Mietvertrag für Ausbildungsdauer befristen?

19. Juli 2012 Thema abonnieren
 Von 
manitram
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 7x hilfreich)
Mietvertrag für Ausbildungsdauer befristen?

Guten Abend zusammen,

seit Kurzem gehört das Haus meiner Eltern mir, ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung, und ich schlage mich jetzt nicht nur mit Renovierungsarbeiten, sondern auch mit den Tücken der Vermietung herum. Bei der Renovierung kann mir hier wohl niemand helfen, aber hoffentlich mit den Fallstricken der Vermietung...

Einen Mieter für die Einliegerwohnung habe ich schon gefunden - einer meiner Söhne. Er hat in der Nähe des besagten Hauses einen Ausbildungsplatz gefunden, und ich möchte ihm die Wohnung vergünstigt vermieten. Den Mietvertrag würde ich gerne befristen. Einer der Gründe ist, dass ein Kumpel von ihm jetzt wohl auch Aussichten auf einen Ausbildungsplatz in der Ecke hat und die beiden sich die Wohnung dann teilen möchten. Ausserdem möchte ich ihn nicht über seine Ausbildungszeit hinweg "sponsern", (wenn nötig ja, aber nicht automatisch).
Daher würde ich gerne einen befristeten Mietvertrag für die Dauer seiner Ausbildung mit ihm abschließen. Falls sein Freund den Ausbildungsplatz bekommt, könnte er ihm ja ein Zimmer untervermieten.
Mein ältester Sohn hat einen befristeten Mietvertrag für die Dauer seines Studiums. Allerdings mit einer Wohnbaugesellschaft, die überwiegend Studentenwohnheime betreibt. Kann ich als Privatperson auch einen rechtsgültigen Vertrag mit Befristungsgrund "bis Ende der Ausbildung" abschließen? Falls ja, sollte ich dabei speziell auf etwas achten?

Ich freue mich auf Ihre Tipps und Anregungen!
Martina

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25 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39601x hilfreich)

quote:
Kann ich als Privatperson auch einen rechtsgültigen Vertrag mit Befristungsgrund "bis Ende der Ausbildung" abschließen?

In Prinzigp ja. Aber laien unterlaufen gerade da viele fatale Fehler.

Da sollte man Fachleute beauftragen. Insbesondere da ja neben der Befristung auch noch andere Sachen berücksichtigt werden müssen.

Das geht zum Beispiel gleich hier nebenan:
http://www.frag-einen-anwalt.de/
bzw. besser
http://www.beauftrag-einen-anwalt.de/





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#2
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Kann ich als Privatperson auch einen rechtsgültigen Vertrag mit Befristungsgrund "bis Ende der Ausbildung" abschließen? <hr size=1 noshade>



Nein, rechtsgültig geht das nicht.

In § 575 BGB sind die Befristungsgründe abschliessend aufgeführt, siehe Abs. 4, Abweichungen sind unwirksam.

Folge wäre ein unbefristeter Mietvertrag.



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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47284 Beiträge, 16748x hilfreich)

Auch nach meiner Auffassung ist ein befristeter Mietvertrag hier nicht möglich.

quote:<hr size=1 noshade>Ausserdem möchte ich ihn nicht über seine Ausbildungszeit hinweg "sponsern", (wenn nötig ja, aber nicht automatisch). <hr size=1 noshade>


Das kann man mit Hilfe eines Staffelmietvertrages erreichen, also dadurch, dass bereits festgelegt wird, dass sich ab dem xx.xx.xxxx die Meite auf xxx€ ändert. Zu Gunsten Deines Sohnes ist dann eine Änderung des Mietvertrages leicht möglich.

quote:<hr size=1 noshade>Mein ältester Sohn hat einen befristeten Mietvertrag für die Dauer seines Studiums. Allerdings mit einer Wohnbaugesellschaft, die überwiegend Studentenwohnheime betreibt. <hr size=1 noshade>


Für Studenten- und Jugendwohnheime sind solche befristeten Mietverträge zulässig (§ 549 Abs. 3 BGB ). Ob der Vermieter dagegen eine Wohnungsbaugesellschaft oder eine Prvatperson ist, spielt keine Rolle. Ein Haus mit Einliegerwohnung ist jedoch kein Wohnheim.


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#4
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13621 Beiträge, 4344x hilfreich)

Hallo Martina,

in einem Zweifamilienhaus (bzw. hier Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung) gibt es den gewöhnlichen Kündigungsschutz nicht, du könntest also ggf. unkompliziert - mit einer Frist von 6 Monaten(!) - kündigen; eine Begründung braucht es da - im Gegensatz zu normalen Mietverhältnissen - nicht.

Zusätzlich könntest du natürlich nach Ende der Ausbildung die Miete anheben (im gesetzlichen Rahmen).

Oder alternativ gleich von Beginn an eine übliche Miete vereinbaren (wäre aber auch zu versteuern) und deinem Sohn dann immer einen bestimmten Betrag zustecken (wichtig: das sollte unabhängig voneinander geschehen).

Ist dir bekannt, dass die Miete idealerweise mindestens 75% der ortsüblichen Miete betragen sollte? Du willst doch sicher Werbungskosten geltend machen, oder?

MfG Stefan

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#5
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4232 Beiträge, 2417x hilfreich)

Der besondere Kündigungsschutz im Zweifamilienhaus zieht nur, wenn der Vermieter selbst den anderen Teil bewohnt. Das könnte also schwierig werden.

Man kann sicherlich nach Ende der Ausbildungszeit die Miete anheben oder eine entsprechende Staffelmiete vereinbaren. dabei sti aber immer zu bedenken,d ass die Miete in jedem Fall nur um 20% steigen darf innerhalb von drei Jahren, sonst sind diese Forderungen oder vereinbarugen hinfällig.

Man kann auch dem Sohn monatlich etwas zustecken. Zum einen hat man das aber vorher versteuert, da es eine reguläre Mieteinnahme war. Zum anderen hat der Sohn da keinerlei rechtliche Sicherheit und könnte sich gegängelt fühlen.

Mein Vorschlag wäre ein regulärer Mietvertrag mit normaler Höhe und einem Zusatz, dass für die Dauer der Ausbildung auf einen genau genannten Anteil der Miete verzichtet wird.
Wenn man natürlich zu weit unter der ortsüblichen Miete ist, sind die Steuervorteile der Vermietung weg, das gilt aber bei jeder ausßer der "Zusteck"- Variante.

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#6
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13621 Beiträge, 4344x hilfreich)

Hallo quiddje,

quote:
Der besondere Kündigungsschutz im Zweifamilienhaus zieht nur, wenn der Vermieter selbst den anderen Teil bewohnt. Das könnte also schwierig werden.
Ich war natürlich davon ausgegangen, dass der Eigentümer in das Elternhaus einzieht. Aber richtig, so klar ist der Eingangsbeitrag da nicht.

quote:
dabei sti aber immer zu bedenken,d ass die Miete in jedem Fall nur um 20% steigen darf innerhalb von drei Jahren, sonst sind diese Forderungen oder vereinbarugen hinfällig.
Das meinte ich mit meiner Anmerkung "(im gesetzlichen Rahmen)".

quote:
Zum einen hat man das aber vorher versteuert, da es eine reguläre Mieteinnahme war.
Auch das hatte ich erwähnt. Zudem kann das ja vielleicht gerade nötig sein für die besagten 75%.

quote:
Zum anderen hat der Sohn da keinerlei rechtliche Sicherheit und könnte sich gegängelt fühlen.
Das ist imho schon die Grundlage der ganzen Fragestellung.
Da wird ein Haus geerbt (wohlgemerkt, nicht selbst gebaut/gekauft, sondern geerbt, also geschenkt), aber die eigenen Kinder sollen möglichst wenig davon profitieren. Aber das muss jeder selber wissen.

quote:
Mein Vorschlag wäre ein regulärer Mietvertrag mit normaler Höhe und einem Zusatz, dass für die Dauer der Ausbildung auf einen genau genannten Anteil der Miete verzichtet wird.
Das dürfte dann auch schon mindestens ein Staffelmietvertrag sein, mit den entsprechenden Beschränkungen.
Beispielsweise darf so nicht ein befristeter Vertrag durch die Hintertür generiert werden. Beispielweise 3 Jahre lang 300 Euro Miete, danach dann 3.000 Euro; das wäre imho nicht erlaubt, fragt mich aber bitte nicht nach einem Gesetz.

MfG Stefan

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39601x hilfreich)

Der wortwörtliche Befristungsgrund "bis Ende der Ausbildung" wäre natürlich nichtig, aber der § 575 BGB bietet ja einige Möglichkeiten.





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#8
 Von 
RMHV
Status:
Lehrling
(1201 Beiträge, 474x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>
Zitat:
Man kann sicherlich nach Ende der Ausbildungszeit die Miete anheben oder eine entsprechende Staffelmiete vereinbaren. dabei sti aber immer zu bedenken,d ass die Miete in jedem Fall nur um 20% steigen darf innerhalb von drei Jahren, sonst sind diese Forderungen oder vereinbarugen hinfällig.

von quiddje am 20.07.2012 11:11 <hr size=1 noshade>


Das meinte ich mit meiner Anmerkung "(im gesetzlichen Rahmen)".

von reckoner am 20.07.2012 13:34

Ein Blick ins Gesetz verbessert regelmäßig die Rechtskenntnis...

Die Kappungsgrenze in § 558 Abs. 3 BGB betrifft explizit nur Mieterhöhungen nach Abs. 1, also Mieterhöhungen bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete. Staffelmietvereinbarungen sind aber geregelt in § 557a BGB und unterliegen damit nicht der Kappungsgrenze.


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#9
 Von 
manitram
Status:
Frischling
(28 Beiträge, 7x hilfreich)

Hallo und herzlichen Dank erstmal für eure vielen und ausführlichen Antworten. Das mit der Befristung scheint also nicht zu gehen. Das hilft mir schon mal weiter. Die Miethöhe müssen wir noch festlegen. Das mit den 75% der ortsüblichen Vergleichsmiete war mir bereits bekannt.
Dass er die Miete, egal in welcher Höhe, mit seinem Ausbildungsgehalt nicht bezahlen kann und ich ihn während der Ausbildung finanziell unterstützen muss, ist eh klar. Eine Befristung erschien mir sinnvoll um zum Einen klar zu machen, dass es keine Selbstverständlichkeit ist während der Ausbildung eine ganze Wohnung überlassen zu bekommen. Eine Vereinbarung einzubauen, dass die Miete nur für die Ausbildung gilt, ist eine gute Idee. Eine Befristung wäre mir auch wegen des Einzugs seines Freundes ganz recht gewesen. Ohne Befristung hätte er ja wohl auch einen unbefristeten Vertrag, oder kann man den befristen? Und wer weiß, wen die beiden Buben in der neuen Umgebung noch alles kennenlernen. Nachher wohnen auf einmal vier dort, die ich nicht mehr los werde.

@ Stefan: Wo habe ich geschrieben, ich hätte das Haus geerbt? Meiner Mutter waren Haus und Garten zu groß und sie ist zu meiner Schwester gezogen. Meine Mutter wollte bei der Gelegenheit mir und meiner Schwester etwas von unserem Erbe zukommen lassen. D.h. ein Drittel des Hauses habe ich geschenkt bekommen, ein Drittel des Preises bekommt meine Schwester und ein Drittel meine Mutter ausgezahlt. Es wäre bestimmt einfacher gewesen ein Drittel des Verkauferlöses einzustecken, als sich auf jahrzehnte zu verschulden und sich um ein jahrzehntealtes Haus zu kümmern, das 100 km weg ist. Ein Grund warum ich mich zum Kauf entschlossen habe, war, dass mein Sohn dort einen Ausbildungsplatz bekommen hat und nun dort wohnen und das Haus vielleicht auch mal übernehmen kann. Also meiner Ansicht nach profitiert ER momentan am meisten von der Situation.

Vielleicht habt ihr noch einen Tipp auf was man bei einem Untermietvertrag achten sollte?
Allen schon mal ein schönes Wochenende und nochmal vielen Dank für eure Hilfe.
Martina

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39601x hilfreich)

quote:
Das mit der Befristung scheint also nicht zu gehen.

Nicht ohne anwaltliche Hilfe bei der Formulierung des Vertrages.





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#11
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>quote:Das mit der Befristung scheint also nicht zu gehen.


Nicht ohne anwaltliche Hilfe bei der Formulierung des Vertrages.


von Harry van Sell am 20.07.2012 21:30
<hr size=1 noshade>



So langsam wird das unerträglich.

Ein RA kann nichts daran ändern, dass § 575 BGB zwingendes Recht ist. Auch deine Rchthaberei ändert daran nichts.

Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Hier zu einer Beratung zu 190 EUR (?) zu raten ist geradezu bösartig.

Ein berechtigtes Interesse für eine Befristung liegt laut TE nicht vor.

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#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39601x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Ein RA kann nichts daran ändern, dass § 575 BGB zwingendes Recht ist. <hr size=1 noshade>

Nein, aber ein spezialisierter RA kann damit arbeiten, es stehen 3 Möglichkeiten offen.
Laien fehlt diese spezielle Hintergrund wissen.



quote:<hr size=1 noshade>Hier zu einer Beratung zu 190 EUR (?) zu raten ist geradezu bösartig. <hr size=1 noshade>

Eine Erstberatung kann mögliche Optionen abklären.
Hier gibt es nur Meinungen von Leuten die Laien sind und keine Rechtsberatung. Das weis die TE aber auch.



quote:<hr size=1 noshade>So langsam wird das unerträglich.
...
Auch deine Rchthaberei ändert daran nichts. <hr size=1 noshade>

Abweichende Meinungen - mit denen du anscheinend ein ziemliches Problem hast - kann man natürlich auch als Rechthaberei bezeichnen.

Man fragt hier aber nicht um nur eine Meinung zu hören.





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#13
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)


quote:
Abweichende Meinungen - mit denen du anscheinend ein ziemliches Problem hast - kann man natürlich auch als Rechthaberei bezeichnen.


Jetzt wollen wir mal nicht davon ablenken, dass dieser Beitrag grottenfalsch ist, völlig unvertretbar, deshalb habe ich mich hier eingemischt:


quote:
quote:Kann ich als Privatperson auch einen rechtsgültigen Vertrag mit Befristungsgrund "bis Ende der Ausbildung" abschließen?


In Prinzigp ja. Aber laien unterlaufen gerade da viele fatale Fehler.

Da sollte man Fachleute beauftragen. Insbesondere da ja neben der Befristung auch noch andere Sachen berücksichtigt werden müssen.
...

von Harry van Sell am 20.07.2012 00:51



Am Besten ignoriert man dich, ich bringe es aber leider nicht übers Herz, wenn du die Leute sinnlos in die Kosten jagst.

Ich bin ja hier nicht der Gralshüter, mir ist es leider trotzdem jedes mal peinlich.

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#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39601x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>ich bringe es aber leider nicht übers Herz, wenn du die Leute sinnlos in die Kosten jagst. <hr size=1 noshade>

Welch edler Zug ...


Was ist denn daran grottenfalsch und völlig unvertretbar einen Anwalt mit der vertraglichen Gestaltung zu beauftragen?

Natürlich, man kann Pech haben und einen mit wenig Kenntniss gelangen der dann sagt geht nicht weil § 575 BGB .

Man kann aber auch Glück haben und an einen gelangen der sich mit dem Mandanten zusammensetzt und das Gespräch unter Berücksichtigung des § 575 BGB führt und seinem Mandanten die Gestltungsmöglichkeiten erläutert.





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#16
 Von 
Dieter25
Status:
Lehrling
(1970 Beiträge, 995x hilfreich)

Ein Zeitmietvertrag kann nur unter einem der drei in § 575 Abs. 1 Nr. 1 - 3 BGB genannten sachlichen Gründe wirksam abgeschlossen werden:
Eigennutzung (§ 575 Abs. 1 Nr. 1 BGB )
Modernisierung und Baumaßnahmen (§ 575 Abs. 1 Nr. 2 BGB )
Betriebsbedarf bei Werkmietwohnungen (§ 575 Abs. 1 Nr. 3 BGB )
Ausschließlich auf der Grundlage dieser drei Qualifizierungsgründe ist der Abschluss eines Zeitmietvertrages zulässig.

Betriebsbedarf bei Werkmietwohnungen (§ 575 Abs.1 Nr.3 BGB )
Der dritte mögliche Befristungsgrund ergibt sich aus § 575 Abs. 1 Nr. 3 des BGB . Danach muss der Vermieter beabsichtigen, die Mieträume an einen zur Dienstleistung Verpflichteten vermieten zu wollen.


http://www.mietrecht-hilfe.de/mietvertrag/mietvertrag-arten/zeitmietvertrag-befristeter-mietvertrag.html

Welche Möglichkeiten sollten sich für den Anwalt ergeben, an dieser Ausschließlichkeit etwas zu ändern, oder im Sinne des TE auszulegen. Vielleicht hat ja dazu der weise Rechtsinhaber einen Rat oder eine geniale Interpretation.

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0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39601x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Welche Möglichkeiten sollten sich für den Anwalt ergeben, an dieser Ausschließlichkeit etwas zu ändern, <hr size=1 noshade>

Wurde von mir nie behauptet



quote:<hr size=1 noshade>oder im Sinne des TE auszulegen. <hr size=1 noshade>

Mit
Eigennutzung (§ 575 Abs. 1 Nr. 1 BGB )
und
Modernisierung und Baumaßnahmen (§ 575 Abs. 1 Nr. 2 BGB )
lässt sich hervorragend arbeiten.





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0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47284 Beiträge, 16748x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Mit
Eigennutzung (§ 575 Abs. 1 Nr. 1 BGB )
und
Modernisierung und Baumaßnahmen (§ 575 Abs. 1 Nr. 2 BGB )
lässt sich hervorragend arbeiten. <hr size=1 noshade>


Nicht wirklich, wenn man offensichtlich weder das eine noch das andere will. Eine tolle Formulierung zu finden ist das Eine. Wenn aber die Stunde der Wahrheit kommt (Ablauf der Befristung), dann muss das Behauptete auch in die Tat umgesetzt werden (§ 575 Abs. 2+3 BGB ).

Hier zu behaupten, man müsse nur einen Anwalt einschalten und schon können man Gesetze umgehen, ist daher auch aus meiner Sicht eine Irreführung des Fragestellers.

Der Einzug eines Bekannten in die Wohnung muss übrigens nicht geduldet werden. Ein berechtigtes Interesse des Sohnes im Sinne des § 553 BGB wird da kaum bestehen.


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0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39601x hilfreich)

quote:
Hier zu behaupten, man müsse nur einen Anwalt einschalten und schon können man Gesetze umgehen,

Wer hat das eigentlich wo behauptet?





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0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47284 Beiträge, 16748x hilfreich)

quote:
Wer hat das eigentlich wo behauptet?


Du hast das in Deiner ersten Antwort behauptet und diese Antwort anschließend bekräftigt.

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#21
 Von 
Dieter25
Status:
Lehrling
(1970 Beiträge, 995x hilfreich)

Ich behaupte mal, daß er bei seiner ersten Antwort den § 575 BGB noch garnicht gekannt hat, sonst hätte er diese Antwort überhaupt nicht gegeben, Nach Einführung durch flawless mußte er seine Auffassung durch unqalifizierte Aussagen aufrechterhalten. Peinlich.

quote:<hr size=1 noshade>
Mit
Eigennutzung (§ 575 Abs. 1 Nr. 1 BGB )
und
Modernisierung und Baumaßnahmen (§ 575 Abs. 1 Nr. 2 BGB )
lässt sich hervorragend arbeiten. <hr size=1 noshade>


Geben Sie erst mal zu, daß das Ansinnen der TE aussichtsslos ist, weil die Qualifizierung der drei Möglichkeiten des Gesetzes dies nicht zuläßt, ehe Sie hier ein Wokenkuckucksheim hier aufbauen (hervorragend arbeiten?)

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0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39601x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Du hast das in Deiner ersten Antwort behauptet <hr size=1 noshade>

Ich nicht behauptet das man mit Anwalt Gesetze umgehen kann. Das wurde von Mr. 'Makellos' einfach mal unterstellt.
Ich schrieb 'Im Prinzip ja' , soll bedeuten eine Befristung ist grundsätzlich möglich. Und empfahl einen Anwalt zwecks Prüfung und Gestaltung damit zu beauftragen.



quote:<hr size=1 noshade>und diese Antwort anschließend bekräftigt. <hr size=1 noshade>

Nachdem der 'Makellose' unbedingt unbedingt meinte das missverstehen zu müssen, habe ich präzisiert: Der wortwörtliche Befristungsgrund "bis Ende der Ausbildung" wäre natürlich nichtig, aber der § 575 BGB bietet ja einige Möglichkeiten.

Und natürlich ist es Aufgabe eines Anwaltes dem Mandanten im Detail darzulegen welche Möglichkeiten ihm die gesetzlichen Vorgaben bieten.
Das ausnutzen der von Gesetzgeber vorgegebenen Spielräume ist nun mal legal, genau dafür wurden diese Spielräume ja geschaffen. Das hat nichts mit umgehung von Gesetzen zu tun.

Wenn der Vermieter beispielsweise also dort ein Büro für die geplante Selbständigkeit eröffnen will oder in Zukunft eine Sanierung des jahrzentealten Hauses beginnen will, ist die Befristung legal.

Wenn der Vermieter sich dann später trotz anwaltlicher Beratung nicht daran hält, ist das seine eigene Schuld und er muss mit den Konsequenzen leben.





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#23
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13621 Beiträge, 4344x hilfreich)

Hallo,

quote:<hr size=1 noshade>Die Kappungsgrenze in § 558 Abs. 3 BGB betrifft explizit nur Mieterhöhungen nach Abs. 1, also Mieterhöhungen bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete. Staffelmietvereinbarungen sind aber geregelt in § 557a BGB und unterliegen damit nicht der Kappungsgrenze. <hr size=1 noshade>
Genau, nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete, nicht aber beliebig hoch (selbst wenn vereinbart), das ist schon ein Unterschied zu einem normalen Mietvertrag.

Hier soll es aber darum gehen, den Sohn im Fall der Fälle gar nicht mehr dort wohnen zu lassen, und da reichen 100% der ortsüblichen Miete kaum aus, die müsste er wahrscheinlich woanders auch nur zahlen.

Außerdem sollen wohl auch die besagten 75% erreicht werden (würde ich jedenfalls so machen, um schon mal die Renovierungskosten voll absetzen zu können). Und damit sind wir doch schon mit einer normalen Mieterhöhung bei 90% (75%+15%), was soll eine Staffelmiete da überhaupt groß bringen?

quote:<hr size=1 noshade>das 100 km weg ist <hr size=1 noshade>
Durch diesen kurzen Satzteil gehe ich jetzt davon aus, dass ihr nicht in dem Haus wohnt oder demnächst dort einziehen werden. Dann hat sich die erleichterte Kündigungsmöglichkeit wirklich erledigt.

Außerdem war ich von anderen Tatsachen ausgegeangen, daher hatte auch geerbt/geschenkt geschrieben, eigentlich wurde aber gekauft. Entschuldigung.
Bei gekauften (oder gemieteten) Immobilien ist es natürlich legitim, dass sich jeder mit seinem Einkommen beteiligen muss.

MfG Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2503x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Wenn der Vermieter beispielsweise also dort ein Büro für die geplante Selbständigkeit eröffnen will <hr size=1 noshade>



Ich lese den Blödsinn ja gar nicht mehr, aber das ist schon wieder gefährlicher Unsinn.

Wenn man eine Wohnung vermietet, trifft man im Hinblick auf Art. 13 GG damit eine Grundsatzentscheidung.

Das spiegelt sich in § 575 BGB wider:

Ein Mietverhältnis kann auf bestimmte Zeit eingegangen werden, wenn der Vermieter nach Ablauf der Mietzeit
1. die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts nutzen will, ...



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0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47284 Beiträge, 16748x hilfreich)

@Harry van Sell

Jetzt lehne Dich mal zurück und schaue Dir noch mal ganz genau an, was Du hier geschrieben hast. Außerdem muss man das Ganze natürlich im Kontext mit der Ausgangsfrage sehen.

quote:<hr size=1 noshade>Der wortwörtliche Befristungsgrund "bis Ende der Ausbildung" wäre natürlich nichtig, aber der § 575 BGB bietet ja einige Möglichkeiten. <hr size=1 noshade>


Und warum antwortest Du dann auf eine konkrete Frage mit "Im Prinzip ja"? Das kann man doch nur so verstehen, dass eine Befristung mit dem Grund "Ende der Ausbildung" irgendwie möglich ist, wenn man nur die Formulierung geschickt genug wählt.

Anstatt Dich dann für die missverständliche Wortwahl zu entschuldigen, bekräftigst Du dann die Antwort auch noch.

Dass unter bestimmten Umständen die Befristung eines Mietvertrages zulässig ist, hat der Fragesteller doch offenbar bereits gewusst. Er hat aber nicht gefragt, welche Voraussetzungen für einen befristeten Vertrag bestehen müssen.

Abgesehen davon scheiden der § 575 Abs. 1 Nr. 1 und 3 BGB bei der Schilderung seiner persönlichen Umstände mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Und auch Abriss- oder Umbaumaßnahmen im Sinne der Nr. 2 sollte man auch tatsächlich im Sinne haben, wenn man einen Mietvertrag deswegen befristet. In der Fragestellung findet sich aber nicht der geringste Hinweis darauf.

Ich bleibe daher dabei, dass Deine Antworten irreführend waren.

quote:<hr size=1 noshade>Hier soll es aber darum gehen, den Sohn im Fall der Fälle gar nicht mehr dort wohnen zu lassen, <hr size=1 noshade>


Auch da hast Du irgendwie die Frage nicht richtig gelesen. Der Fragesteller will den Sohn nicht über das Ausbildungsende hinaus "Sponsorn". Er will also vermeiden, dass der Sohn danach zu einer verbilligten Miete in seinem Haus wohnt. Von Rauswurf hat er nichts geschrieben.

@all
Die steuerrechtliche Grenze bei der verbilligten Vermietung an Angörige liegt seit dem 01.01.2012 bei 66% und nicht mehr bei 75%.

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