwalt. Ich habe am Wochenende die Kündigung erneut aufgesetzt und in die Post gegeben per Einschreiben mit Rückschein.

"Sehr geehrter Herr X,
hiermit kündige ich Ihnen - erneut - den Mietvertrag vom XX.XX.XXXX unter Berücksichtigung der gesetzlichen Fristen zum 31.03.2024.

Mit freundlichen Grüßen
XXX"

Als Datum habe ich das Datum der ersten, fehlerhaften Kündigung eingetragen und entsprechend die Frist berechnet. Dem Mieter muss ja schon mit der ersten Kündigung klar gewesen sein, dass ich das Mietverhältnis beenden will. Unabhängig davon, ob diese Kündigung nun formal richtig oder falsch war. Das spielt keine Rolle.

-- Editiert von User am 2. Oktober 2023 10:44

-- Editiert von User am 2. Oktober 2023 10:45

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#8
 Von 
Legalitätslevel100
Status:
Beginner
(139 Beiträge, 47x hilfreich)

Das ist alles Ihr Problem und nicht das des Mieters. Wo Sie nun ab Februar unterkommen muss den Mieter nicht interessieren und Sie bekommen ihn vor Ablauf der Kündigungsfrist auch nicht raus, wenn er das nicht will. Vorausgesetzt natürlich, die neue Kündigung ist überhaupt wirksam und enthält nicht wieder Fehler.

Nachtrag wegen Überschneidung:
Wenn das wirklich der Text der Kündigung sein soll, dann ist sie nicht wirksam. Offenbar sind Sie doch nicht in der Lage, eine ordnungsgemässe Kündigung zu verfassen.

-- Editiert von User am 2. Oktober 2023 10:49

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
DerNils80
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Legalitätslevel100):
Vorausgesetzt natürlich, die neue Kündigung ist überhaupt wirksam und enthält nicht wieder Fehler.


Die neue Kündigung ist nicht nur wasserfest, sondern unsinkbar. Da mache ich mir keine Sorgen. Sorgen bereitet mir nur die unverschämte Forderung und Ausnutzung einer Notlage.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2066 Beiträge, 720x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
Es gibt kein Zurück mehr.

Da hättest Du Dich vorher informieren müssen.
Hier hätte Dir zumindest (fast) jeder dazu geraten, die Kündigung durch einen Anwalt vornehmen zu lassen.
Deine erste Kündigung war ja ganz offensichtlich untauglich.
Zitat (von DerNils80):
Er muss da raus.

Nein.
Zitat (von DerNils80):
Für einen Brief brauche ich keinen Anwalt.

Offensichtlich doch, denn das hier:
Zitat (von DerNils80):
"Sehr geehrter Herr X,
hiermit kündige ich Ihnen - erneut - den Mietvertrag vom XX.XX.XXXX unter Berücksichtigung der gesetzlichen Fristen zum 31.03.2024.

Mit freundlichen Grüßen
XXX"

wird Dir wieder um die Ohren fliegen!
Du musst einen Kündigungsgrund angeben (§ 573 BGB)!
Die jetzige Kündigung braucht der Mieter wieder nicht zu beachten.
Wieder einen Monat vergeudet :neck:

Signatur:

Nachdenken ist wie googeln .... nur krasser!

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2066 Beiträge, 720x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
Die neue Kündigung ist nicht nur wasserfest, sondern unsinkbar.

Kündigung, Dein Name ist Titanic :devil:

Signatur:

Nachdenken ist wie googeln .... nur krasser!

2x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Legalitätslevel100
Status:
Beginner
(139 Beiträge, 47x hilfreich)

Abgesehen davon können Sie nicht einfach das alte Datum heranziehen, die neun Monate beginnen neu zu laufen. Bei Zugang noch bis zum dritten Werktag müsste der Mieter frühestens zum 30.06.24 ausziehen.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(782 Beiträge, 120x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
Es gibt kein Zurück mehr. Er muss da raus.
Dann wirst Du auf das Angebot des Mieters eingehen müssen.

Zitat (von DerNils80):
Für einen Brief brauche ich keinen Anwalt.
Doch. Diese Kündigung ist keine Eigenbedarfskündigung. Und selbst wenn es eine korrekte Eigenbedarfskündigung wäre, würde der Kündigungstermin auf den gesetzlich zulässigen umgedeutet, sprich Berechnung mit 9 Monaten Kündigungsfrist.

Es bleibt dabei: Zahlen oder warten.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
DerNils80
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Es ist doch zum Heulen. Das kann doch nicht wahr sein.

Ich gehe zum Anwalt. Wenigstens ein Beratungsgespräch.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16238 Beiträge, 9207x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
Ich gehe zum Anwalt. Wenigstens ein Beratungsgespräch.

Naja - wenn Sie es nicht schaffen sollten, bis zum Donnerstag eine rechtssichere Kündigung zuzustellen (=die Kündigung muss spätestens am Donnerstag nachweisbar im Briefkasten des Mieters liegen), wären Sie schon beim 31.7.24.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38084 Beiträge, 13919x hilfreich)

1. Eigene Fehlplanung kann man nicht auf den Mieter abwälzen.
2. Mit Strafrecht hat das aber auch ansatzweise nichts zu tun.
3. Zivilrechtlich hat der Mieter ein Angebot gemacht, das muss man nicht annehmen. Aber, man kann ja ein Gegenangebot machen. Etwa 500 € pro Monat, den man vor Ablauf der Kündigungsfrist (der regulären) auszieht, wenn man denn auf ein Gerichtsverfahren verzichtet. Aber, bitte lass das von dem Anwalt formulieren. Nicht Du alleine, das schaffst Du nicht.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(882 Beiträge, 157x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
Die Summe von 25.000 Euro ist aber eine utopische Forderung und fernab jeder Realität.


Richtig. 1000-2000 Euro oder Übernahme der Umzugskosten wären realistischer, aber das wird Ihrem Mieter wohl nicht reichen.

Zitat (von DerNils80):
Der Mieter weiß um meine Situation und will diese schamlos ausnutzen, um sich zu bereichern.


Möglich, allerdings muss der Mieter sich ja nun eine neue (und vermutlich) teurere Wohnung suchen, auch keine optimale Situation. Die rechtlichen Möglichkeiten darf er natürlich nutzen.

Zitat (von DerNils80):
Ich gehe zum Anwalt. Wenigstens ein Beratungsgespräch.


Das hört sich sehr sinnvoll an, Ihr Gegner scheint sich ja auch informiert zu haben.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16787 Beiträge, 5860x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
Ich gehe zum Anwalt. Wenigstens ein Beratungsgespräch.
Das war das erste Vernünftige was du bisher geschrieben hast! Lass dich nicht nur beraten sondern auch die Kündigung aufsetzen. Das wird dir viel Kopfweh ersparen!

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#19
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16238 Beiträge, 9207x hilfreich)

Zitat:
Richtig. 1000-2000 Euro oder Übernahme der Umzugskosten wären realistischer, aber das wird Ihrem Mieter wohl nicht reichen.

Naja - das Angebot muss ja so hoch sein, dass es für den Mieter attraktiver ist, das Angebot anzunehmen, als die Kündigungsfrist bis zum Schluss auszureizen und dann evtl. noch einen Rechtsstreit zu provozieren (um weitere Zeit zu gewinnen).

Wenn die Mieter sofort auszieht, hätte er die Mehrkosten der neuen Wohnung plus die Umzugskosten.
Angebote, die niedriger sind als "Mehrkosten der Neuen Wohnung für die nächsten 12 bis 18 Monate plus Umzugskosten" sind also ziemlich sinnlos.

25000€ sind natürlich schon viel. In den fünfstelligen Bereich wird man als Vermieter aber sicher gehen müssen. Der Mieter ist halt in einer ziemlich guten Verhandlungsposition.

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0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4267 Beiträge, 505x hilfreich)

Mach doch ein Gegenangebot (ich würde das ziemlich zügig machen), biete ihm das, was er auch annehmen kann, ansonsten, miete dich woanders ein und klage ihn raus, das kann tatsächlich dauern.

Und immer wirklich IMMER sollte ein Laie sich bei Vertragskündigungen von einem Fachmann (hier Rechtsanwalt) beraten lassen. Deine Kündigung kannst du dir - wie schon von anderen mitgeteilt - an die Wand nageln, du gräbst recht eifrig an der Grube, in der du dich dann wohl selber versenkst.

Trotzdem viel Erfolg.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(782 Beiträge, 120x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
Ich gehe zum Anwalt. Wenigstens ein Beratungsgespräch.
Guter Ansatz! Ändert aber nichts daran, dass eine rechtskonforme Eigenbedarfskündigung jetzt erst zum 31.7.2024 möglich ist.

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118363 Beiträge, 39556x hilfreich)

Zitat (von CarstenF):
1000-2000 Euro oder Übernahme der Umzugskosten wären realistischer,

Realistisch wäre eher
- Übernahme aller mit dem Umzug verbundenen Kosten
- Mietdifferenz für eine gewisse Zeit
- Betrag der den Mieter für alle Unannehmlichkeiten und Aufwände entschädigt (nicht unter 5.000 EUR)

Müsste man mal nachrechnen, kann aber gut sein, das man mit dem Pauschalbetrag von 25000 EUR mit dem dann alles abgegolten ist, besser wegkommt.



Zitat (von DerNils80):
Ich gehe zum Anwalt. Wenigstens ein Beratungsgespräch.

Das geht z.B. auch gleich hier https://www.frag-einen-anwalt.de/
oder hier: https://www.123recht.de/forum_forum.asp?forum_id=79

Man sollte darauf achten, das es ein Anwalt ist, der im Mietrecht versiert ist.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16238 Beiträge, 9207x hilfreich)

Zitat (von vacantum):
Ändert aber nichts daran, dass eine rechtskonforme Eigenbedarfskündigung jetzt erst zum 31.7.2024 möglich ist.

Stimmt nicht.
Wenn der Fragesteller es schaffen würde, reine rechtskonforme Kündigung bis zum 3. Werktag des laufenden Monats (also spätestens am Donnerstag) beim Mieter zuzustellen, dann wäre noch eine Kündigung zum 30.06.24 möglich.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(944 Beiträge, 101x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
Dieser hat die Kündigung jedoch erst dieses Wochenende zurückgewiesen mit dem Hinweis, dass der Vertrag bereits seit mehr als zehn Jahren bestehen würde und gesetzte Frist zu kurz sei. Diese Verzögerungstaktik halte ich für juristisch höchst fragwürdig.


Aufgrund welcher gesetzlichen Grundlage sollte das juristisch fragwürdig sein?

Es war dein Fehler, dich bzgl. der Frist nicht zu erkundigen, bevor du die Kündigung aufsetzt...

Zitat (von DerNils80):
Also geht heute eine erneute Kündigung raus (lt. BGB leider 9 Monate). Solange kann und will ich jedoch nicht warten.


Das wirst du wohl müssen, wenn keine Einigung mit dem Mieter zustande kommt.

Zitat (von DerNils80):
Er schreibt dies zwar nicht, aber es impliziert, dass er den Auszug noch lange hinauszögern könnte.


Zitat (von DerNils80):
Kann ich dem Mieter wegen der Erpressung gar fristlos Kündigung?


Das kann dein Mieter in der Tat, und mit Erpressung hat das genau gar nix zu tun...

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

Wenn eine falsche Kündigungsfrist angegeben ist, wird die Kündigung dadurch für gewöhnlich nicht ungültig sondern die Frist wird korrigiert. Da hier aber der Vermieter bereits eine neue rausgehauen hat, muss man diese neue wohl als seine private Korrektur ansehen und die alte ist hinfällig. Hatte ein Anwalt vermutlich gewusst, aber man spart man ja fleißig weiter....

Wenn die neue Kündigung tatsächlich mit dem zitierten Wortlaut raus ist, ist sie das Papier nicht wert auf dem sie geschrieben ist. Es fehlt an der Begründung. . Hatte ein Anwalt sicherlich gewusst, aber ...

Die finanziellen Probleme des Vermieters interessieren im Übrigen genauso wenig wie die des Mieters. "Geld hat man zu haben", fertig.

Immerhin ist der Mieter grundsätzlich auszugsbereit. Das sollte man wenn möglich schriftlich festhalten, nicht dass der nachher (wenn die Kündigung irgendwann durch ist) noch Räumungsfristen haben will...

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
vundaal76
Status:
Junior-Partner
(5046 Beiträge, 1957x hilfreich)

Zitat:
Zumal ich diesen Betrag nicht aufbringen will, weil die Wohnung sowieso schon völlig überteuert war. Und ein bockiger Mieter ist nun das letzte, was ich gebrauchen kann.


Dann verkaufen Sie einfach die Wohnung ?
Oder suchen sich einen Job im Raum Braunschweig.

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16238 Beiträge, 9207x hilfreich)

Zitat (von quiddje):
Wenn eine falsche Kündigungsfrist angegeben ist, wird die Kündigung dadurch für gewöhnlich nicht ungültig sondern die Frist wird korrigiert.

Das hätte aber erfordert, dass die erste Kündigung ansonsten den Anforderungen einer Eigenbedarfskündigung entsprochen hätte - insbesondere den Anforderungen an die Begründung.
Da der Fragesteller den Wortlaut der allerersten Kündigung nicht verraten hat, ist das spekulativ.
Seine Idee war ja nicht schlecht, eine neue Kündigung mit richtiger Frist "rauszuhauen" und die erste Kündigung (mit falsche Frist) in eine Kündigung mit richtiger Frist umzudeuten.
Aber dafür hätte die die erste Kündigung (die mit der falschen Frist) eben bis auf die Frist formal korrekt sein müssen und die nachgeschobene zweite Kündigung hätte man wohl anders / besser formulieren soll. Ob da noch was zu retten ist, wird der Anwalt wissen.

Persönliche Vermutung: Der Mieter fährt die Salami-Taktik. Die erste Kündigung war ja im Juni ausgesprochen worden mit der falschen 3-Monatsfrist. Im letzten Moment der 3-Monatsfrist beruft sich der Mieter auf die falsche Länge der Frist. Jetzt kommt eine neue Kündigung mit längerer Frist. Ich würde darauf wetten, dass der Mieter am letzten Tag der neuen Frist ankommt und sich auf die falsche Begründung beruft - dann hat er wieder 9 Monate gewonnen.

Zumindest eines hat der Mieter geschafft: Durch das freche Angebot mit den 25k€ hat er den Fragesteller so sehr in Aufregung versetzt, dass dem Fragesteller jetzt die notwendige Ruhe und Sachlichkeit fehlt.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(16787 Beiträge, 5860x hilfreich)

Zitat (von CarstenF):
1000-2000 Euro oder Übernahme der Umzugskosten wären realistischer
Das wiederum ist nun aber völlig unrealistisch. 2000€ kostet ja alleine schon ein Umzugsunternehmen wenn die neue Wohnung in der Nähe und die alte Wohnung nicht allzu groß wäre.
Dann kommet das Demontieren, Verpacken, Auspacken, neu arrangieren und montieren hinzu. Ummelden........... Viele Umstände, die ich mir persönlich gut bezahlen lassen würde. Ein 5 stelliger Betrag müsste es absolut sein, ansonsten würde ich mich auf gar keine Diskussion einlassen. Es gibt da so einige Wege die der Mieter ausschöpfen kann um eben nicht nach 9 Monaten ausziehen zu brauchen. Das kann sich noch deutlich länger hinziehen und so, wie es der Mieter hat anklingen lassen, würde ich auch von der Ausschöpfung der rechtlichen Möglichkeiten ausgehen wollen.
Der Fragesteller hat von Anfang an völlig falsch gehandelt.
Ich an dessen Stelle hätte direkt nach dem Kauf das Gespräch mit dem Mieter gesucht und mit ihm das Vorgehen abgesprochen bevor ich ihm einfach eine Eigenbedarfskündigung geschickt hätte. Dann hätte man sich evtl. bereits im Vorfeld einigen können. So gibt es nun eine verhärtete Front und einen Eigentümer in Nöten.

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31447 Beiträge, 5562x hilfreich)

Zitat (von DerNils80):
und in die Post gegeben per Einschreiben mit Rückschein.


(editiert)

Der Mieter hat dich nicht erpresst und nicht genötigt. Er könnte es sicher ganz anders darstellen und würde eben durch die finanzielle Leistung schneller an eine andere Wohnung kommen. uU will er sich nicht bereichern, sondern Teile der Summe weiterreichen an einen anderen Vermieter--- und weitere Teile der Summe evtl. für eine Renovierung oder Umzugskosten oder Möbel-Einlagerung verwenden oder als Rücklage für einen Anwalt wegen späteren Streites?

Andere Vermieter bieten zB ihren Mietern großzügige *Abfindungen* an, damit diese schneller ausziehen.
Zitat (von DerNils80):
Das spielt keine Rolle.
Ähemm--- vielleicht eine ziemliche Rolle.
Der Mieter wird sich nach Erhalt deines Schreibens vermutlich zu einem Fachanwalt begeben, falls er nicht schon dort war. Viel Geduld ist für dich angesagt.

(editiert)

-- Editiert von Moderator am 2. Oktober 2023 17:19

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
ratlose mama
Status:
Lehrling
(1342 Beiträge, 508x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
einfach eine Eigenbedarfskündigung geschickt hätte.


Wenn ich mir die Wortlaute der beiden Kündigungsschreiben durchlese hat der Vermieter gar keine Eigenbedarfskündigung ausgesprochen.

Ich frag mal vorsichtshalber. Ist denn der neue Eigentümer schon im Grundbuch eingetragen?

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