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Fehlende Nebenkostenabrechnungen

22. Februar 2019 Thema abonnieren
 Von 
fb509491-29
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Fehlende Nebenkostenabrechnungen

Hallo,
Wir haben in unserer Wohnung noch nie eine Nebenkostenabrechnung bekommen. Wir sind im September 2015 hier eingezogen. Die letzte Abrechnung kam laut Nachbarn 2014. Jetzt haben wir uns als gesamtes Haus zusammengetan und die Vermieterin zur Rede gestellt. Sie meinte, dass die Abrechnung für Mai 2017- Mai 2018 in Arbeit ist (ist ja auch alles noch Fristgerecht). Aber für die Jahre 2015-2017 hat Sie wohl die Unterlagen "verlegt" und findet sie nicht mehr.
Es könnte ja sein, dass wir alle Geld zurück bekommen, aber sie das einfach heimlich einbehalten hat.
Daher meine Bitte an euch! Was können wir in diesem speziellen Fall tun?

Danke für eure Hilfe!

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
3113
Status:
Praktikant
(508 Beiträge, 109x hilfreich)

Entscheiden ob mir Geld wichtiger ist als ein gutes Verhältnis zur Vermieterin, dann handeln oder eben nicht.

Signatur:

3113

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#2
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3432 Beiträge, 1926x hilfreich)

Zitat (von fb509491-29):
Daher meine Bitte an euch! Was können wir in diesem speziellen Fall tun?

Ersteinmal die Abrechnung für Mai 2017- Mai 2018 abwarten.
Wenn da tatsächlich ein Guthaben herauskommt, dann kann man immer noch überlegen, ob man die länger zurückliegenden Abrechnung noch einfordert.

Wenn aber die Vorauszahlungen nur kostendeckend gemäß Kostenstand 2014 ermittelt wurden, wäre aber wohl eher mit einer Nachzahlung zu rechnen.

Signatur:

Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand

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#3
 Von 
Anitari
Status:
Bachelor
(3205 Beiträge, 1436x hilfreich)

Hier wäre erstmal zu klären wie der Abrechnungszeitraum ist.

Sollte der von Mai - April des Folgejahres gehen besteht auf die Abrechnung für den Zeitraum Mai 2017 - April 2018 noch gar kein Anspruch.

Nur für die Abrechnungen Mai 2015 - April 2016 und Mai 2016 - April 2017.

Zitat (von fb509491-29):
Daher meine Bitte an euch! Was können wir in diesem speziellen Fall tun?


Den VM nachweisbar auffordern die fehlenden Abrechnungen bis zum ... zu erstellen und zuzusenden und für den Fall der erfolglosen Fristverstreichung androhen die Vorauszahlungen zurückzubehalten.


Vorher aber mal grob überschlagen ob das lohnt.

Wie groß ist die Wohnung und wie hoch die monatlichen Vorauszahlungen?

Signatur:

„Sie hören von meinem Anwalt"
ist die erwachsene Version von „Das sage ich meiner Mama"

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
cauchy
Status:
Richter
(8900 Beiträge, 4203x hilfreich)

§ 556 (3) BGB regelt Nebenkostenabrechnungen, das ist euch vermutlich bekannt. Die Abrechnungen Sept. 15 - April 16 und Mai 16-Apr. 17 sind inzwischen verfristet. Das bedeutet, Nebenkostennachzahlungen kann der Vermieter nicht mehr verlangen. Für die Zeiträume ist also auch nicht mit Nachzahlungen zu rechnen.

Dennoch habt ihr ein Recht auf die Nebenkostenabrechnungen und dieses Recht ist auch noch nicht verjährt. Das Recht auf die erste Abrechnung wird meiner Meinung nach Ende Ende 2020 verjähren. Da ist also noch genügend Zeit.

Ich würde durchaus empfehlen, dieses Recht auch geltend zu machen. Der Vermieter muss Belege für die Nebenkosten vorweisen können. Kann er das nicht, kann er auch die entsprechenden Zahlungen nicht geltend machen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Rückzahlung ist dann sehr hoch. Und auf diese Rückzahlung hat der Mieter dann auch Anspruch.

Taktisch wäre es aber wohl am besten, den Mai 2019 abzuwarten. Wenn dann die Abrechnung Mai 17 - April 18 auch nicht da ist, wäre nämlich auch für diese Abrechnung eine Nachzahlung ausgeschlossen. Spätestens dann solltet ihr euch aber überlegen, ob ihr nochmal nachweisbar und unter Fristsetzung die alle fehlenden Abrechnungen vom Vermieter einfordert. Wenn die Frist fruchtlos verstreicht, würde ich einen Anwalt für Mietrecht empfehlen. Dessen Kosten wird man meiner Meinung nach sehr wahrscheinlich vom Vermieter einklagen können.

Ausdrücklich nicht empfehlen würde ich einen Einbehalt der Nebenkostenvorauszahlungen ohne vorherige Beratung durch einen Anwalt. Ich weiß, dass ein solcher Einbehalt häufig legal wäre. Manchmal kann er auch den erwünschten Effekt haben. Aber ich weiß auch, dass Vermieter und auch Richter sehr empfindlich auf fehlende Geldzahlungen im Mietrecht reagieren können. Habt ihr irgendwas übersehen und ein Einbehalt war nicht erlaubt, so droht schlimmstenfalls die fristlose Kündigung. Daher mein Rat, vor so einer Aktion einen Anwalt zu befragen.

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#5
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3162x hilfreich)

Zitat (von Anitari):
Vorher aber mal grob überschlagen ob das lohnt.


Würde ich auch mal sagen, warten Sie mal ab, ob für den letzten Abrechnungszeitraum eine Abrechnung kommt. Anhand derer können SIe dann abschätzen, ob es sich lohnt zu krawallieren oder sich großmütig zeigen können.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
cauchy
Status:
Richter
(8900 Beiträge, 4203x hilfreich)

Zitat (von AltesHaus):
oder sich großmütig zeigen können.
Mal im Ernst: Die Nebenkostenabrechnung umfasst bei den meisten Wohnungen wohl einen vierstelligen Betrag. Würde eine Hausverwaltung, ein Vermieter oder überhaupt irgendjemand einen vierstelligen Betrag ohne zugehörige Rechnung begleichen? Außerhalb von Schwarzarbeit ja wohl eher nicht. Warum soll der Mieter auf eine Abrechnung zu einem solchen Betrag verzichten?

Ich verstehe, dass eine Nebenkostenabrechnung für Vermieter lästig ist. Wer es nicht machen will, muss eben eine professionelle Firma beauftragen oder auf die Umlage von Nebenkosten verzichten (okay, bei Heizkosten geht das in der Regel nicht). Aber jeder Handwerker empfindet das Rechnungswesen ebenfalls als lästig. Dennoch erwarte ich von ihm eine, wenn er Geld haben will.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3162x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Mal im Ernst: Die Nebenkostenabrechnung umfasst bei den meisten Wohnungen wohl einen vierstelligen Betrag. Würde eine Hausverwaltung, ein Vermieter oder überhaupt irgendjemand einen vierstelligen Betrag ohne zugehörige Rechnung begleichen?
Ich verstehe, dass eine Nebenkostenabrechnung für Vermieter lästig ist. Wer es nicht machen will, muss eben eine professionelle Firma beauftragen oder auf die Umlage von Nebenkosten verzichten (okay, bei Heizkosten geht das in der Regel nicht). Aber jeder Handwerker empfindet das Rechnungswesen ebenfalls als lästig. Dennoch erwarte ich von ihm eine, wenn er Geld haben will.


Mal im Ernst ... wir haben vor ein paar Wochen eine kleine Liegenschaft id Verwaltung genommen. Der Kollege, der das einst sehr gut gemacht hat, ist vor ein paar Jahren verstorben und der Eigentümer aufgrund persönlicher Umstände schwerst überfordert. Wir haben jetzt die 17/18er Abrechnung gemacht ... alles Nachzahlungen, die Vorauszahlungen waren grauenhaft niedrig. Geschätzter Verlust für die nicht abgerechneten Jahre liegt im fünfstelligen Bereich.

Es geht nicht immer um Faulheit, oder dass etwas lästig ist etc. pp. manchmal geschehen Dinge einfach, und dann läuft es einfach weiter. In unserem Fall sehr sehr schlaue Mieter, keiner hat den Mund aufgemacht, Wohnungen zwischen 70 - 100 qm mit NK Vorauszahlungen (inkl. HK) von 80-100 EUR ... dass das nicht kostendeckend sein kann war denen klar und sie waren still.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
cauchy
Status:
Richter
(8900 Beiträge, 4203x hilfreich)

Zitat (von AltesHaus):
manchmal geschehen Dinge einfach
Mag sein. Es macht keinen Sinn darüber zu diskutieren, ob so ein Fall die Ausnahme oder die Regel ist. Noch weniger kann man beurteilen, was hier im Thread zu der Verzögerung geführt.

Ich wollte nur dafür sensibilisieren, dass es um nicht wenig Geld geht, für das jeder normale Mensch eine (Ab-)rechnung verlangen würde. Auch Mietern steht eine solche zu. Es ist absolut nichts Böses daran, eine solche zu verlangen.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3162x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Mag sein. Es macht keinen Sinn darüber zu diskutieren, ob so ein Fall die Ausnahme oder die Regel ist. Noch weniger kann man beurteilen, was hier im Thread zu der Verzögerung geführt.


Das ist richtig, aber bei Ihrer Anti-VM-Haltung schlägt es mir manchmal auf ... "es ist lästig" ... nein ist es nicht, gehört dazu, ist der Job (sollte er sein) und manche machen ihn eben gut oder schlecht und einige gar nicht, aus vielelei Gründen.

Und natürlich stehen dem Mieter Abrechnungen zu, gar keine Frage, die Frage ist, ob man dem "bösen" VM solch eine Arbeit noch aufdrückt obwohl man weiß, dass "nix zu holen" ist, einfach nur, weil er es muss ... sind alles Menschen, auch die VM, aber rechtlich gesehen, ist das gar keine Frage ... der VM MUSS abrechnen, fertig.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
cauchy
Status:
Richter
(8900 Beiträge, 4203x hilfreich)

Nochmal: Wer bezahlt über 1000 Euro für einen Handwerker, ohne jemals eine Rechnung zu bekommen? Nicht nur einmal, sondern wie in diesem Fall bald schon zum 3. Mal (= 3 Jahre). Das hat absolut nichts mit Gut oder Böse zu tun.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3162x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Nochmal: Wer bezahlt über 1000 Euro für einen Handwerker, ohne jemals eine Rechnung zu bekommen? Nicht nur einmal, sondern wie in diesem Fall bald schon zum 3. Mal (= 3 Jahre). Das hat absolut nichts mit Gut oder Böse zu tun.


Der gleiche der drei Jahre heizt für kleines Geld (ok, wir wissen nicht wie groß die Wohnung hier ist und wie hoch die Vorauszahlungen und welcher Brennstoff genommen wird) ... 3 Jahre ... und natürlich hat das nichts mit Gut und Böse zu tun. Hier ist mMn der Gesetzgeber dran die Vorschriften nachzubessern ... natürlich muss der VM abrechnen und genauso natürlich sollten gleichberechtigt auch mehr als nur ein Abrechnungsjahr Nachforderungen möglich sein ...

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
cauchy
Status:
Richter
(8900 Beiträge, 4203x hilfreich)

Zitat (von AltesHaus):
Hier ist mMn der Gesetzgeber dran die Vorschriften nachzubessern
Darüber kann man in einem anderen Thread diskutieren. Das hat nun endgültig nichts mehr mit der Frage zu tun.

Die rechtliche Lage ist aktuell so wie sie ist. Die Verfristung von Nebenkostennachzahlungen nach einem Jahr ist die gestzlich vorgesehene "Strafe" für Vermieter, die ihre mietvertraglichen Pflichten an der Stelle nicht erfüllt haben. That's it. Deswegen ist es noch lange nicht unmoralisch vom MIeter, auf eine Abrechnung zu bestehen.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3162x hilfreich)

Ebensowenig wie es zu lassen ...

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3432 Beiträge, 1926x hilfreich)

Zitat (von AltesHaus):
die Frage ist, ob man dem "bösen" VM solch eine Arbeit noch aufdrückt obwohl man weiß, dass "nix zu holen" ist, einfach nur, weil er es muss ...

Ich bin ja öfter mal anderer Meinung, aber in diesem Punkt schließe ich mich an.
Deswegen war von meiner Seite mit #2 eigentlich schon alles gesagt, denn ich traue einem Mieter durchaus "ein Händchen" im richtigen Umgang mit seinem Vermieter zu haben.

Ich betreue einige Vermieter, die zu spät gemerkt haben, was sie sich da aufgehalst haben, und die mit der Betriebskostenabrechnung ganz genauso überfordert sind wie die meisten Mieter.
Leider ist es auch nicht so, dass eine Abrechnungsfirma das alles wie von Zauberhand erledigt - nö! die kassieren sehr viel Geld für einfaches abschreiben/eintippen und ausdrucken, was das Abrechnungs-Programm so ausspuckt.
Die korrekten Zahlen, die das Abrechnungsunternehmen dann geruht zu verarbeiten, die muss der Vermieter ganz alleine liefern ...
Mit der Einschaltung einer Abrechnungsfirma sind die Probleme noch lange nicht gelöst!

Ich halte es aber für durchaus sinnvoll, dass auch kleine Vermieter im Geschäft bleiben, denn sonst haben wir nur noch große Wohnungsbauunternehmen, die den Umgang mit Mietern und Mietgesetzen sehr gut draufhaben und es nach wie vor schaffen trotz der für den Vermieter nachteiligen Gesetze/Rechtsprechung gute Renditen zu erwirtschaften.
Wenn die Kleinen Vermieter endlich alle totgemacht sind, dann gibt es eben noch mehr Mieter, die über die Profis am Jammern sind.

Warten wir doch mal bis der TS sich wieder meldet.
Die Antwort auf die Frage aus #3 dürfte eventuell etwas Licht in die Sache bringen
(denn ich erlebe es auch häufig, dass die Betriebskosten-Vorauszahlungen viel zu niedrig sind - nicht aus bösem Willen - sondern weil der Klein-Vermieter die Sache selbst nicht überschaut hat)
Zitat (von Anitari):
Wie groß ist die Wohnung und wie hoch die monatlichen Vorauszahlungen?

Wenn ein Mieter seinen Vermieter einfach nur ärgern will, selbst wenn ihm klar sein muss, dass es dann auch für ihn teurer wird, dann ist dem Mieter eh' nicht mehr zu helfen.

Signatur:

Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand

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