Mietverhältnis nach fristloser Kündigung

19. März 2017 Thema abonnieren
 Von 
fb462170-58
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Mietverhältnis nach fristloser Kündigung

Hallo
Folgendes.
Ich habe eine fristlose Kündigung durch meinen Vermieter (Genossenschaft) Erhaltung wegen Zahlungsverzugs.
Habe dieser fristlosen Kündigung zugestimmt aber auch sofort gesagt, dass ich den Rückstand selbstverständlich zahlen werden und darum gebeten einen Monat später die Wohnung zu räumen, weil es für mich nicht möglich war binnen 14 Tagen dort auszuziehen. Die Zahlung ist erfolgt aber nun sagt die Genossenschaft, weil ich gezahlt habe bleibt das Mietverhältnis bestehen. Ich habe denen auch einen nachmieter zur Verfügung gestellt. Die meinen aber, dass ich erst kündigen muss bevor der nachmieter in die Wohnung kann und ob sie diesen akzeptieren steht auf einem anderen Blatt. Die Wohnung ist aber doch fristlos gekündigt, wieso soll ich jetzt kündigen? Dürfen die das Mietverhältnis einfach wieder neu aufnehmen nach der fristlosen Kündigung obwohl ich das nicht möchte?

Fragen zur Miete?

Fragen zur Miete?

Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Mietrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



19 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anitari
Status:
Bachelor
(3201 Beiträge, 1444x hilfreich)

Zitat (von fb462170-58):
Die Wohnung ist aber doch fristlos gekündigt, wieso soll ich jetzt kündigen?


Weil die fristlose Kündigung durch Zahlung des Rückstandes unwirksam ist.

Hat der Vermieter gleichzeitig fristgerecht gekündigt?

Wenn nicht mußt Du das tun. Aktuell ist das frühstens zum 30. Juni 2017 möglich.

Signatur:

„Sie hören von meinem Anwalt"
ist die erwachsene Version von „Das sage ich meiner Mama"

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
fb462170-58
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Es ist aber bereits die 2. fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzugs und es ist noch ein kleiner Betrag offen. Also es ist nicht der komplette Rückstand bezahlt.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Baldwin123
Status:
Schüler
(462 Beiträge, 50x hilfreich)

Zitat (von fb462170-58):
Es ist aber bereits die 2. fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzugs und es ist noch ein kleiner Betrag offen. Also es ist nicht der komplette Rückstand bezahlt.


Die 2. fristlose Kündigung innerhalb welchem Zeitraum? Und vom selben Vermieter?

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
fb462170-58
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja selber Vermieter, selbe Wohnung. Die 1. war Ende 2015 und die 2. war jetzt letzten Monat. Also Februar 2017

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Baldwin123
Status:
Schüler
(462 Beiträge, 50x hilfreich)

Zitat (von fb462170-58):
Ja selber Vermieter, selbe Wohnung. Die 1. war Ende 2015 und die 2. war jetzt letzten Monat. Also Februar 2017


Die beiden Vorfälle liegen mehr als 2 Jahre auseinander. Eine Begleichung der Mietschulden bis hin zu einem unerheblichen Teil hat somit wieder die Unwirksamkeit der fristlosen Kündigung zur Folge.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9819 Beiträge, 4457x hilfreich)

Zitat (von Baldwin123):
Eine Begleichung der Mietschulden bis hin zu einem unerheblichen Teil hat somit wieder die Unwirksamkeit der fristlosen Kündigung zur Folge.
Warum? Grundlage bildet hier § 569 (3) 2. BGB . Bisher war ich davon ausgegangen, dass die komplette Mietschuld beglichen werden muss. Offen bleiben dürfen meines Wissens nach nur Forderungen, welche nicht Mietzahlungen sind. Rechtsverfolgungskosten, Nebenkosten und sowas dürfen offenbleiben. Aber der Mietrückstand muss komplett ausgeglichen werden.

Ich bin aber ein wenig überrascht, dass hier ein Mieter unbedingt die Wirksamkeit einer fristlosen Vermieterkündigung beweisen will. Dir ist schon klar, dass der Vermieter dann auch Schadensersatz fordern kann? Darunter fällt unter anderem der Leerstand, wenn die Wohnung sich nicht gleich wieder passend neu vermieten lässt. Was hilft es dir, wenn das Mietverhältnis beendet wird und du stattdessen dann Schadensersatz in Höhe der MIete zahlen musst?

PS: Wenn der Vermieter einen halbwegs haltbaren Grund zur Ablehnung hat, dann ist dein Nachmieter kein Argument. Einzig wenn es keine haltbaren Gründe gibt, könnte man über den Nachmieter argumentieren, dass ein möglicher Leerstand selbstverschuldet war. Dann wäre auch kein Schadensersatz für den Leerstand zu zahlen.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Baldwin123
Status:
Schüler
(462 Beiträge, 50x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Zitat (von Baldwin123):
Eine Begleichung der Mietschulden bis hin zu einem unerheblichen Teil hat somit wieder die Unwirksamkeit der fristlosen Kündigung zur Folge.
Warum? Grundlage bildet hier § 569 (3) 2. BGB . Bisher war ich davon ausgegangen, dass die komplette Mietschuld beglichen werden muss. Offen bleiben dürfen meines Wissens nach nur Forderungen, welche nicht Mietzahlungen sind. Rechtsverfolgungskosten, Nebenkosten und sowas dürfen offenbleiben. Aber der Mietrückstand muss komplett ausgeglichen werden.


Naja, nach §569 (3) 2 muss die Mietschuld eigentlich überhaupt nicht innerhalb der 2 Monate beglichen werden, es ist völligst ausreichend wenn sich eine öffentliche Stelle zur Befriedung verpflichtet ;)

Aber im Ernst: Prinzipiell hast du natürlich Recht. Die Frage wäre dann, ob der "kleine Rest" noch Mietschulden sind, oder anderweitige Forderungen.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
fb462170-58
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Die haben dem potentiellen nachmieter bereits andere Wohnungen gezeigt von denen. Er will aber gerne meine haben weil er meine Küche übernehmen möchte. Also er würde definitiv eine Wohnung bei der Genossenschaft bekommen.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
fb462170-58
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Wieso liegen die mehr als 2 Jahre auseinander? 1 1/2 Jahre. 2 Jahre wären es, wenn wir jetzt Ende 2017 hätten.

Die beiden Vorfälle liegen mehr als 2 Jahre auseinander. Eine Begleichung der Mietschulden bis hin zu einem unerheblichen Teil hat somit wieder die Unwirksamkeit der fristlosen Kündigung zur Folge.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Baldwin123
Status:
Schüler
(462 Beiträge, 50x hilfreich)

Zitat (von fb462170-58):
Wieso liegen die mehr als 2 Jahre auseinander? 1 1/2 Jahre. 2 Jahre wären es, wenn wir jetzt Ende 2017 hätten.


Ups, da hab ich mich verlesen, war irgendwie auf 1. 2015 (also Januar 2015 bis Februar 2017). Sorry, mein Fehler.
Na dann ist es aber doch sehr eindeutig, dass die fristlose Kündigung nicht erloschen ist.

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
fb462170-58
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich danke euch schon mal für die Hilfe.
Werde da morgen nochmal vorbeischauen und mit denen in Ruhe reden. Wenn die dem "nachmieter" bereits andere Wohnungen gezeigt haben und sagen, dass er gerne eine Wohnung bei denen mieten kann, dann verstehe ich nicht, wo das Problem liegt meine Wohnung zu vermieten wenn ich doch eh ausziehen will. Er will die Küche, Böden und Tapeten alle übernehmen. Also weniger Arbeit für mich und ihn, die Genossenschaft hat direkt einen nachmieter, somit müssen dich sich ja um kaum was kümmern und alle sind zufrieden.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9819 Beiträge, 4457x hilfreich)

Zitat (von fb462170-58):
Wenn die dem "nachmieter" bereits andere Wohnungen gezeigt haben
Da könnte doch ein nachvollziehbarer Grund liegen. Der Vermieter hat offenbar aktuell einen Leerstand und sucht Mieter. Da versuchen sie diesen Interessenten halt für eine der leeren Wohnungen zu begeistern und gleichzeitig dich als zahlenden Mieter zu behalten. Aus Sicht des Vermieters macht das durchaus Sinn.

Aber nochmal der Hinweis: Wenn es dir gelingt den Vermieter von der Gültigkeit der Kündigung zu überzeugen, dann gewinnst du nicht wirklich viel. Du musst dann immernoch Schadensersatz zahlen, ohne dort aber wohnen zu dürfen. Wenn du jetzt kündigst, musst du natürlich auch bis zum Ende der Kündigungsfrist Miete zahlen. Aber du darfst dann immerhin da noch wohnen.

Aber lass mich raten: Du hast schon einen anderen Mietvertrag abschlossen, oder?

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
fb462170-58
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Wieso denn Schadensersatz?

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
fb462170-58
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Schadensersatzanspruch würde ja enden wenn die den neuen Mieter akzeptieren.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9819 Beiträge, 4457x hilfreich)

Zitat (von fb462170-58):
Der Schadensersatzanspruch würde ja enden wenn die den neuen Mieter akzeptieren.

Argumentationslinie: Wir haben eine leerstehende Wohnung. Die hätte er gemietet, wenn deine nicht frei geworden wäre. Daher gibt es einen Schaden.

Ich sage nicht, dass das klappt. Ich sage nur, dass eine fristlose Vermieterkündigung in der Regel für den Mieter kein erstrebenswertes Ziel ist. Und das auch ein Richter im Zweifelsfall wenig Verständnis für eine solche Strategie haben wird. Durch Vertragsbruch (keine Miete zahlen) wird der Mieter nur sehr selten Vorteile erzielen können.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Ver
Status:
Master
(4358 Beiträge, 2283x hilfreich)

Zitat (von fb462170-58):
Der Schadensersatzanspruch würde ja enden wenn die den neuen Mieter akzeptieren.


Die Verwaltung muss den Mieter nicht akzeptieren und auch nicht vor dem Ende der "regulären" Kündigungsfrist. Auch bei einer fristlosen Kündigung muss der Mieter als "Mietausfallschaden" weiter zahlen und zwar bis zu dem Zeitpunkt. an dem die Mietzeit bei einer ordentlichen Kündigung geendet hätte.

Außer der neue Mieter zieht ein oder die Wohnung wird renoviert.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Baldwin123
Status:
Schüler
(462 Beiträge, 50x hilfreich)

Es geht hier doch eher darum, ob die Frist bereits läuft oder erneut durch ordentliche Kündigung zum laufen gebracht werden muss.
Der geschilderten Sachlage entpsrechend läuft die Frist bereits. Die Miete muss also als Schadensersatz weiter geleistet werden, die Wohnung darf aber nicht weiter bewohnt werden, was vom Mieter aber auch offensichtlich gar nicht beabsichtigt wird.
Ob die Genossenschaft den Nachmieter akzeptiert oder nicht, dürfte dann doch ebenfalls keine Rolle spielen?

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Ver
Status:
Master
(4358 Beiträge, 2283x hilfreich)

Zitat (von Baldwin123):
Ob die Genossenschaft den Nachmieter akzeptiert oder nicht, dürfte dann doch ebenfalls keine Rolle spielen?


Doch, ab dem Zeitpunkt, an dem der Nachmieter einzieht, muss der Vormieter keine Miete mehr zahlen. Der Vermieter kann ja nicht 2x Miete kassieren.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Baldwin123
Status:
Schüler
(462 Beiträge, 50x hilfreich)

Zitat (von Ver):
Zitat (von Baldwin123):
Ob die Genossenschaft den Nachmieter akzeptiert oder nicht, dürfte dann doch ebenfalls keine Rolle spielen?


Doch, ab dem Zeitpunkt, an dem der Nachmieter einzieht, muss der Vormieter keine Miete mehr zahlen. Der Vermieter kann ja nicht 2x Miete kassieren.


JAAAA. Aber das ist sowohl bei der fristlosen als auch bei der ordentlichen Kündigung so! Es macht also gerade deshalb keinen Unterschied! Akzeptieren müssen sie den Nachmieter so und so nicht. Deshalb ist der entscgeidende Unterschied ja NUR, ab wann die Frist zu laufen beginnt.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.344 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.350 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen