Heizkosten auf alle Mieter verteilen (Eigene Zähler) Firma Techem

18. Juni 2024 Thema abonnieren
 Von 
Dr.Eberle
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Heizkosten auf alle Mieter verteilen (Eigene Zähler) Firma Techem

Guten Abend,

weiss jemand "Genau" , ob es rechtens ist Heizkosten , obwohl nachweislich die Heizung sehr wenig bis garnicht in Gebrauch war , auf Alle Mieter zu verteilen.

Hintergrund ist folgender. Wir haben noch ein kleines 1-Zimmer Appartment was gelegentlich genutzt wurde.

In den Haus wohnen sehr viele Partein , ist ein Hochbaukomplex.

An den Heizungen sind eigene Zähler der Firma Techem angebracht.

Eigentlich sollten nur die tatsächlich genutzten Heizkosten laut Zähler für die Jahresabrechnung abgerechnet werden.

Jedes Jahr wird die Heizkostenabrechnung trotzdem mit zwischen 180,- 250€ berechnet.

Wir wissen allerdings das die Heizung nichtmal zu solchen Beträgen in Gebrauch war.

Zuständig ist die "Firma Techem" .

Jemand ähnliche Erfahrungen gemacht mit der Firma ?

Es ist eine kleines 1-Zimmer Eigentumsappartment. Auf der Etage wohnen noch 8 andere Mietpartein, im ganzen Haus um die 70 anderen Wohnpartein.

Jede Wohnung hat eigene Heuizungszähler angebracht.

Gemessen wird Digital wenn die Firma zum Jahresende durch das Haus geht ohne die Wohnung betreten zu müssen.

Schwer vorzustellen das Heizkosten in so einen großen Wohnhaus auf alle Mieter verteilt werden können .


Danke



-- Editiert von User am 18. Juni 2024 17:31

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122507 Beiträge, 40147x hilfreich)

Zitat (von Dr.Eberle):
Schwer vorzustellen das Heizkosten in so einen großen Wohnhaus auf alle Mieter verteilt werden können .

Und warum konkret sollten einzelnen Mieter davon ausgeschlossen werden, die Heizkosten zu zahlen?
Und warum konkret sollten die anderen Mieter / der Vermieter die Heizkosten dieser Mieter zu zahlen?


Im übrigen rege ich an den ganzen Sachverhalt mal in eine für Dritte verständliche Form zu bringen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14018 Beiträge, 4406x hilfreich)

Hallo,

erstens muss man sagen, dass nicht nur der Gebrauch der Heizung der Verteilungsschlüssel ist, sondern die Wärme in der Wohnung. Dabei kann es passieren, dass Bewohner einer eher innenliegende Wohnung die Heizkörper fast gar nicht anstellen, es aber trotzdem warm ist (durch die Nachbarwohnungen).
Zweitens gibt es auch noch die allgemeinen Kosten der Heizung (ich gehe von einer Zentralheizung aus, da wäre das Betrieb und Wartung, Strom, Schornsteinfeger u.s.w.). An diesen Kosten muss man sich beteiligen, weil man die Heizung ja nutzen könnte (genauso wie man den Fahrstuhl zahlen muss, selbst wenn man immer zu Fuß geht).

Zitat:
ob es rechtens ist Heizkosten , obwohl nachweislich die Heizung sehr wenig bis garnicht in Gebrauch war , auf Alle Mieter zu verteilen.
Das ist nicht nur rechtens, sondern Vorschrift.

Zitat:
Jedes Jahr wird die Heizkostenabrechnung trotzdem mit zwischen 180,- 250€ berechnet.
Pro Jahr ist das meiner Ansicht nach sehr wenig. Aber bei nur einem Zimmer kann das gut sein.
Kommt auch das Brauchwasser aus dieser Anlage?

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
TobiM78
Status:
Beginner
(79 Beiträge, 19x hilfreich)

Zitat (von Dr.Eberle):
Schwer vorzustellen das Heizkosten in so einen großen Wohnhaus auf alle Mieter verteilt werden können


Es gibt einen eindutigen Verteilerschlüssel auf der Heizkostenabrechnung.
Darunter fällt ein prozentualer Anteil, der nach beheizter Fläche verteilt wird und ein Anteil, der nach Verbrauch berechnet wird.
Hinzu kommen noch Miete pro Wärmemengenzähler, die Abrechnungskosten des Dienstleisters sowei evtl. Zählergebühren für Wasserzähler, die pro Wohneiheit bzw. Gerät abgerechnet werden.
Sind Rauchmelder, die vom Dienstleister gewartet werden, in der Abrechnung enthalten? Denn diese werden auch gerne "vermietet", da die einmalige Anschaffung der Vermieter tragen müsste.

Diese Angaben erschließen sich aber alle aus der Abrechnung des Dienstleisters. Die Abrechnungen deines Dienstleisters sind dabei noch sehr einfach zu lesen...

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Dr.Eberle
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Im übrigen rege ich an den ganzen Sachverhalt mal in eine für Dritte verständliche Form zu bringen.


Was ist denn daran so schwer zu verstehen , wenn alle anderen sofort verstehen worum es geht.

ABER DANKE FÜR DIE HILFRECIHE ANTWORT VON DER GANZEN FAMILIE :dance:

Zitat (von reckoner):
Pro Jahr ist das meiner Ansicht nach sehr wenig. Aber bei nur einem Zimmer kann das gut sein.
Kommt auch das Brauchwasser aus dieser Anlage?


Nein das Wasser wird separat von den Haus abgegeben und wird ebenfalls wie alle anderen Nebenkosten einzeln abgerechnet.

Zumal es mit einen Boiler erwärmt wird, auf eigene Stromrechnung.

Alle Nebenkosten sind einzeln abgerechnet . Heizung ebenfalls einzeln.

Es ist einfach verwunderlich das Kosten ab 180€ aufwärts zustande kommen , extra nur für die Heizung abgerechnet , obwohl die Heizung so gut wie nie benutzt wurde.

Man findet hier im Forum über die Suche allerdings schon andere Beiträge zu der Firma Techem und merkürdige Abrechnungen.

Eigentlich sollte die Firma verpflichtet sein , den abgelesenen Heizungszählerstand im nachhinein mitzuteilen.

Auf der Abrechnung stand davon soweit nichts drauf.

Das sich eine Rehnung aus der Wärme in der Wohnung errechnet , wäre uns komplett neu .

Sollte jemand Arbeiitslos sein und seine Heizung Tag und Nacht in Betrieb haben , würden ja alle anderen mit dafür bezahlen , das jemand verschwänderisch die Anlage betreibt.



-- Editiert von User am 18. Juni 2024 21:27

-- Editiert von User am 18. Juni 2024 21:28

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14018 Beiträge, 4406x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Nein das Wasser wird separat von den Haus abgegeben und wird ebenfalls wie alle anderen Nebenkosten einzeln abgerechnet.
Ich meinte schon das warme Brauchwasser, hätte ich besser formulieren sollen.
Aber du hast es ja trotzdem aufgeklärt, die Erwärmung ist also nicht in den Heizkosten enthalten.

Zitat:
Das sich eine Rehnung aus der Wärme in der Wohnung errechnet , wäre uns komplett neu .
Woraus denn sonst? Genau dafür gibt es die Wärmemengenzähler doch.

Zitat:
Sollte jemand Arbeiitslos sein und seine Heizung Tag und Nacht in Betrieb haben , würden ja alle anderen mit dafür bezahlen , das jemand verschwänderisch die Anlage betreibt.
Grundsätzlich ist das auch so, in einer (Haus)Gemeinschaft werden halt die Kosten nach Schlüsseln verteilt, und das ist nicht immer 100%ig gerecht.
Ich hatte ja schon den Fahrstuhl erwähnt, findest du es richtig, dass auch der Bewohner im Erdgeschoß dafür zahlen muss? Ist aber so, Punkt. Und ich könnte dir zig andere Beispiele nennen.

Dein Beispiel mit dem Arbeitslosen war aber etwas unpassend. Denn der individuelle Verbrauch hängt viel mehr von anderen Dingen ab, etwa dem Lüftungsverhalten, und wie warm man es überhaupt haben möchte (dem einen reichen 20°, der andere will 23°).
Ein Mensch ist übrigens auch eine Art Heizung, wenn man den ganzen Tag zuhause ist verbraucht man dadurch theoretisch weniger Energie zum Heizen.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122507 Beiträge, 40147x hilfreich)

Zitat (von Dr.Eberle):
Es ist einfach verwunderlich das Kosten ab 180€ aufwärts zustande kommen , extra nur für die Heizung abgerechnet , obwohl die Heizung so gut wie nie benutzt wurde.

Mit der "Verordnung über die verbrauchsabhängige Abrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten" (HeizkostenV)
https://www.gesetze-im-internet.de/heizkostenv/ hat der Gesetzgeber das recht genau geregelt.

Ich empfehle da als Einstieg den § 6 https://www.gesetze-im-internet.de/heizkostenv/__6.html

Für die Fixkosten der Heizung kommt ja nicht etwa der Heilige Geist und stellt einen Scheck aus.



Zitat (von Dr.Eberle):
Das sich eine Rehnung aus der Wärme in der Wohnung errechnet , wäre uns komplett neu .

Ja, bei alten Messmethoden war das nicht zu verhindern, bei den neueren Methoden ist das aber stark reduziert



Zitat (von Dr.Eberle):
Sollte jemand Arbeiitslos sein und seine Heizung Tag und Nacht in Betrieb haben , würden ja alle anderen mit dafür bezahlen , das jemand verschwänderisch die Anlage betreibt.

Es gibt auch genügend Rentner und Arbeitende welche die Heizung aufgedreht lassen, damit sie es schön warm haben wenn sie vom Kaffeekränchen bzw. von der Arbeit kommen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16920 Beiträge, 9424x hilfreich)

Zitat (von Dr.Eberle):
Sollte jemand Arbeiitslos sein und seine Heizung Tag und Nacht in Betrieb haben , würden ja alle anderen mit dafür bezahlen , das jemand verschwänderisch die Anlage betreibt.

Dafür müssten die Nachbarn dieser Wohnung aber weniger stark die eigene Heizung aufdrehen, weil die Wärme des "Verschwenders" auch die Nachbarwohnungen mitheizt.

Zitat (von Dr.Eberle):
Eigentlich sollte die Firma verpflichtet sein , den abgelesenen Heizungszählerstand im nachhinein mitzuteilen.

Normalerweise tun sie das auch. Vielleicht wurden der Hausverwaltung die Zählerstände ja mitgeteilt.
Ihnen muss aber klar sein, dass die Zähler nicht die Nutzung der Heizung messen, sondern die Wärme in der Wohnung. D.h. es kann auch gezählt werden, wenn die Heizung aus ist, die Wohnung aber trotzdem warm ist (z.B. weil die Nachbarwohnungen gut beheizt sind.)

Im übrigen wurde ja auf die Heizkostenverordnung hingewiesen.
Dass ein Teil der Heizkosten des gesamten Hauses nicht nach Verbrauch, sondern nach Fläche umgelegt werden, ist nicht nur zulässig, sondern völlig üblich.
Jede Heizung verursacht Grundkosten (Wartung, Schornsteinfeger, Grundgebühr für den Gasanschluss, Strom für die Heizungspumpe, usw.), die nicht vom Verbrauch abhängig sind und auch von "Wenig-Heizern" voll getragen werden müssen, so dass Zähler kein alleiniges Kriterium für die Verteilung sein sollen.

Wenn man mal grob über den Daumen peilt:
Eine Wohnanlage mit 70 Parteien hat ca. 70000€ Heizkosten im Jahr.
Wenn die nach der üblichen 60:40-Aufteilung abgerechnet werden, dann werden 42000€ nach Verbrauch und 28000€ nach Wohnfläche verteilt.
Angenommen Sie haben keinen Verbrauch (Zähler = 0), dann entfällt von den 42000€ nichts auf Sie.
Angenommen, ihr Appartement macht 1% der Wohnfläche des gesamten Hauses aus, dann entfallen 1% von 28000€ = 280€ auf Ihr Appartement.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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