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Mietminderung bei Feuchtigkeit in Verbindung mit Bautrockner

 Von 
123Cepunkt
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 6x hilfreich)
Mietminderung bei Feuchtigkeit in Verbindung mit Bautrockner

Hallo zusammen,

folgende Konstellation liegt vor:

Eine Wohnung in einem Neubau wird seit 01.10.2019 angemietet. Diese wurde aufgrund von fehlender Brandschutzmaßnahmen erst zum 10.10.2019 bezugsfertig. Aufgrund dessen wird eine Mietminderung von 100% gefordert.

Jedoch fällt bei der Wohnungsübergabe auf, dass die Außenwand im Wohnzimmer einige unschöne Flecken aufweißt. Beim geplanten Einzug am 11.10.2019 stellt sich heraus, dass in der betroffenen Wand ein Wasserschaden vorliegt - vermeintlich verursacht durch eine Fehlkonstruktion bei den Balkonen über der Wohnung. Somit lief wohl über längere Zeit Wasser in die Wand. Seit 17.10.2019 steht ein Bautrockner in der Wohnung, weitere Maßnahmen werden bisher nicht getroffen. Stand 20.10.2019 sind besonders an den Fußleisten weiterhin sehr feuchte Stellen, zudem wird Rost auf der Tapete sichtbar.

Welche Maßnahmen muss der Vermieter treffen; ist hierbei ein Einsatz von einem Bautrockner ausreichend? Die Wohnung ist eine 2-Zi-Wohnung mit offener Wohnküche, der Bautrockner steht im Wohnzimmer. Inwieweit kann für den Zeitraum der Feuchtigkeit in Verbindung mit Einsatz eines Bautrockners eine Mietminderung gefordert werden und in welcher Höhe?

Vielen Dank für jede Antwort.

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Wohnung Vermieter Mietminderung Höhe


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11848 Beiträge, 3069x hilfreich)

Ob ein Trockner ausreichend ist, kann von hier aus nicht beurteilt werden, möglich wäre es.

Sie mindern doch schon um 100 %, denken Sie dass der Eigentümer Sie fürs wohnen noch bezahlt? Ob überhaupt eine 100%Igel Minderung angebracht ist erschließt sich mir aus dem bisherigen Vortrag nicht wirklich.

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#2
 Von 
Anami
Status:
Weiser
(16449 Beiträge, 2563x hilfreich)

Zitat (von 123Cepunkt):
Aufgrund dessen wird eine Mietminderung von 100% gefordert.
Wer fordert diese?
Ist der Mieter denn schon eingezogen? Und wenn ja, wann genau?

Verhindern die fehlenden Brandschutzmaßnahmen tatsächlich die Bezugsfertigkeit? Wer hat das festgestellt?
Wenn die Bezugsfertigkeit nicht gegeben ist, beginnt der Mietvertrag nicht am 1.10., sondern am 10.10.

3-4 Tage Bautrockner ist nicht lange --- man weiß aber nicht, wie umfangreich der Wasserschaden tatsächlich ist.

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#3
 Von 
123Cepunkt
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 6x hilfreich)

Zitat (von AltesHaus):
Ob ein Trockner ausreichend ist, kann von hier aus nicht beurteilt werden, möglich wäre es.

Sie mindern doch schon um 100 %, denken Sie dass der Eigentümer Sie fürs wohnen noch bezahlt? Ob überhaupt eine 100%Igel Minderung angebracht ist erschließt sich mir aus dem bisherigen Vortrag nicht wirklich.

Es sind zwei unterschiedliche Sachverhalte, aufgrund fehlerhafter Installationen im Gebäude war die Wohnung bis einschließlich 10.10.2019 nicht zu bewohnen. Der Architekt/Bauleitung hatte den Fehler bestätigt und es mussten Nachbesserungen durch Handwerker durchgeführt werden. Anschließend durfte die Wohnung erst bezogen werden, da bis dahin der Brandschutz nicht gewährleistet war. Somit ist für diesen Zeitraum eine 100%ige Mietminderung durch den Mieter zu fordern. Was hierbei nicht nachvollziehbar ist, erschließt sich mir nicht ganz.

Die Mietminderung aufgrund der Feuchtigkeit mit einhergehender Aufstellung eines Bautrockners muss seperat bewertet werden. Wie umfangreich der Schaden genau ist, kann man bisher leider nicht ersehen. Die Einschränkung durch den Lärm (50db) ist jedoch gegeben,das Wohnzimmer ist somit nicht anständig zu nutzen.

Die Frage ist wie hoch die Mietminderung angesetzt werden kann? Gefunden habe ich hier z.B.: https://www.mieterbund.de/index.php?id=545

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84889 Beiträge, 34586x hilfreich)

Zitat (von 123Cepunkt):
Anschließend durfte die Wohnung erst bezogen werden,

Festgestellt durch wen? Oder hat der Vermieter den 100% zugestimmt?



Zitat (von 123Cepunkt):
Somit ist für diesen Zeitraum eine 100%ige Mietminderung durch den Mieter zu fordern.

Falsch, da gibt es keine Pflicht. Der Mieter kann sie fordern, muss es aber nicht.
Und mindert er zu viel, kann das zur Kündigung führen, da das als Mietschulden gilt.



Zitat (von 123Cepunkt):
Die Einschränkung durch den Lärm (50db) ist jedoch gegeben,das Wohnzimmer ist somit nicht anständig zu nutzen.

Möbel stehen aber drin?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11848 Beiträge, 3069x hilfreich)

Mietminderung auf eigene Faust, nach Gefühl und Wellenschlag, ist immer ein zweischneidiges Schwert.

Man wohnte also bis zum 10. nicht id Objekt, weil der VM dies untersagte? Da muss man natürlich keine Miete zahlen ... für diese 10 Tage. Minderung beim restlichen Vortrag wahrscheinlich akzeptabel, die Wunschhöhe mE jedoch nicht.

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#6
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11848 Beiträge, 3069x hilfreich)

Was sagt der VM denn so?

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#7
 Von 
cauchy
Status:
Schlichter
(7756 Beiträge, 3826x hilfreich)

Ich möchte wieder mal auf § 536b BGB hinweisen. Wurde die Wohnung vom Mieter mit erkennbaren Mängeln abgenommen und wenn ja hat sich dieser das Recht auf Mietminderung aufgrund der bestehenden Mängel explizit vorbehalten? Ansonsten könnte es nämlich mit einer Mietminderung ab Wohnungsabname problematisch werden. Dann müsste sich nämlich die Beeinträchtigung seit Wohnungsabname schon erheblich und vorher nicht erkennbar erhöht haben.

Nachtrag: Die ersten 10 Tagen brauch man wohl nicht zu diskutieren. Denke bitte daran, dass sich eine Mietminderung auf die Bruttomiete bezieht und taggenau gerechnet wird. Das wird bei der Nebenkostenabrechnung dann eine lustige Rechnerei.

-- Editiert von cauchy am 20.10.2019 23:11

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#8
 Von 
Anami
Status:
Weiser
(16449 Beiträge, 2563x hilfreich)

Zitat (von 123Cepunkt):
Somit ist für diesen Zeitraum eine 100%ige Mietminderung durch den Mieter zu fordern.
Mir erschließt sich nicht, wieso ein Mieter eine Mietminderung fordert. Er kann die Miete doch mindern.
Zitat (von 123Cepunkt):
Was hierbei nicht nachvollziehbar ist, erschließt sich mir nicht ganz.
Man kann den Mietvertrag /Mietbeginn ändern. Es könnten aus dem geschilderten Sachverhalt noch ganz andere Dinge kommen, die sich nicht mit einer Mietminderung für 10 Tage abtun lassen.
Zitat (von 123Cepunkt):
Die Einschränkung durch den Lärm (50db) ist jedoch gegeben,das Wohnzimmer ist somit nicht anständig zu nutzen.
Der MIeter meint, 50 dB sei Lärm, der Mietminderung rechtfertigt? Wer hat die 50 dB gemessen? Oder stehen die auf dem Gerät? Was ist anständig? Ist der Mieter tagsüber und nachts zu Hause? Läuft das Trocknungsgerät Tag und Nacht? Schläft der Mieter im Wohnzimmer? Wer entleert den Sammelbehälter? Wer zahlt den Strom für den Trockner? Wer hat den Zählerstand am 17.10. notiert/fotografiert?
Das sind nur einige Inputs zur Findung eines Mietminderungswertes.

Wie hoch die Mietminderung im jeweiligen Fall sein kann, entscheiden meist Gerichte--- wenn man sich streitet und nicht einigen kann. Ich habe das gefunden:
https://mietminderungstabelle.de/Mietminderung-Kategorie.Trocknungsger%C3%A4t-Trocknung.html

Zitat (von 123Cepunkt):
Die Mietminderung aufgrund der Feuchtigkeit
Die Feuchtigkeit wurde am 11.10. festgestellt. Das war der Tag des geplanten Einzugs? Ist der Mieter denn auch am 11.10. eingezogen? Konnte er sein Möbel schon ins Wozi räumen? Das war noch ohne Lärm, aber mit feuchter Wand. Mögliche Mietminderung evtl. ab dem Tag des Einzugs.
Der Trockner wurde erst am 17.10. aufgestellt. Eine mögliche Mietminderung wegen Lärm könnte ab dem 17.10. geltend gemacht werden.
https://www.geers.de/rund-ums-hoeren/lautstaerke-dezibel/

Was bietet der Vermieter denn eigentlich an? Hat der Mieter den Vermieter informiert? Architekt+Bauleitung+Handwerker ---> sind nicht Vermieter.

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#9
 Von 
cauchy
Status:
Schlichter
(7756 Beiträge, 3826x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Ist der Mieter denn auch am 11.10. eingezogen?
Wurscht. Eine Mietminderung errechnet sich anhand des Grades der Tauglichkeitsminderung eines üblichen Bewohners und nicht daran, wie sehr es diesen einen Mieter stört. Ob dieser Mieter da nun drin wohnt oder nicht, ist für eine Mietminderung unerheblich.

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#10
 Von 
Anami
Status:
Weiser
(16449 Beiträge, 2563x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Ob dieser Mieter da nun drin wohnt oder nicht, ist für eine Mietminderung unerheblich.
Aha. Danke. Wieder was gelernt.

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