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Mieterhöhung NACH Eigenbedarfskündigung

 Von 
C0dR
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 2x hilfreich)
Mieterhöhung NACH Eigenbedarfskündigung

Hallo,

ich habe im Februar 2019 meinem Mieter aufgrund von Eigenbedarf gekündigt. Hier ist die Kündigungsfrist bereits abgelaufen (3 Monate) aber der Mieter hat bisher noch keine Wohnung gefunden und daher ist dieser noch in der Wohnung. Jetzt wurde zwischenzeitlich ein Balkon am Haus angebracht und daher würde ich gerne die Miete erhöhen da Nebenkosten und Steuern gestiegen sind (und auch um den Prozess evtl etwas zu beschleunigen). Ist dies möglich (der Mietvertrag ist ja an sich bereits ausgelaufen) und wenn ja wie mach ich das am besten oder sollte ich das lieber lassen?

Gruß,

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Mieter Mietvertrag bereits


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26644 Beiträge, 14610x hilfreich)

Ist dies möglich (der Mietvertrag ist ja an sich bereits ausgelaufen) Nein. Eine Mieterhöhung ist ja zustimmungspflichtig - und so entsteht mit Angebot (Mieterhöhung) und Annahme (Zustimmung des Mieters) ein neuer Mietvertrag. Das wird den Mieter ungemein freuen, falls er dahinterkommt, dass das so ist. Und ein Räumungsverfahren können Sie dann knicken, es sei denn, Sie kündigen erneut.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(35197 Beiträge, 12619x hilfreich)

Zitat:
aber der Mieter hat bisher noch keine Wohnung gefunden und daher ist dieser noch in der Wohnung.

Und Du hast noch keine Räumungsklage eingereicht?

Du bist Dir aber sicher, dass Deine Kündigung wirksam ist, d.h. Du hast umfangreiche Kenntnisse im Mietrecht oder das Kündigungsschreiben von einem Anwalt verfassen lassen?

Zitat:
und daher würde ich gerne die Miete erhöhen

Da der Mieter nach Ablauf der Kündigungsfrist keine Miete mehr zahlen muss, sondern vielmehr eine Nutzungsentschädigung, kann man auch keine Miete erhöhen.

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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26644 Beiträge, 14610x hilfreich)
Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#4
 Von 
C0dR
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 2x hilfreich)

hm, ok. Könnte ich nicht eine Nutzungsentschädigung einklagen, bei der die höhe entsprechend angepasst ist?

Zitat:
Und Du hast noch keine Räumungsklage eingereicht?

Du bist Dir aber sicher, dass Deine Kündigung wirksam ist, d.h. Du hast umfangreiche Kenntnisse im Mietrecht oder das Kündigungsschreiben von einem Anwalt verfassen lassen?

Nein habe ich noch nicht, deshalb habe ich ja noch keine Räumungsklage eingereicht. Ich hatte gehofft dass es auf diesem Weg schneller geht, aber dem scheint nicht so...

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#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(35197 Beiträge, 12619x hilfreich)

Zitat:
Nein habe ich noch nicht

Dann solltest Du im ersten Schritt prüfen, ob Deine Kündigung überhaupt wirksam ist. Das Verfassen einer wirksamen Kündigung wegen Eigenbedarf ist keineswegs trivial.

Zitat:
Könnte ich nicht eine Nutzungsentschädigung einklagen, bei der die höhe entsprechend angepasst ist?

Die Nutzungsentschädigung entspricht der ortsüblichen Vergleichsmiete, mindestens aber der letzten Miete. Außerdem halte ich es für ziemlich schräg, sich mit Hilfe einer Klage über die Nutzungsentschädigung zu streiten, gleichzeitig aber keine Räumungsklage einzureichen zu wollen.

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#6
 Von 
C0dR
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat:
Dann solltest Du im ersten Schritt prüfen, ob Deine Kündigung überhaupt wirksam ist. Das Verfassen einer wirksamen Kündigung wegen Eigenbedarf ist keineswegs trivial.

Ok dann sollte ich wohl eher das tun als die "Miete" zu erhöhen. Danke!

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#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(35197 Beiträge, 12619x hilfreich)

Nur so als Hinweis:

Es gibt in diesem Forum meherere Threads, in denen einem Mieter empfohlen wird, wegen einer unwirksamen Kündigung wegen Eigenbedarf nichts zu machen und einfach abzuwarten, bis der Vermieter merkt, dass seine Kündigung unwirksam ist.

Aus den entsprechenden Threads kann man dann auch entnehmen, warum die jeweiligen Kündigungen unwirksam waren.

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#8
 Von 
AltesHaus
Status:
Gelehrter
(10763 Beiträge, 2859x hilfreich)

Bei Eigenbedarfskündigungen sollte immer ein Fachmann drüberschaun. Klar, der kostet erst mal etwas Geld, aber die Kündigung ist dann wenigstens in trocknen Tüchern, Geld ist also gut investiert.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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