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Heizkostenabrechnung - Defekt am Stellventil

 Von 
Katze86
Status:
Beginner
(84 Beiträge, 17x hilfreich)
Heizkostenabrechnung - Defekt am Stellventil

Guten Tag,

folgender Sachverhalt stellt sich dar:

An der Heizungsanlage war das Stellventil defekt und im gesamten Jahr wurde unbemerkt Fernwärme verbraucht, die weder zur Warmwasserversorgung noch zur Beheizung der Wohnanlage erforderlich war. Dadurch wurde bei jeder Wohnung eine höhere Heizkostenabrechnung verursacht. Die Abrechnung wurde ordentlich von der Eigentümerversammlung abgenommen (nach Prüfung vom Verwaltungsbeirat), so dass diese laut Hausverwaltung nun rechtsgültig und zur Zahlung fällig ist. Dem Mieter wurden die entsprechenden (aufgrund des Defekts) in Form der Nebenkostenabrechnung weitergegeben. Diese wurden vom Mieter unter Vorbehalt rechtzeitig gezahlt.
Nun möchte der Mieter natürlich die entsprechenden Rückforderungen geltend machen (Höhe fraglich, da keine Partei beweisen kann, wieviel der Mieter tatsächlich verbrauch hat), weil er der Meinung ist, dass er für den Defekt nicht verantwortlich ist (unbestritten) sowie hat er folgende Forderungen:

- Beschreibung des technischen Defekts
- Datum der Behebung des technischen Defekts
- Fermwärmeabrechnung der Stadtwerke mit Eingangsdatum bei der Hausverwaltung.

Inwieweit kann der Mieter eine Forderung gegen den Vermieter aufgrund des Defekts am Stellventil geltend machen, wenn die Nebenkostenabrechnung von der Eigentümerversammlung genehmigt worden ist?

Welche Informationen stehen dem Mieter zu bzgl. des Defekts?

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

-- Editiert von Katze86 am 22.06.2019 13:30

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mieter Vermieter Nebenkostenabrechnung Forderung


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(34746 Beiträge, 12423x hilfreich)

Zitat:
und im gesamten Jahr wurde unbemerkt Fernwärme verbraucht

Und den Zeitpunkt des Schadeneintritts kennt man woher? Das kann ja auch einen Tag bevor er bemerkt wurde passiert sein.

Zitat:
Welche Informationen stehen dem Mieter zu bzgl. des Defekts?

Im ersten Schritt muss erst einmal der Mieter darlegen, dass überhaupt höhere Heizkosten entstanden sind. Aus der Heizkostenabrechnung müsste der Verbrauch hervorgehen. Wie stark ist der im Vergleich zum Vorjahr gestiegen?

Zitat:
Inwieweit kann der Mieter eine Forderung gegen den Vermieter aufgrund des Defekts am Stellventil geltend machen, wenn die Nebenkostenabrechnung von der Eigentümerversammlung genehmigt worden ist?

Die Genehmigung der Eigentümerversammlung hat keinen Einfluss auf die Ansprüche des Mieters.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(69972 Beiträge, 32154x hilfreich)

Zitat (von Katze86):
Die Abrechnung wurde ordentlich von der Eigentümerversammlung abgenommen (nach Prüfung vom Verwaltungsbeirat), so dass diese laut Hausverwaltung nun rechtsgültig und zur Zahlung fällig ist.

Das ist Unfug, da die Abrechnung welche die Eigentümer erhalten, Posten enthalten (können) die auf die Mieter gar nicht umgelegt werden dürfen. Und auch weil die letzte Instanz im Falleder Fälle immer ein Gericht ist und nicht die Eigentümerversammlung.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(34746 Beiträge, 12423x hilfreich)

Zitat:
Das ist Unfug

Wieso ist das Unfug? Natürlich ist die Hausgeldabrechnung nun rechtsgültig und für die Eigentümer zur Zahlung fällig.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(69972 Beiträge, 32154x hilfreich)

Zitat (von hh):
und für die Eigentümer zur Zahlung fällig.

Aber hier fragt der Mieter ... ob und was der Eigentümer zahlen muss kann dem Mieter schnuppe sein. Und das die Hausgeldabrechnung 1:1 des Eigentümers an den Mieter weitergereicht wird und dann als gültige Nebenkostenabrechung durchgeht dürfte meiner Meinung recht selten sein. Auch wenns immer wieder viele HVs und Vermieter versuchen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
Katze86
Status:
Beginner
(84 Beiträge, 17x hilfreich)

Danke für Eure Antworten! :)

Hier fragt der Vermieter, der allerdings immer mit dem Mieter sehr gut ausgekommen ist, nun dieser aber verärgert ist (was ja auch selbstverständlich ist).

Der Defekt wurde im Dez 2018 bemerkt, die besagte Nebenkostenabrechnung ist für den Zeitraum Juli 17 bis Juni 18. Man hat den Defekt erst nach der Eigentümerversammlung bemerkt, als man die Hausverwaltung darum gebeten hat, zu hinterfragen, warum denn die Kosten so immens gestiegen sind (ja, ich frage mich auch, wofür wir die haben, wenn denen das nicht auffällt...).
Es handelt sich um ca. 200 Euro Mehrkosten im Vergleich zum Vorjahr.

Im Übrigen wird die Hausgeldabrechnung nicht 1:1 durchgereicht - ich bitte von so pauschalen "Verurteilungen" Abstand zu nehmen!

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(34746 Beiträge, 12423x hilfreich)

Zitat:
Es handelt sich um ca. 200 Euro Mehrkosten im Vergleich zum Vorjahr.

Auf diesen 200€ wirst Du dann wohl sitzen bleiben. Als kleinen Trost hat man dann, dass das steuerrechtlich Werbungskosten sind und sich je nach persönlichem Steuersatz das Finanzamt ggf. mit fast der Hälfte der Kosten „beteiligt".

Bevor man sich in Details bezüglich des Fehlers verhakt, sollte man sich mit dem Mieter auf einen fairen pauschalen Ausgleich verständigen.

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#7
 Von 
Anami
Status:
Senior-Partner
(6759 Beiträge, 1235x hilfreich)

Zitat (von Katze86):
warum denn die Kosten so immens gestiegen sind
Zitat (von Katze86):
ca. 200 Euro Mehrkosten
Das sind ca 16,60 pro Monat. Immens?

Verbraucht wurde sie doch. Angekommen in den Wohnungen ist sie auch.
Wo ist die Fernwärme hin?---> zum Verbraucher.

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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