Mahnbescheid ohne Mahnungen oder Rechnungen erhalten zu haben

5. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)
Mahnbescheid ohne Mahnungen oder Rechnungen erhalten zu haben

Hallo zusammen,
mir wurde ein Mahnbescheid des Amtsgericht Hünfeld zugeschickt, auf welchem 492,35 € Mietnebenkosten für meine alte Wohnung gefordert werden gem.Nachzahlung BKA 2020 vom 01.01.20-31.12.20.
Dieser Mahnbescheid wurde an die Adresse meiner Familie gesendet. Ich hingegen habe NIE eine Rechnung oder einen Nachzahlungsbescheid an meine gegenwärtige Adresse zugeschickt bekommen. Ich vermute, dass der Vermieter, der diesen Mahnbescheid veranlasst hat, nicht über meine akutelle Adresse verfügt, jedoch hat er meine Email Adresse über welche jeglicher Kontakt atatt fand und auch meine Telefonnummer, welche sich nicht geändert hat.

Nun möchte ich wissen, wie ich vorgehen soll und habe hierzu ein paar Fragen.
1. Da ich weder eine Rechnung des geforderten Betrages erhielt , noch der Vermieter versucht hat, mich auf sonstigem Wege zu kontaktieren, halte ich es für Fragwürdig einen Mahnbescheid zu veranlassen. Zumal ich nun mit einem negativen Schufa Eintrag rechnen muss.
2. Ist die Frist für eine Nebenkostennachforderung für das Jahr 2020 nicht schon längst verjährt?
3. Wie stehen meine Chancen bei Widerspruch?
4. Die Vertrag für die Wohnung wurde von 2 Personen unterschrieben. Nun wird das Geld lediglich bei mir eingetrieben , da die zweite Person nicht mehr in Deutschland wohnt. Muss ich nun für die vollen Kosten aufkommen, falls das Gericht dem Mahnbescheid recht gibt.


Ich würde mich freuen , falls jemand mir Helfen kann oder Tips geben kann, wie ich zunächst vorgehen soll. Ich möchte vor allem einen negativen Schufaeintrag vermeiden. Für die Nebenkostenabrechnung aufzukommen wäre fûr mich kein Problem gewesen, wenn ich eine Rechnung erhalten hätte. Nun mache ich mir jedoch Sorgen um die Schufa und würde gerne diesbezüglich wissen, wie ich am Besten vorgehe.

Fragen zur Miete?

Fragen zur Miete?

Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



36 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32681 Beiträge, 17210x hilfreich)

Ist die Frist für eine Nebenkostennachforderung für das Jahr 2020 nicht schon längst verjährt? Ja.
Wie stehen meine Chancen bei Widerspruch? Gut, wenn Sie wirklich keine NK-Abrechnung erhalten haben. Derlei ist aber schwer zu beurteilen, wenn man nur die Darstellung einer Seite kennt.
Muss ich nun für die vollen Kosten aufkommen, falls das Gericht dem Mahnbescheid recht gibt. Das Gericht kann nicht "dem Mahnbescheid recht geben" - einen Einspruch (nicht Widerspruch!) teilt es dem Vermieter mit und der entscheidet dann, ob er klagt. Klagt er nicht, hat sich die Sache mit Ihrem Einspruch bereits erledigt. Klagt er, darf das Geld komplett von Ihnen einfordern ("gesamtschuldnerische Haftung").

-- Editiert von User am 5. November 2023 15:34

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31502 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
Ich vermute, dass der Vermieter, der diesen Mahnbescheid veranlasst hat, nicht über meine akutelle Adresse verfügt,
Ja, ansonsten hätte er den Mahnbescheid nicht an die Adresse deiner Eltern geschickt.
Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
nicht über meine akutelle Adresse verfügt,
Du hast sie ihm auch nicht mitgeteilt?

zu 1: Für den Vermieter offenbar nicht.
zu 2: Grundsätzlich ja.
zu 3: Keine Ahnung, aber man kann dem Mahnbescheid widersprechen.
zu 4: Es geht um gesamtschuldnerische Haftung. Vermutlich hat der Vermieter es erst bei Person 2, leider vergeblich, versucht. Falls der Vermieter klagt und du zur Zahlung verurteilt wirst, kannst du versuchen, die Hälfte von Person 2 zu erhalten. Hast du mit deinem Widerspruch Erfolg, wird der Schufaeintrag wieder gelöscht.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4299 Beiträge, 508x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Das Gericht kann nicht "dem Mahnbescheid recht geben" - einen Einspruch (nicht Widerspruch!) teilt es dem Vermieter mit und der entscheidet dann, ob er klagt. Klagt er nicht, hat sich die Sache mit Ihrem Einspruch bereits erledigt. Klagt er, darf das Geld komplett von Ihnen einfordern ("gesamtschuldnerische Haftung").


Stimmt, aber gegen den MB legt man Widerspruch ein, das steht auf jeden Fall auf dem Formular. Einspruch kann man dann gegen den VB einlegen, so man nicht schnell genug gegen den MB widersprochen hat.

-- Editiert von User am 5. November 2023 15:46

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32681 Beiträge, 17210x hilfreich)

Stimmt, aber gegen den MB legt man Widerspruch ein, das steht auf jeden Fall auf dem Formular. Ja, stimmt - es steht auch so in § 694 ZPO.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32681 Beiträge, 17210x hilfreich)
Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Wie sieht es aus , wenn die Mahnungen an die zweite Partei , die den Vertrag unterschrieben hat gingen , er die Mahnungen jedoch ignoriert hat und mich auch nicht darüber aufgeklärt hat? Sind wir vor den Gericht dann sozusagen eine "Einheit" und haben uns mit der gemeinsamen Unterschrift auf dem Vertrag dazu verpflichtet, uns untereinander aufzuklären oder müssen die Mahnungen trotzdem bei mir PERSÖNLICH eingegangen sein, um mich nun im vollen Umfang mit den Kosten des Mahnbescheids zu belasten?
Muss ich dann trotzdem die Zinsen und Verfahrenskosten tragen?

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118506 Beiträge, 39579x hilfreich)

Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
Ich vermute, dass der Vermieter, der diesen Mahnbescheid veranlasst hat, nicht über meine akutelle Adresse verfügt

Das liest sich jetzt so, als hätte man die Anschrift nie dem Vermieter mitgeteilt?
Dann hat man durchaus ein Problem ...



Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
1. Da ich weder eine Rechnung des geforderten Betrages erhielt , noch der Vermieter versucht hat, mich auf sonstigem Wege zu kontaktieren, halte ich es für Fragwürdig einen Mahnbescheid zu veranlassen.

Zum einen ist da gar keine Rechnung erforderlich. Zum anderen wird der Vermieter nicht groß Nachforschungen anstellen müssen, die entsprechende Anschrift zu übermitteln ist eine Bringschuld des Mieters.



Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
2. Ist die Frist für eine Nebenkostennachforderung für das Jahr 2020 nicht schon längst verjährt?

Nicht unbedingt.



Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
3. Wie stehen meine Chancen bei Widerspruch?

Die Chancen liegen - wie immer - zwischen 0-100%, in Abhängigkeit der uns unbekannten Details, Güte der Argumente der jeweiligen Parteien, der persönlichen Talente, der Motivation und des finanziellen Spielraumes, ...



Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
4. Die Vertrag für die Wohnung wurde von 2 Personen unterschrieben. Nun wird das Geld lediglich bei mir eingetrieben , da die zweite Person nicht mehr in Deutschland wohnt. Muss ich nun für die vollen Kosten aufkommen, falls das Gericht dem Mahnbescheid recht gibt.

Ja, das nennt sich gesamtschuldnerische Haftung.



Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
Nun mache ich mir jedoch Sorgen um die Schufa und würde gerne diesbezüglich wissen, wie ich am Besten vorgehe.

Und all die anderen Auskunfteien machen einem keine Sorgen?
Wie das mit der Schufa ist, kommt auf die vertraglichen Vereinbarungen bezüglich der Schufa an.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Leo4
Status:
Lehrling
(1712 Beiträge, 272x hilfreich)

Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
Für die Nebenkostenabrechnung aufzukommen wäre fûr mich kein Problem gewesen, wenn ich eine Rechnung erhalten hätte. Nun mache ich mir jedoch Sorgen um die Schufa und würde gerne diesbezüglich wissen, wie ich am Besten vorgehe.

Ein Schufa-Eintrag erfolgt nur, wenn Ihre Schulden tatsächlich bestehen. Eine nicht erhaltene Rechnung zählt sicher nicht dazu.

Signatur:

Meine persönliche Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118506 Beiträge, 39579x hilfreich)

Zitat (von Leo4):
Ein Schufa-Eintrag erfolgt nur, wenn Ihre Schulden tatsächlich bestehen. Eine nicht erhaltene Rechnung zählt sicher nicht dazu.

Das ist schlicht falsch...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4299 Beiträge, 508x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das ist schlicht falsch...


Schlimm, dass du 100 % Recht hast hier.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31502 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
Wie sieht es aus , wenn die Mahnungen an die zweite Partei , die den Vertrag unterschrieben hat gingen , er die Mahnungen jedoch ignoriert hat und mich auch nicht darüber aufgeklärt hat?
Es sieht dann mE genauso aus. Es gilt die gesamtschuldnerische Haftung. Der Vermieter hat nun endlich dich *erreicht*. Das genügt zunächst.

Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
Sind wir vor den Gericht
Vor welchem Gericht denn? Noch ist es nicht soweit. Der Vermieter müsste erst Klage am Amtsgericht erheben...
Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
Muss ich dann trotzdem die Zinsen und Verfahrenskosten tragen?
Könnte durchaus sein.

Noch aber ist keine Klage des Vermieters beim Gericht.
Noch geht es (nur) um einen Mahnbescheid... wenn der Vermieter jetzt sein Geld bekommt, erübrigt sich ein Verfahren am Amtsgericht und bald wäre ein Schufaeintrag wieder weg.
Ob du dann der 2. Person hinterherspürst, zB um die Hälfte zu bekommen, steht dir frei.

...noch ne Frage:
Wie habt ihr 2 Personen und der Vermieter das nach dem Auszug mit der Mietkaution geregelt?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Leo4
Status:
Lehrling
(1712 Beiträge, 272x hilfreich)

Zitat (von Leo4):
Ein Schufa-Eintrag erfolgt nur, wenn Ihre Schulden tatsächlich bestehen. Eine nicht erhaltene Rechnung zählt sicher nicht dazu.

Gemeint ist der negative Eintrag, z.B. bei nicht bezahlten Rechnungen etc. Einträge sonstiger Art darf die Schufa natürlich tätigen, nur bei negativen Einträgen gibt es einige Hürden.

Signatur:

Meine persönliche Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4299 Beiträge, 508x hilfreich)

Zitat (von Leo4):
Gemeint ist der negative Eintrag, z.B. bei nicht bezahlten Rechnungen etc. Einträge sonstiger Art darf die Schufa natürlich tätigen, nur bei negativen Einträgen gibt es einige Hürden.


Auch das stimmt so nicht. Auf Antrag werden zB auch MBs schon eingetragen, ungeachtet ob die Forderung nun berechtigt ist oder nicht. Gleiches gilt bei den sogenannen "Zahlungsstörungen".

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
..noch ne Frage:
Wie habt ihr 2 Personen und der Vermieter das nach dem Auszug mit der Mietkaution geregelt?


Diese ging zurück an die zweite Person, die im Mietvertrag stand.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31502 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
Diese ging zurück an die zweite Person, die im Mietvertrag stand.
Danke.
Und dazu gab es vermutlich eine Vereinbarung.
- Entweder zwischen dir und P2
- oder zwischen Vermieter und P2 wegen der Kontonummer von P2?
- oder weil zum Einzug P2 die gesamte Kaution gezahlt hatte?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6370 Beiträge, 2309x hilfreich)

Eigentlich hätte die Fragestellerin schon an den Eingaben im Mahnbescheid erkennen können, daß dieser 2 Schuldner (Gesamtschuldner) betrifft. Davon erfährt man abe rst in den weiteren Beiträgen:

Zitat:
Es gibt die Möglichkeit im Mahbescheid mehrere Antragsgegner einzutragen und nachfolgend das Häkchen bei Gesamtschuldnerhaftung vorzunehmen.

Daß bedeutet, daß auch der frühere Mitbewohner einen Mahnbescheid bekommen hat und vermutlich auch die Abrechnung diesen fristgemäß zugegangen sein kann.

Damit erscheint der Fall in einem völlig anderen LIcht. Vermutlich enthält der Mietvertrag auch noch eine Klausel in welcher sich beide Mieter gegenseitig bevollmächtigt haben und zwar auch für solche Abrechnungen.

-- Editiert von User am 6. November 2023 18:32

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
- oder weil zum Einzug P2 die gesamte Kaution gezahlt hatte?


Das war der Fall.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Spezi-2):
Es gibt die Möglichkeit im Mahbescheid mehrere Antragsgegner einzutragen und nachfolgend das Häkchen bei Gesamtschuldnerhaftung vorzunehmen.


Ich habe nochmal nachgeschaut und es steht folgendes im Mahnbescheid:
Der Antragsgegner wird als Gesamtschuldner in Anspruch genommen mit:
(Name des 2.Mieter)

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Spezi-2):
Daß bedeutet, daß auch der frühere Mitbewohner einen Mahnbescheid bekommen hat und vermutlich auch die Abrechnung diesen fristgemäß zugegangen sein kann.


Das kann natürlich sein, ich wurde jedoch von ihm nicht darüber informiert. Wahrscheinlich stand es dem Vermieter frei an welche der beiden Personen, die im Vertrag standen er die Abrechnung schickt?

-- Editiert von User am 6. November 2023 19:22

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4455x hilfreich)

Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
Das kann natürlich sein, ich wurde jedoch von ihm nicht darüber informiert. Wahrscheinlich stand es dem Vermieter frei an welche der beiden Personen, die im Vertrag standen er die Abrechnung schickt?
Schau mal in den Mietvertrag. Findet sich da ein Passus, indem die Mieter sich gegenseitig zum Empfang von Schreiben bevollmächtigen? Wenn ja, dann stell den hier wortwörtlich ein, damit wir überprüfen können, ob dieser gültig ist.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(887 Beiträge, 157x hilfreich)

Hat der Vermieter denn Rechnungen an die Adresse der Eltern geschickt? Bzw. warum schickt er den Mahnbescheid an diese Adresse? Der MB muss Ihre Adresse zugestellt werden, wenn Sie nicht bei den Eltern gemeldet sind bzw. dies nicht als Ihre Adresse angegeben haben, wäre die Zustellung meiner Ansicht nach nicht erfolgreich.

Die Eltern könnten überlegen, den MB als unzustellbar zurückzusenden, zur Sicherheit sollte man eventuell noch das Mahngericht informieren.

Generell sollte man sich (meiner Ansicht nach) überlegen, ob es nicht eine bessere Lösung gibt, als den Mahnbescheid zu akzeptieren. Wie Sie schon schrieben, wird nach dem Vollstreckungsbescheid (welcher später dann erfolgt) die Schufa im Keller sein. Eventuell wird der Dispo und Kreditkarten gekündigt, ob noch Finanzierungen(z.B. Auto) möglich sind, auch fraglich. Auch wenn man den Betrag dann begleicht, wird der Eintrag noch für 3 Jahre gespeichert sein.

Man könnte überlegen, ob man dem MB widerspricht und sich dann in Kontakt mit dem Vermieter bzgl. der Zahlung setzt. Der Vermieter könnte natürlich auch bald Klage erheben, aber selbst dann kann man noch bezahlen und vermeidet eine Titulierung, natürlich mit dem Nachteil der Begleichung von Rechtsanwalts- und Gerichtskosten, welche bei diesem Streitwert allerdings nicht riesig sein werden. Ob der Vermieter derzeit überhaupt klagt, wissen Sie ja auch gar nicht. Wenn man dem MB allerdings nicht widerspricht, wird die Forderung rechtskräftig und man keine Einwände (auch Verjährung) mehr dagegen erheben, das sollte einem bewusst sein.

Ich persönlich würde vorziehen, noch eine außergerichtliche Lösung zu finden bzw. eine mögliche Vollstreckung um jeden Preis zu vermeiden, ist aber nur meine laienhafte Einschätzung - ohne Garantie. Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, lässt man sich mittels Anwalt absichern.



-- Editiert von User am 7. November 2023 10:01

1x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von CarstenF):
Hat der Vermieter denn Rechnungen an die Adresse der Eltern geschickt? Bzw. warum schickt er den Mahnbescheid an diese Adresse?


Das war die Adresse, welche ich bei unterschreiben des Mietvertrags angegeben habe. Das ist aber nicht meine aktuelle Adresse und auch nicht mein Zweitwohnsitz

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von CarstenF):
Ich persönlich würde vorziehen, noch eine außergerichtliche Lösung zu finden bzw. eine mögliche Vollstreckung um jeden Preis zu vermeiden, ist aber nur meine laienhafte Einschätzung - ohne Garantie. Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, lässt man sich mittels Anwalt absichern.


Ich werde heute mit einem Anwalt reden und dessen Empfehlung hier posten.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(887 Beiträge, 157x hilfreich)

Dann dürfte die Zustellung an diese Adresse (höchstwahrscheinlich) unwirksam sein. Es kann aber trotzdem sinnvoll sein, die Zustellung zu "akzeptieren" und zu widersprechen.

Wenn keine Klage anhängig ist (was durchaus wahrscheinlich ist), wird der Widerspruch erstmal ohne Konsequenzen bleiben. Die nachfolgende Zeit solle man dann nutzen, eine Einigung zu finden. Möglich auch, das schon Verjährung eingetreten ist. Solche Einwände kann man aber nur bei einer eventuellen Klage vorbringen nicht bei dem Mahnbescheid, dort wird nichts geprüft.

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Schau mal in den Mietvertrag. Findet sich da ein Passus, indem die Mieter sich gegenseitig zum Empfang von Schreiben bevollmächtigen? Wenn ja, dann stell den hier wortwörtlich ein, damit wir überprüfen können, ob dieser gültig ist.


Ich habe meine Kopie des Mietvertrags leider nicht mehr :sad:

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4455x hilfreich)

Zitat (von rechtshilfefuerstudentin):
Ich habe meine Kopie des Mietvertrags leider nicht mehr
Das ist schlecht.

Gesetzliche Regelung ist meines Wissens nach, dass eine Nebenkostenabrechnung an alle Mieter einzeln zuzustellen ist. Allerdings finden sich in Mietverträgen häufig Vereinbarungen, nach denen die Zustellung an einen Mieter ausreichend ist, weil die Mieter sich untereinander bevollmächtigen. Wenn dem hier so wäre und wenn die Vereinbarung im Mietvertrag gültig wäre, dann wäre eine Zustellung der Abrechnung an einen Mieter ausreichend.

Besteht denn noch Kontakt zum anderen Mieter? Dann könntest du zumindest herauszufinden versuchen, ob der eine Nebenkostenabrechnung erhalten hat. Vielleicht hat der ja auch noch sein Mietvertragsexemplar.

Im übrigen wäre es am Vermieter zu beweisen, dass die Nebenkostenabrechnung korrekt und rechtzeitig zugestellt wurde. Er muss also den Zugang der Abrechnung beweisen und, falls er nur an den anderen Mieter zugestellt hat, auch noch beweisen, dass die Zustellung an den anderen Mieter ausreichend war. Es wäre aber natürlich gut vor einem Gerichtsverfahren zu wissen, ob ihm das gelingen kann.

1x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Wenn dem hier so wäre und wenn die Vereinbarung im Mietvertrag gültig wäre, dann wäre eine Zustellung der Abrechnung an einen Mieter ausreichend.

Der zweite Mieter wohnt nicht mehr in Europa seit Anfang des Jahres. Ich schätze bei ihm muss die Zustellung auch erfolglos gewesen sein, je nach dem ob dieZahlungsaufforderung nach seinem Umzug losgeschickt wurde.

Zitat (von cauchy):
Besteht denn noch Kontakt zum anderen Mieter?


Nein, das ist auch aus persönlichen Gründen ausgeschlossen.

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Gesetzliche Regelung ist meines Wissens nach, dass eine Nebenkostenabrechnung an alle Mieter einzeln zuzustellen ist. Allerdings finden sich in Mietverträgen häufig Vereinbarungen, nach denen die Zustellung an einen Mieter ausreichend ist, weil die Mieter sich untereinander bevollmächtigen. Wenn dem hier so wäre und wenn die Vereinbarung im Mietvertrag gültig wäre, dann wäre eine Zustellung der Abrechnung an einen Mieter ausreichend.


Falls der andere Mieter die Rechnungen erhalten hat, jedoch ignoriert hat, muss der Prozess so nicht von neuem beginnen mit mir als Adressatin, anstatt mir direkt einen Mahnbescheid zuzusenden? Das kann doch nicht so willkürlich sein, dass der Vermieter entscheiden kann, an wen er die Abrechnung schicken will und nicht verpflichtet ist, bei nicht reagieren des einen Mieters, es zumindest bei mir auf diesem Weg zu versuchen. Anscheinend hatte er ja meine alte Adresse bei meinen Eltern, also eine Rechnung oder Mahnung wäre zu 100 % angekommen, wenn auch nicht an meine akutelle Adresse.

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9809 Beiträge, 4455x hilfreich)

Was wäre wenn hilft nicht. Du hast offenbar keinen Kontakt mehr zum anderen Mieter, du hast deinen Mietvertrag nicht mehr. Damit hast du aktuell keine Chance ohne Mitwirkung des Vermieters herauszufinden, ob dieser die Abrechnung wirksam zugestellt hat. Möglich ist es, dass die Abrechnung nur an den anderen Mieter zugestellt wurde und dass dies ausreichend war. Beweispflichtig ist aber wie gesagt der Vermieter, sofern du selber die Zustellung der Abrechnung bestreitest.

Rein praktisch solltest du meiner Meinung nach dem Mahnbescheid erst einmal fristgemäß wiedersprechen. Aktuell hast du keinerlei Chancen zu prüfen, ob der Anspruch des Vermieters berechtigt ist. Gleichzeitig solltest du den ehemaligen Vermieter kontaktieren und darauf hinweisen, dass du keine NK-Abrechnung 2020 erhalten hättest. Er möge dir doch bitte erst einmal die Abrechnung zusenden. Dazu ist er hoffentlich bereit. Dann hast du zumindest mal die Chance, die Abrechnung selber zu prüfen. Ob sie fristgemäß zugestellt wurde, wird sich jedoch schlimmstenfalls erst im Gerichtsverfahren klären.

Im übrigen wäre die fehlende Adresse meiner Meinung nach nicht mehr relevant. Damit könnte der Vermieter noch argumentieren, warum sich die Zusendung der NK-Abrechnung geringfügig verschoben hat. Aber die Abrechnung hätte 2021 zugestellt werden müssen. Wenn der Vermieter es fast 2 Jahre lang nicht schafft, die Adresse herauszufinden, dann müsste er schon sehr viel argumentieren, warum ihm die Verspätung nicht anzulasten ist. Insbesondere dann, wenn es eine funktioniere Telefonnummer und email-Adresse gab. Einfach Nichtstun reicht nicht. Der Vermieter muss sich aktiv um die Zustellung bemühen. Die Zusendung des Mahnbescheides an die Eltern hat ja auch geklappt. Er müsste sich also unter anderem fragen lassen, warum er die Zustellung der Abrechnung nicht schon viel früher über die Eltern versucht hat.

1x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
rechtshilfefuerstudentin
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe mit einer Anwältin gesprochen und sie riet mir zum Widerspruch. Ich solle Außerdem ein Angebot an die gegnerische Anwaltskanzlei schicken das wie folgt aussieht:

Zu dem Mahnbescheid vom Amtsgericht Hünfeld vom 30.10.23 habe ich mich rechtlich/anwaltlich beraten lassen.
Ich habe zunächst und sicherheitshalber Widerspruch eingelegt.
Eine „BKA" für 2020 habe ich nie erhalten. Ich habe in der Wohnung ja auch nur bis 30.06.20 gewohnt.
Nur um die Sache relativ zügig zu einem Abschluss zu bringen, biete ich Ihnen folgenden Vergleich an:
Ich zahle eine Vergleichssumme von insgesamt 600€ in 10 Raten zu je 60 €, sofern mir die Abrechnung vorliegt. Danach ist die gesamte Forderung erledigt. Die erste Rate könnte ich schon im Dezember 2023 überweisen.
Nur vollständigkeitshalber teile ich mit, dass ich studiere und Bafög bekomme, ich habe keinerlei Vermögen, finanzielle Rücklagen oder Drittmittel. Die Ratenzahlung würde mich sehr belasten aber ich könnte sie pünktlich und regelmäßig sicherstellen.
Ich bitte um Prüfung und Zustimmung.

Was sagt ihr dazu ?

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.591 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.047 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen
12