Mieterhöhung 20% mit Berechnung.

15. März 2024 Thema abonnieren
 Von 
Saarwars
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)
Mieterhöhung 20% mit Berechnung.

Guten Tag,
Der Vermieter hat per Brief eine Mieterhöhung angekündigt und möchte die Zustimmung.
Ich zweifele etwas an der Richtigkeit und deswegen frage ich hier.

Als Grund für die Erhöhung nennt der Vermieter die allgemeine Preisentwicklung und beruft sich auf den qualifizierten Mietspiegel der Stadt.

Also mein erster Zweifel ist, die Überlegungsfrist. Das Schreiben ist am 29.02.24 verfasst worden. Am 01.03.24 war es bei uns im Briefkasten. Es gibt keinen Poststempel. Er bittet um Zustimmung bis zum 31.03.2024. Das wären 4 Wochen. Sind hier nicht 2 Monate gesetzlich vorgesehen?

Auch die Berchnung kommt mir etwas komisch vor.

Er geht erstmal vom Mittelwert des Mietspiegel. Soweit ok. Dann gibt es oben drauf folgende Zuschläge für wohnwerterhöhende Maßnahmen:

3,5% für Gäste WC. Hierzu gibt es nocht viel im Mietspiegel. Nach viel Recherche habe ich was mit 1.7% gefunden.

8% für Balkon. Dazu habe ich nichts gefunden im Internet wie hoch das sein kann.

3,5% für neue Heizanlage. Davon wissen wir nichts. Er hat es weder angekündigt noch im Nachhinein als Information gesagt.

Mit diesen 3 Merkmale ist er über die Kappungsgränze von 20%, deswegen reduziert er die Erhöhung um paar Euro damit die 20% eingehalten werden.

Die Miete wurde das Letzte mal 2018 erhöht.
Ich sehe es ja ein dass der Vermieter auch Geld verdienen muss, aber 20% auf einen Schlag ist für uns sehr viel. Wir wohnen hier seit 16 Jahren, investiert oder repariert hat der Vermieter fast nichts. Eine Armature für Badewanne wegen Wassertemperatur die gescheankt hat und einen defekten FI Schalter getauscht.


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34 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121670 Beiträge, 40048x hilfreich)

Zitat (von Saarwars):
aber 20% auf einen Schlag ist für uns sehr viel. Wir wohnen hier seit 16 Jahren

Ohne jedwede Erhöhung?



Zitat (von Saarwars):
repariert hat der Vermieter fast nichts

Dann gerichtsfest die Mängelbeseitigung einfordern.



Zitat (von Saarwars):
Auch die Berchnung kommt mir etwas komisch vor.

Dann sollte man diese mal von Fachkundigen prüfen lassen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33069 Beiträge, 17328x hilfreich)

Er geht erstmal vom Mittelwert des Mietspiegel. Soweit ok. Dann gibt es oben drauf folgende Zuschläge für wohnwerterhöhende Maßnahmen: Und die User sollen jetzt erraten, um welche Stadt es sich handelt?

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Saarwars
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ohne jedwede Erhöhung?


Es steht oben dass die letzte Erhöhung 2018 war.


Zitat (von muemmel):
Und die User sollen jetzt erraten, um welche Stadt es sich handelt?


Saarbrücken.

-- Editiert von User am 15. März 2024 20:23

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47907 Beiträge, 16929x hilfreich)

Zitat (von Saarwars):
Er bittet um Zustimmung bis zum 31.03.2024. Das wären 4 Wochen. Sind hier nicht 2 Monate gesetzlich vorgesehen?

Richtig und zwar zwei volle Monate. Die Überlegungsfrist läuft somit bis zum 31.05.
Eine Mieterhöhung ist frühestens ab dem 01.06. möglich.

Zitat (von Saarwars):
3,5% für Gäste WC. Hierzu gibt es nocht viel im Mietspiegel.

Besser: Gar nichts

Zitat (von Saarwars):
8% für Balkon. Dazu habe ich nichts gefunden im Internet wie hoch das sein kann.

Dafür gibt es ebenfalls keinen Zuschlag

Zitat (von Saarwars):
3,5% für neue Heizanlage. Davon wissen wir nichts. Er hat es weder angekündigt noch im Nachhinein als Information gesagt.

Selbst, wenn Ihr davon wüsstet, gibt es keine Zuschlag dafür.

Zitat (von Saarwars):
Ich sehe es ja ein dass der Vermieter auch Geld verdienen muss, aber 20% auf einen Schlag ist für uns sehr viel.

Dann stimmt man der Mieterhöhung nur in dem Umfang zu, wie sie ohne die vom Vermieter geforderten Zuschläge zulässig wäre.
Man stimmt also einer Erhöhung auf den Mittelwert für die Wohnung ab dem 01.06. zu. Das wäre dann eine Erhöhung um ca. 5%.

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#5
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4935 Beiträge, 587x hilfreich)

Zitat (von hh):
Zitat (von Saarwars):
3,5% für neue Heizanlage. Davon wissen wir nichts. Er hat es weder angekündigt noch im Nachhinein als Information gesagt.


Selbst, wenn Ihr davon wüsstet, gibt es keine Zuschlag dafür.



1,4 % bei Erneuerung oder Modernisierung der Strom-, Heizungs- Gas- und/oder Wasserleitungen nach dem 01.02.2002

Zitat (von hh):
Zitat (von Saarwars):
8% für Balkon. Dazu habe ich nichts gefunden im Internet wie hoch das sein kann.


Dafür gibt es ebenfalls keinen Zuschlag


Beispiele für wohnwerterhöhende Merkmale
• Baufertigstellung nach 2020
• unentgeltlicher Parkplatz/Garagen/Tiefgaragen /Stellplatz auf dem Grundstück
• Balkon/Garten/Loggia/(Dach-)Terrasse vorhanden
• Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte/Reihenhaus

Zitat (von hh):
Zitat (von Saarwars):
3,5% für Gäste WC. Hierzu gibt es nocht viel im Mietspiegel.


Besser: Gar nichts


Das sehe ich lebensnaher, ein Gäste-WC ist durchaus ein wohnwerterhöhendes Merkmal.

Zitat (von Saarwars):
Er bittet um Zustimmung bis zum 31.03.2024. Das wären 4 Wochen. Sind hier nicht 2 Monate gesetzlich vorgesehen?


Richtig, hier hat der VM einen offensichtlichen Fehler gemacht.

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(806 Beiträge, 101x hilfreich)

Zitat (von Saarwars):
Auch die Berchnung kommt mir etwas komisch vor.


Die Berechnungsgrundlage des VM ist einfach und nachvollziehbar. Der im Mietspiegel vorgegebene maximale Prozentsatz für Aufschläge ist 15%, diesen Maximalwert versucht der VM mit "Kreativität" auszuschöpfen.

Insofern könnte man in einem ersten Schritt von VM eine Begründung einfordern warum er die aufgezählten Aufschläge in dieser Höhe einfordert.

Zitat (von Saarwars):
Die Miete wurde das Letzte mal 2018 erhöht.

Welche Berechnungsgrundlage, bzw. Aufschläge auf den Mietspiegel wurden den seinerzeit festgelegt und vom Mieter dann auch akzeptiert? Oder anders ausgedrückt, um wieviel Prozent lag die Miete denn 2018 über dem damaligen Mietspiegel?

-- Editiert von User am 16. März 2024 12:20

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#7
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4935 Beiträge, 587x hilfreich)

Zitat (von Gerd61):
um wieviel Prozent lag die Miete denn 2018 über dem damaligen Mietspiegel?


Einen Mietspiegel gab es mWn damals noch nicht

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Saarwars
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
Zitat (von hh):
Zitat (von Saarwars):
8% für Balkon. Dazu habe ich nichts gefunden im Internet wie hoch das sein kann.


Dafür gibt es ebenfalls keinen Zuschlag


Beispiele für wohnwerterhöhende Merkmale
• Baufertigstellung nach 2020
• unentgeltlicher Parkplatz/Garagen/Tiefgaragen /Stellplatz auf dem Grundstück
• Balkon/Garten/Loggia/(Dach-)Terrasse vorhanden
• Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte/Reihenhaus


Das habe ich mich Mietspiegel gelesen, jedoch bleibt immer noch offen ob die 8% gerechtfertigt sind, bzw. auf welcher Grundlage legt der Vermieter diese Prozentzahl fest?

Zitat (von Gerd61):
Welche Berechnungsgrundlage, bzw. Aufschläge auf den Mietspiegel wurden den seinerzeit festgelegt und vom Mieter dann auch akzeptiert? Oder anders ausgedrückt, um wieviel Prozent lag die Miete denn 2018 über dem damaligen Mietspiegel?


Nun Saarbrücken hat ja zum erstenmal einen qualifizierten Mietspiegel veröffentlicht. Die Wohnung ist 1990 fertig gestellt und war bis ca 2011 öffentlich gefördert. In den Vertrag steht nichts von Zuschläge oder sonst was. Der neue Vermieter Übernahm die Wohnung und erhöhte die Miete um 20 Prozent. Damit waren wir einverstanden unter anderem weil, die öffentliche Förderung ausgelaufen ist.
2017 wollte der nochmal die Miete erhöhen Wir haben uns formlos auf eine zweistufige Erhöhung geeinigt. Ende 2017 die erste, und die zweite und letzte Erhöhung Ende 2018.

Unsere Miethöhe ist momentan 30 Euro unter den Mittelwert vom Mietspiegel.



-- Editiert von User am 16. März 2024 13:52

-- Editiert von User am 16. März 2024 13:54

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4935 Beiträge, 587x hilfreich)

Zitat (von Saarwars):
Das habe ich mich Mietspiegel gelesen, jedoch bleibt immer noch offen ob die 8% gerechtfertigt sind, bzw. auf welcher Grundlage legt der Vermieter diese Prozentzahl fest?


Im Zweifel wird dies ein Gericht mittels Gutachter feststellen (lassen).

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(806 Beiträge, 101x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
Im Zweifel wird dies ein Gericht mittels Gutachter feststellen (lassen).


Das gilt natürlich immer, aber eine entsprechende Klage müsste vom VM eingereicht werden und dieser müsste das die Gründe für die fǵeforderte Erhöhung darlegen.

Zum eigenen Meinungsbildung zum Thema "Mehrwert durch Balkon" wäre folgender Artikel wohl hilfreich.

https://www.immowelt.de/ueberuns/presse/pressemitteilungenkontakt/immoweltde/2022/je-hoeher-die-mieten-desto-geringer-der-aufpreis-fuer-einen-balkon-10-euro-mehr-in-muenchen-40-euro-in-dortmund/

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47907 Beiträge, 16929x hilfreich)

Zitat (von Saarwars):
Unsere Miethöhe ist momentan 30 Euro unter den Mittelwert vom Mietspiegel.


Eine Erhöhung auf den Mittelwert des Mietspiegels zzgl. 1,4% für die Erneuerung der Heizung werdet Ihr kaum verhindern können. In diesem Umfang sollte man der Erhöhung daher zustimmen.

Welchen Zuschlag das Gäste-WC und der Balkon wert sind, müsste der Mieter selbst entscheiden. Wenn jedoch seit 16 Jahren an den Fußböden nichts gemacht wurde, dann führt das nach meiner Auffassung zu Abschlägen.

Zitat (von Solan196):
Im Zweifel wird dies ein Gericht mittels Gutachter feststellen (lassen).

Das ist richtig und das führt für beide Seiten zu erheblichen Prozessrisiken.

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#12
 Von 
Saarwars
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
Eine Erhöhung auf den Mittelwert des Mietspiegels zzgl. 1,4% für die Erneuerung der Heizung werdet Ihr kaum verhindern können. In diesem Umfang sollte man der Erhöhung daher zustimmen.


Eine Erhöhung auf den Mittelwert würde ich auf jeden Fall zustimmen.

Ich würde trotzdem gerne wissen ob 1,4% für die neue Heizung gerechtfertigt sind . Wobei der Vermieter 3,5% verlangt. Wir waren schon vorher an Fernwärme angeschlossen. Es gab keine Infos über die neue Heizung. War die alte Defekt? Wurden Fördergelder geflossen? Er kann ja nicht einfach behaupten es gäbe eine neue Heizung von der wir als Mieter überhaupt nichts wissen.


Zitat (von hh):
Zitat (von Solan196):
Im Zweifel wird dies ein Gericht mittels Gutachter feststellen (lassen).

Das ist richtig und das führt für beide Seiten zu erheblichen Prozessrisiken.


Das ist richtig, es ist auch nicht in meinem Sinne in eine gerichtliche Auseinandersetzung zu gehen.
Ich will lediglich wissen was der Vermieter verlangen darf oder nicht damit die Verhandlungen hand und Fuß haben.


Zitat (von hh):
Welchen Zuschlag das Gäste-WC und der Balkon wert sind, müsste der Mieter selbst entscheiden. Wenn jedoch seit 16 Jahren an den Fußböden nichts gemacht wurde, dann führt das nach meiner Auffassung zu Abschlägen.


Das ist auch so eine Sache. Wenn der Vermieter die Erhöhung durchsetzen würde, wäre unsere Miete auf dem selben Niveau, wie die von den Nachbarn. Bei den Wurden vor Einzug aber alle Böden neu verlegt. Bei uns liegt theoretisch noch der alte Teppich Boden von 1990.

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#13
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47907 Beiträge, 16929x hilfreich)

Zitat (von Saarwars):
Wir waren schon vorher an Fernwärme angeschlossen.

Also auch vor dem Jahr 2002?

Zitat (von Saarwars):
Es gab keine Infos über die neue Heizung. War die alte Defekt?

Bei Fernwärme gibt es keine Heizung. Es kann sich allenfalls um die Umstellung von Gas, Öl o.ä. auf Fernwärme handeln.

Zitat (von Saarwars):
Ich will lediglich wissen was der Vermieter verlangen darf oder nicht damit die Verhandlungen hand und Fuß haben.

Der Mietspiegel Saarbrücken gibt eine Spanne vor. Vom Mittelwert darf abgewichen werden, wenn es wohnwerterhöhende oder -mindernde Faktoren gibt.

Als wohnwerterhöhend kann dabei ein Balkon und/oder ein Gäste-WC gelten. Als wohnwertmindernd können die alten Fußbodenbeläge gelten.

Als Obergrenze gelten dabei 15% über dem Mittelwert und 17% unter dem Mittelwert.

Zitat (von Saarwars):
damit die Verhandlungen hand und Fuß haben.

Wenn man verhandeln will, dann kann man es genauso machen wie der Vermieter und sich irgendwelche Fantasiezahlen für wohnwertmindernde Dinge ausdenken.



0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4935 Beiträge, 587x hilfreich)

Zitat (von Saarwars):
Zitat (von hh):
Zitat (von Solan196):
Im Zweifel wird dies ein Gericht mittels Gutachter feststellen (lassen).

Das ist richtig und das führt für beide Seiten zu erheblichen Prozessrisiken.



Das ist richtig, es ist auch nicht in meinem Sinne in eine gerichtliche Auseinandersetzung zu gehen.


Das wirst du im Zweifel nicht verhindern können. Sollte es mehr als einen Mieter betreffen ist es durchaus denkbar, dass der Eigentümer einen Musterprozess durchzieht um die strittigen Fragen ein für allemal zu klären.

Und vergess dabei nicht, die wohnwerterhöhenden Dinge werden ZUSÄTZLICH zum MIttelwert angerechnet.

Zitat (von hh):
Bei Fernwärme gibt es keine Heizung. Es kann sich allenfalls um die Umstellung von Gas, Öl o.ä. auf Fernwärme handeln.


Bitte was?

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32860 Beiträge, 5751x hilfreich)

Zitat (von Saarwars):
Eine Erhöhung auf den Mittelwert würde ich auf jeden Fall zustimmen.
Wie wärs, wenn du den wirklich offensichtlichen dicken Fehler mit dem 2-Monats-Datum zuerst mal dem Vermieter mitteilst.
Das wird er schlucken müssen, vermutlich entspr. beantworten.
Und du könntest 2. den Vermieter auch ganz einfach nur fragen, wann denn eine neue Heizungsanlage installiert wurde. Das wird er dir wohl auch beantworten können.
Dann sieht man weiter.
Zitat (von Saarwars):
Wir wohnen hier seit 16 Jahren, investiert oder repariert hat der Vermieter fast nichts.
Das ist und bleibt ein anderes Thema.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47907 Beiträge, 16929x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Das ist und bleibt ein anderes Thema.

Nein, der Zustand der Wohnung ist sehr wohl relevant und wirkt hier mindernd.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4935 Beiträge, 587x hilfreich)

Zitat (von hh):
Nein, der Zustand der Wohnung ist sehr wohl relevant und wirkt hier mindernd.


Ja in Form der MIETMINDERUNG kann man Mängel geltend machen, aber nicht über die Mieterhöhung.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32860 Beiträge, 5751x hilfreich)

Zitat (von hh):
Nein, der Zustand der Wohnung ist sehr wohl relevant und wirkt hier mindernd.
Sorry. Ich habe mich falsch ausgedrückt. Ich meinte, der TE sollte zunächst in diesem Schreiben an den Vermieter nichts zu ---> investiert oder repariert hat der Vermieter fast nichts. schreiben.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(806 Beiträge, 101x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
Sollte es mehr als einen Mieter betreffen ist es durchaus denkbar, dass der Eigentümer einen Musterprozess durchzieht um die strittigen Fragen ein für allemal zu klären.


Da wird er sich bei den geforderten 15% Aufschlägen im geschilderten Fall aber höchstwahrscheinlich selber ins Knie schießen wenn dann auch die eigentlich klageunwilligen Kuschelmieter ein Musterurteil haben.

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4935 Beiträge, 587x hilfreich)

Zitat (von Gerd61):
Da wird er sich bei den geforderten 15% Aufschlägen im geschilderten Fall aber höchstwahrscheinlich selber ins Knie schießen


Da ich die Immobilie nicht kenne, kann ich mir da kein Einschätzung erlauben. Aber Vermietung ist ein Geschäft und am Ende zählt der Profit, und ja da zieht man schon mal eine Klage durch um eine Berechnungsgrundlage zu schaffen.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47907 Beiträge, 16929x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
und ja da zieht man schon mal eine Klage durch um eine Berechnungsgrundlage zu schaffen.

Da das auch zu einem Eigentor werden kann wird sich jeder Vermieter genau überlegen, ob er das durchziehen will.

Erfahrungsgemäß knickt eine nennenswerte Zahl von Mietern bei so einem Mieterhöhungsverlangen mit frei erfundenen Prozentsätzen für wohnwerterhöhenden Dinge aus Scheu vor Rechtstreitigkeiten einfach ein. Ein Musterprozess ist da eher schädlich.

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4935 Beiträge, 587x hilfreich)

Zitat (von hh):
Da das auch zu einem Eigentor werden kann wird sich jeder Vermieter genau überlegen, ob er das durchziehen will.


Mit Sicherheit jeder, der nur eine oder zwei Wohnungen vermietet. Alle anderen werden einen Prozess durchziehen. Kein großer Streitwert, das hält Verluste gering. Ich schätze das Prozessrisiko bei Mieterhöhungsklagen für den Mieter viel größer ein, als für den Vermieter.

Deshalb @TE : Lasse das Schreiben von ECHTEN Fachleuten prüfen, von mir aus auch durch den Mieterverein oä., die haben ja dann auch (im Gegensatz zum Forum) alle notwendigen Unterlagen vorliegen.

1x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(806 Beiträge, 101x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
Kein großer Streitwert, das hält Verluste gering. Ich schätze das Prozessrisiko bei Mieterhöhungsklagen für den Mieter viel größer ein, als für den Vermieter.


Worauf auch immer deine Einschätzung beruht, auf die im EP geschilderte Situation sicherlich nicht.
Aber Gottseidank haben auch Mieter Rechtsschutzversicherungen oder werden von Mietervereinen vertreten.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
Saarwars
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten Abend,
Hiermit möchte ich ein Update geben und fragen, was ihr meint, das beste Vorgehen wäre.

Das verhandeln mit dem Vermieter hatte nur einen mäßigen Erfolg. Er besteht auf die 20% und ist bereit die 2 Etappen zu unterteilen. Dieses Jahr 10% und nächstes Jahr nochmal 10.

In der Zwischenzeit bin ich beim Mieterbund eingetreten und hatte einen kurzen Termin bei deren Anwalt. Laut ihm wären die 3.5% für Gäste WC und 3,5 für die neue Heizung nicht Rechtsmässig. Für den Balkon, empfiehlt er 6% Zuschlag. Dies Wäre das Höchstwert , was angedacht wäre, bei den Zuschläge.

Auf meine Bedenken, dass der Vermieter klagen würde, meinte er, die Kosten wären bei einem Streitwert unter 1000 Euro nicht so Hoch. Auch den Gutachter , falls einer beauftragt wird, wäre im Rahmen.

Was meint ihr ? Soll ich Auf das Angebot vom Vermieter eingehen? Was ich sehr ungern machen würde oder soll ich die Empfehlung vom Anwalt folgen?

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121670 Beiträge, 40048x hilfreich)

Zitat (von Saarwars):
Auch den Gutachter , falls einer beauftragt wird, wäre im Rahmen.

Hat er denn auch einen Rahmen benannt?
Denn so ein Rahmen kann dann durchaus mal so bei 1000-3000 EUR liegen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
Saarwars
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Hat er denn auch einen Rahmen benannt?
Denn so ein Rahmen kann dann durchaus mal so bei 1000-3000 EUR liegen ...


Nein leider nicht.

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32860 Beiträge, 5751x hilfreich)

Zitat (von Saarwars):
Was meint ihr ?
Ich meine, das wirst du ganz allein entscheiden müssen.

Ich kenne weder die Wohnung noch den Vermieter noch das konkrete Mieterhöhungsschreiben noch deine Zukunftspläne noch deinen Geldbeutel.
Ob du mit deinem Vermieter zu dieser 10+10-Verhandlung etwas schriftliches hast, ist auch unbekannt.
Ob das vorliegende Mieterhöhungs-Schreiben überhaupt grundsätzlich rechtlich o.k. ist, hat der MB-Anwalt auch geprüft?
Oder gings nur um % plus/minus?
Was sagt/schreibt der Vermieter denn zu den MB-Bewertungen für Zu-bzw. Abschläge?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
Saarwars
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Ich kenne weder die Wohnung noch den Vermieter noch das konkrete Mieterhöhungsschreiben noch deine Zukunftspläne noch deinen Geldbeutel.


Es ist eine Wohnung, entspricht alle Normen,:) Ne Spaß bei seite. Eine mittelklasse Wohnung in einen Mittelklasse Wohnlage. Und ja wir wollen wegen der Schule noch mindestens 6 Jahre hier bleiben.

Zitat (von Anami):
10+10-Verhandlung etwas schriftliches hast, ist auch unbekannt


Eine Email, in dem steht, wenn ich einverstanden bin, solle ich die Zustimmung genauso formulieren.


Zitat (von Anami):
Ob das vorliegende Mieterhöhungs-Schreiben überhaupt grundsätzlich rechtlich o.k. ist, hat der MB-Anwalt auch geprüft?


Ist und war er von Anfang an. Lediglich der Fehler mit der Zustimmungsfrist. Dieser macht aber die Mieterhöhung selbst nicht ungültig, sonder es gilt die rechtliche Frist.

Zitat (von Anami):
Oder gings nur um % plus/minus?
Was sagt/schreibt der Vermieter denn zu den MB-Bewertungen für Zu-bzw. Abschläge?


Genau darum ging es von Anfang an.

Zitat (von Anami):
Ich meine, das wirst du ganz allein entscheiden müssen.

Man fragt nach Meinungen, nach einem Rat, oder eine Erfahrung. Dass man selbst Geschätstüchtig ist und seine Unterschrift drunter setzt und damit sein eigenen Willen und nicht anderer äußert, sollte jedem klar sein.

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32860 Beiträge, 5751x hilfreich)

Zitat (von Saarwars):
Man fragt nach Meinungen, nach einem Rat, oder eine Erfahrung.
Genau. Und ich habe dir meine Meinung dazu geschrieben.
:wink:

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
Saarwars
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 0x hilfreich)

Um das Thema abzuschließen, nach reichliche Überlegung haben wir das Angebot vom Vermieter angenommen. Danke für die zahlreichen Beiträge und Informationen.

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