Hauptmieter verbietet Untermieterin Besuch

23. März 2021 Thema abonnieren
 Von 
Ak1994
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Hauptmieter verbietet Untermieterin Besuch

Erstmal hallo an das Forum,

ich versuche mich möglichst kurz zu fassen:
Ich bin 26 und meine Freundin 22, momentan halte ich mich überwiegend bei ihr auf. Wir "wohnen" praktisch schon zusammen.
Die Wohnung läuft auf ihren Vater, er ist als Hauptmieter eingetragen. Sie ist als Untermieterin eingetragen.
Der Vater hat aufgrund eines Streits die Wohnung gekündigt und möchte sie rausschmeißen.
Kurz darauf haben wir beim Vermieter angerufen und er hat uns einen Vorvertrag gegeben, den wir unterschrieben haben und es geht in Ordnung wenn wir die Wohnung ab Mai zusammen übernehmen. Also sobald die Kündigungsfrist des Vaters durch ist. Ihr Vater wohnt seit Monaten nicht mehr in dieser Wohnung, sondern 100 km weiter weg bei seiner Freundin. Er kommt auch nicht zu Besuch. Ich hatte noch nie irgendwelche Auseinandersetzungen mit ihm.
Nun hat er zu ihr gesagt er verbietet ihr jeglichen Besuch und dass er es kontrollieren möchte ob ich bei ihr bin oder nicht und droht mit der Polizei.
Ich denke jedoch sie hat gewisse Rechte als Untermieterin, Besuch zu empfangen und da er sowieso nicht präsent ist und sich nicht mal an seinem neuen Wohnort gemeldet hat, hat er da schon mal nichts mehr zu melden. Er ist dann auch noch aggressiv geworden und sagte "wenn dein Freund dort ist und ich das sehe, dann Gnade ihm Gott!". Natürlich hat meine Freundin jetzt Angst, dass er jeden Moment vor der Tür stehen könnte. Ich dagegen hätte versucht, das ganze friedlich zu klären und erkläre mich auch dazu bereit, seine Garage auszuräumen damit er sein Zeug mitnehmen kann, denn momentan kann ich nur vor der Garage parken - was mich natürlich auch etwas stört.

Meine Frage ist jetzt:
- Hat er wirklich das Recht den Besuch zu verbieten obwohl er mittlerweile ganz wo anders wohnt? Denn soweit ich weiß wird sein persönlicher Raum nicht beeinträchtigt dadurch und somit ist mein Besuch zugelassen sofern sie dem zustimmt?
- Kann er mir mit der Polizei drohen und mich einfach rausschmeißen lassen?

Im Endeffekt dachte ich mir ich würde ihn verpfeifen wenn er die Polizei rufen sollte und die sollen mal seine Unterlagen prüfen.

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe.

Liebe Grüße.

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9545 Beiträge, 4374x hilfreich)

Zitat (von go576274-30):
Sie ist als Untermieterin eingetragen.
Ich bezweifle, dass man das Problem über ein Forum lösen kann. Aber wenn man es versuchen will, dann müsste man erstmal klären, was das heißen soll. Was genau hat die Untermieterin vom Hauptmieter gemietet (welche Zimmer zur Alleinbenutzung, welche zur Allgemeinnutzung) und zahlt sie wirklich auch Miete an den Hauptmieter? Damit müsste man anfangen, um die Rechte und Pflichten von Untermieter und Untervermieter einschätzen zu können.

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#2
 Von 
Ak1994
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Zitat (von go576274-30):
Sie ist als Untermieterin eingetragen.
Ich bezweifle, dass man das Problem über ein Forum lösen kann. Aber wenn man es versuchen will, dann müsste man erstmal klären, was das heißen soll. Was genau hat die Untermieterin vom Hauptmieter gemietet (welche Zimmer zur Alleinbenutzung, welche zur Allgemeinnutzung) und zahlt sie wirklich auch Miete an den Hauptmieter? Damit müsste man anfangen, um die Rechte und Pflichten von Untermieter und Untervermieter einschätzen zu können.


Da der Hauptmieter ihr Vater war/ist, stand ihr die ganze Wohnung zur Verfügung. Sie hatte dennoch ihr eigenes Zimmer. In der Praxis ist es meist so, dass das innerhalb der Familie wohl kaum vertraglich geregelt wird zwecks der Höhe der Miete. Sie hat ihm jedoch Beträge für die Miete überwiesen. Er hat sich kurz vor seinem Umzug angeboten, die Miete weiterhin zur hälfte zu zahlen - weil es ja schließlich seine Tochter ist. Dann kam der Streit und er ist daraufhin ausgerastet und hat die Wohnung gekündigt, wir haben dann die Wohnung auf uns übertragen lassen mittels Vorvertrag.

Eine Sache wäre noch zu ergänzen:
Er neigte zum Alkoholmissbrauch und sie hat sich in ihrem Zimmer eingesperrt weil er sie auch geschlagen hat, er hat die Zimmertür eingetreten und nun ist diese stark beschädigt. Mein Gedanke war jetzt das noch vor seiner Kündigungsfrist dem Vermieter zu melden damit wir nicht auf den Kosten sitzen bleiben wegen der Reparatur.

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#3
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9545 Beiträge, 4374x hilfreich)

Sagen wir mal so: Ich traue mir aufgrund der recht komplizierten Situation keine Meinung zu. Es ist definitiv kein "normales" Mietverhältnis. Am ehesten würde noch eine WG mit einem Hauptmieter kommen, der einzelne Zimmer untervermietet. Aber auch davon unterscheidet sich offenbar das Mietverhältnis hier. Es wurde nicht dezidiert ein spezielles Zimmer untervermietet, es wurde offenbar auch keine konkrete Mietzahlung vereinbart.

Das heisst nicht, dass die Tochter keine Untermieterin ist oder dass sie ohne Rechte wäre. Aber man kann eben auch nicht einfach Standardurteile oder Kommentare auf diese Situation übertragen.

Ich würde versuchen, mit dem Vater und dem Vermieter einen schnell wirksamen Änderungsvertrag abzuschließen. Darin könnte geregelt werden, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt der Vater aus dem Mietvertrag entlassen wird und der Freund eintritt. Wenn alle Beteiligten damit einverstanden sind, ist das die sauberste Lösung.

Dafür würde ich empfehlen, auch Einbußen in Kauf zu nehmen. Die kaputte Tür z.B. ist sicherlich doof. Aber es wäre echt blöd, wenn es am Ende daran scheitert. Zumal der Vermieter dann möglicherweise trotz Vorvertrag keinen neuen Mietvertrag mit euch schließt.

Sollte keine einvernehmliche Lösung zu erreichen sein, wird es echt kompliziert. Ich neige dazu zu überlegen, ob die Tochter den Schließzylinder der Wohnungstür austauschen sollte. Dann kann der Vater nicht mehr herein. Rechtlich ist das aber zumindest problematisch. Eigentlich möchte ich das auch nicht wirklich rechtlich zu Ende denken. Versucht es mit einem Aufhebungsvertrag. Das wäre bei weitem die einfachste Lösung.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(29687 Beiträge, 5344x hilfreich)

Zitat (von Ak1994):
Nun hat er zu ihr gesagt er verbietet ihr jeglichen Besuch und dass er es kontrollieren möchte ob ich bei ihr bin oder nicht und droht mit der Polizei.
Woher sollen wir wissen, ob er macht, womit er droht?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#5
 Von 
Ak1994
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Sagen wir mal so: Ich traue mir aufgrund der recht komplizierten Situation keine Meinung zu. Es ist definitiv kein "normales" Mietverhältnis. Am ehesten würde noch eine WG mit einem Hauptmieter kommen, der einzelne Zimmer untervermietet. Aber auch davon unterscheidet sich offenbar das Mietverhältnis hier. Es wurde nicht dezidiert ein spezielles Zimmer untervermietet, es wurde offenbar auch keine konkrete Mietzahlung vereinbart.

Das heisst nicht, dass die Tochter keine Untermieterin ist oder dass sie ohne Rechte wäre. Aber man kann eben auch nicht einfach Standardurteile oder Kommentare auf diese Situation übertragen.

Ich würde versuchen, mit dem Vater und dem Vermieter einen schnell wirksamen Änderungsvertrag abzuschließen. Darin könnte geregelt werden, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt der Vater aus dem Mietvertrag entlassen wird und der Freund eintritt. Wenn alle Beteiligten damit einverstanden sind, ist das die sauberste Lösung.

Dafür würde ich empfehlen, auch Einbußen in Kauf zu nehmen. Die kaputte Tür z.B. ist sicherlich doof. Aber es wäre echt blöd, wenn es am Ende daran scheitert. Zumal der Vermieter dann möglicherweise trotz Vorvertrag keinen neuen Mietvertrag mit euch schließt.

Sollte keine einvernehmliche Lösung zu erreichen sein, wird es echt kompliziert. Ich neige dazu zu überlegen, ob die Tochter den Schließzylinder der Wohnungstür austauschen sollte. Dann kann der Vater nicht mehr herein. Rechtlich ist das aber zumindest problematisch. Eigentlich möchte ich das auch nicht wirklich rechtlich zu Ende denken. Versucht es mit einem Aufhebungsvertrag. Das wäre bei weitem die einfachste Lösung.


Also sie hat mir soeben mitgeteilt, dass das schon so lange her ist, sie weiß nicht ob sie jemals einen Untermietvertrag mit ihm abgeschlossen hat oder nur der Name eingetragen wurde. Schließlich ist das schon 10 Jahre her, allerdings nicht am Stück, in der Zwischenzeit hat sie auch noch wo anders gewohnt.
Ist ein Aufhebungsvertrag denn noch möglich, wenn er die Kündigung bereits abgeschickt hat und die Kündigungsfrist schon läuft?
Wir sind ziemlich gut mit dem Vermieter, er kann das doch nicht einfach auf uns abwälzen wenn wir die Tür nicht beschädigt haben, sondern der Vater?

-- Editiert von Ak1994 am 23.03.2021 15:32

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9545 Beiträge, 4374x hilfreich)

Zitat (von Ak1994):
Ist ein Aufhebungsvertrag denn noch möglich, wenn er die Kündigung bereits abgeschickt hat und die Kündigungsfrist schon läuft?
Wenn alle (Vater, Vermieter, neue Mieter) einverstanden sind, ist das natürlich möglich.

Variante 1: Aufhebungsvertrag zwischen Vermieter und Vater und neuer Mietvertrag zwischen Vermieter und neuen Mietern. Vorteil wäre, dass die neuen Mieter dann nichts mit eventuellen Schäden aus dem alten Mietvertrag zu tun haben. Nachteil für den Vermieter wäre, dass er über den alten Vertrag bzw. die Kaution getrennt abrechnen und z.B. auch 2 Nebenkostenabrechnungen erstellen muss. Auch muss der Vater dem natürlich nicht zustimmen.

Variante 2: Änderungsvertrag, in dem alle Parteien vereinbaren, dass der Vater als Mieter ausscheidet und Tochter (entweder alleine oder mit Freund) als Mieter in den Mietvertrag eintreten. Dann übernehmen die neuen Mieter alle Rechte und Pflichten. Man sollte sich dann nur noch zwischen Vater und Tochter einigen, was mit der Kaution und eben eventuellen Schäden passiert.

Aber nochmal: Es scheitert, wenn auch nur einer nein sagt. Es gibt keine Möglichkeit, die Parteien dazu zu zwingen. Also rate ich zur Vorsicht bei allzu forschem Auftreten bzw. zu großen Forderungen.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Ak1994
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Zitat (von Ak1994):
Ist ein Aufhebungsvertrag denn noch möglich, wenn er die Kündigung bereits abgeschickt hat und die Kündigungsfrist schon läuft?
Wenn alle (Vater, Vermieter, neue Mieter) einverstanden sind, ist das natürlich möglich.

Variante 1: Aufhebungsvertrag zwischen Vermieter und Vater und neuer Mietvertrag zwischen Vermieter und neuen Mietern. Vorteil wäre, dass die neuen Mieter dann nichts mit eventuellen Schäden aus dem alten Mietvertrag zu tun haben. Nachteil für den Vermieter wäre, dass er über den alten Vertrag bzw. die Kaution getrennt abrechnen und z.B. auch 2 Nebenkostenabrechnungen erstellen muss. Auch muss der Vater dem natürlich nicht zustimmen.

Variante 2: Änderungsvertrag, in dem alle Parteien vereinbaren, dass der Vater als Mieter ausscheidet und Tochter (entweder alleine oder mit Freund) als Mieter in den Mietvertrag eintreten. Dann übernehmen die neuen Mieter alle Rechte und Pflichten. Man sollte sich dann nur noch zwischen Vater und Tochter einigen, was mit der Kaution und eben eventuellen Schäden passiert.

Aber nochmal: Es scheitert, wenn auch nur einer nein sagt. Es gibt keine Möglichkeit, die Parteien dazu zu zwingen. Also rate ich zur Vorsicht bei allzu forschem Auftreten bzw. zu großen Forderungen.


Danke für die Zeit und die hilfreichen Antworten!
Wir werden mal versuchen mit ihm zu reden, es ist allerdings schwer - da er nicht wirklich kooperativ zu sein scheint. Leider muss er ja bei allem zustimmen, was für Möglichkeiten hätten wir denn wenn er zu allem nein sagt? Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen dass er auch nur irgendwas durchsetzen könnte von seinen Drohungen (außer vielleicht dass er mir gegenüber handgreiflich werden könnte weil ich da bin wenn er zufällig vorbeischneit).

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
vundaal76
Status:
Junior-Partner
(5034 Beiträge, 1947x hilfreich)

Ja und? Der Vater darf gerne mit der Polizei drohen. Die Polizei wird sich hier aber raushalten müssen, spätestens wenn Deine Freundin den Untermietvertrag vorzeigt.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(29687 Beiträge, 5344x hilfreich)

Zitat (von Ak1994):
Wir sind ziemlich gut mit dem Vermieter, er kann das doch nicht einfach auf uns abwälzen wenn wir die Tür nicht beschädigt haben, sondern der Vater?
Warum konstruierst du was? Vielleicht hat der Vater damals beim Einzug eine Kaution bezahlt. Vielleicht zieht der Vermieter die Kosten für die Tür-Reparatur dem Vater von dessen Kaution ab.
Zitat (von Ak1994):
sie weiß nicht ob sie jemals einen Untermietvertrag mit ihm abgeschlossen hat oder nur der Name eingetragen wurde.
Auch das weiß am allerbesten der Vermieter.

Vielleicht redet man NUR mit dem Vermieter, wenn es doch mit dem viel besser läuft als mit dem Vater.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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