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Fehler in Nebenkostenabrechnung 2010

20. Dezember 2011 Thema abonnieren
 Von 
Stargate85
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Fehler in Nebenkostenabrechnung 2010

Hallo,

ich habe zusammen mit meiner Partnerin von 15.06.2009 - 28.01.2010 in einer gemeinsamen Wohnung gewohnt.

Der rasche Auszug ist durch einen Berufswechsel verursacht.

Während der kompletten Zeit war ich unter der Woche stets nicht in der Wohnung und von November - Januar waren sowohl meine Partnerin als auch ich wenn nur am Wochenende in der Wohnung. Dem entsprechend haben wir auch sehr wenig geheizt (unter der Woche stand Heizung nur auf 2) und wenig Wasser verbraucht.

Der Vermieter hat nach Auszug 800 EUR unserer Kaution für die Nebenkostenabrechnung einbehalten.

Vor vier Wochen kam dann die NK-Abrechnung für 2010. Wir sollten angeblich 600 EUR nachzahlen (bzw. er will 600EUR der Kaution einbehalten).
Bei Überprüfung der Verbrauchswerte ist mir aufgefallen, dass diese insgesamt um ca. 20% höher sind, als wir überhaupt in der kompletten Wohnzeit verbraucht haben. Dafür habe ich das Einzugs- und Auszugsprotokoll, welches wir vom Makler unterschrieben vorliegen haben genutzt.
Ich habe daraufhin sofort per Mail und telefonisch Einspruch erhoben. Der Vermieter hat daraufhin die Protokolle von mir angefordert (er weiß nicht mehr wo seine Kopien sind).

Seit dem habe ich mehrfach nachgefragt (telefonisch). Der Vermieter geht jedoch gar nicht ans Telefon und seine Frau meint nur er hat keine Zeit. Meiner bitte nach Rückruf wurde auch nicht nachgegangen. Gleichzeitig hat seine Frau zum Ausdruck gebracht, dass sie die ganze Angelegenheit etwas merkwürdig findet (so nach dem Motto ich hätte das Protokoll gefälscht).

Wie soll ich hier am besten vorgehen? Soll ich noch einmal per Post ein Einspruch einreichen? Was ist, wenn gar keine genauen Verbrauchswerte vom 31.12. mehr vorliegen? Die Nebenkostenabrechnung wurde von einer externen Firma erstellt. Er selbst kann also direkt gar nichts dafür so direkt. Der Vermieter besitzt die Wohnung nur als Eigentumswohnung die er entsprechend vermietet.

Gleichzeitig hat sich übrigens noch herausgestellt, dass der Vermieter meine Kaution nur auf dem Girokonto hatte. Deshalb hat er auch die Anrechnung einer Kautionsverzinsung abgelehnt. Aber das ist ein anderes Thema...

Für euren Rat bin ich dankbar.
Viele Grüße
Stargate

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
xxsirodxx
Status:
Student
(2282 Beiträge, 1330x hilfreich)

Der Vermieter muß die Kaution auf ein separates Konto
aufbewahren. Tut er es nicht, begeht er eine Ordnungswidrigkeit.
Die Nebenkostenabrechnung muß nachvollziehbar sein
und ist einglagbar. §§ 887,888 ZPO .
Es genügt nicht, die Abrechnung der Verwaltung weiter zu reichen, denn diese Abrechnung legt meistens die Eigentumsanteile zugrunde. Das Verhältnis des Vermieters
zu den Miteigentümern ist ein anderes als zu seinen Mietern.
Eine Abrechnung für den Mieter nach Eigentumsanteilen ist unzulässig.



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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(106019 Beiträge, 37849x hilfreich)

quote:
Soll ich noch einmal per Post ein Einspruch einreichen?

Wenn man merkt, das gesprochene Worte nichts helfen, sollte man wechseln.

Einspruch einlegen, auf Differenzen hinwiesen, Einsicht in die Originalbelege fordern, Frist nach Datum setzen (4 Wochen).

Das ganze am besten als Zustellung über den Gerichtsvollzieher laufen lassen, mindestens jedoch Einschreiben-Rückschein.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3701 Beiträge, 2290x hilfreich)

quote:
Eine Abrechnung für den Mieter nach Eigentumsanteilen ist unzulässig.


So ein Quatsch wieder!
1. geht es dem Fragesteller nicht um die übrigen Kosten, sondern um Verbrauchswerte! Da spielen Miteigentumsanteile keine Rolle.
2. steht nirgends, dass der Vermieter die WEG-Abrechnung 1:1 weitergereicht und nach Miteigentumsanteilen abgerechnet hat. Könnte ebenso nach m² abgerechnet sein.
3. kann mietvertraglich sehr wohl vereinbart werden, dass die Abrechnung nach den Miteigentumsanteilen erfolgt, wenn die Miteigentumsanteile im Verhältnis der Wohnfläche entsprechen (was in den meisten Fällen der Fall ist)

-----------------
"lg.
R.M. "

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#4
 Von 
xxsirodxx
Status:
Student
(2282 Beiträge, 1330x hilfreich)

Eine Abrechnung für den Mieter nach Eigentumsanteilen ist unzulässig.

So ein Quatsch wieder!

Richtig !! Diese Kritik ist Quatsch.

Siehe Urteil (AG München 411 C 8539/01 )

Und, man sollte auch über den Tellerrand hinaussehen
und die gesamte Abrechnung überprüfen was hier sicherlich
angebracht ist.

-- Editiert xxsirodxx am 21.12.2011 12:25

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3701 Beiträge, 2290x hilfreich)

@xxsirodxx:
wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Die Aussage "Eine Abrechnung für den Mieter nach Eigentumsanteilen ist unzulässig" ist so und für sich allein stehend schlicht falsch. Dem steht das Urteil des AG München auch nicht entgegen, denn soweit ich auch ohne den Original-Urteilstext recherchieren konnte, geht es in diesem AG-Urteil um eine unwirksame NK-Abrechnung wegen Weiterreichen einer WEG-Abrechnung an den Mieter (einschl. nicht umlegbarer Kosten des Eigentümers). Dies ist unstreitig richtig, ob dies hier vorliegt, geht jedoch nicht einmal andeutungsweise aus der Fragestellung hervor und ist auch nicht gefragt. Weiterhin ging es in dem urteil um eine Mieterhöhung bei Staffelmiete und vergessener Lstschrifteinzug, das berührt unser Thema hier überhaupt nicht.

Der hinweis auf den Verteilerschlüssel stammt vom Deutschen Mieterbund, hat aber mit dem eigentlichen Urteil wohl nichts zu tun. Und Zitat DMB:

quote:
in Eigentumswohnungen müssen Mieter hier auch immer auf den korrekten Verteilerschlüssel achten. Während die Kosten für Wohnungseigentümer, so der Deutsche Mieterbund, häufig nach Wohnfläche bzw. Miteigentumsanteilen abgerechnet würden, kommt es für den Mieter allein auf den im Mietvertrag festgelegten Verteilerschlüssel an.
Diese ebenfalls richtige Feststellung bestätigt meine Kritik unter Nr. 3.: wenn im Mietvertrag als Verteilerschlüssel Miteigentumsanteile der WEG vereinbart sind, sind diese auch zulässig!

Ob das der Fragsteller wissen wollte und prüfen möchte, ist allein seine Angelegenheit.

-----------------
"lg.
R.M. "

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
xxsirodxx
Status:
Student
(2282 Beiträge, 1330x hilfreich)

Der BGH stellt in seinem Urteil vom 23.11.1982
VIII ZR 298/80 fest:
"Die Abrechnung muss den allgemeinen Anforderungen des §259 BGB entsprechen, also eine geordnete Zusammenstellung der Ausgaben und Einnahmen enthalten.
Sie soll den Mieter in die Lage versetzen den Anspruch des Vermieters nachzuprüfen. Dazu muss er die Abrechnung gedanklich und rechnerich nachvollziehen können. Diese Funktion erfüllt sie nur, wenn sowohl die Einzelangaben
als auch die Abrechnung insgesamt klar und übersichtlich
aus sich heraus verständlich sind.
Abzustellen ist dabei auf das durchschnittliche Verständnis eines juristisch und betriebswirtschaftlich
nicht geschulten Mieters".

Das Justizministerium NRW teilte mir auf Anfrage mit:
"......zu unterscheiden ist die Verteilung der laufenden Kosten zwischen den Wohnungseigentümern.Diese richtet sich nach dem Wohnungseigentumsgesetz. Der übliche Umlageschlüssel sind hier die Miteigentumsanteile.
Die für die Wohnungseigentümer untereinander maßgebliche
Abrechnungsmethode greift jedoch nicht automatischauf das Verhältnis des Vermieters zu seinem Mieter durch".

Meine Anfrage bezog sich auf eine Nebenkostenabrechnung
nach 50/7 Eigentumsanteilen, die Wohnung hatte 65 qm.
Eine Nachvollziehbarkeit war somit nicht gegeben.





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0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3701 Beiträge, 2290x hilfreich)

Und was möchtest Du uns damit jetzt sagen?

quote:
Die für die Wohnungseigentümer untereinander maßgebliche
Abrechnungsmethode greift jedoch nicht automatisch auf das Verhältnis des Vermieters zu seinem Mieter durch
Es hat auch niemand etwas Gegenteiliges behauptet.

-----------------
"lg.
R.M. "

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