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Kein Mietvertrag und keine Renovierung bei Auszug

21. Juli 2005 Thema abonnieren
 Von 
Random
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 36x hilfreich)
Kein Mietvertrag und keine Renovierung bei Auszug

Moin

Geht um folgendes:

Ich wohn mit nem Kollegen zusammen in einer Mietwohnung.
Der Vertrag ist über einen Makler zustande gekommen.
Bei Vertragsabschluss (bei dem der Makler, mein Kollege, mein Bruder und Ich anwesend waren) wurde ausgemacht, dass der Mietvertrag vorerst auf 2 Jahre befristet ist und dass weder bei Einzug, noch bei Auszug renoviert werden muss.

Dazu habe ich ein paar Fragen:

1.) Bis auf den vorläufigen Mietvertrag (den wir bei Vertragsabschluss mitnehmen durften), haben wir noch nichts in der Hand (haben ehrlich gesagt auch erst einmal beim Makler angerufen deswegen).
Inwiefern sind die Absprachen beim / mit dem Makler gültig?
Wie "ernst" muss man / ich eventuelle Überraschungen im endgültigen Mietvertrag nehmen, so er denn mal kommt?

2.) Sollten die Absprachen (keine Renovierung) gültig sein: wie weit geht das?
Tapezieren / Streichen fällt wohl standardmässig weg, aber z.B. liegt in der ganzen Wohnung PVC-Boden. Der hat nach einem Jahr (solange wohnen wir schon in der Wohnung) natürlich die eine oder "Schramme" abgekriegt... und nächstes Jahr wird er wohl kaum besser aussehen.
Zählt sowas zur Sparte "Renovierung"?
Sind das ganz normale Spuren der Bewohnung der Wohnung (so wie zum Beispiel Nikotin-gefärbte Wände in einem Wohnzimmer)?
Oder muss ich damit rechnen, dass die Verlegung von neuem PVC von der Kaution abgezogen werden kann?

Fragen zur Miete?

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Eirene113
Status:
Master
(4099 Beiträge, 620x hilfreich)

1. Der Makler muß eine Vollmacht vom Vermieter haben, um einen Mietvertrag ausstellen zu dürfen. Prüfe doch mal, ober der Makler nicht zufällig "Hausverwalter" dieser Wohnung ist. Wenn das zutrifft, dann darf er keine Maklerprovision nehmen. Wie gesagt, erst einmal prüfen, ob eine Vollmacht vorliegt.
2. Ist im Mietvertrag vereinbart, das bei Auszug nicht renoviert werden muß, dann bitte nur besenrein übergeben.
3. Ein vorläufiger Mietvertrag ist mir unbekannt. Es könnte höchstens damit zusammen hängen, dass der Vermieter auf bestimmte Unterlagen oder Auskünfte wartet und dann vorerst einen Vertrag unter "vorbehalt" abschließt.
Interessanter Weise wäre erst einmal zu überprüfen, ob der Makler provisionsberechtig ist.
Halte mich mal auf den Laufenden.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Random
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 36x hilfreich)

Hi.

1. Wow... wenn ich das jetzt nicht falsch verstanden habe, ist das mal n Ding!
Der Makler hat tatsächlich auch die Hausverwaltung inne (ist auf entsprechenden Hinweisblättern zur Flurreinigung im Haus vermerkt: "Hausverwaltung XYZ" als Überschrift... wobei XYZ der Name vom Makler ist).
Würde das bedeuten, dass wir die Kaution (380 € glaub ich) zurückfordern können, weil er Verwalter und Makler ist?

2. Besenrein ist ja mehr oder weniger selbstverständlich (zumindest kenne ich das so ;) )... mir ging es vor allem um den PVC-Boden

3. In der Tat meine ich einen "Miet-Vorvertrag", unter dem Namen ist das wohl eher bekannt ;)
Zum Rest -> Siehe 1.


Nachtrag: Keine Ahnung, wie ich die Vollmacht des Maklers nachprüfen kann, auf jeden Fall war er schonmal zusammen mit dem Besitzer da, um Wasserstände abzulesen, also gehe ich mal davon aus, dass er eine Vollmacht hat

-- Editiert von Random am 21.07.2005 23:53:36

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#3
 Von 
Dadita
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 1x hilfreich)

@ Random

nicht die Kaution, sondern die Maklerprovision. Das sind zwei verschiedene Dinge.
Und Besenrein heißt alles ausgeräumt und ausgefegt. Weiter ist nichts zu tun. Außer man hat an der Wohnung Beschädigungen hinterlassen w.z.B. defekte Türen o.ä., Dann muss mann natürlich für die Instandsetzung aufkommen.
Dadita

-- Editiert von dadita am 22.07.2005 00:00:55

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Random
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 36x hilfreich)

Uups, hab mich verschrieben, meinte natürlich die Provision (in der genannten Höhe).


Thema Besenrein: Genau das wollte ich ja wissen... sind defekte Türen was anderes als ein PVC-Boden mit Schrammen?
Ist das eine einfach ein Zeichen von Bewohnung und das andere Fahrlässigkeit?
Wo genau ist die Grenze? (nicht genau, aber zumindest ungefähr ;) )

-- Editiert von Random am 22.07.2005 00:06:39

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(44151 Beiträge, 15745x hilfreich)

1. Einen vorläufigen Mietvertrag gibt es nicht. Entweder habt Ihr einen Mietvertrag unterschrieben oder nicht. Einen Miet-Vorvertrag gibt es so auch nicht. Was soll denn das sein? Wenn Ihr keinen Mietvertrag unterschrieben habt, dann gelten die Regelungen des BGB.

2. Schönheitsreparaturen müssen ohnehin nur dann vom Mieter getragen werden, wenn das ausdrücklich vereinbart wurde. Ohne Vereinbarung (mündlicher BGB-Mietvertrag) sind Schönheitsreparaturen immer Sache des Vermieters.

3. Die Befristung des Mietvertrages ist unzulässig. Ihr habt einen unbefristeten Mietvertrag.

4. Wenn der Makler gleichzeitig Hausverwalter ist, dann darf er keine Vermittlungsprovision verlangen.

Schäden, die durch normale Benutzung entstehen, müssen von Euch nicht getragen werden. Darunter fallen so Dinge wie Abrieb, Ausbleichung, leichte Kratzer.

Wenn jedoch ein Kratzer im PVC-Boden durch unsachgemäßes Handeln entstanden ist (Fallenlassen eines schweren Gegenstandes, Kratzer durch Verschieben eines schweren Möbelstückes, Brandloch durch Zigarette) o.ä.), dann ist die Beseitigung durch Euch zu tragen. Das gilt sinngemäß auch für die Tür.

Die Abgenzung kann man dahin sehen, dass ein Schaden, der erkennbar durch einen einzigen Vorgang (Unfall, Unachtsamkeit) erzeugt wurde nicht unter die gewöhnliche Abnutzung fällt. Aber auch Kratzspuren einer Katze an der Tür fallen im Regelfall nicht unter die gewöhnliche Abnutzung.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Random
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 36x hilfreich)

Morgen und danke erstmal für die Antworten.

Zu 1+3) Der "Miet-Vorvertrag" ist bislang der einzige schriftliche Nachweis, den wir haben.
Darin bestätigen wir, dass wir die Wohnung zum 15.11.2004 beziehen werden und eine Kaution in Höhe von 2 Kaltmieten erbringen.
("Der Mietvertrag wird zur Unterschrift noch vorgelegt")
Dabei wurde wie gesagt mündlich geregelt, bzw. uns mitgeteilt, dass der Vermieter nach 2 Jahren vermutlich Eigenbedarf anmelden wird und das Mietverhältnis daher auch erstmal auf 2 Jahre befristet wird.
Ist dies so nicht zulässig?

Zu 4) Da mich die Sache natürlich interessiert, hab ich mal versucht, selber ein wenig nachzulesen, wobei ich auf einige relativ alte Urteile gestossen bin (2 S 8/96 , 1 S 51/97 ).
Hat sich in der Hinsicht in den letzten 8 Jahren etwas geändert?
Wie kann ich beurteilen, ob der Makler nur Verwalter der "gemeinschaftlichen Eigentumsanlage" ist, oder ob er auch Verwalter unserer Wohnung ist
Ist zum Beispiel die Tatsache, dass er den Wasser- und Heizungszähler (zusammen mit dem Besitzer) abgelesen hat, ein Indiz dafür, dass er auch unserer Wohnung verwaltet?

Zu den Schäden: Danke, genau so eine Unterscheidungsrichtlinie hatte ich gesucht.

0x Hilfreiche Antwort

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