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Mietvertrag und Renovierung

18. Juli 2007 Thema abonnieren
 Von 
guest-12315.12.2016 19:08:11
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 3x hilfreich)
Mietvertrag und Renovierung

Hallo!

Wahrscheinlich wurde dies schon oft gefragt... vorweg ein dickes Scusi!

Meine Wohnung habe ich seinerzeit unrenoviert übernommen. Mietvertrag sagt "Der Mieter übernimmt die Wohnung im gegenwärtigen Zustand." Festgehalten wurde der Zustand aber nicht. Dann steht im Mietvertrag zum einen, daß ich auf eigene Kosten renoviere im Turnus 3, 5 und 7 Jahre die üblichen Räume renovieren soll, und zusätzlich steht im Mietvertrag, daß ich, sofern ich nicht turnusmäßig renoviert habe, bei Auszug anteilig prozentual nach Kostenvoranschlag an den Vermieter zahlen soll. Alternativ soll ich selbst die Arbeiten vornehmen.

So... also weil ich ja keine Rechtsberatung hier suche, tippe ich das, was ich weiß:

Die beiden Klauseln mit den starren Fristen und den Prozenten sind nach aktueller Rechtsprechung hinfällig, bei Auszug ist nichts zu renovieren. Allein schon vor dem Hintergrund, daß bei meinem Einzug nix gemacht wurde... ich meine, ich würde dann ja für Versäumnisse des Vermieters gegenüber dem Vormieter und für den Vormieter aufkommen...

Sehe ich das richtig, also daß ich durch die beiden Klauseln von der Renovierungspflicht bei Auszug entbunden bin?!

...ich halte ja meine Wohnung in Ordnung, hab da ja ein Interesse dran, hab aber auch ein Interesse daran, Geld für eventuelle Arbeiten lieber in einer neuen Wohnung anzulegen...

Viele Grüße!

-- Editiert von nonixnarrets am 18.07.2007 15:55:59

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30 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

Geld für eventuelle Arbeiten lieber in einer neuen Wohnung anzulegen...

Und genau das ist immer das Problem.

Wie lange hast Du da gewohnt und wie lauten die Klauseln genau ?

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#2
 Von 
Jotrocken
Status:
Junior-Partner
(5924 Beiträge, 1363x hilfreich)

Es kommt wirklich auf den genauen Wortlaut dieser '3-/5-/7-Jahresklausel' an. Du musst Dir absolut sicher sein, dass die Fristen wirklich starr sind.

Daher bitte mal wörtlich hier posten.

-----------------
"Juristerei bedeutet, dem Gegner in Zahl und Güte seiner Argumente überlegen zu sein."

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12315.12.2016 19:08:11
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 3x hilfreich)

Hallo!

Das paßt ja... ich brüte gerade über den Formulierungen.

Vorweg: ich will meine Vermieter nicht verprellen oder so, wie gesagt, ich halte meine Wohnung in Ordnung und streiche die Wände, halte die Fenster und die Böden sauber usw. Meine Mutter wundert sich immer darüber, wie sauber wir es haben (bin an sich faul und mache lieber mal schnell was weg...). Aber ich habe halt Bammel davor, bei einem Auszug eine saftige Rechnung (trotz Reinlichkeit und Malerarbeiten etc) präsentiert zu bekommen, die nach Möglichkeit (Wink mit dem Zaunpfahl) die Höhe der Mietsicherheit erreicht. Oder kurz gesagt: möchte nicht unwissend dastehen.

Also es heißt:
"Während der Dauer des Mietverhältnisses hat der Mieter die Schönheitsreparaturen nach folgenden REGELfristen durchzuführen: alle drei Jahre Küche, Bad, Dusche, alle fünf Jahre Wohn- und Schlafräume, Flure, Dielen und Toiletten, alle sechs Jahre alle anderen Nebenräume... bei Beendigung des Mietverhältnisses sind die Schönheitsreparaturen durchzuführen, die nach den Regelfristen fällig sind. Sind bei Beendigung des Mietverhältnisses einzelne oder sämtliche Schönheitsreparaturen noch nicht fällig, so hat der Mieter die zu erwartenden Kosten anteilig aufgrund eines Kostenvoranschlages eines vom Vermieter auszuwählenden Malerfachbetriebes an den Vermieter nach folgender Maßgabe zu zahlen: Liegen die letzten Schönheitsreparaturen während der Mietzeit in... mehr als ein Jahr zurück, so zahlt der Mieter 33% usw... Der Mieter ist berechtigt, dn Kostenvoranschlag eines anderen Malerfachbetriebes vorzulegen oder sämtliche Schönheitsreparaturen fachgerecht in neutraler Ausführung selbst durchzuführen."

Ufff... ich hoffe, das ist das Wesentliche, was ich unterschlagen habe...

Viele Grüße!!

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#4
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9542 Beiträge, 2329x hilfreich)

ist ungültig.... besenrein ausziehen und fertig.

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#5
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

War 'regelmäßig' nicht 'weich' ?


0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest123-2125
Status:
Junior-Partner
(5337 Beiträge, 1970x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#7
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

Das wäre dann die nächste Frage.

Wodurch unterscheidet sich 'regelmäßig in folgenden Fristen' durch 'Regelfristen' ?

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
guest123-2125
Status:
Junior-Partner
(5337 Beiträge, 1970x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#9
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

Ziemlich starr ist wie ziemlich schwanger.
Entweder Sekt oder Selters.
Regelfristen betreffen den Regelfall, nämlich durchschnittliche übliche Abnutzung.
Aber allein der Begriff Regel impliziert bereits die mögliche Ausnahme.


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#10
 Von 
guest123-2125
Status:
Junior-Partner
(5337 Beiträge, 1970x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#11
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

In der Regel gelten folgende Fristen.
Und wie nennt man solche Fristen dann ?

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
guest123-2125
Status:
Junior-Partner
(5337 Beiträge, 1970x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9542 Beiträge, 2329x hilfreich)

In der Regel haben die Wikinger rote Bärte...

:grins:

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
guest123-2125
Status:
Junior-Partner
(5337 Beiträge, 1970x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
guest-12315.12.2016 19:08:11
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 3x hilfreich)

*lach* ... sowas ging mir dann auch schon durch den Kopf... manche Wörter bekommen so einen merkwürdigen Klang, wenn man sie zu oft ausspricht.

Zurück... ich hadere auch die ganze Zeit mit diesem blöden Begriff "Regelfristen". Aufgeweicht oder nicht oder doch?! Es steht definitiv REGELFRISTEN. ...aktuell fällt mir dazu ein "Regeln sind da, um eingehalten zu werden", also eher starr...

Ich könnte mir vorstellen, daß der Ansatz bei den Anteilen, die beim Auszug fällig sein sollen, liegen könnte. Denn hier werden die Fristen wirklich starr gesetzt.

Nebenbei: wie erfolgt denn der Nachweis, wann welche Arbeit erledigt wurde?!

Hier im Haus war in der letzten Zeit einiges an Bewegung. Habe da allerdings nicht allzuviel mitbekommen, wie das mit der Renoviererei war. Eine Wohnung wurde nicht bei Auszug renoviert, die Nachmieter haben dann bei Einzug gestrichen. Eine andere Wohnung wurde ebenfalls nicht bei Auszug renoviert, der Nachmieter hat teilweise tapeziert, teilweise auch nur die Tapete des Vormieters von der Wand gerissen und dann ohne Tapete gewohnt. Ist ohne Renovierung ausgezogen. Der Nachmieter hat nichts gemacht, hat aber auch nicht einmal ein Jahr hier gewohnt. Die andere Wohnung wurde auch unrenoviert verlassen, der Vermieter hat renoviert. Mit einem ehemaligen Mieter habe ich noch Kontakt, bei der Rückzahlung der Kaution gabs keine Abzüge, was aber auch der, der nur kurz hier wohnte. Von außen betrachtet deutet das schon darauf hin, daß gilt: ohne Renovierung raus. Aber eben nur von außen...

Viele Grüße!

-- Editiert von nonixnarrets am 19.07.2007 04:52:47

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#16
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

Mit der Auswertung von anderen Mietverhältnissen wäre ich vorsichtig. Wer weiß, was die für Verträge hatten, was es für Vereinbarungen mit dem Nachmieter gab und welche Prozesse noch laufen.
'In der Regel' bedeutet sprachgebräuchlich 'im Allgemeinen'. Wenn da etwas starr hätte festgesetzt werden sollen, hätte man doch nicht 'Regelfristen', sondern einfach 'Fristen' geschrieben.
Ein Nachweis kann z.B. mit Materialbelegen geführt werden. Der Übergabezustand der Wohnung ist aber primär kein juristisches Problem. Der Sinn dieser Vereinbarungen ist doch, daß die Wohnung nahtlos auf den Nachmieter übergehen kann. Also wird es mit einer Wohnung, die objektiv diesen Anforderungen genügt, auch keine Probleme geben.
Ich habe auch schon Wohnungen zurückgenommen, in denen seit Jahren 'nichts getan' worden war und die trotzdem wie frisch renoviert aussahen.



-- Editiert von Mortinghale am 19.07.2007 08:53:37

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#17
 Von 
Eirene113
Status:
Master
(4099 Beiträge, 620x hilfreich)

--Sind bei Beendigung des Mietverhältnisses einzelne oder sämtliche Schönheitsreparaturen noch nicht fällig, so hat der Mieter die zu erwartenden Kosten anteilig aufgrund eines Kostenvoranschlages eines vom Vermieter auszuwählenden Malerfachbetriebes an den Vermieter nach folgender Maßgabe zu zahlen: Liegen die letzten Schönheitsreparaturen während der Mietzeit in... mehr als ein Jahr zurück, so zahlt der Mieter 33% usw... Der Mieter ist ------

Das würde doch für den Mieter bedeuten: Er hat die Wohnung unrenoviert übernommen, hat seine Wohnung ab und an gestrichen und am Ende der Mietzeit hat er trotz allem einen gewissen Geldbetrag zu bezahlen. Was widerum heißt, er hat die Wohnung in einem renovierten Zustand zu übergeben, egal, ob er sich an die Schönheitsfristen gehalten hat oder nicht.


0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
guest123-2125
Status:
Junior-Partner
(5337 Beiträge, 1970x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#19
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

@Scalar

Und dabei hattest Du doch gestern erst ein schönes BGH-Urteil zitiert (das etwas anderes aussagt).

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
guest123-2125
Status:
Junior-Partner
(5337 Beiträge, 1970x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

Das ist, mit Verlaub, absoluter Blödsinn.

Sollten wir vielleicht mal einen Deutschlehrer fragen.

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
guest123-2125
Status:
Junior-Partner
(5337 Beiträge, 1970x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

Die verwenden in ihrer Praxis vermutlich auch den Begriff 'Schreibebrief', weil der ja dieselbe Bedeutung wie 'Brief' hat.

Wenn ich Frist meine, schreibe ich nicht Regelfrist.

Frist ist alleine etwas absolutes; fristgerecht bedeutet, eine bestimmte Frist exakt (Ausschlußfrist) einzuhalten.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
guest123-2125
Status:
Junior-Partner
(5337 Beiträge, 1970x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

daß der VM, als er diesen Vertrag aufsetzte, genau wußte was er tat.

Wetten, daß das ein Vordruck war ?

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
oha
Status:
Praktikant
(676 Beiträge, 197x hilfreich)

Hallo, wollte auch noch mal meinen Senf dazu geben:

Schaut mal folgenden Link an:
http://www.jura.uni-augsburg.de/studium/jura_klassisch/pruefungen/universitaetspruefung/fristen/

Da wird das Wort "Regelfrist" in einem juristischen Kontext genutzt und bedeutet: In der Regal so, kann aber auch anders.

Insofern dürfte es sich hier um keine starre Frist handeln.

Aber was weiß ich?

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
Mortinghale
Status:
Master
(4957 Beiträge, 459x hilfreich)

jura.uni-augsburg.de/studium/jura_klassisch/pruefungen/universitaetspruefung/fristen

Tja, Scalar, das bringt uns jetzt zu der Frage:

Waren wirklich beide Anwälte an dem Nachmittag, als das durchgenommen wurde, krankgeschrieben ?

(oder doch beim Mini-Golf ?).

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
guest123-1299
Status:
Student
(2376 Beiträge, 247x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
oha
Status:
Praktikant
(676 Beiträge, 197x hilfreich)

Ach Mortinghale und Blockwart - dass ich euch 'ne Freude machen durfte...

:grins:




-- Editiert von oha am 19.07.2007 15:00:01

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
guest123-2125
Status:
Junior-Partner
(5337 Beiträge, 1970x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

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