Gartenpflege Nebenkostenabrechnung

14. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
cpy
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Gartenpflege Nebenkostenabrechnung

Hallo erstmal,

ich bin Mieter einer Wohnung mit Gemeinschaftsgarten, welchen insgesamt 4 Parteien, inklusive dem Vermieter, nutzen können. Der Garten ist im Mietvertrag mitvermietet.

Bzgl Pflege ist festgelegt, dass wir diese gemeinschaftlich durch Mieter und Vermieter durchführen. Dazu steht im Mietvertrag unter den sonstigen Vereinbarungen "Gartenarbeiten werden ebenfalls gemeinschaftlich in Abstimmung durchgeführt".

In der Nebenkostenabrechnung verlangt der Vermieter nun, dass wir teilweise seine Arbeitstunden mit je 20€ bezahlen sollen. Er geht von 120 Stunden insgesamt aus, teilt das durch die 4 Parteien und berechnet allen die unter 30 Stunden gearbeitet die "Minusstunden".

Es gibt zu den sonstigen Betriebskosten folgende Aussage im Mietvertrag:
"Als sonstige Betriebskosten gelten als vereinbart (ausdrückliche Bezeichnung erforderlich):
Hausordnung (Mülltonnen, Verkehrsflächen- und Hofreinigung) Gartenarbeiten (Rasenmähen, Unkrautjäten) wenn nicht in Solidargemeinschaft durch Mieter und Vermieter durchgeführt wird".

Meinem Verständnis nach, schließt der letzte Teilsatz eine Umlage der Arbeitsstunden des Vermieters aus, da die Arbeiten gemeinschaftlich erfolgen.
Liege ich richtig mit der Annahme, dass der Vermieter hier nichts für seine Arbeitsleistung verlangen kann?
Und falls nicht, darf er die Arbeitsstunden einfach durch die Parteien dividieren, anstatt durch die Anzahl der Personen? Denn das heißt die Personen im Singlehaushalt müssten 30 Stunden arbeiten, während im Partnerhaushalt jeder nur 15 Stunden arbeiten müsste.

Danke schon mal für die Hilfe.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von cpy):
Dazu steht im Mietvertrag unter den sonstigen Vereinbarungen "Gartenarbeiten werden ebenfalls gemeinschaftlich in Abstimmung durchgeführt".
Hat der Vermieter einen konkreten Plan aufgestellt, in welchen Wochen welcher Mieter was machen soll? Hat sich jeder an den Plan gehalten?

Zitat (von cpy):
Und falls nicht, darf er die Arbeitsstunden einfach durch die Parteien dividieren, anstatt durch die Anzahl der Personen?
Steht etwas im Mietvertrag, wie die Nebenkosten des Hauses auf die Nutzer aufgeteilt werden? Also z.B. nach Quadratmetern oder pro Kopf?

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#2
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6372 Beiträge, 2309x hilfreich)

Zitat:
wenn nicht in Solidargemeinschaft durch Mieter und Vermieter durchgeführt wird".


Also kann das Argument doch NUR lauteten:
Diese Tätigkeit wurde in Solidargemeinschaft durchgeführt.
Was bedeutet jetzt "Solidargemeinschaft" ? Haben denn die Mieter UND der/die Vermieter eine Soldargemeinschaft gebildet ? Erfolgten die Arbeiten denn gemeinschaftlich ? Vermutlich nicht.
Jedenfalls ist in der Schilderung davon nichts zu lesen..

Somit wäre das Argument untauglich.

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

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#3
 Von 
cpy
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Für die Gartenarbeit gibt es keinen festen Plan. Es wird nach Bedarf und je nach Wetter Rasen gemäht und Unkraut entfernt, sowie die Hecken im Herbst geschnitten. Dazu haben wir uns per WhatsApp jeweils abgesprochen.
Lediglich für die Hausordnung (Kehren, Müll rausstellen) gibt es einen festen Plan.
Die Arbeiten sind alle erledigt worden. Lediglich eine Hecke wurde ~2 Wochen später geschnitten, weil der Mieter der es machen wollte mit dem Knie Probleme hatte.

Bzgl der Aufteilung der Nebenkosten, steht dies geschrieben:
"Der Mieter trägt von den Betriebskosten mit Ausnahme der Heiz- und Warmwasserkosten einen Anteil nach dem Verhältnis der Wohn-/Nutzflächen des Hauses."

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#4
 Von 
cpy
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Spezi-2):
Was bedeutet jetzt "Solidargemeinschaft" ? Haben denn die Mieter UND der/die Vermieter eine Soldargemeinschaft gebildet ? Erfolgten die Arbeiten denn gemeinschaftlich ? Vermutlich nicht.

Zum Rasenmähen haben wir uns meist verabredet. Da hat einer gemäht, der andere die Ränder gesenst und einer Unkraut entfernt und später das Gras weggefahren. Ähnlich beim Hecke schneiden. Da haben wir uns auch verabredet und jeder hat was gemacht.
Aber natürlich hat jeder auch mal alleine was gemacht.

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#5
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von cpy):
Er geht von 120 Stunden insgesamt aus, teilt das durch die 4 Parteien und berechnet allen die unter 30 Stunden gearbeitet die "Minusstunden".
Sagen wir mal so: Kreative Idee. Rein grundsätzlich finde ich die auch gar nicht so doof. Wobei natürlich dann diejenigen, welche mehr als 30 Stunden gearbeitet haben, Geld herausbekommen müssten. Ob das rechtlich so durchgeht, da habe ich meine Bedenken. Ich stelle mir schwierig vor, die geleisteten notwendigen (!) Stunden korrekt zu dokumentieren.

Schwierig für mich. Aber wenn so etwas von Anfang an klar kommuniziert wird, scheint mir das eine nicht ganz unsinnige Regelung zu sein.

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#6
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6372 Beiträge, 2309x hilfreich)

Zitat:
Zum Rasenmähen haben wir uns meist verabredet. Da hat einer gemäht, der andere die Ränder gesenst und einer Unkraut entfernt und später das Gras weggefahren. Ähnlich beim Hecke schneiden. Da haben wir uns auch verabredet und jeder hat was gemacht.
Aber natürlich hat jeder auch mal alleine was gemacht.

Die vereinbarte "Solidargemeinschaft" sollte doch aus "Mieter und Vermieter" bestehen. Hat sich der Vermiter auch beteiligt ? Wohnt er überhaupt im Hause ?

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

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#7
 Von 
cpy
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Wenn es von Anfang an kommuniziert worden wäre, wäre es vielleicht wirklich eine akzeptable Sache.
Hab ich so auf Reiterhöfen schon gesehen. Jedes Mitglied hat x Stunden pro Jahr abzuleisten, wer darunter ist muss entsprechend eine Gebühr zahlen.

Allerdings wurde mir bspw erst im Juli mündlich mitgeteilt, dass die Stunden notiert werden. Damals noch mit der Aussage, dass er noch nicht weiß was er mit den Zahlen macht.
Darum hat sich keiner der Mieter Notizen gemacht oder gar dem Vermieter Stunden mitgeteilt. Folglich wurden mit Sicherheit nicht alle Stunden berücksichtigt.

Aber die Gefahr, dass jemand Geld rausbekommt, besteht wohl nicht. Die drei Mietparteien haben zusammen angeblich nur 30 Stunden geschafft. Folglich hat der Vermieter 90 Stunden gearbeitet. Laut ihm zählt nur Rasenmähen, Büche/Hecken schneiden und Unkraut entfernen dazu. Wir fragen uns hier auch alle, was er in den 90 Stunden so alles getan hat.


Zitat:
Die vereinbarte "Solidargemeinschaft" sollte doch aus "Mieter und Vermieter" bestehen. Hat sich der Vermiter auch beteiligt ? Wohnt er überhaupt im Hause ?

Ja der war meist beim gemeinsamen Mähen und Hecke schneiden auch dabei und hat auch Unkraut entfernt.
Er wohnt mit seiner Frau im Nachbarshaus. Es sind insgesamt drei Häuser die an den Garten grenzen.
Ein Zwei-Parteien Wohnhaus in dem ich mit einem Nachbarn wohne, ein Wohnhaus indem ein weiterer Nachbar mit Frau und Kind wohnt und das Haus des Vermieters und seiner Frau.

Geholfen haben prinzipiell alle Parteien. Lediglich ein Nachbar hatte den Sommer über eine Knie-OP und konnte nur wenig arbeiten.

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#8
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von cpy):
Allerdings wurde mir bspw erst im Juli mündlich mitgeteilt, dass die Stunden notiert werden. Damals noch mit der Aussage, dass er noch nicht weiß was er mit den Zahlen macht.
Darum hat sich keiner der Mieter Notizen gemacht oder gar dem Vermieter Stunden mitgeteilt. Folglich wurden mit Sicherheit nicht alle Stunden berücksichtigt.
Dann erscheint mir dieses Jahr eine solche Abrechnung rechtlich nicht haltbar, weil der Vermieter keine ausreichenden Nachweise zu den geleisteten Arbeitsstunden vorlegen kann. Das sollte auch dem Vermieter klar sein. Er selber mag sich seine Stunden notiert haben. Aber ohne eine saubere Dokumentation aller geleisteten Stunden funktioniert das System sicherlich nicht.

Mein Vorschlag wäre daher, dass die Mieter sich künftig zu einer solchen Regelung bereiterklären unter der Prämisse, dass jeder vorher Bescheid weiß und alle geleisteten Stunden direkt nach der Arbeit einsehbar gemeldet werden (meinetwegen in eine whatsapp Gruppe oder in eine aufgehängte Liste). Dann ist auch kontrollierbar, ob die angegebenen Arbeiten wirklich erledigt wurden.

Für das abgelaufene Jahr kann man sich vielleicht auf eine kleinere Ausgleichszahlung einigen, wenn wirklich der Vermieter überproportional mehr im Garten gearbeitet hat. Aber das wäre meiner Meinung nach eher ein Entgegenkommen der Mieter im Sinne einer guten Hausgemeinschaft als ein rechtliches Muss. Rechtlich sehe ich die aktuelle Abrechnung auf sehr wackeligen Füßen.

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