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In 1 Woche wieder raus?

 Von 
guest-12330.08.2015 11:38:25
Status:
Lehrling
(1437 Beiträge, 527x hilfreich)
In 1 Woche wieder raus?

Hallo zusammen,

folgendes Szenario:

Ein junger Mann mietet zum 1.1.08 via Makler eine kleine, voll möblierte Wohnung, die bislang als FeWo genutzt wurde, lt. Makler jetzt aber fest vermietet werden soll. Jetzt, ein paar Tage nachdem der Mieter eingezogen ist, bekommt er vom Makler einen Anruf, er müsse zum 15.1. wieder ausziehen, da die Wohnung wieder als FeWo vermietet wird (wovon vorher natürlich keine Rede war). Schriftlicher Mietvertrag, Zahlung erste Miete usw. hätte eigentlich morgen erfolgen sollen. Nun soll er die Miete anteilig zahlen sowie eine Bearbeitungsgebühr von 80 Euro an den Makler und binnen 1 Woche raus sein.
Für den mündlichen Mietvertrag gibt es Zeugen.

Da der Makler die Wohnung aktuell immer noch anbietet:

http://www.immowelt.de/Immobilien/ImmoPartnerDetail.aspx?ID=9914207

Dort ist explizit erwähnt 'nur über den Winter fest vermietet, nach Absprache kann auch eine längere Mietzeit vereinbart werden.'

Wie ist das Ansinnen nach kurzfristigem Auszug zu bewerten? Gibt es rechtliche Sondergestaltung für FeWos, die ein solches Vorgehen möglich machen? :???:

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"Viele Leute glauben, daß sie denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen. (W. James)"

-- Editiert von Schnuckelchen am 08.01.2008 22:31:27

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Euro Makler Mietvertrag


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
sika0304
Status:
Schlichter
(7946 Beiträge, 2552x hilfreich)

Zuerst wäre zu klären, ob die FEWO überhaupt als Mietwohnung laufen darf (es gibt reine Ferienwohngebiete, wo ein Dauerwohnen nicht gestattet ist). Das ist aber Aufgabe des Vermieters (vielleicht hat der den Makler jetzt nämlich zurückgepfiffen).
Der junge Mann hat einen Mietvertrag abgeschlossen (auch mündliche Verträge sind gültig). Dieser Vertrag muss schriftlich gekündigt werden (unter Einhaltung der üblichen Fristen). Die Frage: konnte der Makler überhaupt einen Mietvertrag für diese Wohnung rechtsverbindlich abschließen, also hatte er dafür entsprechend die Vollmacht vom Vermieter.
Und wofür möchte der Makler denn jetzt noch eine Gebühr?
Der Mann muss sich jetzt entscheiden, ob er die Nerven hat, entsprechend dort wohnen zu bleiben und auf sein Recht zu pochen oder ob er ohne Probleme woanders hinziehen kann.

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#2
 Von 
ohje
Status:
Lehrling
(1171 Beiträge, 124x hilfreich)

Ich vermute, dass das Methode ist, um die Ferienwohnung auch über den Winter rentabel zu machen.

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#3
 Von 
guest-12330.08.2015 11:38:25
Status:
Lehrling
(1437 Beiträge, 527x hilfreich)

Hallo sika0304

quote:
Zuerst wäre zu klären, ob die FEWO überhaupt als Mietwohnung laufen darf

Auskunft der Gemeinde: Es gibt im ganzen Ort kein FeWo-Gebiet. Die Wohnung liegt im Souterrain eines MFH, das aus mehreren (größtenteils vermieteten) Eigentumswohnungen besteht. Es gibt viele FeWos im Ort, aber die sind fast ausschließlich in 'normalen' Wohnhäusern integriert.

quote:
Dieser Vertrag muss schriftlich gekündigt werden (unter Einhaltung der üblichen Fristen)

Welche Frist wäre das? Ist eine ordentliche Kündigung seitens des VM überhaupt möglich?

quote:
Die Frage: konnte der Makler überhaupt einen Mietvertrag für diese Wohnung rechtsverbindlich abschließen, also hatte er dafür entsprechend die Vollmacht vom Vermieter.

Guter Einwand. Sollte sich der Makler das nächste Mal melden bzw. eine Rechnung schicken (was bislang nicht erfolgte), dann wird das erstmal eingefordert. Mir ist eh schleierhaft, wie man einen Makler mit der Vermietung einer Wohnung beauftragen kann, die zeitgleich auch noch über die örtliche Touristik-Info/Zimmervermittlung als FeWo angeboten wird.
Momentan soll der junge Mann den Makler aber m. E. außer Acht lassen und mit dem VM kommunizieren, denn sowohl die Übergabe der Wohnung mit Besprechung der Einzelheiten erfolgte durch den VM selbst (gegen Übergabe der Kaution in Höhe 1 WM (?) ) und dieser hat inzwischen auch eine schriftliche Kündigung nachgereicht. Ein formloser handschriftlicher Zettel datiert auf 6.1. mit folgendem Inhalt:

'Hiermit kündige ich Ihnen den Mietvertrag zum 15.1.08. Damit die Wohnung wieder als Ferienwohnung genutzt werden kann. Die Wohnung ist so zu hinterlassen wie sie vorgefunden wurde.'

quote:
Der Mann muss sich jetzt entscheiden, ob er die Nerven hat, entsprechend dort wohnen zu bleiben und auf sein Recht zu pochen oder ob er ohne Probleme woanders hinziehen kann.

Nein, die Nerven hat er nicht und will auch raus. Aber es ist schwierig bis unmöglich für einen 19jährigen mit geringem Einkommen eine bezahlbare kleine Wohnung zu finden - das ist eine ausgesprochene Familien-Region und entsprechend gibt der Wohnungsmarkt so schon fast nichts passendes her. Innerhalb nur 1 Woche ist das nicht zu schaffen.

Mein Gedanke ist, dem VM schriftlich mitzuteilen, dass seine Kündigung unwirksam ist und der Mietvertrag deshalb über den 15.1. hinaus Bestand hat; man aber gerne zur Wohnungssuche und folgendem Mietaufhebungsvertrag bereit ist, um ihm bei seinem Wunsch nach Nutzung der Wohnung als FeWo entgegenzukommen.
So hat der junge Mann Luft und provoziert hoffentlich keine Eskalation der Geschichte. Einwände/ergänzende Vorschläge?


Hallo ohje

quote:
Ich vermute, dass das Methode ist, um die Ferienwohnung auch über den Winter rentabel zu machen.


Sehr wahrscheinlich. Da der naheliegende Freizeitpark aber erst Ostern wieder öffnet (und nur dann sind die unzähligen FeWos in den umliegenden Dörfern gebucht) und der Makler die Wohnung weiterhin anbietet, schwant mir als Hintergrund für die jetzige kurzfristige Kündigung etwas anderes: Der junge Mann hat dem VM kürzlich ein auszufüllendes Formular für Mietzuschuss/Mietbeihilfe (? weiß nicht genau wie man das nennt) überreicht.

Und damit komme ich zum nächsten Punkt, bei dem Ihr vielleicht weiterhelfen könnt:

Schaut Euch mal den Mietpreis an: 420 Euro WM für 40 m2. Das kam mir von Anfang an recht hoch vor (auch wenn die Wohnung 'möbliert' ist - mit ollen abgenutzen Möbeln übrigens) und so habe ich mal Erkundigungen eingezogen. Einen örtlichen Mietspiegel hat die Gemeinde nicht, aber zumindest erhobene Vergleichszahlen aus dem Jahr 1995: Damals betrug der m2-Preis in Altbau 5 - 6 DM, in Neubau 8,50 - 9,50 DM. Lt. Auskunft könne man diese Beträge in Euro umrechnen, diese Zahlen kämen für heute auch noch so hin.
Im baugleichen Nachbarhaus zahlt man für eine 98 m2-Wohnung 490 Euro KM, also 5,- Euro/m2 kalt. Hinzu kommen da 110,- Euro NK für 3 Personen. Ich weiß jetzt nicht, was man für 1 Person in einem 40 m2-Zimmer an NK veranschlagen muss, aber liegt man da mit 420 Euro WM nicht in einem erheblich überteuerten Bereich, der Mietpreisüberhöhung oder gar Mietwucher bedeuten könnte?
Das würde erklären, warum man dem Mieter das Formular jetzt unausgefüllt zurückschickt und gleich die Wohnungskündigung beifügt. Ich vermute, man hat kein Interesse daran, dass irgendwelche Behörden angesichts der Miete aufmerksam werden?

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"Viele Leute glauben, daß sie denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen. (W. James)"

-- Editiert von Schnuckelchen am 09.01.2008 22:20:01

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