Kleinreparaturen oder nicht?

25. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
Trinitro
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)
Kleinreparaturen oder nicht?

Hallo liebe Community,

Zuerst die folgende Klausel aus dem Mietvertrag:
"... verpflichtet sich der Mieter, die Kosten für Kleinreparaturen an Einrichtungen der Mietsache zu übernehmen, die dadurch notwendig sind, dass sie dem ständigen Zugriff des Mieters ausgesetzt sind. Die Kosten dürfen pro Reparatur bis zu 100 Euro und pro Jahr bis zu 7% der Jahresnettokaltmiete betragen. ..."

Meine Fragen:

1.) Zählen zu den Kleinreparaturen laut dieses Absatzes auch das Einstellen verzogener Türen und Fenster? Die Vermieter wurde seit dem Einzug immer wieder darauf hingewiesen, dass es durch einige Fenster und Türen zieht. Daraufhin wurden von einem Handwerker bereits Dichtungsgummis eingeklebt, die aber nach kürzester Zeit wieder Zugluft durchlassen.
Für mein Verständig handelt es sich hierbei doch eher um einen Mangel, der von Vermieterseite beseitigt werden muss, oder? Des Weiteren ist Zugluft an alten Fenstern (vermutlich aus den 80er Jahren) doch auch nichts, was aufgrund des ständigen Zugriffs des Mieters passiert.

Hierzu gleich noch eine Frage: Wie sind die 100 Euro zu verstehen? Würde hier jedes Fenster einzeln als Kleinreparatur gelten?

2.) Von einem Rollo ist das Band gerissen, mit welchem man es schließt und öffnet. Der Wechsel des Bandes hat sich aufgrund eines eingebauten Rolladenkastens als sehr schwierig erwiesen, weshalb auch hier ein Handwerker kommen musste. Dieser hat für die Reparatur 1,5 h benötigt. Das Band ist sicher auch aus dem Baujahr in den 80er Jahren. Können diese Kosten auf den Mieter umgelegt werden?

3.) Der Zugang zum Dachboden geschieht über eine Dachbodentreppe, welche über eine Luke im Dachboden heruntergezogen werden muss. Die Klappe schließ aber nicht richtig, sodass es hier zu Zugluft kommt. Wie sieht es hier mit der Kleinreparaturklausel aus?

Danke schonmal und liebe Grüße

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von Trinitro):
Zählen zu den Kleinreparaturen laut dieses Absatzes auch das Einstellen verzogener Türen und Fenster?
Sehr kompliziert. Meines Wissens nach gehören die Schließeinrichtungen ("Hebel") dazu. Der Mechanismus, der durch den Hebel ausgelöst wird, dagegen nicht, weil er nicht dem direkten Zugriff des Mieters unterliegt. Das Richten von verzogenen Rahmen gehört eh nicht dazu.

Zitat (von Trinitro):
Wie sind die 100 Euro zu verstehen? Würde hier jedes Fenster einzeln als Kleinreparatur gelten?
Aus meiner Sicht würden alle Fenster zusammen als eine Reparatur zählen, aber das kann man diskutieren.

Zitat (von Trinitro):
Von einem Rollo ist das Band gerissen, mit welchem man es schließt und öffnet. Der Wechsel des Bandes hat sich aufgrund eines eingebauten Rolladenkastens als sehr schwierig erwiesen, weshalb auch hier ein Handwerker kommen musste. Dieser hat für die Reparatur 1,5 h benötigt. Das Band ist sicher auch aus dem Baujahr in den 80er Jahren. Können diese Kosten auf den Mieter umgelegt werden?
Wenn es unter 100 Euro insgesamt sind dann definitiv ja. Wenn es über 100 Euro sind, müsste der Vermieter nachweisen, dass der Mieter schuldhaft den Schaden verursacht hat. Das wäre sehr anspruchsvoll. Der normale Gebrauch des Rollos wäre nicht schuldhaft.

Zitat (von Trinitro):
Die Klappe schließ aber nicht richtig, sodass es hier zu Zugluft kommt. Wie sieht es hier mit der Kleinreparaturklausel aus?
Das ist in der Regel keine Kleinreparatur.

PS: Ob der Vermieter bei Fenstern oder Dachluke überhaupt tätig werden muss, müsste man gesondert bewerten.

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#2
 Von 
Trinitro
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
PS: Ob der Vermieter bei Fenstern oder Dachluke überhaupt tätig werden muss, müsste man gesondert bewerten.


Vielen Dank für die Antwort.
Wie meinst du das? Wenn die Fenster nicht richtig schließen und es dadurch zu Zugluft kommt, ist das doch ein Mangel an Mietobjekt (?)

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#3
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von Trinitro):
Wie meinst du das? Wenn die Fenster nicht richtig schließen und es dadurch zu Zugluft kommt, ist das doch ein Mangel an Mietobjekt (?)
Ja. Aber ob dieser beseitig werden muss, hängt wesentlich davon ab, in welchem Zustand die Wohnung vermietet wurde. War das bei Abschluss des Mietvertrages schon so, dann ist das in der Regel der vertragsgemäße Zustand und der Vermieter muss nicht tätig werden.

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#4
 Von 
Trinitro
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Ja. Aber ob dieser beseitig werden muss, hängt wesentlich davon ab, in welchem Zustand die Wohnung vermietet wurde. War das bei Abschluss des Mietvertrages schon so, dann ist das in der Regel der vertragsgemäße Zustand und der Vermieter muss nicht tätig werden.


Wenn der Zug aber erst nach Einzug bemerkt wird und vorher nicht darauf hingewiesen wurde, auch?
Ziehende Fenster sind ja schwer bei einer Besichtigung zu bemerken, wenn es nicht windig ist.
Es wurde auch darauf hingewiesen, dass alles in Ordnung sei.

Trotzdem die Frage: wären es dann trotzdem Kosten für den Vermieter, wenn er auch eigentlich nicht tätig werden müsste, es aber macht?

Edit: ich habe gerade nochmal geschaut. Vor Abschluss des Mietvertrages wurde seitens der Mieter auf zugige fenster hingewiesen. Die Vermieter habe daraufhin zugesagt, sich darum zu kümmern. Ein Jahr später zieht es wieder/immernoch.

-- Editiert von User am 25. Oktober 2023 18:15

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