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Mieterhöhungsverlangen, wenn im EG ein Restaurant ist.

 Von 
fb522639-19
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Mieterhöhungsverlangen, wenn im EG ein Restaurant ist.

Sehr geehrte 123recht Mitglieder,

vorerst schonmal vielen Dank für die freie Zeit die sie sich nehmen werden.

Wir wohnen seit 15 Jahren in einer Berliner Mietswohnung und zahlen 6,50€/QM² - Wir haben jetzt eine Mietserhöhung bekommen, die sich auf §558 bezieht. Wir werden im Mietspiegel L7 (angeblich) geführt. Ich habe einen Mietspiegeltest gemacht und komme auf 8,82€/QM² bei Baujahr 1990-2002. Doch was bedeutet Bezugsfertig genau? Sind dort potenzielle Vormieter inkludiert oder zählt unser Einzug?

Des Weiteren ist unter uns ein Restaurant, was die Gerüche direkt ins Treppenhaus abzieht. Fällt dies unter die Abfrage "besonders geruchsbelästigte Lage" ? Da wir nach der Mieterhöhung 7,50€/netto kalt bezahlen würden, lohnt es sich nicht eine Teilsumme anzubieten aufgrund der Lage?

Wie geht es in Berlin aktuell weiter? Soweit ich gehört habe sind jährliche Mietserhöhungen von 2% erlaubt.

Mit freundlichen Grüßen

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mieterhöhung Einzug Vormieter Mietspiegel


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71228 Beiträge, 32399x hilfreich)

Zitat (von fb522639-19):
Des Weiteren ist unter uns ein Restaurant, was die Gerüche direkt ins Treppenhaus abzieht.

Das hätte durchaus ein Grund zur Mietminderung sein können, aber vermutlich hat man das über Jahre widerspruchslos hingenommen?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
fb522639-19
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Nun ja, wir wussten beim Einzug schon davon und der ehemalige Vermieter hatte uns versprochen bzw. mündlich zugesichert, dass es keine Mieterhöhung geben wird. Da er verstorben ist und mittlerweile die Kinder von dem Herrn agieren und zusätzlich mein Vater schwer krank geworden ist, war dies natürlich der Anlass zur Mieterhöhung. Beweisen kann es leider niemand, da mündlich und unter 4 Augen.

Wie ist denn nun die Lage? Einfach eine Erhöhung von 70€ von den 100€ anbieten und sagen, dass man das Restaurant als mietmindernd sieht und das sie die weiteren 30€ einklagen sollen? Was ist ein fairer Vergleich? Soweit ich weiß kann man die Miete recht weit mindern, falls es einem zugesichert wird. Ist es problematisch, dass wir hier 15 Jahre schon leben? Ist die Argumentation: "Für X€ sind die Gerüche ertragbar, für X€ nicht" Was ist jetzt der klügste Weg?

Vielen Dank

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#3
 Von 
spatenklopper
Status:
Senior-Partner
(6741 Beiträge, 3266x hilfreich)

Zitat (von fb522639-19):
Doch was bedeutet Bezugsfertig genau?

Weder wann Ihr oder irgendein Vormieter eingezogen ist, sondern es zählt das Baujahr des Hauses, bzw. wann das erste Mal darin Leute wohnen konnten.


Zitat (von fb522639-19):
Wir wohnen seit 15 Jahren in einer Berliner Mietswohnung..... Ich habe einen Mietspiegeltest gemacht....bei Baujahr 1990-2002.


Und ich wette, dass Du hier komplett daneben liegst, oder wart Ihr Erstbezug der Wohnung?

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#4
 Von 
cauchy
Status:
Senior-Partner
(6656 Beiträge, 3462x hilfreich)

So wirklich wird euch das keiner sagen können, weil die Lage vor Ort ausschlaggebend ist. Wenn bei euch 15% die Höchstgrenze ist, so wäre maximal eine Erhöhung auf 7,47Euro rechtlich zulässig. Das könnte man unproblematisch vorschlagen bzw. akzeptieren.

Leider kenne ich mich jetzt nicht mit den aktuellen Entwicklungen in Berlin aus. Es scheint mir so, dass da einige Vermieter schnell nochmal die Miete ums maximale erhöhen wollen, weil es in Zukunft komplizierter werden könnte. Durch die Entwicklung in den letzten 15 Jahren in Berlin scheint mir eine Mieterhöhung von 15% auch im Bereich des Möglichen zu liegen.

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass ihr entweder die maximalen 7,47Euro akzeptieren oder euch die Hilfe eines Berliner Mietervereins holen solltet. Aber das ist wirklich nur eine wage Einschätzung aus der Ferne.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71228 Beiträge, 32399x hilfreich)

Zitat (von fb522639-19):
Ist es problematisch, dass wir hier 15 Jahre schon leben?

Ihr habt den Geruch also 15 Jahre hingenommen - da dürfte es für jede Minderung zu spät sein.



Zitat (von fb522639-19):
Ist die Argumentation: "Für X€ sind die Gerüche ertragbar, für X€ nicht"

In Berlin ist der Wohnungsmarkt angespannt, die Antwort des Vermieters dürfte da nicht wirklich kompatibel sein ... vermutlich irgendwas wie "dann zieht halt aus" ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
cauchy
Status:
Senior-Partner
(6656 Beiträge, 3462x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ihr habt den Geruch also 15 Jahre hingenommen - da dürfte es für jede Minderung zu spät sein.
Das sieht das OLK Kölm (OLG Köln, 19.12.2000 - 3 U 56/00 ) offenbar anders. Durch die Mieterhöhung lebt das Recht zur Mietminderung zumindest in bestimmten Grenzen wieder auf.

Aber gehen wir mal generös ran und nehmen eine Mietminderung von 10% an. Gerechnet auf die ortsübliche Vergleichsmiete von 8,82€ (das sind die Angaben des Teilnehmers), wäre das eine geminderte Miete von 7,94 und damit immernoch deutlich oberhalb der gerforderten Höhe. Bei einer Mietminderung von 15% kommen wir so langsam bei der jetzt geforderten Miete an. Ich bezweifle, dass die Geruchsbelästigung derart schwerwiegend ist, dass sie eine Mietminderung von mehr als 15% rechtfertigt.

Aber ob die Einordnung in den Mietspiegel nun wirklich stimmt, kann natürlich nicht beurtelt werden. Das müsste ein Fachmann machen, der den Mietspiegel und die Details der Wohnung genau kennt.

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