Mieter verweigert Zugang zu Wohnung nach Wasserschade

11. Oktober 2016 Thema abonnieren
 Von 
lulu000
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Mieter verweigert Zugang zu Wohnung nach Wasserschade

Liebe Forum-Teilnehmer,

ich hoffe, dass ihr mir vielleicht weiter helfen könnt. Folgender Sachverhalt:

In einem 5-Parteien-Haus ist ein Wasserschaden im 1. OG entstanden. Das Wasser lief durch die Decke ins Treppenhaus. Der Mieter ließ uns zunächst nicht in seine Wohnung, obwohl er offensichtlich dort war. Wir haben dann vorsorglich das Wasser für die Wohnung abgestellt und er hat nach wenigen Minuten Wartezeit die Tür geöffnet. So konnten wir feststellen, dass am Siphon der Dusche die Dichtung (vermutlich durch Maßnahmen des Mieters) verrutscht ist und daher das Wasser ungehindert in die Decke läuft. Der Mieter wurde darauf hingewiesen die Dusche nicht mehr zu nutzen und es wurde direkt ein Installateur beauftragt den Schaden zu beheben. Der Installateur hatte leider erst 2 Tage später einen Termin frei. Dieser wurde dem Mieter mitgeteilt. Er öffnete jedoch die Tür nicht. Am nächsten Tag kam ein Schreiben vom Mieterschutzbund, dass Mietminderung geltend gemacht wird.

Hier unser Antwortschreiben:

Bis zum heutigen Tag ist mir von Ihnen kein Schaden gemeldet worden. Der Schaden im Treppenhaus ist von den Mietern im Erdgeschoss am xx.xx.2016 bemerkt und gemeldet worden. xxx hat in Vertretung für mich in dieser Angelegenheit darum gebeten, dass er sich anschauen kann, wo das Wasser herkommt. Auch im Rahmen dieses Termins wurde mir kein Schaden von Ihrer Seite gemeldet. xxx hat Sie nur darum gebeten, die Dusche nicht zu benutzen, da das Wasser augenscheinlich von einer undichten Stelle aus der Dusche herrührt.

Ebenfalls wurde gleich an diesem Tag ein Installateur beauftragt den Schaden zu begutachten und ggf. zu beseitigen. Auch hierzu war xxx in Vertretung mehrfach bei Ihnen an der Wohnung, hat jedoch niemanden angetroffen um einen Termin mit dem Installateur ausmachen zu können. So mussten mehrfach bereits ausgemachte Termine mit dem Installateur abgesagt werden.

Auf Nachfrage am xx.xx.2016 durch xx, teilten Sie mit, dass Sie am xx.xx.2016 den ganzen Tag zuhause sind und der Installateur Zugang zur Wohnung erhält, um den Schaden zu beheben. Am xx.xx.2016 um 13 Uhr war der Installateur vor Ort, jedoch haben Sie nicht – wie vereinbart – Zugang zur Wohnung gewährt, so war leider keine Behebung des Schadens möglich. Eine entsprechende Nachricht mit der Bitte um unverzügliche Terminvereinbarung ist Ihnen von Seiten des Installateurs zugegangen.

Sollte sich im Rahmen der Reparaturarbeiten herausstellen, dass die Undichtigkeit durch mutwillige Handlungen entstanden ist, behalte ich es mir selbstverständlich vor, Schadensersatz für die entstandenen Kosten einzufordern. Der Siphon in der Dusche befand sich bei Beginn des Mietverhältnisses in einem einwandfreien Zustand.

Aus den oben genannten Gründen widerspreche ich hiermit nachdrücklich einer von Ihnen vorgesehenen Mietminderung.

Ende des Schreibens.

Der Mieter hat sich weder auf das Schreiben gemeldet, noch einen Termin mit dem Installateur ausgemacht. Wir haben ihn nun erneut schriftlich aufgefordert, einen Termin auszumachen oder uns schriftlich 5 Termine mitzuteilen. Auch hier ist nichts passiert.


Habt ihr nun einen Ratschlag für mich, wie hier am besten das weitere Vorgehen ist?? Soll ich den Mieter erneut anmahnen, weitere rechtliche Schritte androhen und eine einstweilige Verfügung beantragen?

Danke im Voraus für Eure Hilfe und liebe Grüße
Lulu000

P.S. Da der Mieter mehrfach im Rückstand mit seinen Mieten ist und immer Geldnot hat, vermuten wir, dass diese Verweigerung für ihn eine Möglichkeit ist, Miete zu sparen.



-- Editier von lulu000 am 11.10.2016 10:31

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17 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11821 Beiträge, 3199x hilfreich)

1. Warum soll lt. Mieterverein die Miete gemindert werden können?

2. Wem haben SIe das Antwortschreiben geschick?

3. Ist der Schaden mittleweile behoben?

___________

Falls der Schaden noch nicht behoben ist, Mieterverein anschreiben, kurzfristig Termin setzen und dann (so haben wir es mal machen müssen) über das Gericht die Mitarbeit erzwingen, hier hätten Sie dann zusätzlich einen weiteren Grund dem Mieter außerordentlich ordentlich zu kündigen, da er seine Obliegenheitspflichten aufs Übelste verletzt.

4. Bei regelmäßiger schleppender Zahlung des Mieters mit Rückständen, einfach das nächstie Mal kündigen, fristlos und hilfsweise außerordentlich ordentlich.

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#2
 Von 
lulu000
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Antworten

1. Wegen Nutzwertbeeinträchtigungen, weil er nicht duschen kann.

2. Antwort an Mieter und Mieterschutzbund in Kopie (bisher keinerlei Reaktion, telefonische Nachfrage beim Mieterschutzbund wird nicht beantwortet)

3. Nein, der Mieter lässt uns nicht in die Wohnung um den Schaden zu beheben.

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#3
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11821 Beiträge, 3199x hilfreich)

Na dann ....

1. fristtlos (hilfsweise außerordentlich ordentlich) kündigen BGH Urt. v. 15.04.2015, Az. VIII ZR 281/13 (halte ich hier durchaus für anwendbar)

2. Einstweilige Verfügung bezgl. des Zutritts (hier ist der Punkt, wo es besser wäre einen Anwalt zu beauftragen)

__________

Und mal wieder ein MIeterverein ...

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#4
 Von 
lulu000
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Tipps!! Das ist mein erster Kontakt mit einem Mieterverein. Ist es üblich, dass die auf Anrufe und Schreiben nicht reagieren? Und ohne Klärung der Hintergründe mietminderung versuchen durchzusetzen?

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#5
 Von 
Osmos
Status:
Lehrling
(1745 Beiträge, 618x hilfreich)

Der Mieterverein ist kein Streitschlichter, sondern vertritt die Interessen des beitragszahlenden Mieters auf Basis der durch den Mieter mitgeteilten Informationen. Daher wird Dein (zugegebenermaßen effizienteres) Vorgehen nicht fruchten.

Signatur:

Meine persönliche Meinung

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11821 Beiträge, 3199x hilfreich)

Zitat (von Osmos):
Der Mieterverein ist kein Streitschlichter, sondern vertritt die Interessen des beitragszahlenden Mieters auf Basis der durch den Mieter mitgeteilten Informationen. Daher wird Dein (zugegebenermaßen effizienteres) Vorgehen nicht fruchten.


Nun der Mieterverein ist mE genauso seinem Klientel verpflichtet, wie ein Rechtsanwalt. Der Mieter muss zwingend darüber aufgeklärt werden, das Handlungen auch Folgen haben können, auch zu Lasten des Mieters. Ich erlebe es - meist in den Abrechnungszeiten - , dass hier mit dem Mietervereinen als Partner häufig Streit vom Zaun gebrochen wird, der (so zumindest bei uns) ausnahmslos zu Lasten des Mieters geht.

Natürlich kann auch ein Mieterverein nur mit den Dingen arbeiten, die sein Klientel ihm mitteilt, doch im vorliegenden Fall ist ein Schreiben vom VM an den Mieterverein gegangen, hier zumindest wäre es - zum Schutz der eigenen Klientel - verpflcihtend gewesen sich zumindest beim VM zu melden um hier die eigene Klientel vor Weiterungen zu schützen, was jedoch nicht geschieht.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11821 Beiträge, 3199x hilfreich)

Zitat (von lulu000):
Danke für die Tipps!! Das ist mein erster Kontakt mit einem Mieterverein. Ist es üblich, dass die auf Anrufe und Schreiben nicht reagieren? Und ohne Klärung der Hintergründe mietminderung versuchen durchzusetzen?


Wir kennen es nicht andes von den hiesigen Mietervereinen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Durchsetzung!

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#8
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

Das richtige BGH-Urteil für die fristlose Kündigung ist dir schon genannt worden. Bei dem Urteil ging es nur um Zugang zum Dachboden, bei diesem hingegen muss ganz klar die Wohnung des Mieters betreten werden, da braucht er nicht mal mehr mit der Argumentation der Mieterin im BGH-Urteil (die wollte erst mal prüfen, wie weit sie den Zutritt dulden müsse) zu kommen.

Vom Mieterverein brauchst du nichts zu erwarten.

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#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38156 Beiträge, 13931x hilfreich)

Na ja, der Mieterverein kann nur auf das reagieren, was ihm erzählt wird. Das sollte man nicht vergessen. Und ob das Mandat noch besteht, das wissen wir auch nicht.

Ich würde nachfolgendes machen: gleichlautende Schreiben an Mieterverein und Mieter, am selben Tag raus, als Einschreiben. Ganz knappe Fristsetzung von Tagen, in denen Zugang zur Wohnung gewährt werden muss. Darauf hinweisen, dass sowohl vergebliche Anfahrten des Fachbetriebes als auch die einstweilige Anordnung, die sofort nach Fristablauf beantragt würde, finanziell zu Lasten des Mieters ginge, ebenso wie Folgeschäden.

wirdwerden

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39599x hilfreich)

Zitat (von lulu000):
Bis zum heutigen Tag ist mir von Ihnen kein Schaden gemeldet worden.

Warum auch? Wäre ja sinnlos ...



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11821 Beiträge, 3199x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von lulu000):
Bis zum heutigen Tag ist mir von Ihnen kein Schaden gemeldet worden.

Warum auch? Wäre ja sinnlos ...


Warum?

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6376 Beiträge, 2309x hilfreich)

Mir drängt sich nach der Schilderung des Mieterverhaltens der Verdacht auf, dass wir nicht alles für eine richtige Beurteilung wissen.
Wie lange wohn der Mieter dort schon ?
Ist die Ursache des Schadens völlig unzweideutig ?
Gibt es noch Bleileitungen im Hause ?

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
lulu000
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Mieter wohnt dort seit ca. 3 Jahren. Die Ursache des Schadens konnte bisher leider nicht durch einen Installateur begutachtet werden. Es fand lediglich eine erste "Begehung" durch einen Laien statt und da die Feuchtigkeit aus dem Bereich der Dusche kommt, wurde der Mieter gebeten, die Dusche nicht zu nutzen. Seitdem wird kein Zutritt gewährt.
Die Leitungen in der Wohnung wurden vor 10 Jahren ca. komplett ausgetauscht und es sind nur Kupferleitungen verwendet worden. Es steht aber leider noch nicht mal fest, ob es sich um Wasser oder Abwasser handelt.
Dennoch bin ich mir nicht so sicher, wofür diese Auskünfte notwendig sind, um den Sachverhalt zu beurteilen?!

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
lulu000
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

@all: Vielen lieben Dank für Eure Hilfe. Es hat mir sehr weitergeholfen. Ich hoffe auf eine baldige Reaktion und Zutritt zur Wohnung.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11821 Beiträge, 3199x hilfreich)

@lulu00

Könnte auch durchaus sein, dass das Silikon defekt ist und dadurch Duschwasser ins Mauerwerk eindringen kann.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
lulu000
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

So, der Installateur durfte nun rein. Danke für eure Hilfe!!

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11821 Beiträge, 3199x hilfreich)

Wäre interessant zu wissen, was es denn nun war und evtl. den Verlauf des weiteren Geschehens, einfach um mein Interesse zu befriedigen ;) viel Erfolg weiterhin.

0x Hilfreiche Antwort

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