Fristlos kündigen wegen Psychopathen als Nachbarn? Vermieter unternimmt nichts

19. Januar 2023 Thema abonnieren
 Von 
Hannes74
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Fristlos kündigen wegen Psychopathen als Nachbarn? Vermieter unternimmt nichts

Hallo,

ich brauche mal eure EInschätzung zu einem Thema dass mich schon seit Längerem plagt.

Ich wohne im Osten in einem 7-stöckigen Sozial/Plattenbau.

Habe nebenan einen verrückten Nachbarn dessen einzige Lebensaufgabe es anscheinend ist mir auf den Sack zu gehen.

Erstens bohrt und hämmert der Typ mindestens einmal im Monat und dass schon seit 2 Jahren. Dass auch gerne mal noch nach 22Uhr. Inzwischen hält er sich an die Ruhezeiten aber eine normale Wohnungsnutzung ist das meiner Meinung nach nicht. Auch sägen und schleifen gehört dazu was man bei mir deutlich hört.

Zweitens wirft er mir immer irgendwelchen Müll in den Briefkasten (Bananenschalen, Zeitungen, anderen Dreck, etc).

Drittens wurde ich auch schon mehrfach mündlich sowie auch schriftlich beleidigt und bedroht ("lauf mir nicht mehr über den Weg").

Achja meine Wohnungstür wurde auch einmal mit einer grünen Flüssigkeit beschmutzt.

Das ganze geht schon seit über 9 Monaten so. Der Vermieter wurde mehrfach informiert und unternimmt nichts da Beweise fehlen. Was so auch nicht ganz stimmt immerhin habe ich die Beleidigung und Drohung schriftlich.

Gut das mit dem Briefkasten und der Wohnungstür kann ich nicht beweisen.

Lärmprotokoll wurde auch über Monate angefertigt. Außer einem gemeinsamen Schlichtungsgespräch ist nichts passiert. Der Typ ist aber anscheinend verrückt vom langjährigem Drogenkonsum und reden bringt da nichts mehr der lebt in seiner eigenen Welt und streitet natürlich alles ab.

Jedenfalls ist es mir auch egal ob ich beweisen kann wer nun dafür verantwortlich ist oder nicht. Es liegt ja so oder so eine erhebliche Störung des Hausfriedens vor und ich habe nun auch wenn es mir sehr schwer fiel, weil die Wohnung an sich wirklich schön ist, den Entschluss gefasst auszuziehen.

Problem ist nur neue Wohnung zum 1.3. Alte Wohnung 3 Monate Kündigungsfrist.

Und ich sehe es nicht wirklich ein dann noch doppelt Miete zu zahlen wo ich ja eigentlich am liebsten da bleiben würde aber unter diesen Umständen nicht. Und da der Vermieter sich um die Probleme nicht schert ist das jetzt für mich die letzte Lösung.

Wie seht ihr die Chance eine fristlose Kündigung durchzukriegen? Evtl mit Beistand vom DMB.

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
3,141592653
Status:
Lehrling
(1802 Beiträge, 998x hilfreich)

Schwer bis unmöglich.
Bisher ging's ja auch, also wird die Kündigungsfrist noch abzuwarten sein.

Ist jetzt nicht wirklich toll, aber so sehen es wohl die meisten Gerichte.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
guest-12317.03.2023 10:09:24
Status:
Schüler
(178 Beiträge, 64x hilfreich)

Naja, ein Mieter kann schon fristlos kündigen wegen störender Nachbarn. Die Latte dafür hängt aber ziemlich hoch, was passiert sein muss und der Mieter vorher alles unternommen haben sollte, damit ein Gericht auch anerkennt, dass die fristlose Kündigung gerechtfertigt war.

Ist hier eigentlich ganz gut zusammengefasst:

https://www.mietrecht.org/mietminderung/hausfriedensstoerung-nachbar/

Nach Deiner Schilderung sehe ich da zumindest einen Grund, der zutreffen und Dich tatsächlich zur fristlosen Kündigung berechtigen könnte. Nämlich u.U. eine Bedrohung:

Zitat (von Hannes74):
Drittens wurde ich auch schon mehrfach mündlich sowie auch schriftlich beleidigt und bedroht ("lauf mir nicht mehr über den Weg").


Schriftlich ist dann ja auch tatsächlich nachweislich, ist schon mal sehr gut. Wenn da wirklich nur "lauf mir nicht mehr über den Weg" steht und nichts weiter, kann ich jetzt aber echt nicht einschätzen, ob das überhaupt zwingend eine Bedrohung ist. Das könnte man auch einfach als Bitte interpretieren. Falls da noch was steht wie "ansonsten passiert was", dann wäre das mit ziemlicher Sicherheit eine Bedrohung. Aber vielleicht immer noch nicht bedrohlich genug für eine fristlose Kündigung.

Zitat (von 3,141592653):
Bisher ging's ja auch, also wird die Kündigungsfrist noch abzuwarten sein.


Das ist für mich allerdings kein Argument. Dann wäre eine fristlose Kündigung durch den Mieter ja niemals möglich, weil "ging ja bisher auch". Natürlich darf ein Mieter, wenn er einen nicht zumutbaren Zustand (mit zusammengebissenen Zähnen) mehrere Monate ertragen hat, als letzte Konsequenz fristlos kündigen. Dass er es mehrere Monate ertragen hat, ist da kein Hinderungsgrund. Wenn er es mehrere Monate klaglos ertragen hätte, ohne den Vermieter zu informieren und um Behebung zu bitten und sich aktiv dhinterzuklemmen, dann könnte man vielleicht so argumentieren, dass er es mit Untätigkeit konkludent akzeptiert hat. Aber in Deinem Fall ist ja jede Menge passiert, der Vermieter ist mehrfach informiert worden, es gab sogar (ergebnislose) Schlichtungsgespräche.

Ich sehe in Deinem Fall zumindest einen Grund, sich da vielleicht mal von einem Fachanwalt für Mietrecht beraten und sich eine Ersteinschätzung geben zu lassen. Könnte durchaus sein, dass es für Dich möglich ist, die fristlose Kündigung auszusprechen.

Ich sehe da nur ein zusätzliches Problem.

Auch bei einer fristlosen Kündigung durch den Mieter muss dieser natürlich nicht am gleichen Tag ausziehen. Da ist eine angemessene Frist, die der Mieter Zeit hat, so ca. 2 Wochen (ganz grob, auch da kommen Gerichte zu unterschiedlichen Zeiträumen). Wenn Du eine Wohnung zum 01.03. hast, sollte Deine fristlose Kündigung also ca. Mitte Februar beim Vermieter eingehen, aber nicht früher. Ansonsten müsstest Du ggf. früher ausziehen, hast ja aber noch keine andere Wohnung. Wenn sich dann allerdings rausstellt, dass die fristlose Kündigung unzulässig war, hast Du rein rechtlich gar nicht gekündigt und müsstest das nochmal fristgerecht mit 3 Monaten machen und auch so lange Miete zahlen - so ca. bis Mitte des Jahres. Also zumindest die fristlose Kündigung und hilfsweise gleichzeitig die ordentliche Kündigung aussprechen. Dann wärst Du in diesem Szenario spätestens Ende Mai aus dem Mietvertrag.

Du kannst alternativ auch jetzt ganz regulär mit 3 Monaten kündigen. Dann zahlst Du allerdings für den März & April auf jeden Fall doppelt Miete. Und wenn Du jetzt regulär kündigst, kannst Du wahrscheinlich gar nicht mehr fristlos kündigen. Es sei denn, es passiert zwischen Deiner ordentlichen Kündigung und dem Ende der Mietzeit noch etwas ganz Gravierendes, welches Dich dann wieder zur fristlosen Kündigung berechtigen würden.

Du siehst, das kann recht komplex sein und ist zumindest für mich als Laie nicht abschließend zu beurteilen.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
sonmischt
Status:
Schüler
(239 Beiträge, 52x hilfreich)

Zitat (von Hannes74):
Wie seht ihr die Chance eine fristlose Kündigung durchzukriegen? Evtl mit Beistand vom DMB.


Wenn das, was Du geschildert hast, alles war: 0

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3450 Beiträge, 549x hilfreich)

Zitat (von Hannes74):
Erstens bohrt und hämmert der Typ mindestens einmal im Monat und dass schon seit 2 Jahren. Dass auch gerne mal noch nach 22Uhr. Inzwischen hält er sich an die Ruhezeiten aber eine normale Wohnungsnutzung ist das meiner Meinung nach nicht. Auch sägen und schleifen gehört dazu was man bei mir deutlich hört.

Er hält sich derzeit an die Ruhezeiten, natürlich ist der Lärm auch tagsüber nicht schön.
Solche Tippen fahren meistens dann zu Hochform auf, wenn man ihnen antwortet. Da kann ein Wort das andere geben und schon wird beleidigt. Würde man ihren Nachbarn fragen, würde man erfahren wie sie immer reagiert haben?
Den Kerl in Ruhe lassen, dann dürfte sich alles beruhigen oder die 3 Monate doppelte Miete bezahlen, wobei sie nicht wissen, welche Nachbarn sie zukünftig haben werden.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31581 Beiträge, 5575x hilfreich)

Zitat (von Hannes74):
Wie seht ihr die Chance eine fristlose Kündigung durchzukriegen? Evtl mit Beistand vom DMB.
Der DMB kann da nicht beistehen oder was durchsetzen.
Es geht um deine Kündigung. Weil du Ärger/Stress/Streit mit dem Nachbarn hast.
Fristlos dürfte auszuschließen sein, dein VM spielt vermutlich nicht mit. Gründe für fristlos gibt es mE nicht.

- Bleibt der Versuch eines einvernehmlichen Aufhebungsvertrages.
- Bleibt der Versuch, einen Nachmieter zu finden (falls der VM das akzeptiert)
- Bleibt der Versuch, den neuen MV noch um 1 Monat zu verschieben.

ICH würde in den sauren Apfel mit den Doppelmieten beißen.
ICH hätte schon ab 1.3. den *verrückten Nachbarn* los.
ICH würde die alte Kaution als Doppelmiete ansehen.
ICH würde die neue Kaution in 3 Teilen zahlen oder mir von Freunden die Summe borgen.

Was dann kommt mit den neuen Nachbarn in der anderen Wohnung, das wüsste ich leider jetzt auch nicht...


Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4335 Beiträge, 514x hilfreich)

Zitat (von Anami):
ICH würde die alte Kaution als Doppelmiete ansehen.


ICH würde davon dringend abraten!

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4335 Beiträge, 514x hilfreich)

Zitat (von Hannes74):
Wie seht ihr die Chance eine fristlose Kündigung durchzukriegen? Evtl mit Beistand vom DMB.


Die Chancen tendieren gegen 0.

Wenn es tatsächlich für dich nicht mehr tragbar ist, dann nimm die Doppelmieten in Kauf. Kündige DIESEN Monat, sieh zu, dass du einen Zustellungsnachweis erhältst (also mindestens Einwurf-Einschreiben). Du kannst den VM auch fragen, ob ein Teil der Kaution mit den KaltMieten für März/April verrechnet werden kann, dann müsstest du nur die NK-Vorauszahlung überweisen.

In deinem Fall halt ich es für angebracht Kontakt mit dem VM aufzunehmen und die Dinge gütlich zu regeln, alle Vereinbarungen schriftlich festhalten, Wort sind nichts wert.

Viel Erfolg.

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