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Fristlose Kündigung (Schimmel) möglich?; Frist

 Von 
Caligula
Status:
Schüler
(187 Beiträge, 96x hilfreich)
Fristlose Kündigung (Schimmel) möglich?; Frist

Hallo,

wir haben in unserer Wohnung in jedem Raum schwarze Schimmelflecken und zwar immer an den Wänden, die gleichzeitig die Außenwände sind. Der Schimmel ist unter der Tapete. Wir haben keine beschlagenen Scheiben und lüften auch regelmäßig. Ursächlich für den Schimmel ist eine unsachgemäße Erneuerung des Außenputzes vor 2 Jahren.

Wir möchten vorzeitig zum 01.01.2004 ausziehen, haben aber einen Mietvertrag mit 12 Monate Frist und festem Kündigungstermin mit der Folge, daß wir regulär erst in gut 20 Monaten ausziehen könnten.

Ich habe den Vermieter zur Beseitigung der Mängel (Schimmel, Heizung läuft nicht bzw. nicht richtig und ist sehr laut, Leck am Abflußrohr der Toilette) aufgefordert und ihm eine Frist von 10 Tagen gesetzt. Zugleich habe ich mit Ablauf der Frist mit einer fristlosen Kündigung gedroht.
Vor ein paar Wochen habe ich ihm bereits einen Mietaufhebungsvertrag gegeben.

Der Vermieter hat weder auf den Mietaufhebungsvertrag noch auf die Mängelliste reagiert. Die Frist läuft in drei Tagen ab.

Frage:
Berechtigt der Schimmel überhaupt zur fristlosen Kündigung? Wie stark muß der Befall sein? Müssen sich schon dicke Beläge gebildet haben??? Wir halten den Schimmel noch mit Lüften "in Schach".

Was ist eine "angemessene" Frist in diesem Fall? Reichen 10 Tage? Sollte/kann ich eine Nachfrist setzen?

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Frist Kündigung Monat


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12323.02.2010 16:51:31
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 14x hilfreich)

Hallo,
am besten zum Arzt gehen und ihm die Situation schildern, ein Attest geben lassen, dem Vermieter schicken und fristlos kündigen.
Kannst aber auch unter www.mieterschutz.de nachschauen da steht auch einiges über Schimmelbefall und Kündigungsfristen.

:)

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#2
 Von 
wiland
Status:
Schüler
(256 Beiträge, 26x hilfreich)

Hallo.
Der Arzt wird Dir nichts bestätigen. Habe ich auch versucht. Ich leide seit gut einem Jahr an ständigem Husten und mehr. Ursache sind 90% Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer sowie riesige Schimmelflecken an Außenwänden und Decke.

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#3
 Von 
Caligula
Status:
Schüler
(187 Beiträge, 96x hilfreich)

So, mittlerweile ist die Frist abgelaufen, ohne das sich unser Vermieter hat blicken lassen oder Fragen gestellt hätte. Wir haben daraufhin schriftlich und mit Einschrieben/Rückschein außerordentlich und fristlos wegen Gesundheitsgefährung gekündigt. Wiederum keinerlei Reaktion des Vermieters. Was nun?
Er muß ja ebenfalls zustimmen, sonst ist die Kündigung nicht wirksam oder?

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#4
 Von 
Fran_zi
Status:
Schüler
(292 Beiträge, 9x hilfreich)

Wie die Rechtslage an sich aussieht, weiß ich nicht. Ich glaube aber schon, dass Ihr nach Ablauf der Frist kündigen könnt.
Einer Kündigung generell muss nicht zugestimmt werden, die gilt. Das weiß ich sicher.

-----------------
"Es kommt nicht darauf an, WAS man ist, sondern WIE man es ist :) "

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#5
 Von 
guest-12323.02.2010 16:51:31
Status:
Beginner
(89 Beiträge, 14x hilfreich)

Hallo,
geht doch einmal auf die Internetseit "www.mieterbund.de" unter Recht und dann unter "K" dort steht, daß Du eigentlich ohne längerer Kümdigungsfrist aus dem Vertrag herauskommst, bei solchen Mängel.

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#6
 Von 
RA DPMS
Status:
Praktikant
(998 Beiträge, 148x hilfreich)

Was ist denn das ziel?

Neue Wohnung, Kosten für Umzug, Renovierungsbeteiligung etc. es gibt sehr viele konsquenzen aus einer berechtigen fristlosen außerordentlichen Kündigung. Das kann sowohl für den Vermieter als auch für den Mieter sehr teuer werden.

Bei Schimmel ziemen sich die Gerichte noch, die Ursachen des Schimmelpilzes auf die Bausubstanz zurückzuführen. Meist wird dem Mieter ein Mitverschulden wegen schlechter Lüftung in die Schuhe geschoben.

ABER: Die Chancen werden besser.

Mit freundlichen Grüßen

D.P.M. Sevriens
www.erecht.net

"Wer glücklich ist, kann glücklich machen, wer`s tut,
vermehrt sein eigenes Glück." (Gleim)

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#7
 Von 
Caligula
Status:
Schüler
(187 Beiträge, 96x hilfreich)

Das Ziel ist gar nicht so hoch gesteckt. Wir möchten lediglich ohne Reibereien zum 01.01.2004 ausziehen und genau das soll der Vermieter uns bestätigen, was er nicht tut.
Wir könnten auch Schadensersatzforderungen stellen oder uns den Umzug bezahlen lassen oder die Miete mindern etc. Das möchten wir aber nicht, um den Fall nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Wir brauchen aber Rechtssicherheit, denn wenn wir einfach so zum 01.01.2004 aus der Wohnung sind, dann befürchte ich fast, daß uns der Vermieter weiterhin die Miete berechnet, trotz fristloser Kündigung.

Wir haben ohnehin Probleme mit ihm...
Beispielsweise hat er uns für 2002 noch keine NK-Abrechnung gegeben, obwohl alle anderen Mietparteien sie schon seit Monaten haben. Es kam vor ein paar Wochen eine Rückzahlung, die ca. 70% unter der jahrelang gewohnten Rückzahlungssumme liegt. Abrechnungen haben wir dennoch nicht. Ich vermute einfach, daß er das einbehalten möchte.
Dann verlangt er jetzt Kabelgebühren für das gesamte nächste Jahr und zwar ohne Rechnung oder Nachweis der tatsächlichen Gebührenhöhe und das Geld ist bar an ihn zu zahlen.
Die Mietmängel sind nicht behoben worden, d.h. die Heizung läuft immer noch nicht richtig und das bei den stark gefallenen Temperaturen usw.

Ich habe folgendes vor:
Einbehaltung der NK-Pauschale ab sofort.
Verweigerung der Kabelgebührenzahlung an ihn.
Forderung nach NK-Abrechnung.
Vereinbarung der Schlüsselübergabe.
Vereinbarung über Kautionsrückzahlung.

Mal sehen, wie er reagiert.

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#8
 Von 
Caligula
Status:
Schüler
(187 Beiträge, 96x hilfreich)

Der Vermieter wollte eben in die Wohnung meiner Freundin und zwar ohne Vorankündigung. Sie hat ihn abgewiesen, da ich berufstätig bin, aber ebenfalls bei dieser Besichtigung dabei sein möchte/muß.
Meine Freundin hat ihm gesagt, er könne heute abend oder die nächsten Tage abends vorbeikommen oder am Samstag ganztags. Er hat rumgemeckert und gesagt, daß er am Samstag Spätschicht hätte und das dann evtl. nicht ginge. Mit der Begründung er könne die Mängel ja nicht besichtigen hat er ihr gegenüber die Annahme der fristlosen Kündigung verweigert.

Geht das einfach so?

Ich habe gelesen, daß er sich 24 Stunden vorher ankündigen muß. Das hat er aber nicht und wir (habe noch mit telefoniert) haben ihm weitere Termine genannt.

Zweites "Problem":
Ich habe ihm gegenüber gesagt, daß ich auch Interesse daran habe, bei dieser Besichtigung dabei zu sein, da ich ja der Untermieter sei. Dazu muß ich sagen, daß wir ihn niemals um Erlaubnis für Untermiete gefragt haben.

Wir bilden eine eheähnliche Gemeinschaft und da sei "Untermiete" auch bei Beteiligung des einen Partners (Ich) nicht gegeben. Für die Einholung der Erlaubnis sei dies aber unerheblich. Andererseits kann er die Erlaubnis hier ohnehin nicht verweigern, denn ansonsten hätten wir ein Sonderkündigungsrecht.
Bleibt noch der "Fallstrick" fristlose Kündigung durch den Vermieter. Käme uns ungelegen, denn wir haben noch keine neue Wohnung gefunden.
Dagegen wäre einzuwenden, daß der Vermieter bislang alles stillschweigend geduldet hat. Er hat mir vor gut 3 Monaten sogar die neuen Haustürschlüssel gegeben, wußte also von der Untermiete. Vorher hat er sogar die Untervermietung an eine Freundin stillschweigend geduldet.
Meine Freundin wird heute Abend trotzdem ein Schreiben aufsetzen, in dem formal um Erlaubnis gebeten wird. Genügt das und welche Möglichkeiten hat der Vermieter uns noch einen "reinzuwürgen" (ich nenn' das einfach mal so)?

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