Mietrecht_Teilweise einbehaltene Kaution

29. März 2024 Thema abonnieren
 Von 
Elma89
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Mietrecht_Teilweise einbehaltene Kaution

Liebe Community,

ich habe folgende Fragen und hoffe, ihr könnt mir bei meinem Problem helfen:

Wir haben eine Wohnung über eine Agentur gemietet,

Der Mietvertrag wurde über https://wunderflats.com/de vermittelt.

Die Miete betrug 2000 Euro pro Monat und die Kaution betrug 2000 Euro.

Die Wohnung wurde ohne Unterbrechung vom 24. September 2023 bis zum 4. März 2024, also etwa 5 Monate, gemietet.

Während der Mietzeit erschien ein 3cm x 2cm großer Fleck an der Wand des großen Zimmers. Dies geschah ohne unser Zutun. Der Fleck wuchs aus der Wand heraus, wahrscheinlich als Folge von schlecht ausgeführten Reparaturen.

Am Ende des Mietverhältnisses wiesen wir den Vertreter der Agentur, der die Wohnung übernahm, darauf hin, dass der Fleck nicht unsere Schuld war.

Nachdem wir den Zustand der Wohnung überprüft hatten, wurde uns die Kaution abzüglich 500 EUR zurückerstattet, da es sich um einen einzelnen 3 x 2 cm großen Fleck an der Wand handelte.

Im Folgenden findet ihr die Begründung der Agentur für die Nichtrückerstattung der 500 Euro:

Dadurch ergibt sich folgende Berechnung:

Kaution 2.000,00 €

- Endreinigung 150,00 €

- Malerarbeiten 500,00 €

= 1.350,00 €

Ist das legal?

Wie sollte der Vermieter den Einbehalt begründen, wenn der Mieter die Immobilie nach der Nutzung in einem nicht perfekten Zustand an den Vermieter zurückgibt. Schriftlich?

Wie und mit welcher Begründung kann der einbehaltene Betrag bestritten werden?

Vielen Dank im Voraus!

Viele Grüße

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(120141 Beiträge, 39835x hilfreich)

Zitat (von Elma89):
Am Ende des Mietverhältnisses wiesen wir den Vertreter der Agentur, der die Wohnung übernahm, darauf hin, dass der Fleck nicht unsere Schuld war.

Ich vermisse den Teil, wo man den Vermieter unmittelbar nach auftauchen des Flecks informierte?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Elma89
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Wenn ich ihn nicht informiert habe? Dann ist es alles verloren? :(

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#3
 Von 
Elma89
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ich vermisse den Teil, wo man den Vermieter unmittelbar nach auftauchen des Flecks informierte?


Wenn ich ihn nicht informiert habe? Dann ist es alles verloren? :(

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#4
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32188 Beiträge, 5657x hilfreich)

Zitat (von Elma89):
Am Ende des Mietverhältnisses wiesen wir den Vertreter der Agentur, der die Wohnung übernahm, darauf hin, dass der Fleck nicht unsere Schuld war.
Warum habt ihr das gemacht? Wer hätte sonst diesen kleinen Fleck bemerkt?

- Was steht im MV zu Schönheitsreparaturen?
- Was steht im MV zu Schäden, Mängeln, sonstigen Problemen? Wen soll der Mieter informieren?
- Steht 150,- für Endreinigung schon im MV ?
- Was hat der Agenturvertreter bei der Rückgabe der Wohnung wegen des kleinen Flecks gesagt oder ins Protokoll geschrieben?

Zitat (von Elma89):
Nachdem wir den Zustand der Wohnung überprüft hatten
Üblich ist, dass man das VOR der Übergabe der Wohnung und der Schlüssel macht.
Zitat (von Elma89):
Wie sollte der Vermieter den Einbehalt begründen, wenn der Mieter die Immobilie nach der Nutzung in einem nicht perfekten Zustand an den Vermieter zurückgibt. Schriftlich?
Ja, schriftlich ist üblich.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(120141 Beiträge, 39835x hilfreich)

Zitat (von Elma89):
Wenn ich ihn nicht informiert habe? Dann ist es alles verloren?

Dann würde ich sagen, kann man froh sein, das er nur die Kosten für das malern berechnet hat ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
Elma89
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antwort!

Zitat (von Anami):
- Was steht im MV zu Schönheitsreparaturen?
- Was steht im MV zu Schäden, Mängeln, sonstigen Problemen? Wen soll der Mieter informieren?


Im Vertrag gibt es nur solche Schadensersatzklauseln:

8. Instandhaltungspflicht
Zeigt sich ein wesentlicher Mangel der Mietsache oder wird eine Vorkehrung zum Schutz der Mietsache oder des Anwesens gegen eine nicht vorhergesehene Gefahr erforderlich, so hat der Mieter dies dem Vermieter unverzüglich mitzuteilen und ihm Gelegenheit zu geben, innerhalb angemessener Frist für Abhilfe zu sorgen.
(2) Zeigt sich ein wesentlicher Mangel der Mietsache oder wird eine Vorkehrung zum Schutz der Mietsache oder des Anwesens gegen eine nicht vorhergesehene Gefahr erforderlich, so hat der Mieter dies dem Vermieter unverzüglich mitzuteilen und ihm Gelegenheit zu geben, innerhalb angemessener Frist für Abhilfe zu sorgen. Der Mieter hat keinen Anspruch auf Ersatz seiner Aufwendungen, wenn er nicht dem Vermieter vorher diese Gelegenheit gegeben hat, es sei denn, es bestand Gefahr im Verzug.
(3) Den Mieter trifft die Beweislast für den Umstand, dass er einen Schaden nicht zu vertreten hat, wenn die Schadensursache in einem Bereich der Mietsache liegt, der nur ihm als Mietpartei zugänglich ist.
(4) Hat der Mieter einen Schaden zu vertreten, ist er verpflichtet, diesen sofort zu beseitigen. Das bedeutet eine angemessene Schadensersatzzahlung oder der Austausch des beschädigten Inventars.


Im Vertrag steht, dass ich ihn informieren muss, wenn sich ein wesentlicher Mangel zeigt.

Und wenn ich ihn benachrichtigen musste, auch wenn es kein wesentlicher Mangel war, könnte ich, wenn ich das richtig verstehe, zum Beispiel die Wand selbst streichen? Habe ich das Recht, jetzt anzubieten, die Wand zu streichen? "(4) Hat der Mieter einen Schaden zu vertreten, ist er verpflichtet, diesen sofort zu beseitigen. Das bedeutet eine angemessene Schadensersatzzahlung oder der Austausch des beschädigten Inventars."

Zitat (von Anami):

- Steht 150,- für Endreinigung schon im MV ?

150,- für Endreinigung steht schon im Vertrag.

Zitat (von Anami):

- Was hat der Agenturvertreter bei der Rückgabe der Wohnung wegen des kleinen Flecks gesagt oder ins Protokoll geschrieben?


Sie sagten, sie müssen darüber nachdenken und schrieben dann einen Brief, in dem sie sagten, dass sie 500 € einbehalten würden.
Es gibt kein Übergabeprotokoll :(

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#7
 Von 
Elma89
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Dann würde ich sagen, kann man froh sein, das er nur die Kosten für das malern berechnet hat ...


Danke für die Antwort!

0x Hilfreiche Antwort


#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(120141 Beiträge, 39835x hilfreich)

Zitat (von Elma89):
Im Vertrag steht, dass ich ihn informieren muss, wenn sich ein wesentlicher Mangel zeigt.

Nö, da steht viel mehr ...
Zitat (von Elma89):
Zeigt sich ein wesentlicher Mangel der Mietsache oder wird eine Vorkehrung zum Schutz der Mietsache oder des Anwesens gegen eine nicht vorhergesehene Gefahr erforderlich



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#10
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32188 Beiträge, 5657x hilfreich)

Wo soll denn ein wesentlicher Mangel oder Gefahr im Verzug zu erkennen gewesen sein?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#11
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2331 Beiträge, 364x hilfreich)

Also wenn es (beispielsweise) ein Schimmelfleck war, den ihr nicht zu verantworten habt, dann würdet ihr die Reparatur nicht zu bezahlen haben.
Das Unterlassen der unverzüglichen Meldung "kostet" nur den Mehraufwand, die durch die nicht unverzügliche Schadensmeldung entstanden sind. Für die Feststellung der Höhe der Schadenserweiterung ist der Vermieter nachweispflichtig.

Dazu kommt ein Betrag von genau(!) 500 EUR. Das ist unrealistisch und sieht viel mehr nach einer Pauschale aus. Da sollte der Vermieter mal die Rechnung präsentieren.

Und was ich in dem Zuge auch noch in Zweifel ziehen würde:
Es wurde eine Endreinigung pauschal für 150 EUR bezahlt.
Eine Reinigung ist nach meinem Sprachverständnis (und sofern nicht näher im Umfang definiert) die Entfernung von Verschmutzungen.
Entweder der Fleck an der Wand war ein Schaden (wie bspw. Schimmel), dann sind wir an der Stelle wo der Geschädigte die Beschädigung und den Schädiger nachweisen muss.
Oder es war nur eine Verschmutzung, die entfernt wurde und mit den 150 EUR pauschal abgegolten ist..

Die ganze Klausel der Instandhaltungspflicht halte ich auch an sich für fragwürdig.
In (2) wird dem Mieter auferledgt Schäden sofort zu melden und angedroht, dass wenn er selbst Hand anlegt möglicherweise auf den Kosten sitzenbleibt, gleichzeitig wird ihm in (3) unterstellt erstmal selbst für den Schaden veranwortlich zu sein und in (4) die sofortige(!) Instandsetzung gefordert.
Diese Kombination halte ich für zum Einen unklar und zum Anderen für eine unangemessene Benachteiligung des Mieters.

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#12
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32188 Beiträge, 5657x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Es wurde eine Endreinigung pauschal für 150 EUR bezahlt.
Es geht um Malerarbeiten in der Wohnung.

Die Fragen des TE:
Zitat (von Elma89):
Wie und mit welcher Begründung kann der einbehaltene Betrag bestritten werden?...Ist das legal?...Dann ist es alles verloren?


Vermutlich will der TE wissen, wie und ob man die 500,- zurückbekommen kann.
Je, nachdem, wann diese *Abrechnung* und die Rückzahlung der Kaution ...ergibt sich weiteres, was man noch tun könnte.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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