Fristlose Kündigung bei starker Feuchtigkeit

16. September 2010 Thema abonnieren
 Von 
Shoxxen
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 16x hilfreich)
Fristlose Kündigung bei starker Feuchtigkeit

Hallo zusammen,

folgende Situation bescherrt mir momentan schlaflose Nächte. Wir wohnen seit 3 Jahren zur Miete in einer Erdgeschosswohnung eines alten Bauernhauses. Die Wohnung wurde vor unserem Einzug entkernt und komplett neu renoviert und hergerichtet (neuer Holzfußboden, Wände mit Rigips neu verkleidet / bzw. verputzt etc.). Unser Vermieter wohnt im OG über uns und wir hatten bislang eigentlich immer ein problemloses Verhältnis.

Seit einigen Wochen haben wir in der Wohnung die Situation, dass wir trotz regelmäßigem lüften durchgehend feuchte und muffige Luft in den Innenräumen haben. Wir haben uns dabei zunächst nichts gedacht. Als wir dann in einigen Räumen eine "Aufräumaktion" gestartet und einige Sachen aus unserem Haushalt aussortier haben, fanden wir einige verschimmelte Kleidungsstücke, Bettdecken und auch eine Holzkiste vor. Da wir einen nun 11 Wochen alten Sohn haben, schrillten bei meiner Frau und mir sofort die Alarmglocken. Ich habe mich direkt mit der Verbraucherzentrale in Verbindung gesetzt. Dort nannte man mir Herrn Boege (Schimmel Ambulanz) als Sachverständigen für derartige Fälle. Dieser war zwei Tage später dann auch vor Ort und hat sich den Wohnbereich ausgiebig angeschaut. Ergebnis - bei allen Wänden die nicht mit Rigips verkleidet sind, ist auf einer Höhe von ca. 30-50 cm vom Boden aus eine starke Feuchtigkeit bzw. Nässe festgestellt worden. Der Sachverständige hat zudem den starken verdacht, das hinter den Rigipswänden eine böse "Überraschung" wartet. Auch die Außenwände der Erdgeschosswohnung sind sehr nass. Das Urteil - der notwendige Feuchtestopp / Feuchteschutz fehlt komplett oder ist durchgehend defekt.

Hinzu kommen außerdem noch folgende Punkte, welche die Situation zusätzlich erschweren:

1.) Im Badezimmer kann nicht für eine ausreichende Lüftung gesorgt werden, da das Fenster hier zu klein ist. Hier steht die Notwendigkeit eines über das Licht geregelten Abluftventilators im Raum bzw. war dies die Empfehlung des Sachverständigen.

2.) Im Kinderzimmer unseres Sohnes befindet sich eine Bodenklappe. Diese führt zu einem nassen Kellerloch. Für den Sachverständigen haben wir den Teppichboden über der Klappe entfernt, um einen Blick hinein werfen zu können. Allein der Geruch der uns entgegen kam brachte die Aussage vom Sachverständigen - "das Loch ist defintiv verschimmelt, wo soll die Feuchtigkeit aus dem Boden auch hin?!". Laut Sachverständigem ist dieser Raum absolut nicht bewohnbar, schon gar nicht von einem Säugling.

3.) Unser Sohn hustet seit nun 7 Tagen regelmäßig und auch bei meiner Frau und mir zeigen sich Symtome wie gereizte Augen, Müdigkeit (was nichts mit dem Sohn zu tun hat, der schläft durch ;-)) und vor allem bei mir Kopfschmerzen morgens nach dem Aufstehen. Uns wurde sowohl vom Sachverständigen Böge als auch von unserem Hausarzt nach einer Untersuchung der starke Verdacht der Gesundheitsgefährdung in unseren Räumlichkeiten schriftlich bescheinigt. Bei rieten uns vor allem für unseren Sohn

Um der Sache weiter auf den Grund zu gehen, habe ich mich mit dem zuständigen Ordnungsamt in Verbindung gesetzt und die Situation geschildert. Aufgrund der Sorge um unseren Kleinen hat man sich der Sache auch direkt angenommen und kam 3 Tage später mit einem Mediziner des Gesundheitsamtes zur Besichtigung der Räumlichkeiten. Auch hier fiel sofort der "muffige" Geruch in der Wohnung auf. Der Mediziner bestätigte uns ebenfalls den starken Verdacht auf eine Gesundheitsgefährung durch die starke Feuchtigkeit.

Zusätzlich haben wir durch den Sachverständigen Böge noch eine Raumluftmessung im Kinderzimmer unseres Sohnes durchführen lassen. Diese Ergebnisse liegen allerdings erst in 14 Tagen vor.

Wir haben unserem Vermieter vor 10 Tagen mündlich über unsere Sorgen in Kenntnis gesetzt und vor 7 Tagen schriftlich den Vorfall ausführlich geschildert. Außerdem haben wir ihm eine Frist von 14 Tagen gesetzt, um den Schaden zu beheben bzw. entsprechende Schritte einzuleiten. Bereits im Gespräch mit dem Vermieter wurde signalisiert, dass keine Bereitschaft besteht für die Wohnung noch einmal (nach der Renovierung vor 3 Jahren) einen notwendigen Betrag zu investieren, Feuchtigkeit sei bei alten Häusern ja "normal".

Unsere Fragen:

1.) Haben wir bei der aktuellen Sachlage die Möglichkeit fristlos zu kündigen um schnellstmöglich eine neue Wohnung beziehen zu können?

2.) Ab wann wäre eine evtl. fristlose Kündigung möglich?

Wir möchten mit unserem Sohn natürlich so schnell wie möglich ausziehen, da die Gefahr und das Risiko einer Gesundheitsgefährdung vor allem für ihn sehr groß ist.

Über einige Hinweise und Tipps würde ich mich sehr freuen.

MfG
Shoxxen

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
joebeuel
Status:
Lehrling
(1954 Beiträge, 1518x hilfreich)

Eine fristlose Kündigung macht nur Sinn, wenn ihr schon eine neue Wohnung habt.
Wenn der Vermieter damit jedoch nicht einverstanden ist, müßtet ihr bereit sein, euch gegen eine Klage auf Weiterzahlung der Miete zu wehren.

Was ihr auch machen könnt:
1. wegen der Feuchtigkeit eine Mietminderung geltend machen
2. eine neue Wohnung suchen und anmieten
3. die jetzige Wohnung kündigen



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0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Shoxxen
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 16x hilfreich)

Hallo joebeuel,

vielen Dank für Deine Antwort. Wir können ab dem 01.11.10 ein neues Haus beziehen und werden dies auch tun. Frage ist nur, ob wir durch eine fristlose Kündigung eine doppelte Mietzahlung (für das neues Haus und die alte Wohnung) vermeiden können?!

Auch die Kosten für den Sachverständigen zur Messung, Umzug, Reinigung vermoderter Kleidung o.ä. stehen dann noch im Raum. Da wird sich wohl ein Gerichtsstreit nicht vermeiden lassen.

Grüße
Shoxxen

16x Hilfreiche Antwort

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