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Heizkostenabrechnung mit Verdunstungsröhrchen

29.11.2017 Thema abonnieren
 Von 
guest-12308.01.2019 18:11:35
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 2x hilfreich)
Heizkostenabrechnung mit Verdunstungsröhrchen

Hallo liebes Forum,
ich wohne in in einem Haus mit 65 Wohnungen.
Erbaut wurde dieses im Jahre 1976.
Die Heizkostenerfassung geschieht mit Röhrchen, mit der Aufschrift: Oben [OC] und "Clorius" und unten "Techem".

Ich hatte in der Vergangenheit immer wieder Ärger mit mit der Ablesung an den Heizkörpern.
Ich habe mich deshalb bezüglich der Erfassung mit den digitalen Zählern informiert. Dabei habe ich festgestellt, dass seit 1.1.2014 nur noch digitale Zähler benutzt werden dürfen.
(http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/alte-verdunster-zaehlen-nicht-mehr/8518056.html)
Dort wird auch auf die Novellierung der Heizkostenverordnung von 2009 verwiesen.
Ich habe mir die Heizkostenverordung angesehen und wie es halt bei Gesetzen so ist, nur "Bahnhof" verstanden.
Im Forum finde ich diesbezügliche Beiträge die sich auf die Zeit nach dem 1.1.2014 beziehen.
Deshalb bin ich mir garnicht so sicher, ob in meinem Fall die Röhrchen noch zulässig sind, oder nicht.
Vielleicht gibt es Ausnahmen bei Häusern mit einer großen Anzahl von Wohnungen etc.
Meine Frage:
Wie ist die rechtliche Lage in meinem Fall, und was kann ich ggf. tun?
Wenn ich im Recht sein sollte, und die Abrechnung nicht anerkenne, wie wäre dann beispielsweise der weitere Ablauf?

Besten Dank
Hans Dieter

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Liane46
Status:
Student
(2979 Beiträge, 1338x hilfreich)

Zitat (von HansD45):
Wie ist die rechtliche Lage in meinem Fall, und was kann ich ggf. tun?

In Erfahrung bringen, wie alt das System wirklich ist, denn diese Verdunsterröhrchen müssen ja nicht so alt wie das Haus sein.

5x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Banane123
Status:
Praktikant
(931 Beiträge, 187x hilfreich)

Zitat (von Liane46):
Zitat (von HansD45):
Wie ist die rechtliche Lage in meinem Fall, und was kann ich ggf. tun?

In Erfahrung bringen, wie alt das System wirklich ist, denn diese Verdunsterröhrchen müssen ja nicht so alt wie das Haus sein.


Diese Verdunstungsröhrchen werden ohnehin bei jeder Ablesung neu ersetzt. Ich habe diese Verd-Röhrchen auch noch an den Heizkörpern und ich meine, dass diese noch gültig sind. Ansonsten hätte meine Abrechnungsfirma dies längst umgestellt; nehme ich mal an. Möglicherweise dürfen diese Verd-Röhrchen im Neubau nicht mehr verwendet werden.

2x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42522 Beiträge, 15199x hilfreich)

Auch wenn der Artikel im Tagesspiegel einen anderen Eindruck macht, so sind Verdunsterröhrchen nicht verboten.

In § 5 HeizkostenV heißt es:
Soweit nicht eichrechtliche Bestimmungen zur Anwendung kommen, dürfen nur solche Ausstattungen zur Verbrauchserfassung verwendet werden, hinsichtlich derer sachverständige Stellen bestätigt haben, dass sie den anerkannten Regeln der Technik entsprechen oder dass ihre Eignung auf andere Weise nachgewiesen wurde.

In der Heizkostenverordnung von 1981 gab es einen Bestandsschutz für Messvorrichtungen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllt haben. Dieser Bestandsschutz galt bis zum 31.12.2013.

Neue Verdunsterröhrchen, die eine Zulassungsprüfung bestanden haben dürfen aber weiter eingesetzt werden.

Zitat:
In Erfahrung bringen, wie alt das System wirklich ist, denn diese Verdunsterröhrchen müssen ja nicht so alt wie das Haus sein.


Das reicht nicht einmal. Auch ältere Systeme dürfen weiter verwendet werden, wenn sie zwischenzeitlich eine Zulassungsprüfung bestanden haben.

Es ist davon auszugehen, dass großen Dienstleistern für Heizkostenabrechnungen die Rechtslage bekannt ist und von diesen Dienstleistern eingesetzte Verdunsterröhrchen die erforderliche Zulassung haben. Etwas anderes würde mich sehr überraschen, soll Dich aber nicht daran hindern, intensiv nachzuforschen.

-- Editiert von hh am 29.11.2017 14:11

3x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
guest-12308.01.2019 18:11:35
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 2x hilfreich)

Danke hh.....
das war schon hilfreich... ich denke, das muss man dann halt hinnehmen.
Gruß
HansD

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3433 Beiträge, 1918x hilfreich)

Sorry - ist zwar schon beantwortet - ich kann mich aber nicht zurückhalten.
So ein Blödsinn darf nicht weiter verbreitet werden.

Zitat (von HansD45):
Dabei habe ich festgestellt, dass seit 1.1.2014 nur noch digitale Zähler benutzt werden dürfen.
Herr im Himmel - falsch, falsch - sowas von falsch.

Ach der "Tagesspiegel"
Dietmar Wall, zuständiger Jurist für Betriebs- und Heizkosten beim Deutschen Mieterbund:
Geht es nach der Novellierung könnten bei der Umrüstung wieder Verdunstungsverteiler eingesetzt werden. Wall rät davon ab: „Die Verdunstungsgeräte gelten heute als veraltet." Zwar seien sie preiswerter als die elektronische Variante. „Aber sie sind ungenauer und unzuverlässiger." Sie besitzen nur hundert Einheiten, ihr modernes Pendant bis zu 10 000. ...

Nur weil etwas genauer anzeigt, misst es noch lange nicht genauer. Naja, wenn ein Jurist, Technik erklärt :devil:
Wobei die digitalen Messgeräte schon genauer (direkter am Heizkörper) messen, aber sie sind auch teurer (umlegbare Betriebskosten) und von der geringfügig besseren Genauigkeit geht dann wieder viel verloren, weil die Heizkosten gemäß Heizkostenverordnung nach Grundkosten und nach Verbrauchskosten umzulegen sind.
Ein Nachteil der Digitalen ist auch, dass bei falschem Lüften+Heizen (Auskühlen lassen, dann beim Heimkommen möglichst schnell den Raum wieder Hochheizen) die Verbrauchswerte noch extremer hochschnellen als bei den Verdunstern.
Aber eigentlich ist das ja eher ein Vorteil, dass die Unverbesserlichen deutlicher bestraft werden :devil:

Hier nochmal das Schreiben eines genervten Messdienstleisters (ein ähnliches Thema hatten wir ja schon kürzlich hier)
http://www.lenz-messdienst.de/pdf/Brief_Verdunsterverbot.pdf
Die Gesetzesänderung bedeutet keineswegs, dass automatisch alle Altgeräte, die am 01.07.1981 bereits montiert waren nicht mehr zulässig sind - sondern eben nur, dass nur noch zulassungsgeprüfte Messgeräte eingesetzt werden dürfen.
Bei den Verdunstern besteht das System zudem aus dem Grundteil (Halterung für die Aufnahme der Röhrchen) und den jährlich zu erneuernden Messröhrchen. Bei unserem Regulierungswahn in Deutschland möchte ich meinen, dass keine Messröhrchen ohne Zulassung mehr im Handel sind. Sicher sagen kann ich das nicht.
Ggf. könnte man für das System und die verwendeten Messröhrchen den Zulassungsnachweis anfordern.

Bei uns in der Umgebung verwendet kein Messdienstleister nicht zugelassene Geräte/Messröhrchen - die wären ja schön blöd: schliesslich bringen die neuen Teile mehr Geld. Die verwenden aber sehr viel Überzeugungskraft, die Vermieter zur Umstellung auf Digital-Systeme (am besten noch mit Funk) zu veranlassen.
Und die Presse hilft auch noch kräftig mit ... auch, damit die Mieter da auch noch Druck machen ... um letztendlich die eigenen Kosten hochzutreiben.



Signatur:

Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest-12308.01.2019 18:11:35
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 2x hilfreich)

Sorry - ist zwar schon beantwortet - ich kann mich aber nicht zurückhalten.
So ein Blödsinn darf nicht weiter verbreitet werden.


@ Lolle
Wenn Sie meine Frage richtig gelesen hätten, dann hätten Sie festgestellt, dass ich keinen Blödsinn verbreite.
Ich habe meine "Feststellung" im Netz gefunden, diese dann aber selbst wie beschrieben in Frage gestellt, und hier im Forum dann nach weiteren Informationen gefragt.
Ich hoffen Sie haben sich inzwischen wieder beruhigt. :)

Gruß
HansDieter

1x Hilfreiche Antwort

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