Mietvertrag vorzeitig Kündigen wg nötigem Umzug verweigert ggf Untermieter möglich?

26. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
Firefred112
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 7x hilfreich)
Mietvertrag vorzeitig Kündigen wg nötigem Umzug verweigert ggf Untermieter möglich?

Folgende Konstellation:


Mietvertrag von 1.3.23-1.3.205 ( vertragliche Mindestmietdauer 2 Jahre)

Nun ist nach Jobwechsel und gleichzeitigem Zusatzstudium ein Umzug nötig (ca. 150km Entfernung).
Beginn der Arbeit ist 1.1.24 und Studienstart 1.4.24

Vermieter akzeptiert Kündigung nicht. Bietet alternativ Aufhebungsvertrag mit 1900,00€ Aufhebungszahlung.
Dieser wird aber seit 3 Wochen nicht zugesendet. Somit ist die Wohnung bislang nicht gekündigt und wird ggf durch den VM auch weiterhin nicht akzeptiert.

Fragen:
Besteht Sonderkündigungsrecht bei notwendigem Umzug für weitere Ausbildung?
Was wenn VM das nicht akzeptiert?

Besteht die Möglichkeit die Wohnung ggf auch gg den Willen des VM unterzuvermieten?
Wenn er bei berechtigtem Interesse die vorzeitigte Kündigung nicht akzeptiert?

Danke für Infos.

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4360 Beiträge, 517x hilfreich)

Zitat (von Firefred112):
Besteht Sonderkündigungsrecht bei notwendigem Umzug für weitere Ausbildung?


Sehe ich nicht, wo kam die Notwendigkeit denn auf einmal hergeflogen?

Zitat (von Firefred112):
Vermieter akzeptiert Kündigung nicht. Bietet alternativ Aufhebungsvertrag mit 1900,00€ Aufhebungszahlung.


Hast du das schriftlich, also das Angebot und nicht den Vertrag?

Wenn ja, dann bestätige das doch einfach.

Zitat (von Firefred112):
Besteht die Möglichkeit die Wohnung ggf auch gg den Willen des VM unterzuvermieten?


Gegen den Willen schwierig, aber schreibe ihm doch einfach und bitte um Erlaubnis zur Untervermietung, wenn er das ablehnt, benötigt er Gründe, ohne Zustimmung handelst du dir unnötigen (und oft auch teuren) Ärger ein.

-- Editiert von User am 26. November 2023 20:01

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#2
 Von 
Firefred112
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 7x hilfreich)

Zuvor regulär Vollzeit gearbeitet. Dann durch ehemaligen Arbeitgeber und Studium nun die Option erhalten nun noch den Master zusätzlich zu machen. Das ging alles recht spontan und ist leider nur an einem anderen Ort möglich. Daher kann ich dort nicht wohnen bleiben.

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#3
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4360 Beiträge, 517x hilfreich)

Na ja, die Gedanken hättest du dir VOR Anmietung machen MÜSSEN, oder eben eine Wohnung mit normaler Kündigungsfrist mieten.

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#4
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9818 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von Firefred112):
Besteht die Möglichkeit die Wohnung ggf auch gg den Willen des VM unterzuvermieten?
Wenn du einen konkreten Untermieter gefunden hast und der Vermieter diesem, genau benannten Interessenten nach ausreichender Prüffrist nicht zustimmt, dann hast du ein Sonderkündigungsrecht, siehe § 540 BGB. Alternativ kann ein Sonderkündungsrecht entstehen, wenn der Vermieter unmissverständlich deutlich macht, dass er gar keinen Untermieter akzeptieren wird.

Zitat (von Firefred112):
Besteht Sonderkündigungsrecht bei notwendigem Umzug für weitere Ausbildung?
Das ist ein extrem kompliziertes Feld, da du hier meines Wissens nach mit dem Wegfall der Geschäftsgrundlage argumentieren müsstest. Ich glaube nicht, dass du wirklich da weiterkommst.

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#5
 Von 
Firefred112
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 7x hilfreich)

Danke erstmal für die Antworten.

Der Grund warum vor Ablauf von der Mindestmietdauer eintritt, sollte eigentlich unerheblich sein.
In meinem Studienbereich sind freie Plätze rar und nur an wenigen Standorten in Deutschland gegeben und eben nicht am aktuellen Wohnort.

Selbst der Aspekt, dass man nun wieder als Student gilt, soll vollkommen unerheblich sein? Auch, dass VM keinen überteuerten Aufhebungsvertrag trotz eigenem Vorschlag liefert?
Auch Nachmietervorschläge wurden pauschal abgelehnt.

Müsste ich dann wirklich hinnehmen, dass ich über ein Jahr doppelte Miete zahlen muss und ggf Zweitwohnsitzsteuer und div. Grundbetriebskosten zahlen soll, obwohl ich den Wohnraum nicht nutzen kann. Untermieter sind wohl auch grundsätzlich nicht gewünscht.

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#6
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16350 Beiträge, 9248x hilfreich)

Zitat (von Firefred112):
Der Grund warum vor Ablauf von der Mindestmietdauer eintritt, sollte eigentlich unerheblich sein.

Nein - das ist nicht unbedingt so.

Zitat (von Firefred112):
Selbst der Aspekt, dass man nun wieder als Student gilt, soll vollkommen unerheblich sein?

Ja - denn bei Anmietung war man nicht Student.

Zitat (von Firefred112):
Auch, dass VM keinen überteuerten Aufhebungsvertrag trotz eigenem Vorschlag liefert?
Auch Nachmietervorschläge wurden pauschal abgelehnt.

Wenn der Vermieter nachweisbar einen konkreten, geeigneten Untermieter abgelehnt hat oder nachweisbar alle Untermieter ohne Begründung pauschal ablehnt, kann ein Sonderkündigungsrecht entstehen - das stand aber schon weiter oben.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#7
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2338 Beiträge, 630x hilfreich)

Zitat (von Firefred112):
Selbst der Aspekt, dass man nun wieder als Student gilt, soll vollkommen unerheblich sein?
Ich finde in den §§549 BGB keinen Anhaltspunkt dafür, dass ein "Student" oder andere Berufs- oder Personengruppe besondere Recht oder weniger Pflichten hätte als andere! Wäre ja auch irgendwie eine Art positive Diskriminierung.

Zitat (von Firefred112):
Müsste ich dann wirklich hinnehmen, dass ich über ein Jahr doppelte Miete zahlen muss und ggf Zweitwohnsitzsteuer und div. Grundbetriebskosten zahlen soll, obwohl ich den Wohnraum nicht nutzen kann
Es besteht Vertragsfreiheit in Deutschland! Niemand hat Dich gezwungen einen Mietvertrag mit 24 Monaten Mindestlaufzeit zu unterschreiben und auch niemand, dass Du nochmal das Studieren anfängst! Den Sachverhalt selber hast ausschließlich Du geschaffen.

Von daher gilt natürlich auch für Dich: Pacta sunt servanda!

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#8
 Von 
cauchy
Status:
Unparteiischer
(9818 Beiträge, 4456x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Ich finde in den §§549 BGB keinen Anhaltspunkt dafür, dass ein "Student" oder andere Berufs- oder Personengruppe besondere Recht oder weniger Pflichten hätte als andere! Wäre ja auch irgendwie eine Art positive Diskriminierung.
Der BGH hat entschieden, dass ein zweijähriger Kündigungsausschluss bei Studentenwohnungen die Studenten unangemessen benachteiligt und daher unwirksam ist. Diese Entscheidung basiert also auf der Inhaltskontrolle und nicht auf einem bestimmten Spezialgesetz für Mietrecht.

Hilft hier jedoch nichts, denn das BGH Urteil zielt auf den Abschluss des Mietvertrages. Da müssen die Voraussetzungen vorliegen. Was danach passiert ist egal.

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#9
 Von 
quiddje
Status:
Master
(4236 Beiträge, 2418x hilfreich)

Zur Untervermietung würde alles gesagt.

Es gibt Entscheidungen, wonach bei unvorhergesehen notwendigen (und nicht selbst herbeigeführtem) Ortswechsel gegen Stellung eines geeigneten Nachmieters ein Sonderkündigungsrecht bestehen kann.
Wie zwingend der Ortswechsel für dich nötig ist, kann natürlich niemand sagen und die Kriterien für einen Nachmieter sollte man auch nicht völlig vernachlässigen. Aber wenn du meinst, dass dieser Umzug sein MUSS, dann kannst du diesen Weg gehen: Kündigung mit Benennung des Menschen, der bereit ist, die Wohnung dann anzumieten und der keine schlechtere Kriterienerfüllung hat als du. Dann darf der Vermieter eine angemessene Zeit überlegen - die Frist musst du ihm schon geben - und wenn er dann deine Kündigung ablehnt, musst du halt klagen.

Der Weg mit dem Untermieter könnte leichter sein. Dann bist du allerdings für deinen Untermieter auch voll verantwortlich.

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#10
 Von 
philosoph32
Status:
Lehrling
(1341 Beiträge, 153x hilfreich)

Zitat (von Firefred112):
Mietvertrag von 1.3.23-1.3.205


Ist unzulässig, 182 Jahre Mietzeit..... :respekt:

Jaja, dann kommt noch das:

Zitat (von Firefred112):
( vertragliche Mindestmietdauer 2 Jahre)

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#11
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6385 Beiträge, 2310x hilfreich)

Zitat:
Studentenwohnung

So wie ich den Sachverhalt verstehe wurde die Wohnung aber gerade nicht als Studentenwohnung gemietet.
Die Besonderheten für solche Mietverträge treten damit nicht ein.
Für die Frage ob der Vermieter einen Mietnachfolger sucht oder MIeter einen Untermieter scheint ein Gründe zu enthalten, welche hier nicht offen gelegt sind.
Ich denke, ein Vermieter würde eher einen Mietnachfolger akzeptieren als einen Untermieter für die komplette Wohnung..
Oder gibt es da bisher nicht genannte Gründe ? Wohnt der Vermieter im gleichen Haus ? Warum gab es überhaupt diese vertragliche Mindestmietdauer von 2 Jahren.

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2241 Beiträge, 350x hilfreich)

Zitat (von Firefred112):
Bietet alternativ Aufhebungsvertrag mit 1900,00€ Aufhebungszahlung.

Wenn er das nachweisbar angenboten hat, würde ich dieses Angebot nachweisbar annehmen.
Da braucht man kein Papier für, wo ausdrücklich "Vertrag" drauf steht.
Ein Angebot und eine Annahme des selbigen reichen aus um das Rechtskonstrukt "Vertrag" zu manifestieren.

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