Ferienwohnung: Nebenkostenabrechnung und Kaution

4. Februar 2012 Thema abonnieren
 Von 
Marina1964
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 2x hilfreich)
Ferienwohnung: Nebenkostenabrechnung und Kaution

Ich habe für 2 Monate eine möblierte Ferienwohnung gemietet.

Leider ohne konkretem Mietvertrag und Vorgaben bis auf den Grundpreis, ich weiss, das hätte auch anders laufen können, doch ich habe dem Vermieter und seinen mündlichen Aussagen vertraut.
Jetzt macht das Kind Anstalten, in den Brunnen springen zu wollen ;-(

Es gab und gibt Differenzen mit den Vermietern, die mir "nicht adäquates Verhalten" vorwerfen, z.B. mein Lüftungsverhalten und der - mit dem Vermieter nachträglich abgestimmten - gekürzten Mietzeit von 3 auf 2 Monate.

Die Mietkosten belaufen sich auf eine Pauschalmiete inkl. Heizkosten (Gasheizung) und nach Verbrauch abzurechnender Nebenkosten (Strom, Kalt- und Warmwasser).

Dagegen ist nichts einzuwenden, jedoch hat mir der Vermieter folgende Multiplikations-Preise für die Monatsabrechnung Januar in Rechnung gestellt (Kleinstadt im Kreis Steinburg):

38 cent/kWh Strom
6,18 Euro/m3 Kaltwasser
9,24 Euro/m3 Warmwasser.

Auf meine vor Wochen gestellte Frage bzgl. dieser Faktoren bekam ich von dem Vermieter damals nur die Antwort: er warte auf die aktuellen Werte der Stadtwerke.....

Ich hatte die Rechnung von fast 100 Euro unter Prüfungsvorbehalt bezahlt, um die akute Spannungssituation etwas zu entspannen.

Nun habe ich bei den Stadtwerken und im Umfeld nach den Preisen eruiert und eine grosse Preisdifferenz festgestellt, z.B. über 3 Euro bei Kaltwasser und Warmwasser, 13 cent/kWh bei Strom.

Ich habe Ihn zur Rechnungsdarlegung, Einsicht in die relevanten Unterlagen, Prüfung der Januarrechnung und Überarbeitung der Preisstellung für den Monat Februar aufgefordert, doch er reagiert bis anhin nicht.

Meine Frage: Gehe ich richtig der Annahme, dass für diese Ferienwohnung, die von einer Privatperson geführt wird, das Mietrecht gemäss §§535 ff BGB gilt?

Der Vermieter somit zur REALEN Abrechnung (also keine "Mondpreis-Multiplikatoren") der nach Verbrauch abzurechnenden Faktoren (Strom, Kalt-/Warmwasser) und der Einsichtspflicht verpflichtet ist?

Der Vermieter hat für die Ferienwohnung eine Kaution in Höhe einer Monatsmiete von mir (Quittung liegt vor).

Er macht Anstalten, diese nicht zum Auszugstermin auszahlen zu wollen, obwohl vorher mündlich bestätigt und ansonsten zumindest seine bestätigte "Geschäftspraxis".

Meine Befürchtung: Da es kein Übergabeprotokoll zum Einzug gibt, könnte er die zum Einzug schon vorhandenen Gebrauchsspuren versuchen mir als "ihr verursachter Schaden" zuzuschieben und entsprechend die Kaution zu kürzen resp. einzukassieren.

Gehe ich richtig der Annahme, dass in dieser Situation (kein Übergabeprotokoll zum Einzug) der Vermieter in der Beweispflicht ist, dass die "Schäden" erst nach meinem Einzug entstanden sind?

Und wie lange ist die "Überlegungsfrist", bis zu dem der Vermieter die Kaution zurückzahlen muss, will heissen, wann er in Verzug kommt? Vor dem Hintergrund, dass es sich um eine Ferienwohnung handelt!

Vielen Dank für Euer konstruktives feedback!





-- Editiert Marina1964 am 04.02.2012 20:02

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12315.05.2012 07:09:00
Status:
Schüler
(472 Beiträge, 132x hilfreich)

Mündliche Mietverträge unterliegen dem gleichen Recht wie schriftliche.
Die Ausnahme ist aber, dass es über die abgesprochene Mietzahlung hinaus, da es sich um eine pauschale Miete handelt, keinerlei Abrechnungen von Betriebskosten geben kann. Denn dazu bedarf es einer Übertragung auf den Mieter und das kann nur in Form eines schriftlichen Mietvertrages geschehen.

Und ja, die §§ 535 ff BGB sind gültig.

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#2
 Von 
Barni Gröllheimer
Status:
Lehrling
(1441 Beiträge, 278x hilfreich)

Die Mietkosten belaufen sich auf eine Pauschalmiete inkl. Heizkosten (Gasheizung) und nach Verbrauch abzurechnender Nebenkosten (Strom, Kalt- und Warmwasser).
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Das ist ein Widerspruch in sich ! Entweder Pauschalmiete, dann ist "alles drin" oder eben nicht.

Mündlich wurde m.E. keine Pauschalmiete vereinbart, d.h. sind die o.g. NK zu zahlen. Beweisspflichtig in dieser mündlichen Absprache ist allerdings der VM.

Vorschlag: Zahlen Sie die realen Wasser- und Stromkosten nach Vorlage der Rechnungen durch den VM !

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1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12315.05.2012 07:09:00
Status:
Schüler
(472 Beiträge, 132x hilfreich)

Ich kann keinen Widerspruch entdecken.

quote:
Die Mietkosten belaufen sich auf eine Pauschalmiete inkl. Heizkosten (Gasheizung) und nach Verbrauch abzurechnender Nebenkosten (Strom, Kalt- und Warmwasser).

Über die Strom und Wasserkosten müsste es eine schriftliche Vereinbarung geben oder eine unbestrittene mündliche Absprache. Darüber hinaus ist keine weitere Kostenbeteiligung des Mieters möglich.

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#4
 Von 
Marina1964
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo Sinus44 und Barni Gröllheimer

Besten Dank für Ihre Antwort.

Es gibt keinen "konkreten" resp. detaillierten Mietvertrag, jedoch haben der Vermieter als auch ich zumindest für Februar einen 3-Zeiler unterschrieben:

Mietvertrag für Ferienwohnung XY, Mietzeitraum: 1.02.-29.02.2012, Miete zuzüglich Nebenkosten: XY Euro, Mieterin XY, Vemieter XY

Das war es.

Für den Monat Januar lief die Preisverhandlung per email und SMS (wir waren im Ausland).

Soweit ich das verstanden habe, rechnet der Vermieter die Heizung nur deshalb nicht nach Verbrauch ab, weil in der Wohnung keine Heizungs-Verbrauchszähler installiert sind und die anderen 2 Wohnungen im Haus - der Vermieter wohnt selber im Haus und die 2 Whg. steht leer - über ein und dieselbe Heizungsanlage betrieben werden.
Allerdings verfügt die Wohnung über einen separaten Stromzähler als auch über 2 Kalt- und 3-Warmwasserzähler!
Der Vermieter wird seine Gründe haben, warum er die Wohnung noch nicht entsprechend ausgestattet hat, um auch diese verbrauchsabhängig für die Heizkosten abzurechnen.

Was ich auch herausfinden musste ist, dass der Vermieter für die Multiplikationsfaktoren für Strom und Kalt/Warmwasser keine festen Werte hat, sondern diese variert.

Welcher Ferienwohnungs-Mieter fragt auch sonst nach den der Abrechnung zugrundeliegenden Unterlagen und will die realen Abrechnungszahlen sehen.....

Beste Grüsse
Marina1964



-- Editiert Marina1964 am 05.02.2012 11:42

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#5
 Von 
Marina1964
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 2x hilfreich)

Zusatz:

Der Vermieter bietet seine Ferienwohnung sowohl direkt als auch über Vermietungsportale an.

Auf "seiner" homepage hat er die AGB´s zusammengefasst, die für mich zum Zeitpunkt der Preisverhandlungen nicht bekannt waren und auch sonst, weder im 3-Zeiler-Mietvertrag noch in der email-Korrespondenz vom Vermieter als Vertragsbestandteil erwähnt wurden

Preise für Wasser und Strom auf Anfrage, darauf bekam ich allerdings nur die Antwort: er müsse die aktuellen Preise von den Stadtwerken abwarten.....

Es ist nichts dagegen einzuwenden, für die Kosten aufzukommen, die man verursacht hat, jedoch bin ich nicht bereit, nicht-reale "Premium-Preise" zu bezahlen, deren Grundlage mir noch nicht mal offengelegt wird.

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