Mietvertrag abgeschlossen - kein Einzug in Wohnung

16. August 2013 Thema abonnieren
 Von 
aandrejka
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Mietvertrag abgeschlossen - kein Einzug in Wohnung

Hallo an Alle,

vor 2 Wochen haben ich einen Mietvertrag für eine Wohnung in Bayern abgeschlossen. Weil der geplante Arbeitgebe die mündlichen Versprechungen nicht eingehalten hat, habe ich mich für einen anderen Arbeitgeber im Sachsen entschieden.
Kündigungsfrist - 3 Monate. Also muss ich dem Mieter auch wenn ich jetzt gleich kündige und in die Wohnung nicht einziege volle 3 Monats Warmiete bezahlen.
Ich habe um eine Aufhebungsvetrag gebeten. Er wäre Einverstanden wenn ich ihm in einer Woche die drei volle Monatsmiete überweise gegen einen ´preisnachlass´von 10% (Erspraniss ca. 250 Euro). Ist das ein faires Angebot? Es gefällt mir nicht weil er einen Druck ausübt - ich soll mich gleich entscheiden, sonst stimmt er dem Aufebungsvetrag nicht.
Wenn er ohne Aufhebungsvertrag früher einen Nachmieter findet, wie kann ich es verhindern, dass dort jemand vor Ende November einzieht und der Vermieter so die Doppelmiete bekommt? Ich ziehe ja gar nicht ein also steht die Wohnung weiter frei auch mit dem Schlüssel. Rein theoretisch muss er mich gar nicht informieren, dass dort bereits ein Nachmieter wohnt.
Wenn ich auch alleine einen Nachmieter suchen würde, muss er die Wohnungsbesichtigung sicherstellen? Wieviele Nachmieter könnte er ablehnen?

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7416 Beiträge, 1622x hilfreich)

Du kannst Dir die Schlüssel geben lassen.
Im Übrigen kannst Du natürlich auch die Mietzahlungen einstellen, wenn Du feststellst, dass jemand da wohnt.

quote:
Ist das ein faires Angebot?


Fair ist hier relativ.... Entweder man einigt sich, oder man lässt es.

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#2
 Von 
Liane46
Status:
Student
(2979 Beiträge, 1381x hilfreich)

quote:
Wieviele Nachmieter könnte er ablehnen?



Alle, wenn im Miet- bzw. Aufhebungsvertrag nicht etwas anderes vereinbart ist.

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#3
 Von 
joebeuel
Status:
Lehrling
(1983 Beiträge, 1541x hilfreich)

Sieh es so:

du zahlst entweder 3 Monatsmieten + die Nebenkosten für 3 Monate (die fallen an, selbst wenn du nicht einziehst!!!),
oder du zahlst einmalig und bist dafür raus aus der Nummer.

Ob der Vermieter dadurch ein zusätzlichen Verdienst hat, sollte dir egal sein.
Für dich ist wichtig, was du sparst:
1. 250 Euro sowie
2. die Nebenkosten für 3 Monate (Grundgebühr Strom, Grundsteuer, Wasser, Müllabfuhr, Kabelanschluss, Heizung, Straßenreinigung usw).

Du kannst dir also überlegen, ob du dieses Geld ausgeben willst, damit der Vermieter keinen zusätzlichen Verdienst hat.
Ich wüßte, was ich tun würde...

PS: den Aufhebungsvertrag natürlich nur schriftlich machen!



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-- Editiert joebeuel am 16.08.2013 08:59

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#4
 Von 
xxsirodxx
Status:
Student
(2281 Beiträge, 1342x hilfreich)

Und das mit den 3 Nachmietern ist ein Märchen.
Der Vermieter muß überhaupt keinen Nachmieter akzeptieren.


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#5
 Von 
guest-12320.09.2014 20:57:52
Status:
Bachelor
(3393 Beiträge, 2075x hilfreich)

quote:
Ist das ein faires Angebot?



Nein, es ist aber wohl legal.

Um da "billiger" raus zu kommen kannst du folgendes probieren:

Du schickst ihm einen VR-Scheck, es muss ein Scheck sein. Höhe 1,5 oder 2 MM. Dazu schreibst du, daß du davon ausgehst, daß mit der Einlösung alle Ansprüche aus dem Mietverhältnis abgegolten sind. Du gehst davon aus, das sei ein faires Angebot mit dem er einverstanden sei.

Wird dann der Scheck widerspruchslos (!) eingelöst, sehen die Gerichte das als wirksame Abfindungs- oder Vergleichsvereinbarung an, Streit erledigt.

Risiko: Der Gläubiger widerspricht, nimmt das als Anzahlung und fordert weiter seine 3 MM, darauf hätte er auch Anspruch.

Aber es soll ja noch Leute mit Anstand geben, 1 1/2 oder 2 Monate sollten im Moment locker ausreichen einen neuen Mieter zu finden.

Und: Falls kein Mietaufhebungsvetrag zustande kommt, muss es sich der Vermieter anrechnen lassen, wenn er vor Ende deines Mietvertrages weitervermietet. Doppelt vermieten darf er nicht.


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#6
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3431 Beiträge, 1953x hilfreich)

quote:
Aber es soll ja noch Leute mit Anstand geben, 1 1/2 oder 2 Monate sollten im Moment locker ausreichen einen neuen Mieter zu finden.

Nix für ungut - aber da fehlt's wohl eher denjenigen Leuten an Anstand, die so eine Milchmädchenrechnung aufstellen.

Der Vermieter hat Anspruch auf Einhaltung der Kündigungsfrist durch den frühzeitig wieder scheidenden Mieter - also 3 Monatsmieten samt der Betriebskosten.

Der Vermieter hat jetzt den ganzen Aufwand nocheinmal > Vermietungsanzeigen, Interessentenanrufe entgegennehmen, aussieben, Besichtigungstermine abstimmen und durchführen, Solvenzüberprüfungen, Interessenten absagen, Mietvertrag ausfertigen, Vertragsunterzeichnung, Wohnungsrücknahme vom ausziehenden Mieter, Endabwicklung des beendeten Mietverhältnisses, Wohnungsübergabe neuer Mieter, Startabwicklung, auch bei der nächsten Betriebskostenabrechnung erfordert jeder Mieterwechsel einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand - der Vermieter kommt gut dabei weg, wenn sich dieser zusätzliche Zeit- und Kostenaufwand in Höhe 1 Monatsmiete beläuft. Diesen Schaden erstattet dem Vermieter niemand, obwohl er nichts dafür kann, dass der Mieter schon gleich wieder kündigen muss.

Dazu hat jeder neue Mietinteressent 3 Monate Kündigungsfrist einzuhalten (ab dem nächsten Monatsanfang). Warum sollte der Vermieter jetzt seinen neuen, hoffentlich langjährigen Vertragspartner nur aus dem Kreis derer aussuchen, die bereit wären schon früher Miete zu zahlen, nur um dem Verursacher Kosten einzusparen?

Wenn der Mieter sich nicht darüber freuen kann, dass der Vermieter ihm trotz allem noch einen Nachlass gibt, dann soll er es halt ganz normal abwickeln und dann eben auch wie von ihm geschuldet den Zutritt zu den jeweiligen Besichtigungsterminen ermöglichen.

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""Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muss auch mit der Justiz rechnen." (Diete"

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#7
 Von 
aandrejka
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hi

du musstest dir nicht soviel mühe geben so einen langen Text zu schreiben um den Vermieter zu verteidigen.
Ich weiss nicht wieviel Aufwand er tatsächlich hatte, aber er hat Immofirma genommen, die ICH nicht ER bezahlt habe. Diese Firma hat ihm den ganzen Aufwand weggenommen, da ich den Vermieter nicht einmal gesehen habe.

Das einzige wieso ich um Zahlungminderung gebetet habe war der fehlenden Einzug. Ich wusste ja nicht, dass es doch noch zur Betriebskostenabrechnung kommt und mann die Anzahlungen an Wasser/Heizung zurückerstattet bekommt. Es ist ja doch andere Situation als wenn man dort drei Monate gewohnt hätte.

Zweitens wieso ich etwas Misstraurisch geworden bin war, dass er innerhalb einer Woche gleich die ganze Summe aller drei Mieten haben wollte ohne jetzt irgendein Aufhebungsvertrag vorzuschlagen (Gedränge dass gar nocht notwendig war)

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0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
guest-12320.09.2014 20:57:52
Status:
Bachelor
(3393 Beiträge, 2075x hilfreich)

quote:
Der Vermieter hat Anspruch auf Einhaltung der Kündigungsfrist durch den frühzeitig wieder scheidenden Mieter - also 3 Monatsmieten samt der Betriebskosten.

Der Vermieter hat jetzt den ganzen Aufwand nocheinmal ...



Moment mal, für diesen Aufwand der Neuvermiettung darf der Vermieter kein Geld verlangen, das ist mit der Miete abgegolten.

Es ist das gute Recht des Mieters eine Wohnung jederzeit mit 3 Monaten Frist zu kündigen. Strafzahlungen kann der Vermieter deswegen nicht verlangen.

Der Vorschlag des Vermieters sich vor Ablauf der Kündigungsfrist mit 90% "freizukaufen" hat nur ein Ziel: Die Wohnung baldmöglichst neu zu vermieten und die Miete so lange wie möglich faktisch doppelt zu kassieren.

Wenn aandrejka das akzeptiert ist das ein Mietaufhebungsvertrag, der sofortigen Neuvermietung steht dann nichts entgegen, es ist legal, legitim ist es m.E. nicht. Der Vermieter macht dann bis zu 90% "Gewinn".

Aber das muss wohl jeder für sich entscheiden was er davon hält. Wie man in den Wald ruft, deshalb hätte ich in diesem Fall keine Probleme damit, die oben skizzierte Vergleichsfalle aufzustellen.

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0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
joebeuel
Status:
Lehrling
(1983 Beiträge, 1541x hilfreich)

Bevor man hier weiter über die Vor- oder Nachteile der Situation für den Vermieter diskutiert:

aandrejka kann entscheiden, ob er möglichst billig und schnell aus dem Vertrag raus will oder ob er den Vertrag erfüllen will - mit allen Kosten, die neben der Miete für die 3 Monate anfallen.

quote:
Ich wusste ja nicht, dass es doch noch zur Betriebskostenabrechnung kommt und mann die Anzahlungen an Wasser/Heizung zurückerstattet bekommt. Es ist ja doch andere Situation als wenn man dort drei Monate gewohnt hätte.


@aandrejka
: für die Berechnung der Nebenkosten spielt es keine Rolle, ob man sich in der Wohnung aufgehalten hat oder nicht.
Lediglich bei den Kosten für Strom und Heizung kannst du etwas sparen, weil du nichts verbrauchst. Die Grundkosten mußt du aber auch dann bezahlen, wenn du nichts verbrauchst.
Und falls die Wohnung keinen eigenen Wasserzähler hat, dann zahlst du auch für 3 Monate einen Anteil am Wasserverbrauch des gesamten Hauses, selbst wenn du nie den Wasserkran aufgedreht hast.





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#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122830 Beiträge, 40173x hilfreich)

quote:
Wenn er ohne Aufhebungsvertrag früher einen Nachmieter findet, wie kann ich es verhindern, dass dort jemand vor Ende November einzieht und der Vermieter so die Doppelmiete bekommt?

Verhindern kannst Du es nicht, aber erschweren/herausfinden
1. Schloss tauschen
2. 1-2x im Monat vorbeischauen oder jemanden damit beauftragen/bevollmächtigen (musst Du ja eh).



quote:
Wenn ich auch alleine einen Nachmieter suchen würde, muss er die Wohnungsbesichtigung sicherstellen?

Nein, das ist dein Problem



quote:
Wieviele Nachmieter könnte er ablehnen?

Alle





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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